Die charakteristischen alten Ziegelgebäude sollen weitgehend erhalten bleiben, die Hallen drumherum sind inzwischen niedergelegt worden. Foto: Thomas Merkenich

Das Unternehmen CG Elementum hatte bereits eingeräumt, dass es beim Projekt „Wohnen an der Strunde“ auf dem ehemaligen Wachendorff-Gelände in Gronau erhebliche Verzögerungen gebe, aber keine ernsthaften Probleme erkennen lassen. In einer Vorlage für den Planungsausschuss zählt die Stadtverwaltung jetzt einige Gründe für das Schneckentempo auf – und benennt konkrete Defizite. Die Idee eines gemeinsamen Parkhauses mit dem „Saal 2000“ ist geplatzt, die Fertigstellung rückt in die Ferne.

2022 sei mit Hochdruck an dem Projekt „Wohnen an der Strunde“ gearbeitet worden, vier wichtige Meilensteine erreicht worden, berichtet die Stadtverwaltung in ihrem Update zur „Verbindlichen Bauleitplanung“, die Anfang März im Planungsausschuss beraten werden soll. 2023 dagegen habe die Arbeit des Investors CG Elementum auf dem Wachendorff- und Kradepohl-Gelände an Intensität verloren.

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Dafür nennt die Stadt einige Gründe, auch jenseits der schwierigen allgemeinen Lage auf dem Baumarkt. So habe der Projektträger den zuständigen Niederlassungsleiter und die Projektleitung ausgetauscht. Zudem sei die Zusammenarbeit mit dem Büro ASTOC als bisher entwurfsverantwortlichem Stadtplanungsbüro beendet worden.

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Plötzlich war der aufwendige Bauzaun rund um das Wachendorff-Gelände in Gronau verschwunden – und hatte in der Stadt böse Ahnungen bestärkt. Das Rätsel war jedoch schnell gelöst. Investor CG Elementum versichert zudem, weiter mit Hochdruck an dem Projekt zu arbeiten. Der Baubeginn schiebt sich allerdings ein weiteres Stück hinaus.

Hinzu kommen substanzielle Probleme bei der Planung. So seien die Verhandlungen mit dem benachbarten Veranstaltungszentrum „Saal 2000“ über ein gemeinsames Parkhaus am Rand des Geländes gescheitert. Daher habe das städtebauliche Konzept umgeplant werden müssen. Dafür habe der Investor erste Ansätze geliefert – doch sie sind nach Einschätzung der Verwaltung noch nicht von der erforderlichen Qualität. Daher könnten dem Ausschuss noch nicht mit einer positiven Empfehlung vorgelegt werden.

Ungewöhnlicherweise nennt die Stadt konkrete Probleme. Es gebe städtebauliche Defizite, Aussagen zum Bestandserhalt der historischen Gebäude fehlten, die Frage nach dem Parkraum sei nach dem Wegfall des Parkhauses noch nicht geklärt und es gebe einen eklatanten Mangel an Spielflächen.

Hintergrund: Die Pläne im Detail

In zwölf bis zu fünfgeschossigen Gebäuderiegeln sollen auf dem Wachendorff- und dem Kradepohls-Gelände rund 450 Wohnungen entstehen. Zum Teil als Sozialwohnungen, zum Teil senioren- und pflegegerecht. Ergänzt werden sie durch kleinere Gewerbeeinheiten. Ein „Office-Riegel“ soll als langgezogener Quaders über die alten Fabrikhallen gelegt werden. Auch eine Hotelnutzung „(Boardinghouse“) wird genannt, zudem sind eine Kita und eine Grundschule vorgesehen. 

Neben dem Parkhaus am Saal 2000 soll es mehrere Tiefgaragen mit rund 670 Stellplätzen geben, die direkt von außen angefahren werden. Das Quartier selbst soll möglichst autoarm sein. Mehr Details finden Sie in diesem Beitrag

Immerhin seien 2023 auch einige Fortschritte verzeichnet worden: ein erstes Entwässerungskonzept und erste Infrastrukturplanungen seien mit den Fachabteilungen intensiv besprochen worden, eine Artenschutzprüfung sei nach Auskunft des Projektleiters beauftragt worden. Die Stadt selbst habe die Anforderungen an das geplante Schulgebäude konkretisiert.

Die Stadt erwarte daher im laufenden Jahr „nennenswerte Planungsfortschritte“. CG Elementum hatte im Dezember kalkuliert, im vierten Quartal dieses Jahres mit mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Bei anfänglich auf zwei Jahre kalkulierten Bauarbeiten könnten damit im Winter 2026 / 2027 die ersten Bewohner:innen einziehen. Auf der eigenen Website nennt CG Elementum allerdings inzwischen für die Realisierung das Jahr 2028.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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