Foto: Screenshot aus einem Erklärvideo der kita-testung-koeln.de

Kitas in GL müssen sich bis zur Einführung der PCR-Lollitests noch etwas gedulden. Der für den 21. Februar angekündigte Umstieg auf das bessere Testverfahren wurde von der Stadt verschoben. Der Jugendamtselternbeirat zeigt sich „maßlos enttäuscht“, die Stadt habe genügend Zeit zur Vorbereitung gehabt. Immerhin gibt es jetzt Details zur Durchführung der Pooltests.

Kitas und Träger sind gestern vom städtischen Jugendamt informiert worden: Die Einführung der Pooltests findet nicht wie geplant am 21. Februar statt. Das Labor würde mehr Zeit für die Vorbereitung der Pooltestung benötigen.

Einen neuen Starttermin nennt die Stadt in dem Schreiben nicht. Kitas und Träger würden informiert, sobald das Labor die Tests in den Kitas realisieren könne.

Erst vor fünf Tagen hatte die Stadt angekündigt, zum 21. Februar mit den PCR-Pooltests an den Kitas zu starten. Ein Sprecher der Stadt bestätigte auf Anfrage des Bürgerportals die Terminverschiebung „aus organisatorischen Gründen.“ Die Umstellung werde voraussichtlich eine gute Woche nach hinten verlegt. Bis dahin werde man wie bisher in den Kitas mit Antigen-Schnelltests arbeiten.

Eltern enttäuscht

Der Jugendamtselternbeirat JAEB ist empört: „Immer wieder wurden wir Familien vertröstet, dass die gründliche Vorbereitung Zeit braucht“, sagt Sprecher Felix Piepenbrock. Dass nun der viel zu späte Start verschoben werden müsse, zerstöre das Vertrauen in die Stadtverwaltung. „Wir Eltern sind maßlos enttäuscht.“

Immerhin gibt es erste Details für die Durchführung der Pooltests. Diese würden auf freiwilliger Basis durchgeführt, erklärt ein Sprecher der Stadt dem Bürgerportal. Wer nicht am Test teilnimmt, steht im Falle positiver Pools jedoch erst einmal vor verschlossenen Türen:

„Kinder aus einer Betreuungsgruppe mit einem positiven PCR-Pooltestergebnis, die nicht an der Testung teilgenommen haben, dürfen das Betreuungsangebot bis zum Vorliegen eines negativen Ergebnisses aus einem individuellen PCR-Test nicht besuchen“, macht der Sprecher klar.

Kein Test, keine Betreuung

Werde kein negatives PCR-Testergebnis nachgewiesen, seien diese Kinder ab Bekanntwerden des positiven PCR-Pooltestergebnis für die Dauer von zehn Tagen vom Betreuungsangebot ausgeschlossen.

Heißt im Klartext: Familien die den gemeinsamen PCR-Lollitest nicht wahrnehmen müssen sich auf eigene Kosten freitesten. Oder für zehn Tage die Betreuung des Kindes selbst organisieren.

„Hierzu ist eine Allgemeinverfügung geplant, die die Kita-Leitungen in der Kommunikation mit den Eltern unterstützt“, heißt es bei der Stadt.

Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

10 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Mit der WDR Meldung über die Einstellung des PCR-Lolli-Verfahrens an Grundschulen am 28.2 kommt es in diesem Bereich offenbar zu Lockerungen (Schnelltests zuhause und nicht unter Aufsicht in der Schule, Geimpfte und Genese sind ausgenommen). Diese Lockerungen haben meiner Meinung nach nichts mit der Gefahrenlage zu tun, sondern mit den Problemen bei der Testdurchführung.

    Obigen Bericht über die Lage im Kita-Bereich entnehme ich, dass es nach dem Start eher eine Verschärfung der Maßnahmen (z.B. bei versäumter Testteilnahme) geben würde. Das wäre dann nicht mehr vermittelbar. Nach der Schulministerin wird wahrscheinlich der Familienminister nachziehen und die PCR Testungen in Kitas aufheben. Man kann sich nur schwer des Eindruckes entziehen, dass die Stadtverwaltung „auf Zeit“ spielt.

  2. Ich verstehe es nicht. Die Testungen kommen doch eh viel zu spät. Die Welle ist durch die Kindergärten schon durch und jetzt geht es in den Sommer und die Zahlen werden wieder gegen 0 sinken. Warum man jetzt so Daumenschrauben bei den Testungen anlegt die jetzt eh kaum noch jemand will der es mal dringend gebraucht hätte und auch mal wollte erschließt sich mir nicht.

    1. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

      Warum kommen die Tests Ihnen zu spät? Weil Ihre Kinder schon infiziert waren oder Ihre Kita wegen Infektionen bereits geschlossen war? Wer seine Kinder den Tests und damit der Solidarität gegenüber anderen Kindern entzieht, der muss eben damit leben, dass es keinen Anspruch auf Betreuung (unter Inkaufnahme einer Gefährdung anderer Kinder) gibt.

      In unserer Kita gab es bislang (noch) keine Durchseuchung oder Schließungen wegen Infektionen und es ist zu hoffen, dass es so bleibt. PCR-Pooltests, auch wenn sie in den Kitas spät eingeführt werden, helfen dabei, Infektionsketten zu unterbrechen und darauf haben auch Kinder einen Anspruch (siehe § 1 Infektionsschutzgesetz). Das gilt auch bei niedrigen Inzidenzen.

      Auch wenn alle Welt jetzt dem Narrativ „Corona ist vorbei“ folgt, sterben weiterhin zahlreiche Menschen, landen Kinder auf Intensivstationen (PIMS) und leiden an Long-Covid.

      1. Ich bin grundsätzlich bei Ihnen und habe in unserem
        Elternbeirat seit Anfang letzten Jahres für Pooltestungen gekämpft. Wir sind alle geimpft und hatten es auch bislang noch nicht .
        Aber ich sehe auch welche Folgen die Isolation auf Kinder hat, da ich an einer Grundschule arbeite.
        Und diese Folgen stehen in keinem Verhältnis mehr zu den Risiken die eine Ansteckung für Kinder hat. Das krank werden an sich kann man nicht verhindern. Das Leben an sich schon.

      2. „Bensberger“: Da bin ich voll bei Ihnen! Natürlich kommen die Pool-Tests in den KiTas in GL viel zu spät! Das ist eine Schande. Aber besser zu spät als gar nicht! Die Inzidenzen scheinen zwar zu sinken, sind aber dennoch immer noch immens hoch. Und Omikron ist nicht so harmlos, wie viele denken…