Werden Unternehmen nach den wichtigsten Geschäftsrisiken befragt, nennen sie an erster Stelle inzwischen Cybervorfälle. Zum Schutz vor den finanziellen Folgen solcher Angriffe gibt es vielfältige Absicherungen, wie Ramona Glenz und Marc von der Neyen von der Kreissparkasse Köln schildern.

Welche Entwicklung konnten Sie in den letzten Jahren mit Blick auf die Einschätzung von Cybervorfällen als Geschäftsrisiko beobachten?

Marc von der Neyen: Wenn Sie vor zehn Jahren Unternehmen nach Geschäftsrisiken befragt haben, bereiteten „klassische“ Themen wie Betriebsunterbrechungen, Marktschwankungen oder neue Regulierungen die meisten Sorgen. Cybervorfälle spielten in dieser Zeit noch eine nachrangige Rolle. Das hat sich jedoch stark geändert. Seit vier, fünf Jahren werden Cyberangriffe als vorrangiges Geschäftsrisiko eingeschätzt.

Wo sehen Sie die Gründe?

Ramona Glenz: Die Menge an gespeicherten Informationen steigt mit der zunehmenden Digitalisierung sowie dem wachsenden Onlinehandel. Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit persönlichen Informationen und sensiblen Daten. Nicht zuletzt gelten hier die Vorgaben aus der Datenschutzgrundverordnung DSGVO. Aber auch unabhängig vom gesetzlichen Rahmen haben Unternehmen ein Interesse daran, sich und ihre Kundschaft gegen Cyberangriffe abzusichern. Schließlich geht es auch um den Ruf des Unternehmens, der ein maßgeblicher Faktor für den Geschäftserfolg ist. 

Welche Rolle spielt dieses Thema in Gesprächen mit Ihrer Kundschaft?

Ramona Glenz: Wesentliche Absicherungen zu thematisieren, gehört selbstverständlich zu einem Beratungsgespräch mit unseren Unternehmenskundinnen und -kunden dazu. Beispiele sind die Betriebshaftpflicht oder eine Inhaltsversicherung. Im selben Atemzug gehört heutzutage allerdings die Cyberversicherung genannt. Das sprechen wir aktiv an – wobei sich inzwischen viele Kundinnen und Kunden auch explizit selbst danach erkundigen.

Was genau beinhaltet eine Cyberversicherung?

Marc von der Neyen: Wenn Unternehmen Opfer von Malwareangriffen oder Datenklau wurden, schützt eine Cyberversicherung vor den finanziellen Folgen. Auch ein Rechtsbeistand oder mögliche Abwehrmaßnahmen gegen einen akuten Cyberangriff können eingeschlossen werden. Es gibt verschiedene Absicherungsarten, etwa gegen Identitätsdiebstahl, Garantien gegen Betriebsausfälle, Rechtsberatung bei der Meldung einer Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten und technische Unterstützung bei der Wiederherstellung des Informationssystems nach einem Cyberangriff.

Können Sie ein konkretes Beispiel nennen?

Ramona Glenz: Stellen Sie sich eine Steuerberatungskanzlei mit fünf Berufsträgern und zwölf Beschäftigten vor. Durch eine Bewerbungs-E-Mail gelangt ein Trojaner in das IT-System der Kanzlei. Dadurch werden über Nacht alle Dateien verschlüsselt. Sämtliche Rechner der Kanzlei sind nicht mehr nutzbar. Der Zugang zum Softwarehaus DATEV ist ebenso lahmgelegt wie die Homepage. Die Kanzlei ist drei Tage nicht in der Lage zu arbeiten. Lediglich die Telefone funktionieren noch. 

Marc von der Neyen: In einem solchen Fall können sich die finanziellen Folgen der Betriebsunterbrechung einschließlich der Kosten für den nötigen IT-Support schnell auf hohe fünf-, wenn nicht sechsstellige Beträge belaufen. Die Cyberversicherung deckt in diesem Fall die Kosten. Sie vermittelt ad hoc einen IT-Dienstleister, der das Schadprogramm aufspürt und entfernt sowie bei der Wiederherstellung der Systeme aus den Backups unterstützt. 

Kann eine Cyberversicherung auch präventiv schützen, also dazu beitragen, dass es gar nicht erst zu einem Vorfall kommt?

Marc von der Neyen: Eine Cyberversicherung ist primär für den Schadenfall konzipiert. Gleichwohl gibt es auch manche Anbieter, die Leistungen einschließen, welche das Risiko eines Cyberangriffs vermindern – zum Beispiel durch eine eingehende Risikobewertung und -beratung oder Schulungen für die Mitarbeitenden.

Worauf sollte ein Unternehmen bei der Auswahl einer Cyberversicherung achten?

Ramona Glenz: Welche Versicherungssumme, welche Deckung und welche ergänzenden Leistungsbausteine sinnvoll sind, das hängt immer vom individuellen Bedarf eines jeden Unternehmens ab. Wir empfehlen hierzu eine persönliche Beratung. Wenn Sie Fragen zu dem Thema haben, sprechen Sie uns gerne in einer unserer Filialen oder auf einem anderen gewünschten Weg an.


Zur Person: Ramona Glenz ist Firmenkundenberaterin bei der Kreissparkasse Köln in Bergisch Gladbach. Seit 2015 ist sie bei der Sparkasse beschäftigt. Nach ihrer Weiterqualifikation zur Sparkassenfachwirtin berät sie seit 2020 gewerbliche Kunden in der Kreisstadt. Bei speziellen Fragen rund um Absicherung und Altersvorsorge stehen zusätzlich die Experten von der KSK-Finanzvermittlung GmbH, dem Versicherungsspezialisten der Kreissparkasse Köln, zur Verfügung – in Bergisch Gladbach ist dies Marc von der Neyen.

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