Das LoRaWAN-Gateway empfängt die über einfache Signale übertragenen Daten und kann sie zur Weiternutzung ins Internet übertragen. Foto: Klaus Pehle/FHDW

Auf dem Dach der Feuerwache an der Paffrather Straße hat die Stadt mit Unterstützung der FHDW ein „LoRaWAN“-Empfangsgerät installiert. Als ersten Schritt zu einem eigenen, lokalen Funknetz. Die Stadt, lokale Einrichtungen und auch die Bürger:innen können es für eine Vielzahl von Anwendungen nutzen: Zum Beispiel, um zu überwachen, wie voll Altkleider-Container sind oder wann Hochwasser droht.

Die digitale Stadt, die sogenannte Smart City, ist in Bergisch Gladbach ein großes Stück vorangekommen. Mit Unterstützung der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) hat die Stadt Bergisch Gladbach ein erstes LoRaWAN- Empfangsgerät (Gateway) auf dem Dach der Feuer- und Rettungswache 1 an der Paffrather Straße installiert. Weitere sollen folgen: Als infrastrukturelle Grundlage baut die Stadt sukzessive auch auf den anderen Feuer- und Rettungswachen der Feuerwehr Gateways auf.

+ Anzeige +

Ein LoRaWAN-Gateway kann Daten über weite Strecken per Funk empfangen und im Internet für weitere Nutzungen bereitstellen. Ziel ist ein stadtweit flächendeckendes LoRaWAN-Netzwerk.

LoRaWAN steht für Long Range Wide Area Network und ermöglicht ein energieeffizientes Senden von Daten über lange Strecken.

Möglich werden dadurch digitale Anwendungen wie die Überwachung, Analyse und Weiternutzung von Daten, zum Beispiel zur Parkraumbelegung, zu Füllständen von Altkleidercontainern, zu Pegelständen oder kleinflächig gemessenen Wetterdaten. Das Netzwerk kann auch von Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden.

Montiert, installiert, programmiert: Das erste Gateway auf der Feuer- und Rettungswache an der Paffrather Straße ist einsatzbereit. Beteiligt waren (von links) Dr.-Ing. Alexander Brändle, Dipl.-Ing. Peter Tutt (FHDW), Thore Eggert (Beigeordneter Stadt Bergisch Gladbach) und Jörg Köhler (Leiter Feuerwehr der Stadt Bergisch Gladbach). Foto: Klaus Pehle/FHDW

„Wir wollen damit den Aufschlag machen für eine eigene LoRaWAN-Infrastruktur, die sowohl von uns als Stadt als auch von jeder Bürgerin und jedem Bürger genutzt werden kann“, sagt Thore Eggert, Kämmerer und als Beigeordneter für die Digitalisierung verantwortlich.

Marcel Böttcher, Chief Digital Officer der Stadt, ergänzt: „Das Netzwerk ist die Grundlage für eine Smart City. Wir sind kontinuierlich mit der FHDW im Austausch und der Leiter des Campus Peter Tutt hat uns in einigen Use Cases gezeigt, was man mit LoRaWAN erreichen kann.“

Hochwasser-Frühwarnsystem an der Strunde

Peter Tutt, seit wenigen Wochen Leiter des FHDW-Campus Bergisch Gladbach, ist Dozent für Wirtschaftsinformatik und Experte für Internet of Things (IoT) und Smart City-Anwendungen. Mit seinen Studierenden entwickelte der Diplom-Ingenieur bereits ein Beispiel für ein Hochwasser-Frühwarnsystem an der Strunde, für die netzwerkunterstützte Kontrolle vom Bewässerungszustand von Pflanzen und Programmcodes zur Analyse der Korrelation von örtlichen Wetterdaten und Pegelständen.

Zurzeit arbeitet er unter dem Titel „Smart Waste“ an einem System, das über Sensoren und dem LoRaWAN-Netzwerk die Fernüberwachung der Füllstände von Altkleidercontainern möglich macht. „Das sind Anwendungen, die eine direkte Effizienz für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen“, erklärt Eggert. „Und das alles mit einem finanziell überschaubaren Aufwand.“ 

Diese Wetterstation misst Temperatur, Niederschlag, Wind, Luftfeuchtigkeit, soll im Zentrum Bergisch Gladbach installiert werden und überträgt die Daten per LoRaWAN ins Internet. Foto: Klaus Pehle/FHDW

Hilfestellung durch die FHDW

Die Gateways kosten die Stadt einen kleinen vierstelligen Betrag, die Installation und Programmierung hat die FHDW übernommen.

Kämmerer Eggert: „Die Feuerwachen und die Gerätehäuser liegen in zentraler und meist exponierter Lage, da bietet es sich an, sie als Gateway-Standorte zu nutzen, um eine möglichst flächendeckende Abdeckung zu erreichen. Ein Dank geht also auch an die Feuerwehr.“ Im Dialog mit Fachbereichen wie StadtGrün und den Schulen der Stadt bespricht Eggert zurzeit weitere Anwendungsmöglichkeiten. 

Dieser Bodensensor kann der Feuchtigkeits- und Nährstoffgehalt an Bäumen messen, auch er arbeitet zur Übertragung der Daten mit dem LoRaWAN. Foto: Klaus Pehle/FHDW

Frei nutzbares Community-Network

Nutzen bringen wird das neue Netzwerk aber der gesamten Stadtgesellschaft: „Es gibt schon mehrere Anfragen dazu von Bürgerinnen und Bürgern. Wir sehen uns da als Impulsgeber für ein frei nutzbares Community-Network, das davon lebt, dass andere mitmachen.“

Im Gegensatz zum Mobilfunknetzt überträgt das LoRaWAN-Netzwerk Daten zuverlässiger, mit geringerer Energieleistung, über einfacher auslesbare und weiter zu verarbeitende Signale und über wesentlich weitere Strecken.

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.