Die beiden Holzbrücken am Refrather Zaubersee Archivbild: Stadt GL

Die Verbindung entlang des idyllischen Sees zwischen Altem und Neuem Traßweg in Refrath ist bei Spaziergängern sehr beliebt. Eine der beiden Holzbrücken ist allerdings so morsch, dass sie abgerissen und neu gebaut werden muss. Das aufwendige Planungs- und Genehmigungsverfahren dauert lange.

Die beiden Holzbrücken am Refrather Zaubersee sind kurzfristig aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Die Brücken führen über den kleinen See, der zwischen den beiden Straßen Alter Traßweg und Neuer Traßweg liegt. Die Stadt teilte mit, dass bei der letzten routinemäßigen Kontrolle bei einer der Holzbrücken „erhebliche Sicherheitsmängel“ festgestellt worden seien. Tragende Teile seien morsch.

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Um Unfälle zu vermeiden und damit keine Sackgasse entsteht, wurden beide Brücken gesperrt, obwohl nur eine Mängel aufweist. 

Laut Stadt haben Untersuchungen ergeben, dass die Reparatur des Bauwerks unwirtschaftlich sei – Abriss und Neubau seien daher nötig und für das Jahr 2025 vorgesehen. Mit einer Instandsetzung sei „frühestens“ im 3. Quartal 2025 zu rechnen. 

Foto: Screenshot Open Street Map

Planung für den Neubau braucht Zeit

Das erscheint angesichts einer kleinen Holzbrücke für Fußgänger recht lang. Das liegt der Stadt zufolge an einem umfangreichen Genehmigungsverfahren, den der Neubau erfordere. Da es sich um ein Brückenbauwerk handelt, müsse unter anderem eine wasserrechtliche Genehmigung beantragt werden, erklärt die Stadt auf Nachfrage. Planung und Antrags- sowie Bewilligungszeitraum nehmen demnach so viel Zeit in Anspruch. 

Zu den voraussichtlichen Kosten konnte die Stadt noch keine Angaben machen.

Die idyllisch gelegene Grünanlage ist bei Spaziergängern und Familien beliebt. Direkt neben dem Zaubersee (der einst ein Steinbruch für das Bensberger Schloss war) gibt es einen Spielplatz. Für die Zeit der Sperrung empfiehlt die Stadt die Straßen Neuer und Alter Traßweg als alternative Routen. Den Spielplatz erreicht man nun nur noch von der Dolmanstraße aus.  


Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels stand fälschlicherweise, dass die Brücken die beiden Straßen Alter und Neuer Traßweg miteinander verbindet. Wir haben die Stelle entsprechend geändert und auch die Karte ausgetauscht.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Es ist schon wirklich vielsagend, dass man eine anscheinend beliebte und gern genutzte Brücke so lange verfallen lässt, bis sie nicht mehr tragfähig ist. Dass die Genehmigung und der Neubau dann ein ganzes Jahr dauern, spricht auch Bände dafür, wie überreguliert in Deutschland so manches ist. Aber eine vorausschauende Verwaltung hätte vor einem Jahr zu handeln begonnen. Da war die Brücke ja vermutlich auch nicht mehr taufrisch.

    Ein sehr ähnliches, wenn auch deutlich kleineres Beispiel kenne ich auch aus meiner weiteren Nachbarschaft: Hinter Schrebergärten zwischen Odenthaler und Johannesstraße führt ein schmaler Weg und der geht über eine kleine Brücke über den Hebborner Bach: https://www.openstreetmap.org/#map=19/51.000552/7.132722 Diese Brücke war irgendwann kaputt. Dann wurde das Wegchen mit fetten Absperrungen blockiert. Da war die Verwaltung ziemlich schnell. Und dann passierte Monate lang nichts. Über den Bach konnte man wohlgemerkt, wenn man halbwegs okay zu Fuß war, mit einem großen Schritt einfach hinweg gehen. Die Absperrungen hatten Leute beiseite geschoben. Inzwischen ist immer noch keine Brücke da, sondern es liegt einfach eine Metallplanke quer über den Bach, 20 cm breit und ohne Geländer. Die Absperrungen sind weg. Für mich ist das hier okay, für ältere Menschen wahrscheinlich nicht. Es handelt sich hier nicht um einen viel genutzten Weg, aber es zeigt doch beispielhaft, wie in solchen Fällen die Verwaltung handelt – bzw. eher nicht handelt.

  2. Und man darf sicherlich die Frage stellen, warum eine Verwaltung mit dem Genehmigungsverfahren erst nach der Schließung beginnt.
    Die Situation war absehbar, wenn die regelmäßigen Kontrollen durchgeführt werden.
    Warum werden die Planung dann nicht so eingereicht, dass sie notfalls ein paar Monate in der Schublade liegen und dann bei Bedarf umgesetzt werden?
    Vorausschauendes Mitdenken wäre doch etwas und würde den Druck der Bürgerschaft auf die Verwaltung mindern.

  3. Da überrascht es doch, dass bei einem Ersatzneubau einer bestehenden Brückenanlage ein aufwendiges Planungs- und Genehmigungsverfahren angestoßen werden muss.
    Das die neue Brücke sicher sein muss steht außer Frage, aber das sollte doch das Standardgeschäft einer zuständigen Verwaltung sein.
    Ist ja nicht die einzige Brücke im Stadtgebiet.

  4. „Die Brücken verbinden die beiden Straßen Alter Traßweg und Neuer Traßweg miteinander.“ – Laut abgebildetem OSM-Kartenausschnitt ist das nicht der Fall. Der Verbindungsweg führt östlich am See vorbei und nicht über die Brücken. Die benutzt man, wenn man vom Alten oder Neuen Traßweg zum Spielplatz will. Den erreicht man jetzt nur noch über den Zugang von der Dolmannstraße aus.

    1. Wir haben die ursprünglich verwendete OSM-Karte ausgetauscht, weil sie missverständlich war. Die Karte von Google Maps zeigt, dass durch die gesperrten Brücken tatsächlich auch die Verbindung zwischen Alter und Neuer Traßweg wegfällt.

      1. Die OSM-Karte ist nicht missverständlich, sondern Google Maps ist hier nicht korrekt. Sie können sich bei einem Besuch davon überzeugen, dass die Verbindung, die laut Google Maps über den nördlichen Seeteil führt, nicht existiert.

        Dass Google Maps nicht korrekt sein kann, sehen Sie auch auf dem Aufmacherfoto oben. Es ist vom Fuß der Rutschbahn am Neuen Traßweg aufgenommen. Die kurze Brücke im Vordergrund überquert einen Seeausläufer, die lange Brücke im Hintergrund führt nach links zum Spielplatz, eine weitere Brücke, wie Google sie voraussetzt, existiert nicht. Vom Spielplatz aus gesehen, zeigt dieses Foto die Situation:
        https://lh3.googleusercontent.com/p/AF1QipMNYW5xHzW3EdnuDLgegwkaUNCp86eIevj6Sxcv=s1360-w1360-h1020

        Schließlich können Sie auch Google Street View bemühen und sich den Zugang zum Zaubersee vom Alten Traßweg aus ansehen:
        https://www.google.com/maps/@50.9606806,7.1163056,3a,75y,136.18h,83.31t/data=!3m7!1e1!3m5!1sztuDyaV_qqg40M4xpqk1lw!2e0!6shttps:%2F%2Fstreetviewpixels-pa.googleapis.com%2Fv1%2Fthumbnail%3Fcb_client%3Dmaps_sv.tactile%26w%3D900%26h%3D600%26pitch%3D6.6907276881256195%26panoid%3DztuDyaV_qqg40M4xpqk1lw%26yaw%3D136.18305000310926!7i16384!8i8192

        Da sehen Sie, dass der Weg vom Alten Traßweg aus links am See verbeiführt.

  5. Von jetzt auf gleich ist eine Brücke so morsch, dass sie abgerissen werden muss.
    Da habe ich fragen….
    Wann wurde zuletzt kontrolliert und in welchen Intervallen?
    Werden Holzbrücken (aus natürlichen Rohstoffen und damit anfälliger für Verwitterung) im gleichen Turnus kontrolliert wie andere Brücken aus Stein oder Metall?
    Aus Refrather Sicht nach dem Spielplatz PBPl. , Skatepark OH Schulen und dem Zustand der Schulgebäude ein weiterer Beleg für ein bautechnisches Versagen einer sich selbst verwaltenden Verwaltung.

      1. Vielen Dank für Ihre Antwort, lieber Drucker.
        Eine Anfrage an die wie ich schon schrieb“sich selbst verwaltende Verwaltung“ kann man sich als lösunsorietierter Mensch eigentlich sparen. Zum einen „raubt“ man den Damen und Herren die kostbare Arbeitszeit und zum anderen fördern Sie ja mit Ihrem Kommentar „ Bei der letzen Kontrolle noch tragbar, jetzt nicht mehr“ selber das Drama zu Tage.
        Diese Brücke ist seit Jahren!!! in einem sanierungsbedürftigen Zustand, was bekannt ist und Sie es ja selber zitieren.
        Liebe Grüße

      2. Wenn Sie eine Anfrage vermeiden, weil Sie sich deren Vergeblichkeit im Vorfeld selbst versichern, werden Sie natürlich nicht zu einer Antwort kommen.

        Nebenbei besteht natürlich auch ein Unterschied zwischen „sanierungsbedürftig“ und „erheblichen Sicherheitsmängeln“. Dass Ersteres schon lange der Fall ist, wird vermutlich niemand bestreiten.