Hermann-Josef Tebroke im BürgerClub des Bürgerportals. Vor einem knappen Jahr hatte er eine Halbzeitbilanz der zweiten Amtszeit gezogen, jetzt kündigt er seinen Rückzug auf der Politik an. Foto: Thomas Merkenich

Für die nächste Bundestagswahl sucht die CDU Rhein-Berg eine neue Kandidatin oder einen neuen Kandidaten. Denn für eine dritte Amtszeit stehe er nicht zur Verfügung, kündigte jetzt Hermann-Josef Tebroke an. Er hatte das Direktmandat für den Rheinisch-Bergischen Kreis zweimal gewonnen und zuletzt auch den Kreisvorsitz übernommen.

Hinweis der Redaktion: Wir haben den Beitrag nach einem Gespräch mit Hermann-Josef Tebroke am Montag geringfügig ergänzt.

Seit 20 Jahren sei die Politik sein Beruf, doch nach der nächsten Bundestagswahl wolle er sich „anderen Aufgaben widmen“, teilte Hermann-Josef Tebroke am Samstag den Mitgliedern der CDU Rhein-Berg mit. Das aktuelle Bundestagsmandat bis Oktober 2025 werde er „unverändert mit aller Kraft wahrnehmen, zur kommenden Bundestagswahl werde ich gleichwohl nicht erneut antreten“, erklärte der 60-Jährige.

Im Gespräch mit dem Bürgerportal am Montag betonte Tebroke, dass es keine politischen oder gar CDU-interne Gründe sind, die ihn zu dieser Entscheidung geführt hatten, sondern seine persönliche Lebensplanung. Er gebe seinen Rückzug 2025 so früh bekannt, damit eine Nachfolge in Ruhe gefunden werden könne.

Ob er den Kreisvorsitz auch über sein Berliner Mandat hinaus behalte, sei offen. Er könne es sich aber durchaus vorstellen, von einem „Rückzug aus der Politik“ könne keine Rede sein.

Professor, Bürgermeister, Landrat, MdB

Tebroke ist Professor der Betriebswirtschaftslehre und war 2004 zum Bürgermeister der Stadt Lindlar gewählt worden, 2012 zum Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises und 2017 zum ersten Mal in den Bundestag. 2021, als die CDU bundesweit und in Rhein-Berg eine neue Orientierung suchte, hatte Tebroke auch den Kreisvorsitz übernommen.

Die Entscheidung, seine politische Karriere zu beenden, sei ihm nicht leichtgefallen, erläutert Tebroke. Zum einen hätten ihn dazu grundsätzliche Überlegungen bewogen: Ein Regelmäßiger Wechsel in den politische Ämtern gewährleiste, „dass sich Strukturen nicht verfestigen und es Raum gibt für neue Ideen und Perspektiven“.

Es gebe aber auch persönliche Gründe: „In diesem Jahr habe ich meinen 60. Geburtstag gefeiert und möchte mich nach vielen wertvollen Jahren in der Politik anderen Aufgaben widmen.“

CDU auf Personalsuche – für viele Ämter

Mit seiner Ankündigung eröffnete Tebroke zugleich das Bewerberverfahren für seine Nachfolge. Er könne Interessierte „nur ermuntern, sich zu bewerben“. Das Bundestagsmandat sei „anstrengend und herausfordernd, aber in vielfältiger Hinsicht auch bereichernd, sinnstiftend und nicht zuletzt ein Privileg“. Mit seiner frühzeitigen Ankündigung wolle er der CDU „die Möglichkeit geben, sich rechtzeitig um eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu bemühen“.

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Zwei Jahre nach und zwei Jahre vor der Bundestagswahl haben die Abgeordneten von CDU und Grünen aus Rhein-Berg eine vorläufige Bilanz der Arbeit von Regierung und Opposition gezogen. Herausgefordert von den Leser:innen des Bürgerportals zeigen sich Hermann-Josef Tebroke und Maik Außendorf selbstkritisch und nachdenklich. Hier können Sie das ganze Gespräch verfolgen.

Der Kreisvorstand der CDU werde an diesem Donnerstag über die Bewerber-Suche beraten, am 22. November sollen dann die Mitglieder entscheiden. Es sein denn, die Ampel-Regierung in Berlin bricht vorzeitig auseinander. Noch am Freitag hatte Tebroke in seinem regelmäßigen Newsletter betont, dass die CDU  „jederzeit in der Lage ist, unmittelbar Verantwortung zu übernehmen“.

Hier vor Ort muss die Union jedoch (wie die anderen Parteien auch) mit Blick auf die im Herbst 2025 anstehenden Wahlen eine ganze Reihe von Kandidatinnen und Kandidaten suchen. Nicht nur für den Bundestag, sondern auch für das Amt des Landrats sowie des Bergisch Gladbacher Bürgermeisters.

 

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Das wird eine schwere Aufgabe für die CDU im Rheinisch. Bergischen Kreis werden. Wir von der SeniorenUnion wollen die Partei mit allen Kräften unterstützen. Wir als Mitglieder im Vorstand sehen die großen Herausforderungen auf die Partei und die Führungskräfte um Thomas Hartmann und Dr. Metten. Viel Kraft und Mut.

    1. “Wir von der SeniorenUnion wollen die Partei mit allen Kräften unterstützen”
      Und die Senioren sollten auch den Mut aufbringen, ggf. Kritik zu äußern.
      Vor 2-3 Wochen habe ich ein Interview mit dem früheren CSU-Parteichef Erwin Huber gelesen. Auf seine alten Tage weiser geworden, schildert er dort u.a. seine jetzige Sicht auf Klima- und Umweltschutz, der Umgang miteinander, der letzten Generation usw.
      Hut ab vor dieser Person.