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Parallel zur „Bibliomania“ zeigt das Kunstmuseum Villa Zanders jetzt die Ausstellung „geBUCHt“, mit einer Vielzahl von Kunstwerken von Schüler:innen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums. Angelehnt an die große Ausstellung haben die jungen Künstlerinnen und Künstler Bücher zu vielfältigen und kreativen Kunstwerke gestaltet – die ihnen eine ganz neue Bedeutung verschaffen. 

Text: Myrtho Politis
Fotos: Nina Lapp, Ayana Wilkens, Myrtho Politis

Ein Aufgebot der vielfältigsten Schülerkunstwerken bietet die Ausstellung „geBUCHt“, die an diesem Dienstag in der Villa Zanders Premiere feiert. Bei den Themen geht es bis zur Bücherverbrennung, bei der lebhaften Ausgestaltung mit bunten Farben kann man überraschende Collagen, Plastiken und Zeichnungen entdecken.

Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums mit der Villa Zanders. Zu solchen Kooperationen zwischen Kunstmuseum und dem Heidkamper Gymnasiums kommt es seit 2019 im Rahmen des Programms „Bildungspartner NRW – Museum und Schule“. Das Projekt wird seitens der Schule geleitet von Anja Weyand, Spanisch- und Kunstlehrerin am DBG.

Impulsgebend für die aktuellen Projekte war die zur Zeit in der Villa laufende Ausstellung „Bibiliomania“. Seit dem 8. September arbeiteten die Schüler:innen an ihrem eigenen Projekt. Begleitet wurden sie dabei nicht nur von ihren Lehrern, sondern auch von Künstlerinnen aus dem Museum.

Bibliomania ist eine große Ausstellung in der Villa Zanders, die sich mit dem Buch als Kunstmittel beschäftigt. Sie ist noch bis zum 8. Januar zu sehen.

Genauso lange läuft die Ausstellung „geBUCHt“ im Kabinett des Museums, die am 13.12. um 17 Uhr eröffnet wird. Ein Besuch des Kabinetts ist kostenfrei, das ganze Kunstmuseum kann vom 27. bis 30.12. bei freiem Eintritt besucht werden. Öffnungszeiten finden Sie hier.

Dieser Text stammt von Myrtho Politis, einer der beiden Chefredakteurinnen der BlackOut, der Schülerzeitung des DBG, die Fotos wurden ebenfalls von Mitgliedern der Blackout-Redaktion gemacht. Bei diesem Projekt mit dem Bürgerportal wurden sie von Holger Crump und Thomas Merkenich beraten.

BlackOut erscheint als Website und auf Instagram.

Beteiligt an diesem Projekt waren die Kunstkurse fast aller Jahrgangsstufen am DBG. Zunächst waren sie durch die Ausstellung „Bibliomania“ geführt worden.

Dann hatten sie in ca. 2-stündigen Workshops in der Villa Zanders die Möglichkeit, ein eigenes Kunstwerk in Anlehnung an die Stücke der renommierten Künstler:innen zu erstellen.

Filippos Makkas hat Buchseiten eingerollt, gestapelt und so den schiefen Turm von Pisa nachgebaut. Damit bezieht er sich auf ein ganz ähnliches Werk in der Bibliomania.

Dabei konnten die Schüler:innen im Schüler-Atelier der Villa Zanders arbeiten. So hatten sie die Chance, mit Materialen, die ihnen in der Schule nicht zur Verfügung stehen würden, zu malen, zu werken, zu gestalten und auch einfach mal zu experimentieren.

Sie können jedes Bild anklicken und großstellen.

Eine eigene Strategie für das Buch entwickeln

Piet Beuys ist einer der DBG-Kunstlehrer, die das Projekt begleitet haben. Für ihn sei der Unterschied zum normalen Kunstunterricht nicht zu übersehen, sagt er. Anders als in der Schule, wo Schüler:innen meist eine genaue Aufgabe zu erfüllen hätten, könnten sie hier eine eigene offene Strategie entwickeln. Die einzige Vorgabe sei, mit dem „Buch“ in der Kunst zu arbeiten.

Nachdem die Exponate fertig gestellt worden waren, haben einige der Schüler:innen aus der 10 und 12. Jahrgangsstufe in Eigenregie die Ausstellung in der Villa Zanders aufgebaut. 

Horizont erweitern, Neugier wecken

Zum Aufbau war auch Petra Oelschlägel, die Leiterin des Kunstmuseums, gekommen. Auf die Frage, ob diese Ausstellung vergleichbar wäre mit der „Bibliomania“, antwortet sie, dass schon die Entstehung der Kunstwerke unterschiedlich war.

Während die Künstler der „Bibliomania“ eigene Eindrücke von ihrer Außenwelt auf eine neue Art und Weise verarbeitet hatten, reagieren die SchülerInnen auf die Kunstwerke in Bibliomania, so Oelschlägel. Gewünscht sei, dass Schüler:innen durch solche Projekte ihren Horizont erweitern, ihre Neugier geweckt und ihre Kreativität gefördert wird.

Die Relevanz, die das Buch heute noch für Schüler hat, werde in dieser Ausstellung deutlich, betont Sabine Elsa Müller, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums. Man sehe, wie unterschiedlich diese die Eindrücke der Ausstellung verarbeitet hätten.

Das Buch symbolisiere auch heute noch eine Vielfalt an Informationen und Fiktionen. Durch seine Haptik und Geschichte habe das Buch einen emotionalen Wert für viele. Dieser könne sowohl positiv als auch negativ behaftet sein.

Diese Arbeit bezieht sich wie einige andere auf die Bücherverbrennungen in der NS-Zeit. In der Bibliomania ist ein Werk von Annette Kelm zu sehen, die Cover von Büchern zeigt, die verboten und zum Teil auch verbrannt worden waren.

Junge Menschen gehen radikaler an das Buch ran

„Mir ist aufgefallen, dass die Schüler:innen um einiges radikaler und fast aggressiver mit dem Thema Buch umgegangen sind – bis hin zur Verbrennung von Büchern“, beobachtet Antonia Luigs, eine der beiden Chefredakteurin der Schülerzeitung Blackout, die an dem Projekt selbst nicht beteiligt war.

Im Gegensatz zu älteren Generationen hätten die Schüler:innen weniger Hemmungen, sich auf diese Art und Weise mit Büchern auseinander zu setzen, sagt Luigs.

Diese und viele weitere Facetten hat die Ausstellung der Schüler:innen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums. Es lohnt sich, nachdem man Bibliomania gesehen hat, auch in diese Ausstellung reinzuschauen und sich mit der eigenen Definition des Buches auseinanderzusetzen.

Denn eines zeigt diese Ausstellung besonders gut: Jeder hat eine Verbindung zu Büchern. Wie auch immer sie sein mag.

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1 Kommentar

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  1. Noch ein ganz heißer Tipp für die Schülerinnen und Schüler, die sich mit Büchern auseinandersetzen wollen: Bücher lesen! Macht Spaß und umgibt einen heutzutage mit einem unbezahlbaren nonkonformistischen Flair …