Die Concordia-Schule in Schildgen soll erweitert werden. Foto: Thomas Merkenich

Im Bereich der Schulbildung ist die Stadt zwar „nur“ für die Bereitstellung der Gebäude und Technik verantwortlich – das ist und bleibt angesichts der Vernachlässigung in der Vergangenheit eine teure Mammutaufgabe. In der Sitzung des Schulausschusses ging es auch in dieser Sitzung um große Projekte (OHG, IGP, Concordia-Schule), defekte Heizungen (Berufsschule), das Schülerticket und die Folgekosten der Digitalisierung.

Wir fassen die wichtigsten Ergebnisse und Diskussionen der Sitzung des Ausschusses für Schule und Gebäudewirtschaft (ASG) in einem ad hoc-Protokoll knapp zusammen, verlinken die vorgelegten Dokumente und frühere Beiträge. Angesichts der gewaltigen Aufgaben verliefen die Debatten sehr sachlich, die notwendigen Entscheidungen zum Schulbau fielen einstimmig, beim Schülerticket setze sich die CDU gegen SPD und Grüne durch.

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Das Otto-Hahn-Gymnasium soll (vor allem für die Aufnahme des zusätzlichen G9-Jahrgangs im Schuljahr 2026/27) um ein Klassenhaus erweitert werden, damit beauftragte der Schulausschuss in einem ersten Grundsatzbeschluss die Schulbau GmbH. Für die Realschule soll später ebenfalls eine Erweiterung folgen, auch ein Ausbau der Sporthalle ist möglich.

Für die Platzierung der OHG-Erweiterungen hat die Verwaltung sieben Varianten vorgelegt. Sie selbst schlägt in Abstimmung mit der Schulleitung Variante 2 vor, auf einer Fläche östlich der Sporthalle, die früher für den Schulsport genutzt worden war, jetzt aber mit Schulcontainern belegt ist. Hier wäre ein dreistöckiger Bau möglich, der laut einer ersten Kostenschätzung 5,3 Millionen Euro netto kosten würde.

Die Auswahl der Varianten stand im Schulausschuss noch nicht an; die SPD drängte dennoch bereits darauf, keine (ehemaligen) Sportflächen in Anspruch zu nehmen. Alle Infos im Ratsinformationssystem

In der Frage, ob die IGP sanierbar ist oder neu gebaut werden muss, wird zur Zeit eine Machbarkeitsstudie erstellt, bei der auch der künftige Raumbedarf und das pädagogische Konzept sowie Ausbaumöglichkeiten berücksichtigt werden. Im zweiten Schritt folgt eine Wirtschaftlichkeitsstudie. Die Ergebnisse sollen im Februar und März vorgelegt werden, kündigte die Verwaltung an. Ratsinfosystem, Hintergrund

Für die dringend notwendige Erweiterung der GGS Schildgen (Concordiaschule) hatte die Stadt bereits vor sechs Jahren eine ehemalige Druckerei auf einem benachbarten Grundstück gekauft. Die mit Schadstoffen belasteten massiven Betongebäude sollen abgerissen und ein Neubau für OGS und Mensa errichtet werden. Der Schulausschuss beauftragte jetzt die Schulbau GmbH, die grundsätzlichen Vorarbeiten (Leistungsphase 0) in Angriff zu nehmen. Ein Zeitplan wird nicht genannt; um dem Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung nachkommen zu können müsse jedoch bis spätestens 2029 Platz für weitere 110 Kinder geschaffen werden. Ratsinfosystem, Hintergrund

Für eine sogenannten Rotationsschule sucht die Stadtverwaltung nach wie vor dringend eine weitere Fläche im Stadtgebiet, berichtete die Verwaltung. Dort könnten Schulen vorübergehend untergebracht werden, deren Gebäude saniert oder neu gebaut werden müssen.

Die 43 Jahre alte Heizung der Kaufmännischen Berufsschule ist kaputt, der Schornsteinfeger droht bereits mit einer Stilllegung, mitten im Winter. Als Vermieterin nimmt die Stadt daher 267.000 Euro in die Hand, um eine neue Gastherme einzubauen. Eine Wärmepumpe sei weder sinnvoll noch möglich, erläuterte die Verwaltung: Das marode Gebäude sei ohnehin nur noch maximal zehn Jahre zu nutzen und müsste für eine Wärmepumpe sehr teuer und zeitaufwändig aufgerüstet werden. Ratsinfosystem

Die Folgekosten der Digitalisierung der Schulen belasten den Haushalt der Stadt mehr und mehr. Alleine für den Virenschutz von Windows-Geräten wurden jetzt 260.000 Euro bewilligt. Für Netzwerk-Komponenten werden weitere 330.000 Euro fällig. Die neue Schul IT der Verwaltung ist inzwischen zwar gut aufgestellt, aber der Berg ihrer Aufgaben ist riesig. Das geht aus einem detaillierten Sachstandsbericht hervor.

In der Debatte wurde deutlich, dass das Land NRW nach wir vor seinen Aufgaben – wie der Ausstattung der Lehrer mit Endgeräten – nicht nachkommt, die daraus entstehenden Probleme in den Schulen aber von der Kommune gelöst werden müssen.

Hinzu kommt, dass alle (zum Teil mit Fördermitteln) angeschafften neuen Geräte nach spätestens sieben bis zehn Jahren – auf Kosten der Stadt – ersetzt werden müssen. Das betrifft nicht nur die Endgeräte, sondern zum Beispiel auch die digitalen Tafeln. Daher forderte die CDU ein Konzept, wie der Medienentwicklungsplan langfristig finanziert werden könne – was Kämmerer Thore Eggert auch zusagte.

Das Schülerticket wird die Stadt Bergisch Gladbach als Deutschlandticket auch künftig finanzieren. Offen ist lediglich, ob die Stadt auch die Preiserhöhung für Selbstzahler von 29 auf 38 Euro übernimmt – was pro Jahr 2,45 Millionen Euro statt nur 2,1 Millionen kosten würde. SPD und Grüne plädierten für eine Vollübernahme, sofern die Stadtverwaltung eine Gegenfinanzierung der Mehrkosten finde, die CDU sprach sich für die günstigere Variante aus.

In der Abstimmung über den Antrag der SPD zugunsten der teureren Variante erreichten SPD und Grüne keine Mehrheit. Für die von der CDU bevorzugten Variante stimmte der Ausschuss dann geschlossen. Endgültig entscheiden soll der Finanzausschuss. Ratsinfosystem

Für Eltern, die in Eigeninitiative Schulräume renovieren wollen, hat die Stadtverwaltung einen umfassenden Leitfaden entwickelt, der von den Schulleitungen über die Schulbetreuer der Verwaltung abgerufen werden kann.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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