Marcel Kreutz bei der Mitgliederversammlung der SPD. Foto: Thomas Merkenich

Mit den Schwerpunkten Bildung, Klima und Mobilität will Marcel Kreutz in den Wahlkampf um das Amt des Bürgermeisters gehen. Unterstützt wird er dabei von SPD und Grünen, die ihr nach eigener Einschätzung erfolgreiches Programm fortschreiben und sich auch nach der Wahl nicht auseinander dividieren lassen wollen.

Wenn er sich als Bürgermeister auf ein einziges Thema konzentrieren müsste, dann wäre es die Bildung von der Kita über OGS bis zum Schulbau, sagte Kandidat Marcel Kreutz bei einem Pressegespräch am Montag. Der amtierende Bürgermeister Frank Stein habe in diesem Bereich vieles angestoßen und erreicht, was mit aller Kraft weiter voran getrieben werden müsse.

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Der 37-jährige Jurist war am Freitag von den Mitgliederversammlungen von SPD und Grünen zum Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl im September 2025 gewählt worden und tritt gegen den CDU-FDP-Kandidaten Alexander Felsch an.

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Marcel Kreutz will für Rot-Grün Bürgermeister werden

Grüne und SPD wollen ihr „Projekt einer fortschrittlichen Weiterentwicklung von Bergisch Gladbach“ fortführen und treten (wie CDU und FDP) mit einem gemeinsamen Kandidaten zur Wahl des Bürgermeisters an. Der 37-jährige Marcel Kreutz hat eine lange Erfahrung in der Kommunalpolitik in Bergisch Gladbach und Rhein-Berg, ist Familienvater und Jurist, der sich mit Baurecht und Kommunalfinanzen beschäftigt.

Bürgermeister: CDU und FDP setzen auf gemeinsamen Kandidaten

Für die Wahl des Bürgermeisters im Herbst 2025 wollen CDU und FDP mit einem gemeinsamen Kandidaten ins Rennen gehen: Der 42-jährige Alexander Felsch ist in Solingen aufgewachsen und arbeitet als Geschäftsführer beim Dachverband „Unternehmer NRW“ in Düsseldorf. Er versteht sich als politisch, aber nicht ideologisch, mag Menschen und den Karneval.

Als weitere Schwerpunktthemen nannte Kreutz die Umsetzung des Klimaschutzgesetzes („bei der Ausstattung der städtischen Gebäude mit PV-Anlagen müssen wir viel schneller werden“) und die Verbesserung der Mobilität innerhalb der Stadt und für Pendler. Der Anteil des Fuß- und Radverkehrs müsse weiter steigen, aber auch der Auto- und nicht zuletzt der Schienenverkehr müssten verbessert werden.

„Bergisch Gladbach kann mehr“

Kreutz verwies auf das 2019 von Frank Stein und der damaligen Ampel vorgelegte Programm mit dem Motto „Bergisch Gladbach kann mehr“. Auf diesem Weg sei bereits viel erreicht worden, vieles müsse aber mit langem Atem vorangetrieben werden. „Diese Bilder der heuanfliegenden Schulbauten, das hat doch etwas“, sagt Kreutz – und führt die Gründung der Schulbaugesellschaft und den Bau der zwei Sofort-Schulen als Beispiel für den Aufbruch der Stadt an. Mit Frank Stein sei die Stadt von der „Verwaltung zur Gestaltung“ übergegangen und müsse jetzt viele dicke Bretter bohren.

Hinter den einzelnen Sachthemen steht für Kreutz ein ganzheitliches Bild von Kommunalpolitik, das aus vielen Fäden bestehen, die zusammen das soziale Netz der Stadt bildeten und dafür sorgten, dass sich die Bürgerinnen und Bürger wohl fühlen. Als Bestandteile dieser Lebensqualität zählt er Bereiche wie Nachbarschaft, Vereine, Ehrenamt, die Verfügbarkeit von Kita- und Arbeitsplätzen sowie eine gute Verkehrsinfrastruktur auf.

Marcel Kreutz mit Bürgermeister Stein sowie den Parteivorständen Volker Schiek (SPD) und Jan Lobermeier. Foto: Thomas Merkenich

Die Vorstände von Partei und Fraktion von SPD und Grünen erläuterten, nach welchen Kriterien sie ihren Kandidaten ausgewählt hatten: er (oder sie) müsse Bergisch Gladbacher sein, die menschlichen Qualitäten und die richtigen beruflichen Kompetenzen für das Am aufweisen, sagte der SPD-Vorsitzende Volker Schiek. Dabei sei man fast schon zwangsläufig bei Marcel Kreutz gelandet, der seit 20 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv ist, sich als Jurist mit Baurecht und Kommunalfinanzen beschäftige und als (bisheriger) Kreisvorsitzender der SPD auch über Führungserfahrung verfüge.

Das Parteibuch, ergänzte Jan Lobermeier, Ko-Sprecher der Grünen, habe dabei keine Rolle gespielt. Kreutz könne die Themen der Grünen genauso überzeugend vertreten wie die der SPD. Er bringe das richtige Handwerkzeug und den richtigen Charakter mit – und sei sehr gut in der Kommunikation. Dass Kreutz die lokalen Themen als Bürger der Stadt und als langjähriges Mitglied von Stadt- und Kreistag verfüge runde das Bild ab.

Theresia Meinhardt, Ko-Fraktionsvorsitzende der Grünen und ihr SPD-Kollege Klaus Waldschmidt betonten, dass beide Parteien nun gemeinsam mit dem Kandidaten eine gemeinsame Plattform ausarbeiten und zusammen in den Wahlkampf gehen. Sie würden auf jeden Fall nach der Wahl weiter zusammen arbeiten. Sollte es für eine Mehrheit nicht reichen, müsse man weitere Parteien dazu holen.

Beide Parteien und auch Kreutz zeigten sich zuversichtlich, eigene Themen setzen und sich vom parallel laufenden Bundestagswahlkampf absetzen zu können. „Wir werden mit vielen Leuten reden und ein glaubwürdiges Angebot machen, wie wir die Stadt voran bringen können“, sagte Kreutz. Und zeigte sich optimistisch, das Rennen nach einem „robusten Wahlkampf“ für sich zu entscheiden.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Da sind wir unterschiedlicher Meinung. Wir können unseren “Wohlstand” nicht halten, ohne den Planeten auf Kosten unserer Kinder zu plündern. Über notwendige Einschränkungen des Wohlstandes mag aber in Ihrer Partei niemand sprechen.

  2. Es geht ja doch, ein Kandidat von hier, der sich bestens auskennt und nicht erst durch Vereine/Gruppen tingeln muss, um sich bekannt zu machen. Dazu Erfahrungen hat, die von Nutzen sind.
    Mich freut besonders, dass Herr Kreutz den Klimawandel benennt und die Jüngeren in den Fokus nimmt. Bei anderen Bewerbern (auch Bundestag, Landrat) steht Besitzstandswahrung und Wirtschaftswachstum im Vordergrund, also nicht unsere Zukunftsfähigkeit.

    1. Guten Tag Frau Apicella,
      mit Verlaub geschrieben muss ich Ihnen in Teilen Ihres Kommentars widersprechen. “Bei anderen Bewerbern (auch Bundestag, Landrat) steht Besitzstandswahrung und Wirtschaftswachstum im Vordergrund, also nicht unsere Zukunftsfähigkeit.” Besitzstandswahrung bezeichnet die Sicherung und den Erhalt des bisherigen rechtlichen und/oder wirtschaftlichen Status. Ziel der Besitzstandswahrung ist es, eine Verschlechterung oder Beeinträchtigung der bisherigen Rechtsstellung möglichst zu verhindern oder zu begrenzen. Dazu ist unweigerlich auch eine gesunde Wirtschaft notwendig, denn all die staatlichen und sozialen Leistungen müssen erwirtschaftet und bezahlt werden. Da ist es aus meiner Sicht schon sehr sinnvoll sich für gesunde Rahmenbedingungen einer lokalen Wirtschaft einzusetzen, dies geht übrigens auch unter Nachhaltigkeitsaspekten, somit Zukunftsfähig.
      Viele Grüße
      Robert Martin Kraus

      1. Die Politik müsste sich eigentlich ehrlich machen und klar sagen, dass Besitzsstandswahrung nicht möglich ist. Zum einen ist da das riesige Demographieproblem. Allein deswegen kann das Rentenniveau nicht gehalten wären. Dann ist weiter noch das Problem, dass man mehr für Rüstung ausgeben muss. Leider sind gerade auch bei der CDU nur sehr wenige Politiker ehrlich und sprechen diese unschönen Wahrheiten aus. Die CDU Kampagne mit “Sicherheit” und “Wohlstand” zur Europawahl war in sich widersprüchlich.

        Das Hauptproblem wird in Zukunft sein, dass demnächst nur noch die Parteien gewählt werden, die die höchste Rente versprechen.

  3. Was wäre denn auch mit ein bischen Zurückhaltung bei der momentan von Grünen und SPD gewünschten Aufstockung der Bevölkerungszahlen, mit vorrrangieger Befassung der vor den Füßen liegenden Aufgaben wie ZANDERS (nicht erwähnt), Stadthäusern, S11 etc.?

  4. Drei Sofortschulen? Meines Wissens sind es nur die beiden Gebäude an der GGS Hebborn und der KGS In der Auen.
    Mehr Tempo bei der Installation von PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden kann man sich gewiss vornehmen. Doch wie die zuständige Fachbereichsleiterin Frau Meuthen jüngst im Schulausschuss erklärte, scheitert dieses Vorhaben oft an der Statik der vorhandenen Dächer. Wie genau möchte Herr Kreutz die Installation von PV-Anlagen nun also vorantreiben? Flächendeckend die Dächer austauschen?

    1. Stimmt, es sind zwei Sofortschulen, das war unser Fehler. Wir haben den Text korrigiert.