In Deutschland ist die Zahl der Opfer von Gewalt stark gestiegen, weit über die Hälfte sind Frauen. Die Aktionswoche der Stadt Bergisch Gladbach mit einer Reihe von Veranstaltungen soll für dieses Problem sensibilisieren. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Empowerment“ und richtet sich vor allem an junge Frauen und Mädchen.

Bereits zum zweiten Mal führt die Stadt Bergisch Gladbach vom 21. bis 29. November 2022 eine Aktionswoche „Gegen Gewalt an Frauen“ durch. Mit den kostenfreien Veranstaltungen der Aktionswoche möchte Judith Klaßen, Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Bergisch Gladbach, ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und für ein selbstbestimmtes Leben setzen.

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Überall auf der Welt werden Frauen- und Menschrechte missachtet, sei es brandaktuell in Ländern wie der Ukraine, dem Iran oder Afghanistan. In Deutschland ist die Zahl der Gewaltopfer im Jahr 2020 in Partnerschaften um 4,4 Prozent gestiegen; von den Opfern sind 80,5 Prozent weiblich.

Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt der Aktionswoche auf „Empowerment“. „Mir ist es wichtig, dass vor allem Mädchen und junge Frauen für Gefahren sensibilisiert werden und Unterstützungsangebote erhalten“, erläutert Judith Klaßen ihr Engagement.

Bürgermeister Frank Stein unterstützt die Kampagne und hat sich dafür ausgesprochen, dass trotz Energiekrise bei diesem wichtigen Thema nicht gespart werden darf. Deshalb wird das Historische Rathaus in der Aktionswoche jeden Abend eine Stunde lang in Orange erstrahlen – der Symbolfarbe des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen.

Aktionswoche Gegen Gewalt an Frauen
21. bis 29. November 2022
Auftaktveranstaltung „Fahnenhissen“, Montag 21. November, 10 Uhr
Rathaus Stadtmitte, Konrad-Adenauer-Platz, Bergisch Gladbach

Das Programm sieht folgende Veranstaltungen vor:

Montag, 21. November, 10 Uhr

Zum Auftakt hissen Bürgermeister Frank Stein, die Erste Stellvertretende Bürgermeisterin Anna-Maria Scheerer und Judith Klaßen vor dem Rathaus in der Stadtmitte die Fahnen. Vor dem LoewenCenter wird die orangene Bank als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen aufgestellt.

Mittwoch, 23. November

von 9:00 bis 12:00 Uhr auf dem Wochenmarkt: Kooperationspartnerinnen und -partner der Gleichstellungsstelle stellen sich mit ihren Angeboten und Dienstleistungen vor. 

von 12:30 bis 17:00 WenDo-Training in der VHS: Die Teilnehmerinnen (max. 16) erlernen wie sie sich besser schützen und besser durchsetzen können. Diese Kooperationsveranstaltung mit Frauen-Zimmer e.V. Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt. Mitzubringen sind Turnschuhe, bequeme Kleidung, Wasser und ein Snack. Interessierte werden gebeten, sich bis zum 18. November telefonisch unter 02202-142647 oder per Mail an gleichstellungsstelle @stadt-gl.de anzumelden.


Um 19:00 Uhr Filmvorführung „Woman – 2000 Frauen. 50 Länder. 1Stimme„, in der VHS: Am Abend lädt die Gleichstellungsbeauftragte in Kooperation mit der VHS Bergisch Gladbach im Rahmen der Aktion „Zusammen in Vielfalt“ zum Kinoabend ein. Das einzigartige Filmprojekt zeichnet ein intimes Porträt von Frauen aus aller Welt und ihren Geschichten.

Donnerstag, 24. November

Dieser Aktionstag steht unter dem Motto: „Women und Girls Empowerment“.

18:30 bis 20:00 Uhr Workshop von Baljit Sunda in der VHS,: es geht es darum, wie Frauen sich gegenseitig unterstützen und stärken können. Für max. 15 Teilnehmerinnen. Anmeldungen werden bis zum 17. November telefonisch unter 02202-142647 oder per Mail an  gleichstellungsstelle@stadt-gl.de berücksichtigt.

Von 18 bis 21 Uhr Girls*PowerParty im Jugendkulturhaus UFO: Mädchen und junge Frauen können von 10 bis 15 Jahren können sich dort austoben. Die Party ist für „girls only“. Weitere Informationen unter 02204-54922/ 0160-1090555 oder Instagram: ufo_jugendkulturhaus oder ufo_events; Kontakt. jugendkulturhaus@awo-rhein-oberberg.de

Freitag, 25. November

Auch der Freitag wartet mit zwei Angeboten auf:

Von 13:00 bis 15:30 Uhr Selbsverteidigung in der WingTsun Kampfschule, Refrath: Unter dem Motto „Grenzen erkennen. Grenzen sichern, Grenzen verteidigen – für Frauen 60+“ bietet WingTsun-Trainer Horst Wehrhahn einen Selbstverteidigungskurs für Frauen über 60 Jahre an.

Von 19 bis 21 Uhr Girls*PowerParty im Café Leichtsinn: für Mädchen und junge Frauen von 14 bis 27 Jahren. Weitere Informationen unter 02202-93622-22 oder Instagram: Café_leichtsinn; Kontakt: Alina.Jurkusch@kja-Iro.de

Montag, 28. November

Von 16 bis 18 Uhr Girls*PowerParty im Cross: Für Mädchen von 6 bis 12 jahren. Zum Abschluss der Aktionswoche können die Mädchen noch einmal kreativ werden und tanzen. Weitere Informationen unter 02202-50759 oder Instagram: jugendzentrumcross; Kontakt: sylvia.eichelmann@kjo-Iro.de

Die Aktionswoche der Gleichstellungsbeauftragten Bergisch Gladbach wird unter Mitwirkung der Allgemeinen Frauenberatungsstelle und der Mädchenberatungsstelle für den Rheinisch-Bergischen Kreis und Frauen-Zimmer e.V. Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt im Rheinisch-Bergischen Kreis sowie den diesjährigen Kooperationspartnerinnen und -partnern durchgeführt.

Hinweis:

Die Aktionswoche bereitet den Auftakt für die Ausstellung „Was ich anhatte“, die vom 28. November bis zum 2. Dezember 2022 in den Kaufhäusern LoewenCenter und H&M zu sehen ist. Die Ausstellung wird veranstaltet vom Arbeitskreis Runder Tisch keine Gewalt an Frauen im Rheinisch-Bergischen Kreis in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle Bergisch Gladbach, Frauen stärken Frauen e.V., donum vitae Rheinland e.V. und Esperanza.

Weitere Informationen auf der städtischen Homepage.

Der Programm-Flyer zum Download:

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Pressestelle Stadt BGL

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6 Kommentare

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  1. Mir fehlt noch ein VHS-Angebot vor allem für junge Frauen und Mädchen: „Wie ziehe ich mich an ohne zu provozieren und trotzdem attraktiv zu wirken?“ Vor allem im Sommer aber auch auf Partys etc. wird die Bekleidung oft so gewählt, dass sie aufreizend wirkt. Das ist beileibe nicht als Aufforderung für Übergriffe gedacht. Nur sind die Männer nicht alle gleich gestrickt. Der weitaus überwiegenden Teil erfreut sich an gut bis lässig oder auch aufreizend gekleideten Damen. Bei weinigen anderen aber schaltet ein Relais, worauf Knaben, Burschen und Männer sich wie Übermänner fühlen, wie sie Frauen in des Mannes Annahme gerne sehen und unbedingt angebaggert werden wollen. Hier ist Prävention angesagt, die gelernt und geübt werden muss. Eine energische Ansprache wird vielen übergriffigen Männern schon die Luft aus den Segeln nehmen. Und wenn das nicht reicht, so hilft vielleicht ein bisschen POfefferspray. Zum Schluss ist dann nur noch der Tritt in der Krojuwelen übrig.

    Grundsätzlich aber sollten die feigen Herren diszipliniert werden, mit denen die Gesetze viel zu lasch umgehen. Sie sollten am eigenen Leibe spüren, wie es ist, bedroht zu werden.

    1. Es sind nicht die Gesetze, die lasch umgehen, sondern unsere Richter und Richterinnen. Von der Politik ganz zu schweigen.

      Gewalt gegen Körper und Psyche müssen viel stärker am oberen Rand des Strafmaßes erfolgen, d.h. genug Zeit zum Nachdenken im Kämmerlein. Und wer zwei Pässe hat oder von außerhalb kommt, muss spätestens beim Dritten Vergehen das Land verlassen, sonst wird es schnell zu eng in den Anstalten.

    2. Da ist ein Fehler in Ihren Gedanken. Es sollten nicht die Mädchen lernen, sich anders zu kleiden, sondern der männliche Teil der Bevölkerung, daß Gewalt kein Mittel sein darf.

      Im übrigen findet der überwiegende Teil der Gewalt an Frauen im häuslichen Bereich statt.

    3. Ein VHS-Kurs für die Frauen und Mädchen, damit sie sich „korrekt“ kleiden? Nach dem Motto „selbst Schuld“? Geht’s noch?

      Wie wäre es mit einem Kurs für die übergriffigen Männer und Jungen: „Wie verhalte ich mich angemessen Frauen und Mädchen (und allen anderen Menschen) gegenüber egal welche Kleidung sie tragen“.

      Die Aufgabe zur Prävention liegt ja wohl auf Seiten der Täter und nicht der Opfer!

    4. @Herr Havermann, ich finde es bezeichnend, dass ihr erster Satz sich darauf bezieht, dass das Opfer „falsch“ gekleidet war. Gucken Sie sich die Bilder der Ausstellung „What were you wearing“ an.
      (https://www.youtube.com/watch?v=Zsz5sHlHvH0 , https://www.youtube.com/watch?v=RdNh87cDHO4 oder https://www.youtube.com/watch?v=8ICHe8euj34) Wie Frau Apicella sagt: Die meisten Übergriffe passieren im sozialen Umfeld.

      Ganz wichtig und leider viel zu selten: Auch von Männern erwarte ich, dass sie gegenüber Männern, die sich unangemessen verhalten, Haltung zeigen und klare Ansagen machen! Auch im Alltag, bei vermeintlich „harmlosen“ Dingen.

  2. Überschrift und Lead passen nicht zusammen.
    Wenn in der Überschrift nur von „Gewalt an Frauen“ gesprochen wird, ist der einleitende Satz „In Deutschland ist die Zahl der Opfer von Gewalt stark gestiegen, weit über die Hälfte sind Frauen“ falsch.

    Das Verhältnis ist immer noch 60/40 m/w

    Bitte präziser arbeiten/formulieren in der Verwaltung.

    https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2021/PKSTabellen/BundOpfertabellen/bundopfertabellen.html?nn=194208