Nach den Missbrauchsfällen, die in Bergisch Gladbach aufgedeckt worden waren, hatte die GGS Hebborn eine Initiative gegen Gewalt an Kindern gestartet. Daraus ist ein großes Projekt für mehr Kinderrechte geworden, an dem sich viele Grundschulen beteiligen. Am Mittwoch fanden dazu zahlreiche Aktionen statt, im Rathaus wurde viele konkrete Wünsche vorgebracht.

Heute gingen fast 1000 Schüler:innen aus Hebborn, Heidkamp und Moitzfeld auf die Straße gegangen. In einer Kinderratssitzung haben die Sprecher:innen von sehr vielen Grundschulen im Rathaus eine eindrucksvolle Liste von Forderungen für eine kindergerechte Stadt überreicht.

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Wir berichten in den nächsten Tagen ausführlich, vorab gibt es hier schon mal einige Fotos vom Demonstrationszug der GGS Hebborn.

Darüber hinaus gab es viele weitere Aktionen der Grundschulen in der ganzen Stadt.

Die Kinder der KGS Sand haben ihren Beitrag in Form einer Gesangseinlage im Edeka Hetzenegger in Sand kund getan, berichtet ein Leser.

Die Kinder der Concordiaschule in Schildgen haben mit einer Malaktion im Concordiaweg darauf aufmerksam gemacht, dass zu viele Autos um die Schule und anderswo unterwegs sind.

Kinderratssitzung

Im Rathaus kamen Schüler:innen und Schüler einer ganzen Reihe von Grundschulen zur Kinderratssitzung zusammen. Sie übergaben dem zuständigen Beigeordneten Ragnar Migenda eine ganze Reihe von Forderungen (siehe Dokumentation unten).

Von einem besseren Wlan und Tabletts, Ersatz für verschimmelte Tische und mehr Bäumen auf dem Schulhof bis hin zu einigen politischen und sozialen Anliegen: Tempo 30 und bessere Radwege an der Altenberger-Dom-Straße wünschten sich die Abgesandten der Concordia Schule.

Hilfe für finanziell nicht so gut versorgte Kinder, zum Beispiel in Form einer KinderCard mit Vergünstigungen, schlugen die Vertreterinnen der Grundschule am Broich vor.

Hinweis der Redaktion: Ein ausführlicher Bericht zur ganzen Aktion ist in Vorbereitung, schauen Sie in den nächsten Tagen noch einmal vorbei.

Dokumentation: Themen und Wünsche für die Kinderratssitzung

KGS Hand 

1. Die Schüler der KGS Hand wünschen sich die Reparatur aller Spielgeräte auf dem Spielplatz. Die Reifenschaukeln fehlen zum Beispiel schon seit fast einem Jahr. Des Weiteren ist der Bau eines neuen Gebäudes der GGS Hand auf dem Spielplatz geplant. Wo sollen wir dann noch spielen? Wir wünschen uns demnach eine Ausweitung der Spielfläche mit Spielgeräten.

2. Wir haben viel zu wenig I-Pads an unsere Schule. Leider können wir sie nicht so benutzen, wie unsere Lehrer sich das wünschen und es auch im Lehrplan gefordert ist, da sie aufgrund der geringen Anzahl nicht immer verfügbar sind. Wir wünschen uns deswegen einen Klassensatz neuer I-Pads.

GGS Katterbach

Themen für den Bürgermeister:

  • Unterschriftenliste Drehspinne und Klettergeräte
  • Brief Vor- und Nachteile Tablets
  • Verbesserung des Stadtklimas (Abstimmung der Schüler*innen findet am 29.03. statt)

Themen an der GGS Katterbach:

  • Schlange bemalen (zum Balancieren, auf dem Schulhof)
  • Schulkiosk möglich und sinnvoll?
  • Schulgarten – AG

GGS Gronau 

„Gute Schule ist ein Kinderrecht!“ Dafür brauchen wir eine gute Lernumgebung und Räume, die Platz zum Lernen, Lesen, Schreiben, Rechnen und Fördern geben.

OGS Strunde 

  • Trampolin auf dem Schulhof
  • Öffentliche Fußballplätze in Bergisch Gladbach
  • Bessere Versorgung für ärmere Kinder und Familien

Concordiaschule Schildgen

  • Concordiaweg als Anliegerstraße + Planung einer Elternhaltestelle -> Sicherer Schulweg!!
  • Radweg im Concordiaweg + mehr Radwege + Ausbesserung der Radwege
  • Die Altenberger-Dom-Straße sollte vollständig zu einer 30er-Zone werden
  • Mehr Bäume auch auf die Stadtteile gleichmäßig verteilt!
  • Neugestaltung des Schulhofs (Schulhofmöbel, Kunstrasenplatz, Tore mit Netzen, Klettergerüst mit Rutsche) – Hinweis -> kein Wunsch kann realisiert werden, da ein geplanter Neubau auf dem Gelände nicht voran geht. 

GGS Paffrath

Wünsche für die eigene Schule:

  • saubere und modernere Toiletten (selbstabspülend – weil oft vergessen)
  • mehr Klettergerüste/ Rutschen
  • das die Stangen vom Klettergerüst nicht mehr wackeln und repariert werden
  • besseren Boden auf dem Fußballplatz / Kunstrasen und ein eingezeichnetes Fußballfeld
  • mehr Basketballkörbe auf dem Schulhof

Wünsche für Stadt Bergisch Gladbach:

  • mehr Bäume/ mehr Grün in der Stadt
  • Paffrather Straße Tempo 30 vor der Schule
  • Sichere Straßenüberquerung zur Schule: einen Überweg (Zebrastreifen) vor der Schule / Straße Am Pannenberg
  • dass es viel mehr Fahrradwege gibt
  • ​​​mehr Schwimmbäder
  • mehr Spielplätze für größere/ältere  Kinder
  • günstigere Bustickets

GGS Hebborn

  1. Neue Spielgeräte als Ersatz für die Spielfläche auf der Wiese (,die wegen des Schulneubaus wegfällt) und Wiederherstellung des Spielplatzes mit den alten oder neuen Geräten (Reparatur oder Ersatz für jahrelang kaputte Schaukel)
  2. Ein neues (Fußball-)Spielfeld mit Kunstrasen oder Gummi, mit Markierungen und Zäunen. Unser Platz wurde zerstört, weil ein neues Schulgebäude gebaut wird
  3. Mehr I-Pads. Ein Klassensatz ist zu wenig, weil auch nicht immer alle Geräte funktionieren und auch mal zwei Klassen parallel damit arbeiten wollen.

GGS Heidkamp

Sicherer Schulweg: mehr Zebrastreifen, Fußgängerampeln und Überwege/ mehr Mülleimer

GGS Hand

Elterntaxizone

Schulhofgestaltung 

KGS Sand 

1. In unserer Schule gibt es kaum W-Lan! Nur 1 von 4 Klassenräumen kann das W-LAN-Netz nutzen. Wir haben auch nur ein Whiteboard für alle Kinder. Kinder aus 3 Klassen müssen sich zum Recherchieren in den Flur der oberen Etage setzen. Hier gibt es nur eine Bank für 2 Kinder, es zieht und es ist laut!

Außerdem gibt es für unsere ganze Schule und 100 Kinder nur 16 i-Pads. In einer Klasse sind aber 24 Kinder. Kinder, die noch nicht gut Deutsch können, müssen die i-Pads nutzen. Wir haben einfach zu wenige!

Wir wünschen uns W-Lan in allen Klassenräumen, i-Pads die für eine ganze Klasse reichen und digitale Tafeln in allen Klassenräumen, um unser Recht auf (digitale) Bildung umsetzen zu können.

2.  Unser Schulgebäude ist sehr klein. Für fast 100 Schülerinnen und Schüler haben wir nur 4 Klassenräume. Es gibt keinen Nebenraum!!! Auf jeder Etage gibt es einen Garderobenraum: Hier stehen Schränke, die Jacken müssen hier hängen und manchmal arbeiten wir auch hier in kleinen Gruppen. Es ist viel zu eng. Es gibt auch nicht genug Haken für die Jacken von allen Kindern. 

Momentan haben 5 Kinder eine Schulbegleitung. Die Schulbegleiterinnen haben keine Möglichkeit mit den Kindern außerhalb des Klassenraums zu arbeiten. Oder den Kindern eine Ruhepause zu gönnen.

Im Dachgeschoss ist eine „Lernwerkstatt“. Diese darf nur von 10 Personen benutzt werden. Hier arbeiten die Mikibu-Mentoren mit den Kindern, die Deutsch lernen. Auch hier ist kein Platz mehr, sodass weitere Mentoren, die gerne helfen würden, nicht anfangen können, weil einfach kein Platz da ist.

Unsere OGS hat nur 2 Gruppenräume am Nachmittag. 

Wir haben keinen Sanitätsraum.

Uns fehlen weitere Räume, wo die MiKibU-Mentoren in Ruhe mit uns arbeiten können, Lehrerinnen mit uns üben können, wo Platz für eine Schulbücherei ist und für mehr schöne Angebote der OGS am Nachmittag – vor allem bei Regenwetter. 

Wir wünschen uns einen Anbau für mehr Angebote und Rückzugsmöglichkeiten und wünschen uns auch, dass dieser barrierefrei ist im Gegensatz zu unserem Hauptgebäude, wo 2 unserer Schülerinnen mit Gehbehinderung Schwierigkeiten haben, die Treppen hinaufzusteigen.

GGS Moitzfeld

Wir wünschen uns:

  • saubere und modernere Toiletten
  • keine fremden Menschen auf unserer Schultoilette
  • Ersatz der abgebauten Spielgeräte auf dem Spielplatz
  • Umzäunung des bisher komplett offenen Schulgeländes
  • besseren Schallschutz in unserem alten Schulgebäude
  • eine größere OGS mit genügend Räumen zum Essen, Lernen und Spielen
  • W-Lan im gesamten Schulgebäude
  • Der Schulhof soll schöner gemacht werden (kaputter Asphalt, kaputte Wände).

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des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Kinder haben aber auch das Recht auf eine Kindheit. Dazu muss man sie unter anderem vor Missbrauch schützen. Man muss sie aber auch davor schützen, mit diesem Thema überhaupt konfrontiert zu werden. Konfrontiert man sie doch damit, und sei es in vermeintlich „kindgerechter“ Art, leistet man einen Beitrag zum „Verschwinden der Kindheit“.

    Es ist klar, dass die Forderungen auf den Plakaten und die Initiative zu der Demo von Erwachsenen ausgehen.

    Anscheinend fiel die Demo in die Unterrichtszeit und wurde von Lehrern begleitet. Liegt für alle Kinder das Einverständnis der Eltern vor?

  2. Kinder haben Rechte: hört, hört!
    Kann man mir denn erklären, was der Unterschied zwischen Kinderrechten und Menschen- rechten ist?
    Und daß Kinder mehr Zukunft haben, ist bestenfalls banal. Der These ist jedoch entgegen zu halten, daß wir alle zusammen in der Gegenwart leben, im Hier und Jetzt. Die Verantwortung für beides können Kinder aber nicht tragen, schon gar nicht für die nichtexistente Zukunft, die zu gestalten ohnehin nur im Kon-junktiv geht.
    Und was bitte ist unter “starke Kinder” zu verstehen? Geistig, moralisch, physisch stark?
    Bei allen drei Eigenschaften, früher hieß das wohl Bildung, bedarf es der Erziehung und Zuwendung, zu allererst einmal durch die Eltern. Die aber frönen nicht selten der Selbstverwirk- lichung- was auch immer das sein mag-. Ich-Stärke zu Lasten der natürlichen Schwäche der Kinder.

    1. Sehr geehrter Herr Peters, wie recht Sie doch haben. Kinder haben zu aller erst das Recht, wie wie alle anderen Lebewesen, von ihren Erzeugern erzogen zu werden. Doch dem Wohlstand und der Wirtschaft zu liebe, haben wir den Frauen ja die Latzhosen angezogen.

      1. Lieber Herr Humbach,
        ich trage keine Latzhosen, mir hat auch noch nie jemand eine angezogen. Wir Frauen können gut über uns selbst entscheiden. Das war übrigens auch schon immer so. Es braucht niemanden, der irgendetwas mit uns macht was er für richtig hält. Und nebenbei gilt das in der eigentlichen Thematik des Artikels auch für Kinder.
        Herzliche Grüße
        J. Vollmer

  3. Liebe Mitbürger und Gesellschaft, laßt uns “WACHSAM” sein, so, dass so etwas wie sexueller Missbrauch nie wieder vorkommen kann.

  4. Nur als Ergänzung: Auch die Kinder der KGS Sand haben bei der Aktion mitgemacht und lautstark in Form einer Gesangseinlage ihren Beitrag im Edeka Hetzenegger in Sand kund getan.