Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben am Sonntag auf einer Kinder-Fahrrad-Demo für sichere Geh- und Radwege in Bergisch Gladbach demonstriert – und eine sichere Lösung an der Altenberger-Dom-Straße gefordert. Die „Kidical Mass“ hatte nach Schildgen eingeladen und über 250 Teilnehmende waren gekommen.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Initiative „Kidical Mass“

Ein Grund für den Start der Kidical Mass am Sonntag im Stadtteil Schildgen sind die nicht enden wollenden Diskussionen um die Altenberger-Dom-Straße. Obwohl im August 2023 im Verkehrsausschuss der Stadt mehrheitlich entschieden wurde, dass ab der Schlebuscher Straße bergauf ein neuer Geh- und Radweg eingerichtet werden soll, versuchen nun einige Fraktionen, diesen Beschluss wieder aufzuheben.

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„Für uns Eltern ist die Sicherheit unserer Kinder das Allerwichtigste“, sagte Anna Thoms zu Beginn der Veranstaltung. „Wir lassen nicht zu, dass sie als ‚überflüssiger Schnickschnack‘ abgetan wird!“ Kräftiger Beifall und lautes Klingeln waren die Reaktionen auf dem gut gefüllten Dorfplatz in Schildgen.

An den Rädern hingen bunte Luftballons und Schilder mit Sprüchen wie „GGS Katterbach für sichere Schulwege“, „Straßen sind für alle da“ und „Ich will sicher zur Schule“.  Auch Marcel Kreutz, Bürgermeister-Kandidat für SPD und Grüne, fuhr mit.

Vom Dorfplatz aus ging es über die Altenberger-Dom-Straße, vorbei an der Concordiaschule und der Katterbachschule bis vor die Grundschule in Paffrath. Hier hielt die Gruppe kurz an und die Kinder malten mit Straßenkreide Fahrräder und Blumen auf die Fahrbahn – nachdem sie ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr passieren ließen.

Begleitet von der Polizei durften sie anschließend den Stadttunnel durchfahren, der normalerweise nur für den Autoverkehr freigegeben ist. Für die Demo wurde er kurzzeitig in beiden Richtungen gesperrt. Mit großen Augen rollten die Kinder in den dunklen Tunnel, um dort mit lauten „Woo-Hoo“-Rufen, Klingeln und Lichtern an ihren Rädern einen kleinen Gänsehaut-Moment zu erzeugen.

Nach der Ausfahrt durch den Turbokreisel endete die Fahrt im Forumpark, wo neben Spielplatz und Eisdiele auch ein Glücksrad des ADFC auf die Kinder wartete, an dem es verschiedene Reflektoren zu gewinnen gab, die in der dunklen Jahreszeit die Sicherheit am Fahrrad erhöhen. Bleibt zu hoffen, dass die Radwege in Bergisch Gladbach möglichst bald ebenfalls sicherer werden.

Die Kidical Mass Bergisch Gladbach ist eine private Initiative mit Unterstützung des ADFC Rhein-Berg. Das deutsche Kidical Mass Aktionsbündnis besteht aus über 1000 lokalen Organisationen und Initiativen. Ein einzigartiges Netzwerk, dezentral, selbstorganisiert und gemeinsam stark.

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  1. eine sehr schöne idee für die Kinder! endlich mal durch den Tunnel fahren.

    für alles Langfristige oder Nachhaltige müßte man in dieser stadt das Heiligtum vom sockel (in den bergischen Köpfen) stoßen. Und dieses verhindert jede Lösung außerhalb des MIVs.

  2. Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, an erster Stelle für Kinder, Fußgänger und Fahrradfahrer, das sollte die erste Pflicht für Verkehrsplaner ein. Dies zu realisieren ohne andere Bevölkerungsteile in die Ecke zu stellen, ist äußerst schwierig. Hier ist die Lobby für Kinder natürlich besonders stark, zu Recht. Aber “Dem Ein sin Uhl…”
    usw. darf auch nicht übersehen werden. Ohne Parkplätze auf der ADS sterben die Händler, Schildgen wird Straßendorf ohne Einkaufmöglichkeiten, vor allem für Menschen mit Behinderung, die ohne Auto nicht beweglich sind. Man kann auch nicht die baulichen Verhältnisse ignorieren. Die Straße ist nun mal zu schmal, um allen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden.

    M.E. stellt der Berufsverkehr das Hauptübel dar, wenn sich zur oder von der A3 zur rush hour die Blechlawinen wälzen. Das wird bei Tempo 30 noch mehr Schadstoffe freisetzen als bisher. Wie schon in anderen Fällen, bei denen viel früher über Entlastungen hätte nachgedacht und entschieden werden müssen, haben etliche Stadtverwaltungen seit 30 Jahren und mehr die Probleme ausgesessen und späteren Entscheidern den schwarzen Peter zugeschoben. Bis auf den heutigen Tag ist alles nur Stückwerk, was die ADS und andere an sogenannten Lösungen erfahren hat. Dabei hat sich die CDU besonders hervorgetan. Die m.E. einzige Lösung, dort, wo gerade eine dicke Pipeline durch den Wald gezogen wurde, gleichzeitig eine Entlastungsstraße für die ADS zu bauen, wurde von solchen Leuten verhindert, die das Wohl der Natur über das der Menschen stellen. Gerade hier geht es nicht darum, Autos von der Straße zu bringen, um so zu besseren Verkehrsverhältnissen zu kommen. Das wird selbst mit Gewalt, wie sie jetzt Schildgen angetan werden soll, in 30 Jahren nicht passieren. Hier geht es um so wenig Schadstoffausstoß wie möglich, so viel Sicherheit wie nötig und das Überwinden dem Menschen wenig zuträglichen, ideologisch verbrämten Phantasien.

    1. “Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, an erster Stelle für Kinder, Fußgänger und Fahrradfahrer, das sollte die erste Pflicht für Verkehrsplaner ein.” – eine sehr wichtige und richtige Ansage.

      “Die Straße ist nun mal zu schmal, um allen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden.” – diese Behauptung ist nicht korrekt und wird neben finanziellen Aufwänden gern – auch an anderen Stellen – als Scheinargument zum Festhalten am Status Quo zu Gunsten des Autoverkehrs genutzt. Die „Kidical Mass“ kritisiert dies mit Recht.

      In beiden aktuell diskutierten Abschnitten der ABD-Str. ist eine kompromissbehaftete Verbesserung der Flächengerechtigkeit für alle Verkehrsteilnehmende unter Teilerhalt von Parkplätzen möglich. Lieferverkehre und Menschen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen auf das Auto angewiesen sind und sogar zusätzliche Stadtbäume werden dabei berücksichtigt (werden).

      https://in-gl.de/2024/04/04/adfc-fordert-mehr-sicherheit-und-qualitaet-fuer-fuss-und-radverkehr-in-schildgen/