Das Kreishaus. Foto: Thomas Merkenich

Bei der Bearbeitung von Anträgen auf Elterngeld und Ausweisen für Schwerbehinderte ist die Kreisverwaltung eine Kooperation mit einer benachbarten Kommune eingegangen, um den von Hackern angegriffenen Dienstleister Südwestfalen IT zu ersetzen. Nach wie vor blockiert ist dagegen die Auto-Zulassung. Alternative Lösungen seien dabei nicht möglich, neue digitale Schnittstellen können nicht so schnell aufgebaut werden.

Die Verwaltung des Rheinisch-Bergischen Kreises arbeitet ab sofort mit einer benachbarten Kommune zusammen, um wieder Anträge auf Elterngeld und für Schwerbehindertenausweise wenigstens in dringenden Fällen wieder bearbeiten zu können. Das teilte Kreissprecherin Birgit Bär auf Anfrage mit. Auch die Kreisverwaltung ist durch den Hackerangriff auf den kommunalen IT-Dienstleister Südwestfalen IT (SIT) betroffen, eine Reihe von Fachverfahren und Schnittstellen ist seit gut zwei Wochen blockiert.

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Noch schwieriger sei es, die KFZ-Zulassungsbehörde wieder arbeitsfähig zu machen. Der Kreisverwaltung sei sehr bewusst, welche Probleme bei Autohändlern und Bürger:innen entstehen, wenn sie über Wochen hinweg ihre Fahrzeuge nicht anmelden können. Ein Umstand, der aus der Corona-Zeit nur zu gut bekannt ist.

Bei der KFZ-Zulassungstelle seien dem Kreis jedoch die Hände gebunden, erläutert Bär. Die bundeseinheitlichen Sicherheitsregeln ließen in diesem Bereich keinen Spielraum für alternative und oder analoge Weg. Die Anmeldung müsse zwingend digital über das Bundeskraftfahrzeugamt laufen. Zudem sei ein Zugriff auf die Einwohnermeldedaten erforderlich. Beide Schnittstellen sind nach der Cyberattacke auf die Südwestfalen IT bei allen betroffenen Behörden stillgelegt worden, die Autozulassung ist bei all diesen Kreisen blockiert.

Nach wie vor wisse der Kreis nicht, wie schnell die SIT mit der Überprüfung der Verfahren und Datenbestände voran komme, er sei einfach nicht Herr des Verfahrens, sagt die Sprecherin. Daher arbeite der Rheinisch-Bergische Kreis mit Hochdruck daran, auch bei der KFZ-Zulassung die SIT durch die Region IT aus Aachen zu ersetzen und so wieder arbeitsfähig zu machen. Das sei technisch und rechtlich jedoch kompliziert und benötige einige Zeit.

Die SIT hatte am Donnerstag zwar angekündigt, in dieser Woche die ersten Fachverfahren wieder in Gang setzen zu wollen und an einer Priorisierung zu arbeiten. Seither lauten die täglichen Status-Updates des Unternehmens jedoch: „Wir haben noch keine neuen Informationen für die Öffentlichkeit“.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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