Katrin Höpker bei einem Auftritt im Bergischen Löwen 2019. Foto: Höpker

Wenn „Frau Höpker“ kommt, wird der Bergische Löwe ganz leer geräumt und dann sehr voll, mit sangeslustigen Besucher:innen. Die Mitsingkonzerte von Katrin Höpker, die sich als „musikalische Gesellschaftstherapeutin“ versteht, haben Kultstatus. Und offenbar funktionieren sie auch dann gut, wenn die Weltlage draußen besonders düster ist. Am Wochenende ist es wieder soweit.

Erst die Pandemie, dann der Krieg. Solche Dinge gehen auch am Format „Frau Höpker bittet zum Gesang“ nicht spurlos vorbei. „Wer jetzt kommt, in einer Zeit, in der nichts mehr planbar erscheint, der ist so ausgehungert, so motiviert“, berichtet Katrin Höpker in einem Pressegespräch von ihren aktuellen Konzerten.

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Gute Voraussetzungen für die „musikalische Gesellschaftstherapeutin“, ihr Ziel zu erreichen: „Ich will den Menschen zeigen, wie sie sich selbst glücklich machen können, durch Gesang“, sagt die ausgebildete Sängerin, Pianistin und Organistin.

Am Samstag ist „Frau Höpker“ wieder im Bergischen Löwen, bereits zum 13. Mal. 1500 Lieder hat sie im Repertoire, für 185 bringt sie die Texte mit, rund 30 Titel wird sie am Abend präsentieren.

Alleine mit einem E-Piano auf der Bühne, die Texte auf eine Leinwand geworfen, in einem Saal, der für diese Art der Mitsingkonzerte wie gemacht sei: „Die Akustik ist fantastisch. In dem Moment, in dem es losgeht, bündelt sich alles, dann sind die Leute voll da“, freut sich Katrin Höpker.

„Frau Höpker bittet zum Gesang“
Mitsingkonzert, 5. November, 20 Uhr
Bürgerhaus Bergischer Löwe,
Konrad-Adenauer-Platz, Bergisch Gladbach
Eintritt 21 Euro

Wer ein Ticket für „Frau Höpker“ kauft, der wisse, worauf er sich einlässt. Da gebe es niemanden im Saal, der nicht mitsinge. Selbst die Männer, die eigentlich nur ihre Frauen begleiten („Bei mir stimmt die Frauenquote!“), ließen sich schnell mitreißen.

Das funktioniert, weil Höpker viel Erfahrung und Intuition mitbringt und sich akribisch vorbereitet. In der Hinterhand hat sie einen bunten Fundus aus Pop, Schlagern und Volksliedern – aus denen sie auf der Bühne einen Mix zaubert, „abgestimmt auf die Menschen, die da sind, und auf den Moment“.

Das Publikum bei „Frau Höpker“ im Löwen 2019. Foto: Höpker

Zwei Pausen macht Höpker, in denen sich das Publikum erholen kann – von der Gesangsarbeit. Die sie selbst nutzt, um die Dramaturgie für das folgende Programm zusammenzustellen:„Ich muss einen guten gemeinsamen Anfang finden, und den gemeinsamen Ausklang, der alles bündelt, was diesen eine Abend ausgemacht hat.“

Gesungen werden dann aktuelle Songs, aber auch viele Klassiker der Popgeschichte – die zwar jeder kennt, aber kaum je einer richtig gesungen hat. Und auch die alten Volkslieder finden ihren Platz. Wenn die Stimmung des Abends es ergebe nehme sie auch schwierige Themen wie den Krieg auf, „ganz vorsichtig, in diesem geschützten Raum“, und singt vielleicht die „Ode an die Freude“.

Die Texte kann man mitlesen – und mit Frau Höpkers Hilfe werden auch schwierige Stücke gemeinsam gemeistert. „Das sind alles Stücke, die man erkennt, wenn ich sie am Klavier anspielte“, sagt die musikalische Therapeutin, „und dann reagiert der Körper, schüttet einen ganzen Hormon-Cocktail aus.“ Am Ende gebe es niemanden, der nicht mit einem Lächeln den Saal verlasse.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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