Bettina Schleppe von der Schwangerschaftsberatung „esperanza“ begleitet Frauen und Paare, die ein Kind verloren haben. Ich habe mit ihr darüber gesprochen, warum das Thema immer noch so tabuisiert ist, was die Sprachlosigkeit für Betroffene (wie mich) bedeutet und wie man es schafft, mit der Trauer umzugehen, die auch nach einem sehr frühen Verlust dazugehört.

Laura Geyer: Welche Begriffe wollen wir in unserem Gespräch benutzen: die bekannten, Fehlgeburt und Totgeburt? Oder kleine und stille Geburt?

Bettina Schleppe. Foto: privat

Bettina Schleppe: Der Begriff „Fehlgeburt“  assoziiert ja einerseits bei uns, dass hier ein Fehler passiert. Andererseits kann es auch bedeuten, dass das Kind bei der Geburt fehlt. So bekommt der Begriff nochmal eine neue Bedeutung.

Das ist schön, das wusste ich nicht. Aber ich fürchte, die meisten denken leider eher an den Fehler…

Das stimmt. „Kleine Geburt“ ist dagegen etwas sehr Liebevolles. Und „stille Geburt“ ist in jedem Fall schöner und sensibler als Totgeburt. Also, wir können gerne die Begriffe „kleine“ und „stille“ Geburt nehmen.

Ok. Gerade kleine Geburten sind etwas, das sehr häufig passiert. Offiziell endet jede dritte bis vierte Schwangerschaft in den ersten Wochen. In Deutschland erleben das rund 200.000 Frauen pro Jahr. Es gibt sogar Schätzungen, dass bis zu 50 Prozent der Schwangerschaften vorzeitig enden. Und trotzdem ist das immer noch eines der großen Tabus. Warum?

Ich glaube, das ist relativ einfach zu beantworten. Kleine und stille Geburten betreffen sicherlich auch Männer als Partner. Aber wir Frauen sind die, die die Kinder in uhns tragen. Die Geschichte und insbesondere die Medizin wird immer noch in erster Linie von Männern für Männer gemacht. Wenn Männer die Kinder bekommen würden, hätte dieses Thema in unserer Gesellschaft und in der Medizin einen anderen Stellenwert.

Hinzu kommt, dass der Tod an sich in unserer Gesellschaft tabuisiert ist. Wir leben in einer sehr technisierten Welt, alles ist machbar. Mit einer Kinderwunschbehandlung wird auch eine scheinbar unmögliche Schwangerschaft möglich.

Wenn man ein Kind verliert, hat man, vielleicht zum ersten Mal im Leben, plötzlich keine Kontrolle mehr.

Genau. Und wir leben in einer Zeit, in der der Wunsch nach Kontrolle und Planbarkeit immens hoch ist. Früher war das etwas Normaleres: ein Kind ist gegangen, ein Kind ist gekommen. Aber seit es den Ultraschall gibt, ist das komplizierter geworden.

Ich frage mich, ob der Umgang damit früher wirklich so pragmatisch war, oder ob der Schmerz der Frauen und vielleicht auch Männer einfach übergangen wurde?

Vor 100 Jahren gab es so viele existenzielle Probleme, es gab zwei große Kriege. Ich glaube, man hat damals das Leben mehr so genommen, wie es kam. Vielleicht auch mithilfe einer Religiosität: Gott hat es gegeben, Gott hat es genommen.

Es ist gut, dass wir heute einen anderen Umgang damit haben, dass wir in uns hineinfühlen. Nur von dieser Denkweise, dass alles machbar ist, dürfen wir uns entfernen. Es lebt sich, glaube ich, leichter, wenn ich im positiven Sinne demütig sein und akzeptieren kann, dass nicht alles in meiner Hand liegt.

Alle Bilder: Unsplash

Sprachlosigkeit zum Thema Tod

Die meisten kleinen Geburten passieren im ersten Trimester. Wir haben deshalb die Norm, dass man die Schwangerschaft erstmal verschweigt. Was macht das mit denen, die in dieser Zeit tatsächlich ein Kind verlieren?

Erst einmal ist das sehr schade für die Menschen, die ein Kind erwarten. Schwanger sein heißt ja eigentlich guter Hoffnung sein. Wenn man das aus der Sorge heraus nicht erzählt, dass etwas passiert, dann ist das ein schlechtes Geheimnis, das auch schlechte Gefühle hervorruft.

Ich glaube, der Hauptpunkt ist aber, dass man es den anderen nicht zumutet, von einer möglichen schlechten Erfahrung zu hören. Das führt zu Kontaktproblemen. Andere können dann nicht verstehen, was mit mir los ist, warum ich komisch reagiere oder traurig werde, wenn jemand mit dem Kinderwagen vorbeifährt.

Im Endeffekt verstärkt das ja auch das Tabu immer weiter.

Genau, die Sprachlosigkeit, die wir zu diesem Thema überhaupt haben, auch zum Tod, wird dadurch noch vergrößert. Und die Menschlichkeit und das sich gegenseitig Beistand zu geben, das wird vermieden.

Ich habe tatsächlich beim ersten Mal gedacht, ich mache das nicht, ich erzähle das jetzt allen. Dann musste ich aber auch allen erzählen, dass es nicht geklappt hat. Das war sehr schwierig.

Aber vielleicht konnten die anderen besser verstehen, was mit dir oder euch los war?

Die meisten Leute konnten leider nicht gut damit umgehen. Sie wussten nicht, was sie sagen sollten. Es kam oft „Oh, das tut mir leid“. Und dann betretenes Schweigen und auch später keine Nachfragen mehr. So dass ich fast das Gefühl hatte, ich muss ihnen jetzt die Last abnehmen.

Es wäre natürlich absolut wünschenswert, wenn man zumindest seine Sprachlosigkeit ausdrücken würden, zum Beispiel mit den Worten: Ich weiß gerade gar nicht, was ich sagen soll. Oder: Das macht mich sehr traurig. Ich könnte vorbeikommen und euch Essen vor die Tür stellen, wie ich das auch machen würde, wenn jemand ein Kind bekommen hat. Wenn ihr mich braucht, bin ich da.

Ein Schmerz für ein kleines Leben kann genauso groß sein kann wie ein Schmerz für einen erwachsenen Menschen

Egal was, Hauptsache nicht dieses Totschweigen. Als wäre es nie passiert. Als Betroffene fragt man sich irgendwann: War da überhaupt wirklich etwas?

Natürlich war da etwas. Auch wenn es ganz früh passiert, gab es dieses Kind, und die Eltern sind und bleiben die Eltern von diesem Kind. Es ist sehr wichtig, das nicht zu ignorieren, nicht namenlos, nicht ungeschehen zu machen. Es ist geschehen, und es verändert dein Leben komplett.

Es ist wichtig zu würdigen, dass es da um Leben geht. Dass ein Schmerz für ein kleines Leben genauso groß sein kann wie ein Schmerz für einen erwachsenen Menschen. Bei erwachsenen Menschen stirbt so viel Vergangenheit, so viel, was man gemeinsam erlebt hat. Bei einem kleinen Menschen, da stirbt so viel Zukunft. Und all das, was man an Träumen und Wünschen hatte, was man sich ersehnt hat und was nicht gelebt werden kann. In beiden Fällen haben Schmerz und Trauer ihre Berechtigung.


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Ich glaube, gerade bei frühen, kleinen Geburten wird einem das von der Gesellschaft nicht wirklich zugestanden. Was es auch schwierig macht, sich das selbst zuzugestehen.

Es gibt ein tolles Buch von Franziska Maurer: „Fehlgeburt – eine kleines Geburt“. Darin sagt sie: „Gebären, Sterben und Tod gehören zum Leben. Menschen sind ausgestattet, damit zurechtzukommen. Es scheint viel eher der medizinische und gesellschaftliche Umgang damit zu sein, der die Bewältigungskräfte hemmt.“

Sie spricht damit auch die Verantwortung von Fachpersonen an: Wenn beim Ultraschall festgestellt wird, dass da kein Herzschlag mehr ist, ist es so wichtig, dass der Arzt oder die Ärztin gute Worte findet. Das kann auch ganz offen sein: Ich merke gerade, ich werde total aufgeregt, weil ich den Herzschlag nicht mehr sehen kann. Die eigene Aufregung darf absolut benannt werden. Dann kann man als Fachperson auch besser in die eigene Ruhe kommen, in eine Regulation, damit ich meine Patientin co-regulieren kann.

Drei Handlungsoptionen nach früher Fehlgeburt

Bei mir war es damals auch so, dass beim Ultraschall kein Herzschlag mehr zu sehen war, beim ersten Mal in der zwölften Woche. Mein Frauenarzt hat das damals emotional super begleitet. Aber leider hat er mich sofort zur Ausschabung ins Krankenhaus geschickt.

Das ist so schade. Die Ärzte neigen dazu, relativ schnell entweder ein Medikament zu geben oder direkt zur Ausschabung zu schicken. Normalerweise ist es so, dass unser Körper das hinkriegt im ersten Trimenon, dass das Kind auch wieder mit einer Blutung abgeht. Auch noch, wenn es in der zwölften Woche festgestellt wurde.

Das habe ich leider erst im Nachhinein erfahren. Bei meiner zweiten Fehlgeburt wenige Monate später habe ich alles gelesen, was ich online finden konnte. Viel war da allerdings nicht. Der einzige Leitfaden, den ich gefunden habe, der gut über die verschiedenen Möglichkeiten aufklärt, war von einem Schweizer Klinikum – vom Abwarten über die medikamentöse Einleitung bis hin zur Ausschabung als letzte Option. Mein Frauenarzt war dafür immerhin offen, aber er wusste nicht, was es genau braucht. Ich wurde dann telefonisch von einer Schweizer Gynäkologin beraten, habe erst abgewartet und nach einer Weile ein Medikament genommen.

Das ist schön, dass dir Hilfe besorgt hast und deinen Weg gegangen bist. Ich glaube, vielen Frauen fällt es schwer, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Zwei Wochen zu warten, oder sogar ein, zwei Monate. Vielleicht kann das aber schon zum Selbstheilungsprozess beitragen.

Das kann ich aus meiner Erfahrung auf jeden Fall bestätigen. Das zweite Mal war deutlich einfacher für mich zu verarbeiten. Oder besser gesagt deutlich weniger schlimm.

Inzwischen gibt es eine Leitlinie, die die drei Wege beschreibt und über die die Frauenärzte und -ärztinnen eigentlich aufklären sollten. In der Praxis machen das viele immer noch nicht. Vielleicht, weil es ihnen am einfachsten erscheint.

Oder weil es für sie selbst am einfachsten ist – die Begleitung durch eine kleine Geburt, die, wie gesagt, auch mal bis zu zwei Monate dauern kann, ist natürlich aufwendig. Immer wieder schallen, das Beta-HCG kontrollieren. Vermutlich bekommen die Ärzte dafür kaum oder gar kein Geld.

Ich wünsche mir, dass da ein gesellschaftlicher Wandel stattfindet. Dass die Mediziner sich freuen, wenn sie mündige Patientinnen haben, die mitdenken. Dass sie auch mehr mit anderen Stellen zusammenarbeiten und Betroffene zum Beispiel an die Elternschule in Bensberg verweisen, die mehrere Angebote hat, oder an uns.

Wie Beratung nach einem Verlust helfen kann

Also ich habe damals weder von dem einen noch von dem anderen erfahren. Wie viele Leute kommen denn mit dem Thema zu dir in die Beratung?

Tatsächlich wenige. Vermutlich, weil so viele nicht davon erfahren, wie du. Und auch, weil es ein Tabu und ein sehr schambesetztes Thema ist.

Die, die bei uns ankommen, werden über Hebammen, Gynäkolog:innen oder Krankenhäuser vermittelt. Oder sie finden uns über das Internet.

Wenn sie bei uns angebunden sind, kann eine Begleitung durchaus über einen Jahreszyklus oder auch mehrere Jahre gehen. Das hängt von dem ab, was die Menschen dann brauchen und ist oft sehr intensiv.

Wie läuft die Beratung denn ab?

Eine kleine oder stille Geburt hat drei Phasen. In der ersten Phase gibt es von uns erstmal Bestärkung darin, diesen Zustand auszuhalten. Notfallstrategien zu entwickeln, um mit dem, was man erlebt hat, klarzukommen. Wir können die Trauer nicht wegnehmen, aber wir können dabei sein, die Krise mit aushalten und ermutigen, dass sie da gut wieder rauskommen werden.

Ein wichtiger Punkt ist hier auch, zu entdramatisieren und zur Bindung führen.

Was heißt das?

Wir schauen in die Vergangenheit, auch wenn es nur ein kleiner Zeitstrahl ist, und fragen: Was war schön in der Schwangerschaft? Wenn jemand sagt, alles war nur schlimm, fragen wir: Gab es irgendwas, was weniger schlimm war? Wir zehren von den schönen Erinnerungen. Ich frage zum Beispiel, wenn es eine stille Geburt war: Wie sah dein Kind aus? Was habt ihr ihm angezogen?

Das klingt sehr schmerzhaft. Warum ist das wichtig?

Weil man dann besser mit dem Schmerz leben kann.

Auch wenn es sich erstmal schmerzhafter anfühlt?

In der Regel ja. Und deshalb ist es gut, wenn ich dabei nicht alleine bin. Mein Ideal von einer guten Begleitung durch eine kleine oder stille Geburt wäre: die Betreuung durch eine Hebamme, die nach Hause kommt, die auf der körperlichen Ebene ganz nah an der Frau ist. Und die Betreuung von uns als Beratungsstelle für die betroffene Frau bzw. das Paar, wenn es zwei Elternteile gibt, und zwar über eine längere Wegstrecke.

Wie können wir jetzt als Eltern des toten Kindes gut leben?

Nicht nur in der ersten Phase, sondern auch in der zweiten, wo man schon mehr im Alltag lebt. Wo auch der Körper mit den Adaptionen klargekommen ist. Die zweite Phase ist die Zeit für die Reorganisation, wo man schaut: Wie können wir jetzt als Eltern des toten Kindes gut leben?

Im Idealfall kommt man irgendwann zur letzten Phase, das ist die Zeit für Heilung und Neuausrichtung. Das bedeutet, dass man in diesem Schmerz, der absolut dazugehört, nicht versinkt, sondern ihn in das Leben integriert. Dass man im besten Falle gestärkt aus dem Ganzen hervorgeht und vielleicht, wenn es ganz gut läuft, sogar einen Frieden findet.

Die Beratung bei Esperanza ist kostenfrei und unabhängig von der Nationalität oder Religion. Sie kann einmal stattfinden oder mehrmals, ohne zeitlich festgesetzten Rahmen.

Kontakt per E-Mail: b.schleppe@caritas-rheinberg.de. Normalerweise bekommt man zügig einen Termin.

Wie unterstützt ihr die Paare dabei?

Zunächst mal bieten wir einen Schutzraum. Viele von uns leben in einem durchgetakteten Alltag. Hier kann man zur Ruhe kommen und sich sortieren. Die Betroffenen werden ermutigt, sie finden wieder Vertrauen zu sich, zu ihrem Körper. Viele Frauen fühlen Verunsicherung, wenn sie so etwas erlebt haben. Kränkung, dass es ausgerechnet ihnen passiert ist, Neid auf andere. Auch diese Gefühle sind ganz normal, neben der Trauer und dem Schmerz und der Wut. Dafür kann hier einfach Raum geschaffen werden.

Vielleicht braucht nicht jeder einen Sternenkindfotografen

Im Grunde genommen versuchen wir die Menschen, die kommen, dabei zu unterstützen, dass sie ihren Weg finden und nicht einfach das machen, was ihnen von außen vorgegeben wird.

Was meinst du damit?

Gerade in Bezug auf spätere, stille Geburten gibt es mittlerweile viele Angebote. Das ist natürlich grundsätzlich gut, aber vielleicht braucht nicht jeder einen Sternenkindfotografen, zum Beispiel. Vielleicht reicht es dem einen Elternpaar oder der einen Mutter, wenn sie mit dem Handy ein Foto machen. Vielleicht wollen sie diese intime Zeit gar nicht teilen, die so kurz ist nach dem Verlust.

Gerade wir Frauen wollen immer alles richtig machen. Wir wollen die besten Mütter sein, in unserem Beruf toll sein. Und wir wollen auch, wenn wir trauern, die Trauer richtig gut machen. Wir als Beraterinnen helfen dabei, auf das zu fokussieren, was für die jeweilige Person wirklich wichtig ist.

Trauern auf seine eigene Art

Also eigentlich eine gute Entwicklung, dass es so viele Angebote für Eltern von Sternenkindern gibt. Aber vielleicht für manche zu viel?

Ja, ich glaube, die Gefahr ist, dass das auch in Richtung Leistung geht. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Plötzlich soll man auch beim Trauern was leisten. Beim Trauern geht es aber nicht darum, bestimmte Stationen abzuarbeiten.

Auch, wenn das dem jetzt vielleicht ein bisschen widerspricht: Hast du einen Tipp, wie man als Familie mit der Trauer umgehen kann?

Vielen hilft es, Rituale zu finden. Zum Beispiel jeden Sonntagabend eine Kerze anzuzünden und ein Lied zu singen. Ein Bestattungsritual zu machen, vielleicht auch nur für sich, und dabei einen Segen für das Kind zu sprechen, ihm einen Brief zu schreiben, ein Lied auf der Gitarre zu singen.

Infos für Betroffene

Neben Esperanza bieten auch die beiden anderen Schwangerschaftsberatungsstellen in Bergisch Gladbach Begleitung nach dem Verlust eines Kindes an:

  • Donum Vitae im Rheinisch Bergischen Kreis e.V., Hauptstraße 126, 51465 Bergisch Gladbach, Telefon:0 22 02 – 10 86 50, E-Mail: info@donumvitae-rbk.de, Webseite
  • Pro Familia Bergisch Gladbach, Hauptstr. 251, (in den Räumen des Zentrums für Sexualität und Gesundheit), 51465 Bergisch-Gladbach, Telefon: 02174 768315, E-Mail: bergisch-gladbach@profamilia.de, Webseite

Außerdem gibt es mehrere Angebote an der Elternschule der GFO-Kliniken Rhein-Berg, Vinzenz-Palotti-Hospital:

In der offiziellen Leitlinie für frühe Schwangerschaftsverluste im ersten Trimenon sind sämtliche Handlungsoptionen aufgeführt, die Betroffenen zur Verfügung stehen.

Rechtliche Informationen in Bezug auf Hebammenbetreuung, Mutterschutz und Bestattung listet dieser Flyer von Pro Familia auf.

Weil wir in dieser eng getakteten Zeit leben, können Rituale helfen, dem toten Kind einen Moment unserer Zeit und unserer Aufmerksamkeit zu schenken.

Nach einer Weile muss man aber gucken, ob das Ritual noch stimmt. Wenn ein Ritual zur Pflicht wird, ist es nicht mehr gut. Das, was man erlebt hat, wird immer in einem präsent sein, aber es wird mit der Zeit blasser werden.

Du hast jetzt ein lebendes Kind, und es wäre furchtbar, wenn du nur bei diesen anderen beiden kleinen Geburten wärst. Der Schmerz und die Trauer kommen in Wellen und gehen nie ganz weg, aber mit der Zeit werden die Wellen irgendwann an Kraft verlieren. Irgendwann wird diese Erdung zum Boden und zu dem Anderen, was im Alltag da ist und lebt, größer. Und das ist absolut gesund.

ist freie Reporterin des Bürgerportals. Geboren 1984, aufgewachsen in Odenthal und Schildgen. Studium in Tübingen, Volontariat in Heidelberg. Nach einem Jahr als freie Korrespondentin in Rio de Janeiro glücklich zurück in Schildgen.

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  1. Liebe Frau Geyer, liebe Frau Schleppe, einen ganz herzlichen Dank für den umfänglichen und sehr einfühlsamen Bericht. Sie haben so diesem schwierigen und selten öffentlich besprochenen Thema zur Sichtbarkeit verholfen, zum Nachdenken und Nachspüren angeregt und der großen Bedeutung, die solch ein Lebensereignis für die betroffenen Frauen/ Männer/ Familien hat, Raum gegeben.