Dietrich Bonhoeffer hätte sich über das Engagement der Schüler:innen an „seinem“ Gymnasium in Heidkamp gefreut. Gemeinsam mit Amnesty International wurden 500 Briefe unterschrieben und zum Versand an Regierungen fertig gemacht, von denen Menschenrechtsverletzungen begangen werden. Amnesty hofft, dass sich 2023 noch mehr Schulen an der Aktion beteiligen.

Ungewöhnliches Aktivitäten in der Pausenhalle des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Bergisch Gladbach: Wie im vergangenen Jahr, so drängten sich wieder besonders in den großen Pausen jüngere und ältere Schüler*innen an zwei langen Tischen, um ihre Unterschrift unter Brief-Vordrucke nach Simbabwe, Russland, Paraguay, Frankreich oder in den Iran zu setzen.

Viele der Jugendlichen waren empört, wie die Machthabenden in manchen Staaten versuchen, ihre Mitbürger ruhig und sich an der Macht zu halten oder – wie im Fall aus Frankreich – über Menschenrechtsverletzungen einfach „Gras wachsen zu lassen“.

Organisiert hatte diesen Einsatz für die Menschenrechte im sogenannten „Briefmarathon“ Claudia Busch, eine Lehrerin des DBG, die auch Mitglied der Amnesty-Gruppe Bensberg/Rösrath/Overath ist.

Der Briefmarathon der Menschenrechtsorganisation Amnesty International findet jedes Jahr im Dezember weltweit in mindestens 60 Ländern statt, wo es Strukturen von Amnesty International gibt. Doch auch mit der Unterstützung von zwei weiteren Amnesty-Mitgliedern hätten nicht über 500 Briefe versandfertig gemacht werden können, wenn nicht Schülerinnen und Schüler mitgeholfen hätten, den Andrang zu bewältigen, so das Technik-Team für die offensichtlich motivierende Video-Projektion im Hintergrund und Mitglieder eines Oberstufenkurses, die sich mit den Fällen aus fünf verschiedenen Ländern vertraut gemacht hatten und Erklärungen geben konnten.

Wahrscheinlich hätten noch etliche weitere Briefe unterschrieben werden können: es musste in aller Eile nachkopiert werden. Aber auch so zeigen die vielen Briefe, wie engagiert sich Klein und Groß einsetzten.

Diese Briefe werden vom Amnesty-Sekretariat in Berlin aus verschickt und tragen hoffentlich dazu bei, dass wieder Menschen endlich aus Gefängnissen freikommen, nicht mehr schikaniert oder bedroht werden und Regierungen sich der Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen stellen.

Zwar gibt es schon seit mehreren Jahren einen „Briefmarathon“ am Aggertalgymnasium in Engelskirchen, zum Teil von Schüler*innen selbständig organisiert, aber in Bergisch Gladbach ist das DBG bisher die einzige beteiligte Schule. Doch was nicht ist, kann ja noch werden! Bundesweit nahmen im letzten Jahr über 500 Schulen an der Aktion teil.

Und so können alle hoffen, dass auch im Dezember 2023 wieder über Erfolge zu berichten sein wird, also ganz konkret: dass z.B. die Menschenrechte missachtende Regierungen sich gedrängt fühlen werden, kritische Journalisten, Blogger oder gewaltlose Umweltaktivisten freizulassen, die sie lieber jahrelang oder für immer weggesperrt hätten.

Text und Fotos: Ursula Kleinert-Gentz, Amnesty-Gruppe Bensberg/Rösrath/Overath

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1 Kommentar

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  1. Großartig !!!
    Schüler wie Amnesty
    Demnächst gerne mit „allen“ Schulen.
    Die Tausenden zu Unrecht Eingekerkerten werden es danken