In der Debatte, wieviel Wohnbebauung das direkte Umfeld der historischen Komturei in Herrenstrunden verträgt, macht die Verwaltung jetzt einen neuen Vorschlag: Statt vier sollen nun nur noch zwei „schlankere“ Gebäude auf dem Grundstück der derzeitigen Pferdehalle gebaut werden. Mit dem Eigentümer sei man sich einig, ein B-Plan sei daher nicht mehr nötig.

Vor drei Jahren hatten Entwürfe von klotzigen grauen Gebäuden hinter dem Teich der Malteser Komturei in Herrenstrunden für Unruhe gesorgt, auch der Geschichtsverein hatte interveniert. Inzwischen hat eine Öffentlichkeitsbeteiligung stattgefunden – und die Stadtverwaltung legt in Abstimmung mit dem Eigentümer eine deutlich kleinere und unauffälligere Variante vor.

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Der überarbeitete städtebauliche Vorentwurf werde am 6. März im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss vorgelegt, teilt die Stadt jetzt mit. Die Verwaltung schlage nun eine Reduzierung der Bebauung von vier auf zwei Wohngebäude innerhalb der überbaubaren Fläche der Reithalle vor. Dabei würden auch Stellungnahmen aus Öffentlichkeitsbeteiligung berücksichtigt.

„Das bringt die Pläne des Eigentümers, die Anforderungen der städtebaulichen Planung sowie wichtige Hinweise aus der Öffentlichkeitsbeteiligung auf einen Nenner“, sagt der Beigeordnete Ragnar Migenda. „Das schlankere Verfahren macht zudem nun Tempo bei der Schaffung von Wohnraum. Das ist im Sinne aller Beteiligten.“

Die Gebäude sind an Stelle der Reithalle geplant, die sich nordwestlich an das denkmalgeschützte Komtureigebäude anschließen. Die beiden Gebäude sollen in einer offener Bauweise realisiert werden, die die Struktur der historischen Umgebung aufgreife.

Die geplante Lage und Ausrichtung erfülle zudem Anforderungen beim Immissions- und Naturschutz. Eine Erschließung sei über den Rosenthaler Weg angedacht, der heute schon als Wirtschaftsweg genutzt wird. Stellplätze seien im nördlichen Grundstücksteil vorgesehen.

Die Reithalle (links im Bild) soll abgerissen werden, zugunsten von Wohnhäusern. Foto: Thomas Merkenich

Die Stadt schlägt jetzt vor, auf den eigentlich geplanten Bebauungsplan (Nr. 3262 – Malteser Komturei) zu verzichten und statt dessen die städtebaulichen und gestalterischen Ziele der Stadt in einem städtebaulichen Vertrag mit dem Eigentümer zu sicher. Darin sollen Gestaltung, Erschließung, Artenschutz, Sicherung der Teichanlage und des Strunde-Ufers sowie Denkmalschutz und Bodendenkmalpflege beinhalten.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Wie schön, dass man in Gladbach allmählich von dem Klotzigen abgeht. In unmittelbarer Nachbarschaft alter Denkmäler ist so ein klotziger Neubau absolut kein reizvoller Kontrast.

    1. Ich denke, dass der Begriff “klotzig” nicht für die qualitative Bewertung von Architektur geeignet ist. Klotzig kann gut und angemessen sein aber auch das genaue Gegenteil. Ich werde nicht müde zu behaupten, dass Architektur im Zusammenhang mit denkmalgeschützten Objekten sich nicht an das Denkmal angleichen darf, sondern einen Kontrast bilden muss. Wir verfügen glücklicherweise in nächster Nähe über zwei Musterbeispiele: Das Bensberger Rathaus und das Kolumbamuseum in Köln. Ich bedaure, dass der Bauherr die ursprüngliche Planung zurückgezogen hat.

    2. Hallo Frau Naroska, ich gestehe Ihnen die Meinung zu. Jedoch gefällt mir persönlich besser, wenn sich alt und neu klar voneinander abgrenzen und damit ein Kontrast besteht.

    3. Die Komturei selbst ist relativ ‘klotzig’, vor allem für die damalige Zeit. Insofern sollten ihr zur Seite gestellte moderne Gebäude ebenfalls groß genug sein, um eine gewisse Präsenz auszustrahlen. Die Frage ist eher, wieviele Neubauten entstehen sollen – laut jetzigem Plan wohl nur noch zwei, womit mehr Grünfläche verbleibt.

  2. Die Änderungen sind okay, aber auch ich hoffe, dass damit der ambitionierte Stil der ursprünglich geplanten Gebäude nicht aufgegeben wird. Der Verweis auf Böhms Rathaus und auf Kolumba ist absolut richtig.

  3. Es wäre schön, wenn hier Neubauten mit einem gewissen architektonischen Anspruch entstünden, wie vor 3 Jahren bereits angedacht (siehe Artikel “Proteste gegen Neubau an der Malteser Komturei”). 08/15 gibt es in der Stadt schon (mehr als) genug.

    Positiv ist der im Übersichtsplan zu erkennende durchgehende Weg hinter den Häusern, der den bestehenden Weg entlang der Strunde verlängert.

    1. @ U. Kleinert
      Endlich noch jemand, der für gute Architektur und gegen den üblichen Mist aus der Schublade kommentiert. Vor drei Jahren fühlte ich mich ziemlich allein. Sehr bedauerlich, dass der damalige Entwurf sehr guter Architekten, insbesondere durch die Anwohner wegprotestiert wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft alter Denkmäler ist fast immer der Kontrast besser als das kopierte und angepasste.
      Siehe Rathaus Bensberg von Böhm oder noch deutlicher Kolumbamuseum von Zumthor.

      1. Schön wäre es, wenn man in den Hang Terrassenwohnungen bauen würde. Die sich nach hinten verflüchtigtigen und vorne durch Bepflanzung und Grün dem Teich anpassen würden.