Caroline Bosbach vor ihrer Wahl in den Bundestag. Foto: Thomas Merkenich

Die CDU Rhein-Berg hatte bei einer gut besuchten Mitgliederversammlung eine Kandidatin und zwei Kandidaten zur Auswahl – am Ende des Abends gewann Caroline Bosbach deutlich und tritt nun bei der Bundestagswahl an, um Nach-Nachfolgerin ihres Vaters zu werden.

437 Mitglieder der CDU des Rheinisch-Bergischen Kreises haben am Freitagabend ihre Stimme bei der Versammlung in der Steinbreche in Refrath abgegeben. Nach zwei guten und einer verunglückten Rede fiel das Ergebnis deutlich aus: Caroline Bosbach erhielt 263 und damit 60 Prozent der Stimmen.

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Mit 173 Stimmen erreichte  Michael Freiherr von Maltzahn 40 Prozent und ein respektables Ergebnis. Fabian Felder war von vornherein als Außenseiter gestartet und erhielt am Ende nur eine einzige Stimme.

Caroline Bosbach (34) verwies in ihrer dynamisch vorgetragenen Bewerbungsrede auf ihren wirtschaftlichen Hintergrund als Energiemanagerin und Vertreterin des jungen Mittelstands, auf umfangreiche Erfahrungen in der Politik und in diversen Wahlkämpfen sowie auf ihr großes Netzwerk. Ihre Forderungen, unter anderem nach einer Renaissance der Sozialen Marktwirtschaft und einer Technologieoffenheit in der Klimapolitik lösten mehrfache Beifallsstürme aus.

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Caroline Bosbach, Fabian Felder und Michael Freiherr von Maltzahn bewerben sich bei der CDU Rhein-Berg um die Bundestagskandidatur; eine erste Vorstellung organisierten Senioren-Union und Junge Union in Paffrath. Folgerichtig stand Generationen-Gerechtigkeit im Vordergrund. Inhaltlich liegt das Trio nah beieinander, in der Persönlichkeit unterscheiden sie sich deutlich.

Bosbach verwies auf eine anhaltend schlechte Konjunktur und Deutschlands Abstieg in der Wettbewerbsfähigkeit. Um die Wirtschaft zu stärken brauche (v.a.) der Mittelstand bessere Rahmenbedingungen, die Bürokratie müsse eingegrenzt und die Leistungsträger in den Blick genommen werden. Förderprogramme sollten gestrichen und dafür die Steuern gesenkt werden. Gute Schulen, Rente und Gesundheit seien wichtige Bereiche – die nur durch eine prosperierende Wirtschaft finanziert werden könnten.

Sie plädierte für eine geordnete und geregelte Migration, für die Verteidigung der eigenen Wert: „Wir bauchen ein Land, in dem ich auch als Frau ohne mulmiges Gefühl S-Bahn fahren kann. Und wo Weihnachtsmärkte auch so heißen.“

Zur Bundestagswahl stellt das Bürgerportal zusammen mit dem Netzwerk Correctiv.Lokal ein Bürger-Wahlprogramm auf: Die Wählerinnen und Wähler bestimmen, welche Themen und Fragen wichtig sind. Diese Fragen legen wir dann den Kandidat:innen in Rhein-Berg vor. Machen Sie mit!

 Michael Freiherr von Maltzahn (46) hatte seine Frau und drei Kinder aus Burscheid mitgebracht und präsentiert sich in einem konzentrierten Vortrag auf seine Erfahrungen als Führungskraft in der Luftwaffe und Diplomatie, mit klaren Schwerpunkten in der Sicherheitspolitik. Eindringlich warnte er vor dem Versuch Russlands, Europa zu spalten.

Fabian Felder (26) hielt einen Vortrag, warum auch junge Menschen in den Bundestag gehörten, gab sich als Interessenvertreter der Bundeswehr-Soldaten und schilderte lange seine Erfahrungen als Marine-Soldat.

Bosbach kündigte an, das traditionelle Direktmandat der CDU im Rheinisch-Bergischen Kreis verteidigen zu wollen, das lange Zeit ihr Vater Wolfgang Bosbach inne hatte. Dessen Nachfolger Hermann-Josef Tebroke, der als Kreisvorsitzender die Aufstellungsversammlung leitete, hatte frühzeitig angekündigt, nicht für eine weitere Kandidatur zur Verfügung zu stehen.

Angesichts des aktuellen Trends stehen Caroline Bosbachs Aussichten, in den Bundestag einzuziehen, nicht schlecht. Sie selbst verwies aber darauf, dass es nach der Wahlrechtsreform nicht ausreiche, den eigenen Wahlkreis zu gewinnen – sondern benötige ein überdurchschnittliches Ergebnis.

Dennoch zeigte sie sich optimistisch – und vertraue darauf, dass Friedrich Merz bei einer Regierungsbildung „tatkräftigen Nachwuchs“ gut gebrauchen könne.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Ja, Frau Bosbach, „Meinungsfreiheit darf kein Lebensrisiko sein“, das war es dann aber auch schon fast (https://www.instagram.com/p/DOdgsbLDfXg). Ups, die Seite ist ja nicht mehr erreichbar. Also hier -> https://in-gl.us8.list-manage.com/track/click?u=bbd38904d1e26548d866f71bc&id=f8d5b36523&e=83d9f02018

    Mobbing, Körperverletzung, Mord und Krieg ist nie eine Lösung. Und jedem Opfer und seinen Angehörigen steht menschliches Beileid zu.

    Die Anteilnahme der politischen MdB-Kollegin Simone Borchardt (CDU) zu Beginn des zweiten Absatz (https://www.facebook.com/SimoneBorchardt2021/photos/das-feige-attentat-auf-charlie-kirk-macht-fassungslos-in-einer-demokratie-dürfen/1195675429249588/) ist zwar deutlich kürzer als Ihre schmückenden Worte für Mr. Kirk, machen aber politisch betrachtet nachdenklich.

    Die politische Entwicklung weltweit, insbesondere der letzten Jahre, wirft viele Fragen und Ängste auf. Bezogen auf die zuvor für die westliche Welt stets zuverlässige USA mit ihrer mehr oder minder Zwei-Parteien-Politik stelle ich mir öfters die Frage, ob es dort noch gelebte politische Demokratie ist, ob über Themen offen diskutiert wird oder man es schon aufwiegeln nennen muss. Schon früher entzweiten sich in den USA Familien aufgrund unterschiedlicher politischer Meinung, es wurde auch nicht offen seine politische Meinung innerfamiliär diskutiert. Da erscheint mir Deutschland (noch) wesentlich demokratischer.

    Ja, Frau Bosbach, „Jeder Shitstorm geht einmal vorbei“, was aber kein Grund ist, erfolgreich einen neuen Shitstorm auf den Weg zu bringen. Und dann durch Abschalten der sozialen Medien der aufgekommenen Diskussion zu entfliehen. Wohlgemerkt der Diskussion, nicht etwaigen Beleidigungen.

    Frau Bosbach, Sie vertreten in der Öffentlichkeit den Rheinisch-Bergischen Kreis, eine christliche Partei und haben den „Welpenschutz“ längst verloren.

    Bei allem Respekt: Bitte, Frau Bosbach, unterlassen Sie öffentliche Meinungen, mit denen im Westen auf einmal auch wir (zu erkennen am GL am PKW) auf einmal Blau (AFD) erscheinen, selbst wenn momentan CDU bei Ihnen dransteht. Oder wechseln Sie doch …

  2. Nun ist es wohl für Frau Bosbach Platz 42 auf der Landesliste der CDU geworden. Es stellt sich hier die Frage, ob das für ein Mandat über die Liste ausreichend sein könnte.

  3. Ich muss zugeben, dass ich mich bislang (noch) nicht intensiv mit der politischen Vita von Frau Bosbach beschäftigt habe, jedoch bereiten mir einige Punkte unbehagen:
    – So betrüben mich die häufigen Auftritte ihres Vaters im extrem rechten Medienumfeld.
    – Das wohl die tatkräftige Unterstützung durch die Mittelstands- und Wirtschaftsunion
    Rheinisch-Bergischer Kreis zur ihrer Nominierung geführt hat, wo ein bekennender
    Trump- und MAGA-Fan zusammen mit ihr den stellvertretenden Vorsitz hat.
    – Die Betonung der “Technologieoffenheit” im Bezug auf Klimapolitik, was meist die
    Formulierung marktradikaler ist, um eben nicht die effektivste und realisierbarste Technik
    zu fordern und fördern. Selbst die Industrie sehnt sich nach verlässlichen Vorgaben.

    1. Setzt sich nicht eben am Markt die effektivste und realisierbarste Technik durch? Ist das nicht gerade dieser “Markt” ? ;)

      Man soll kein Technik fördern, sondern ergebnisoffene Forschung.

      1. In einem nicht reguliertem Markt setzt sich langfristig ein Monopolist durch – dann verschwindet der Markt.

        Die Forschung ist schon lange so weit, zu wissen, dass jeder Energieumwandlungsprozess mit Verlusten behaftet ist und somit jeder zusätzliche Schritt die Effektivität verringert.

        Immerhin scheinen wir dann ja beide gegen den Einsatz von Kernenergie zu sein, da diese niemals ohne Förderung der Technik etabliert worden wäre oder reetabliert werden kann.

      2. P.S.: Ich kann ihnen den Wikipedia-Artikel zum Stichwort: Technologieoffenheit nur wämstens ans Herz legen.

        Insbesondere auch auf die dort aufgeführten Referenzen und Zitate auf Handelsblatt, Manager-Magazin und Die Zeit.

      3. Meinetwegen. Aber bis die ergebnisoffene Forschung Produkte zur Marktreife gebracht hat, die z.B. den Ausstoß von klimaschädlichen Emissionen verhindert, sollten wir vielleicht JETZT die Techniken fördern, die bereits JETZT positive Veränderungen unserer schädlichen Lebens- und Wirtschaftsweise herbei führt.

        Wenn bei Ihnen jetzt Krebs diagnostiziert wird, warten Sie auf das neueste Wundermittel aus der Forschung, das eventuell in 5 oder 10 Jahren bereit steht? Oder gehen Sie zum Chirurgen und zur Chemotherapie?

  4. Ob Frau Bosbach die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Volksvertreterin erfüllt, kann ich nicht beurteilen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sie es in einem anderen Wahlkreis nicht so leicht gehabt hätte.
    Da führt schon das in der Politik übliche und in der CDU besondere “Erbhofdenken” zum Erfolg.

    Viel ehrlicher wäre es gewesen,
    Frau Bosbach von Anfang an als
    Alleinkandidatin aufzustellen.
    Stattdessen werden für die Pseudo-
    wahl zwei Parteisoldaten (im wahrsten Sinn des Wortes) aufgestellt,
    denen dafür vermutlich kleinere
    “Fleischtöpfchen” in Aussicht gestellt
    werden.
    Auch dies ist geeignet, zur Politik-
    verdrossenheit beizutragen!

    Das Selbstbewusstsein, das Frau
    Bosbach an die Adresse Merz
    bezüglich Regierungsbildung äussert,
    hat allerdings nicht ausgereicht für
    eine Kandidatur in einem anderen
    Wahlkreis.
    Nur dies hätte meinen Respekt verdient .

    1. Warum sollte sie in einem anderen Wahlkreis antreten, wenn sie hier wohnt?

      Und es steht jedem frei, Mitglied in der Partei zu werden und entsprechend zu überzeugen.
      Es gibt auch gerne mal Überraschungskandidaten.

      Oder wollen wir jemanden wir Frau Durdu, die bei zig Personen-Wahlen scheiterte und dann immerhin über die Landesliste endlich einen Posten bekommt. Wo vertritt Sie den Kreis, wenn sie alles im RBK und OBK verloren hat?

      Daher vertritt auch ein Herrn Außendorf nicht den RBK, sondern vertritt die Grünen NRW über die Landesliste im Bundestag.

      1. “Warum sollte sie in einem anderen Wahlkreis antreten, wenn sie hier wohnt?” Man hätte beispielsweise im Hinblick auf die hier vor Ort so prominente Vaterfigur auf die Idee kommen können, woanders anzutreten. Warum sollte man nicht woanders antreten, als am eigenen Wohnort? Herr Teproke wohnt meines Wissens nach auch nicht in RBK.

        Möglicherweise fühlen sich im RBK wohnhafte Wähler der Grünen und der SPD besser von den Kandidaten der Landeslisten vertreten als vom mit 30 % gewählten Direktkandidaten. Die Wahlrechtsreform war echt überfällig. Es wird also interessant werden, wenn alle Landeslisten vorliegen.

      2. Ja, dann fühlen Sie sich dennoch von den Listenkanditen der Grünen vertreten, da ist auch in Ordnung.
        Den RBK vertritt aber die gewählte Kandidatin oder der gewählte Kandidat.
        Von wem sie sich vertreten fühlen, ist ein ganz anderes Thema und steht jedem frei.

  5. Rene, leidiges Pseudonym, Sie sind da wohl auch nur hingegangen, um Frau Bosbach scheitern zu sehen. Wenn man hofft, dass der Apfel nicht weit vom Baum fällt, dann hat Frau Bosbach einen Hintergrund, wie man kaum einen besseren findet. Ihr Vater gehört zu den besten Politikern, die wir seit dem Krieg hatten. Und auch Frau Bosbach scheint mir keineswegs das Bild abzugeben, das Sie hier zeichnen. Im Gegenteil kann ich nur sagen, viel Feind, viel Ehr,

      1. Ach, nius ist ein “tendenziöses Medium”. Und dazu “gefährlich, rechts”. Und dann noch “Türöffner für Desinformation”.
        Nur zur Information: Wir haben in Deutschland Pressefreiheit. Die Presse ist frei von staatlichem Einfluss. Jegliche Presse hat eine Tendenz, die mehr oder weniger journalistisch handwerklich gut gestaltet wird. Das war auch schon immer so. Manchmal entspricht diese Tendenz der eigenen, manchmal nicht. Das ist etwas anderes als “gefährlich”. Auch sind Beiträge nicht unbedingt “sachlich” und “neutral formuliert”, sondern entsprechend lediglich mehr dem eigenen Weltbild. Das sollte man aushalten, erst der Gesamtklang macht es aus. Eine andere Ansicht ist keine “Desinformation”. Leider verengt sich der Diskussionsraum zunehmend. Das ist gefährlich.
        PS: Es steht Ihnen frei, mich nunmehr “gefährlich”, “tendenziös” zu halten.

      2. Nius ist ein kontroverses Nachrichtenportal, das durch seine provokative Berichterstattung und scharfe Kritik an politischen Akteuren eine polarisierende Wirkung erzielt. Insofern bleibt Nius ein Beispiel dafür, wie Medien in einer Zeit einer fragmentierten Medienlandschaft Macht ausüben und Debatten beeinflussen können. Die Frage, ob diese Form der Berichterstattung zur Stärkung der Meinungsvielfalt beiträgt oder die gesellschaftliche Spaltung vertieft darf sich jeder selbst bilden. Ich für meinen Teil bevorzuge sachliche und vielfältige Leitmedien wie FAS, Zeit und lokal in-gl und KSTA

      3. Nius ist keine normale Presse und unterwirft sich nicht dem Pressekodex. Die Medienaufsicht beschäftigt sich mit Nius wegen etlicher Beschwerden.

        Das ist alles für sich genommen kein Problem und kein Grund zur Sorge, weil klar ist, dass man es mit tendenziöser Berichterstattung zu tun hat, die vielfach als rechtspopulistisch bewertet wurde.

        Das Problem ist, dass Politiker etablierter Parteien in einigen Nius-Formaten (teilweise ruhigeren Formaten) Interviews gewähren und dadurch die ganze Plattform einschließlich der Krawallformate normalisieren. Spätestens wenn jemand hier als Stammgast bezeichnet wird, sollte man dies meiner Meinung nach unbedingt bei seiner Wahlentscheidung berücksichtigen. Es ist bedauerlich, dass das so wenige Delegierte der CDU in RBK getan haben.

      4. @G. Huepper – das klingt aber schon sehr nach „… das wird man ja wohl noch sagen dürfen …“

        Dass Nius in den Chor der Rechtspopulisten einstimmt, scheint mir doch sehr offensichtlich. Natürlich dürfen auch Medien am rechten Rand publizieren, sofern sie keine Gesetze verletzen, aber man muss das weder gut finden noch diejenigen, die sich mit ihnen gemein machen. Wenn Frau Bosbach sich dort wohlfühlt, darf man das ohne weiteres in die eigene Wahlentscheidung einfließen lassen.

  6. Da bin ich mal gespannt, ob sie auch etwas reißen wird. Inhaltlich war sie auf den Veranstaltungen wie jeder Politiker… laut und meist inhaltslos bzw. oberflächlich. Kompetenz durch Herrn von Maltzahn wäre in dieser Zeit besser gewesen. Beachtlich, dass auf der Veranstaltung letzten Freitag nur zwei fragen gestellt wurden an Herrn Maltzahn, die aus dem Lager von Frau Bosbach kamen und lediglich dazu dienten, Herrn von Maltzahn im letzten Moment zu diskreditieren. Wenn man solche Tricks benötigt, um zu gewinnen, wird man es dann im Bundestag auf ehrlichem Wege schaffen? Es bleibt abzuwarten, ob sie mehr als nur oberflächliche Worte hat und nach gescheiterten Kandidaturen für andere politische Ämter in Hessen hat die Rückkehr nach Bergisch Gladbach doch auch einen kleinen Beigeschmack (letzte Chance?).

    1. Vor der Wahl in den Bundestag muss man als Direktkandidat erstmal am Wähler vorbei. Ich stelle sehr wohl Fragen, z.B. nach den Auftritten bei den hier schon mehrfach genannten Nius-Formaten.