Im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes sollen die nach Angabe der Stadtverwaltung zu dicht stehenden Bäume am Deutschen Platz gefällt und ersetzt werden. Foto: Thomas Merkenich

Nicht in diesem Jahr, aber in 2025 werden auf dem Deutschen Platz in Bensberg 16 Spitzahorne gefällt und durch sieben neue Bäume einer verwandten, alten französischen Sorte ersetzt. Das bestätigt die Stadtverwaltung auf Nachfrage. Damit werde auch ein Beitrag zur Förderung klimaresistenter und standortgerechter Vegetation geleistet.

Im Zusammenhang mit der Fällung von Bäumen im Vorfeld des Umbaus der Schlossstraße machten in Bensberg erneut Alarmmeldungen die Runde: Auch am Deutschen Platz würden bald alte Bäume gefällt. Das ist richtig, bestätigt die Stadt. Aber das sei erst für 2025 vorgesehen. Und zweitens diene es dem Natur- und Klimaschutz.

Wie die Schlossstraße wird auch der Deutsche Platz im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes Bensberg neu gestaltet. Die entsprechenden Pläne und auch das neue Vegetationskonzept für das zugewachsene, wenig beachtete Areal an der Gladbacher Straße, wurden bereits 2021 beschlossen (siehe Dokumentation), der Name bleibt.

Der Deutsche Platz, erläutert die Stadtverwaltung, hatte sein heutiges Erscheinungsbild in den 80er Jahren erhalten. Gepflanzt wurde ein typischer Modebaum der damaligen Zeit, der Acer platanoides globosum. Hierbei handele es sich um einen Spitzahorn, dessen Krone kugelförmig wachse. Bei der Planung seien die Bäume aber viel zu eng gesetzt, daher hätten sich die Einzelbäume nicht artgerecht entwickeln können.

Die relativ kleinen Bäume rund um den Deutschen Platz (oben links) sollen durch sieben neue Bäume entlang der westlichen und nördlichen Kante ersetzt werden.

Daher war beschlossen worden, alle 16 vorhandenen Bäume, die unmittelbar um den Deutschen Platz herum stehen, zu fällen. An ihre Stelle sollen sofort sieben Acer Platanoides „Columnare“ nachgepflanzt werden. Das sind ebenfalls Spitzahorne, aber einer alten französischen Sorte mit säulenförmigem Wachstum. Sie sollen dem Platz „eine malerische Eleganz“ verleihen, so die Stadt.

Wohl noch wichtiger: Diese Baumart sei dem Stadtklima verträglich. Durch ein „mehr“ an durchwurzelbarem Raum würden die Bäume zudem gesünder und widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Die Pflanzgruben stellten gleichzeitig einen Retentionsraum für Niederschlagswasser dar.  

Von der Schatt- und Klimaleistung, so die Stadtverwaltung, seien die sieben neuen Bäume den vorhandenen 16 Bäumen ebenbürtig. Der Austausch der Bäume stelle sowohl eine gestalterische Aufwertung als auch einen Beitrag zur Förderung klimaresistenter und standortgerechter städtischer Vegetation dar.

Dokumentation:

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Ich frage mich, warum man diese kleinen Haus-/Kugelbäumchen in B-GL nicht öfter sieht wenn jeder die so schön findet. Die passen in jeden Garten, Vorgarten weil sie kaum höher werden als vier Meter. Nur der Umfang des Stammes wird größer!
    Da dort Platz für größere Bäume (15 – 25 Meter) vorhanden ist, finde ich die Maßnahme ok.

  2. Niemand möchte, dass die Bäume gefällt werden. Das ist quasi das letzte Plätzchen des alten Bensberg. Es strahlt eine gewachsene Ruhe aus. Im Sommer eine schattige, grüne Oase. Warum gilt eigentlich des Bürgers Wunsch in dieser Stadt nicht. Wir zahlen Steuern, haben aber nichts zu sagen. Es macht mich traurig, wie verhunzt Bensberg wird.

    1. Wir leben in einer repräsentativen Demokratie. Der Bürger kann seinen Wunsch durch ein Kreuz auf dem Zettel der nächsten Kommunalwahl zum Ausdruck bringen.

  3. Und schon wieder lese ich von städtischen Baumfällungen an der Paffrather Straße. Es ist so traurig, daß diese alten schönen Bäume nicht stehen bleiben können, nur um die Pläne zu verwirklichen. Die CO 2-Leistung dieser Bäume kann durch Nachpflanzungen nicht kompensiert werden.

    1. So wird es halt in dieser Stadt gehandhabt. Positive Seiten eines Plans werden breit getreten, um Zustimmung zu finden. Die negativen eher verschwiegen. Diese zu entdecken, darum müssen sich die Bürger dann schon selber bemühen.

  4. Am Wochenende war in der Presse zu lesen, dass in Odenthal 12 Schwarzerlen – entgegen der Planung – doch nicht gefällt werden. Der Stadtrat hat sich mit Mehrheit (offenbar ohne Gegenstimme) dafür eingesetzt. Dies, obwohl nicht sicher ist, wie lange die Bäume überleben werden.

    „Fällung ist immer die einfachste Lösung, dafür stehen wir nicht zur Verfügung“. So wird ein Ratsmitglied zitiert mit dem zusätzlichen Hinweis, dass „gesunde Bäume einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und erhalten werden müssen“. Ein anderes Zitat: „Die können durchaus 100 Jahre alt werden“.

    Natürlich wird die Situation der Schwarzerlen in Odenthal nicht komplett vergleichbar sein mit den Ahornbäumen auf dem Deutschen Platz.

    Bemerkenswert aber finde ich, wie offensichtlich selbstbewusst der Stadtrat in Odenthal die Priorität für Klimaschutz und den dazu notwendigen Erhalt von Bäumen bei ihrer Entscheidung an die erste Stelle hat.

    Ob wir in Bergisch Gladbach auch mal dahin kommen?

    Wenn nicht jetzt, wann dann?

  5. Seltsame Geschichten gibt es in Gladbach. Auf der einen Seite wird ein Bürgerwald mit wenigen Bäumen zwischen Bensberger Strasse und einem Waldstück mit großen Tamtam und viel Geld gepflanzt, auf der anderen Seite werden bereits jahrzehntealte Bäume gefällt. Den Grund dafür kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Jeder Baum ist schützenswert! Die Stadtverwaltung und die Politik sollten beim Baumschutz mehr Sensibilität zeigen.

  6. Alle Bäume auf dem Deutschen Platz sollen gefällt werden.

    Weil sie aus der Mode gekommen sind. Und: Die Fällung „diene … dem Natur- und Klimaschutz“. So die Stadtverwaltung.

    Unter Fachleuten wären diese Gedankengänge sicherlich umstritten – zurückhaltend formuliert. In Bergisch Gladbach bleiben sie weitgehend ohne Widerspruch.

    Die Begründung aus den Reihen der Führungskräfte der Stadtverwaltung, dass die derzeitigen Kugelahorne nicht mehr in die heutige Mode passt, taucht dabei nicht zum ersten Mal auf. So, als wolle man den Erhalt der Natur Modeerscheinungen unterwerfen. Krass, kann ich da nur sagen!

    Damit aber nicht genug: Nicht nur die Bäume kommen weg, sondern die heutige intakte(!) Pflasterung soll ebenfalls herausgerissen werden, um sie durch andersartige Steine und durch Beton zu ersetzen. Das Volumen an Beton soll dabei zunehmen, mit einer sehr erheblichen CO2-Belastungen. Ohne Not!

    Insgesamt wird m.E. aus Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes mit dieser geplanten (inzwischen sehr teuren) Veränderung des Deutschen Platzes ein nahezu maximal möglicher Schaden angerichtet.

    Das ist zu bedauern.

    Regelrecht bedrückend finde ich aber, dass selbst die GRÜNEN mit dieser Schädigung einverstanden sind, dem Projekt im Stadtrat ausdrücklich zustimmen. Zuletzt geschehen noch vor wenigen Monaten anlässlich einer Diskussion über Finanzierungsschwierigkeiten. Den GRÜNEN habe ich es als Bürger bisher am ehesten zugetraut kritisch auf solch schädigende Projekte zu gucken…

    Wenn nicht jetzt, wann dann?

    PS: Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass die heutigen Bäume auf dem Deutschen Platz fast alle gesund sind. Sie haben sich über Jahrzehnte wacker gehalten an diesem für sie schwierigen Standort (und weitgehend ohne Pflege). Sie würden dies sicherlich noch über eine lange Zeit weiterhin tun. Wenn man sie nicht absägen würde.

  7. Es macht traurig,
    Nach 40 Jahren haben die 16 gesunde Spitzahornbäume doch bewiesen, daß sie klimatesistent und standortgerecht sind.
    Ersetzen können7 junge Bäumchen sie lange nicht, müssen gepflegt und gewässert werden um standortgerecht zu werden.

    Gibt es denn keine nachhaltigere, klimagerechte Lösung dem Deutschen Platz und dem Erhalt zumindest einige Bäume gerecht zu werden.

    Würde jeder vernichtet, der keine
    “malerische Eleganz” verbreitet, wir hätten sehr viel Platz

      1. Was ist daran wahr? Da wird doch nur nach Gefühl, imaginierten Fakten und intuitiven Eindrücken argumentiert.

  8. Von A.P.
    Liebe ,”Umweltschützer ” der Stadtverwaltung ,
    das darf doch nicht wahr sein !
    Ich habe den Eindruck ihr führt einen Kampf gegen “StadtGrün” .
    In meinem unmittelbaren Wohnumfeld sind ca. 25 große Bäume wegen verschiedener Baumaßnahmen gefällt worden .
    Macht so weiter , wir werden doch den Rest auch noch ruiniert bekommen …….
    Vielleicht sollte man auch überlegen ob man die Bezeichnung “Stadtgrün” nicht in “Stadtgrau”, “Stadthässlich” oder “Statt- schattig” ändern sollte .

    Ich finde auch , das sind verschwendete Steuergelder zum Schaden der Bürger !

  9. Ich habe einen anderen Vorschlag.
    Weg mit allen Bäumen vom “Deutschen” Platz. Welcher Ort in Gladbach wäre nach der Machtergreifung unserer blauen Freunde geeigneter als dieser Platz für lokale Kundgebungen und Aufmärsche.
    Also in die Zukunft blicken und für jeden Baum ein Fahnenmast. Wer Bäume möchte, hat die Kontrolle über sein Leben verloren (Frei nach Dr. Weyel, AfD-MdB für den Rheinisch Bergischen Kreis).

  10. Willkommen in Absurdistan: “Weniger (und kleinere) Bäume = mehr Klimaschutz.”

    Den behaupteten Gründe für den geplanten Kahlschlag kann ich nicht nachvollziehen. Sollen jetzt mit dem Argument “falsche Art” alle Bäume in Bensberg durch dürre, kleine Pinsel ersetzt werden – siehe Schloßstraße? Soweit ich das beurteilen kann, sind die Bäume gesund. Wenn sie aufgrund einer zu engen Pflanzung nicht weiter wachsen können, gibt es eine einfache Lösung: Jeden zweiten Baum entfernen.

  11. Könnte man nicht anstatt Spitzahorne vielleicht Robinien pflanzen? Die wachsen schnell und blühen auch! Oder wenigstens kombinieren?
    Laut NABU: “Robinie (kommt) mit städtischem Klima und schwierigen Bodenverhältnissen gut zurecht. Imker lieben die Robinie, da die cremeweißen Blüten reichlich Nektar geben”
    Sie beeindrucken “durch ungewöhnlich schnelles Wachstum in den ersten Lebensjahrzehnten”

  12. In Sachen Umweltschutz und Gutes fürs Klima tun ……in Bensberg gibt es dafür leider eine sich wiederholende, nicht nachvollziehbare Gestaltungsebene: Fällung und zeitgemäße Neu-Pflanzung von Bäumen – auch für eine elegantere Optik – das kann wa doch echt nicht sein!

  13. OMG
    „eine malerische Eleganz“
    „eine gestalterische Aufwertung als auch einen Beitrag zur Förderung klimaresistenter und standortgerechter städtischer Vegetation dar.“

    16 (noch) gesunde Bäume werden gefällt – ausgetauscht gegen 7 andere – wegen des Kllmaschutzes.

    Seid ihr denn total narrisch in Stadtverwaltung und politischen Gremien? Gibt es denn heutzutage keine anderen Sorgen? Kann man Bürgergeld nicht wahrlich sinnvoller einsetzen

  14. Eine interessante Idee der Stadtverwaltung. Weniger Bäume zur Bewältigung der Klimakrise. Hauptsache, man kreiert eine “malerische Eleganz”. Die hat schon immer geholfen, egal wobei.
    Der erste April ist doch noch nicht oder???
    Ich plädiere für die Pflanzung von Säulenkakteen. Die sind so richtig hitzetolerant und verlieren im Herbst auch keine fiesen Blätter.

  15. Mir gefällt das alles nicht !!!!!!
    Ich kenne die Bäume sie sind wunderschön – der deutsche Platz ist so wie er ist gut ! Das muss gestoppt werden ! Sie haben alle Sommer überstanden und man könnte gießen mit schlauchsysteme – jeder Baum zählt !! Der deutsche Platz wird von Hunden und etwas Müll das durch die Gegend fliegt verunstaltet – da nützt auch kein modernes Design ! Das moderne ist kalt und unpersönlich – Bensberg ist schon genug verunstaltet worden – immer hört man – Blumen – Bäume müssen weg! Ich reg mich gerade richtig auf!! Warum pflanzt man in Bensberg nicht mal mehr Blumen – Lavendel for die Bienen vor der Schloßstrasse am deutschen Platz !!!!!!
    Danke