Auf dem Ascheplatz am Stadion will die Stadt eine Unterkunft für bis zu 240 Menschen bauen. Foto: Redaktion

Auf die Mitteilung der Stadt, offenen Fragen zur geplanten großen Unterkunft auf dem ehemaligen Ascheplatz an der Paffrather Straße geklärt zu haben, reagiert die CDU mit Widerspruch: Zum einen sei der Bedarf zur Zeit gar nicht absehbar, zum anderen gebe es durchaus noch Alternativen. Daher plädiert die CDU für eine Vertagung der anstehenden Entscheidung.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der CDU

Die Diskussion um die geplante Flüchtlingsunterkunft an der BELKAW-Arena ist festgefahren: Unter anderem kritisieren der Stadtsportverband und Sportvereine in Bergisch Gladbach den Plan, auf dem Ascheplatz am Stadion eine große Unterkunft für geplante 14 Millionen Euro zu errichten, die Verwaltung hält, unterstützt von SPD und Grünen, an ihrem Vorhaben fest.

„Seit Beginn der ersten Flüchtlingskrise 2015 ist es Lutz Urbach gelungen, so wichtige und grundlegende Entscheidungen im Konsens mit der gesamten Stadtgesellschaft zu treffen“, erinnert CDU Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Metten. „Das muss auch dieses Mal gelingen – es kann nicht sein, dass wir die Flüchtlingsunterbringung gegen das Sportleben ausspielen.“

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Kommunal, kurz & knapp: Keine Alternative für Unterkunft auf Ascheplatz

Die Stadt hat letzte Einwände gegen den Bau einer großen Unterkunft für Geflüchtete an der Paffrather Straße geprüft und die Ergebnisse jetzt im Sozialausschuss vorgestellt. Da der Bund einen alternativen Standort auf dem BASt-Gelände ablehnt soll das Gebäude auf dem Aschenplatz gebaut werden. Für den Sport gibt es eine ganze Reihe von Zugeständnissen.

Dazu kommt, so Metten, dass niemand aktuell prognostizieren kann, wie die Flüchtlingszahlen in drei, fünf bis zehn Jahren sein werden. „In ganz Europa wird zurzeit intensiv diskutiert, wie mit der Flüchtlingsbewegung umgegangen werden soll. Sicher ist, dass in allen Ländern, vor allem in Deutschland, die Kapazitäten am Limit sind.“

Ohne Wissen über den konkreten Bedarf eine Unterkunft für 14 Millionen Euro und 240 Geflüchtete zu errichten – das kann sich die Stadt nach Auffassung der CDU-Fraktion nicht leisten.

Diese Fläche wurde seit 2015 bereits mehrfach geprüft. Nicht zuletzt aufgrund der hohen Kosten in Millionenhöhe für die Entsorgung des Kieselrotplatzes und des konterminierten Bodens wurde sie immer wieder als Option verworfen. Ob es letztlich bei der Kostenschätzung bleibt, ist aufgrund der hohen Ungewissheit zudem fragwürdig.

Eine Unterkunft, die in Massivbauweise errichtet wird, ist zudem nur eine mittel- bis langfristige Lösung. 

Deshalb fordert die CDU-Fraktion, eine „Atempause“ im Sinne des Sportlebens zu machen und schlägt mehrere konkrete Alternativen für die nötige Unterkunft vor:

Kurzfristig kann die Kapazität der Halle an der Hermann-Löns-Straße erhöht werden, sobald die Stadtverwaltung ein entsprechendes Brandschutzkonzept erstellt hat und in die entsprechende Ausstattung des vorbeugenden Brandschutzes investiert wurde. Die Immobilie ist bereits heute vollständig von der Stadt angemietet.

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Wie die Flüchtlinge in den Hermann-Löns-Hallen leben

Sie wohnen zu viert in 18-Quadratmeter-Kabinen aus dünnen Spanplatten. Die Abteile sind nach oben offen, laute Heizgebläse pusten warme Luft hinein. Der Speise- und Aufenthaltsraum ist mit nackten Bierzeltgarnituren ausgestattet – der Brandschutz bremst jeden Versuch aus, die Flüchtlingsunterkunft in den Hermann-Löns-Hallen wohnlicher zu gestalten. Und dennoch sind viele der Menschen froh, eine Zuflucht gefunden zu haben. Wie geht es ihnen dort?

Am Carpark in Lückerath stehen der Stadt in Kürze weitere 6.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, die eigentlich u.a. für den Bau einer Kita vorgesehen sind. Informationen der CDU-Fraktion zu Folge wird die Realisierung der Kita seitens der Stadtverwaltung allerdings erst ab 2030 geplant. Für den Fall, dass keine frühere Realisierung der Kita möglich ist, könnten ebenfalls sehr kurzfristig im Sinne einer Zwischennutzung weitere Container aufgestellt werden. Die komplette Infrastruktur ist ja bereits vorhanden. 

Die CDU-Fraktion überreicht der Stadtverwaltung zudem eine Liste mehrerer Gewerbeimmobilien, die zurzeit auf dem Markt sind; diese Alternativen sind seitens der Verwaltung schnell auf Eignung und Kosten zu prüfen.

Desweiteren ist die CDU-Fraktion der Auffassung, dass die Gespräche hinsichtlich des nicht vollständig genutzten Geländes der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BaSt) weiter fortgesetzt werden müssen. Der Bund kann und darf sich seiner Verantwortung, die Folgen der Fluchtbewegungen vor Ort zu lösen, nicht entziehen. 

Sorgfältig und ergebnisoffen prüfen

Michael Mette, Fraktionsvorsitzender CDU im Stadtrat. Foto: Thomas Merkenich

„Es liegen damit mehrere und sehr konkrete Alternativen für Flüchtlingsunterkünfte auf dem Tisch. Jetzt ist es an der Verwaltung, diese sorgfältig und ergebnisoffen zu prüfen. Bis diese Erkenntnisse vorliegen, sollten wir auf eine Festlegung und einen Ratsbeschluss verzichten – das werden wir auch so beantragen.“

Metten ergänzt: „So können wir es außerdem schaffen, dass die Sportlandschaft keinen weiteren Schaden nimmt – ich verweise auf den Pakt für den Sport, den wir alle im Rat 2015 unterzeichnet haben. Der Sportentwicklungsplan muss kurzfristig unter Beteiligung eines Fachbüros fortgeschrieben werden.  

Sport und die Vereine sind ein wichtiger Kitt unserer Gesellschaft“, so Dr. Michael Metten. „Ich bin optimistisch, dass wir eine Lösung finden, die dann von allen Beteiligten und den Parteien Zustimmung erfährt.“

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  1. Die Argumentation der CDU ist nicht nachvollziehbar, offenbar geht es nur um Blockade und Verzögerung.

    Vor zwei Wochen (29.1.) hieß es im Stadtanzeiger: “Weil Bergisch Gladbach derzeit Aufnahmequoten nicht erfüllt, könnten in den nächsten Monaten bis zu 579 Menschen zugewiesen werden, teilte die Verwaltung am Dienstag mit.”

    Der Bedarf ist da, und kann nicht mit “ein paar Plätze hier, ein paar Container da” gedeckt werden! Natürlich ist es nicht verkehrt, sich nach anderen Möglichkeiten umzusehen – zusätzlich, nicht alternativ. Da auf dem Ascheplatz dauerhaft nutzbare Wohngebäude errichtet werden sollen, kommt das auch längerfristig dem Wohnungsmarkt zugute. Dass dringend bezahlbare(!) Wohnungen benötigt werden (für Geflüchtete wie Einheimische), wird wohl niemand bestreiten.

    Und nein, es handelt sich (Stand heute) nicht um einen Sport-, sondern um einen Parkplatz. Die letzten Jahrzehnte wurde er nicht für den Sport benötigt – aber jetzt ganz plötzlich schon? Wenig überzeugend.

    1. Hallo Herr Kleinert,

      es ist wichtig, die zeitliche Dimension richtig zu betrachten. Ein Neubau auf dem Ascheplatz an der Paffrather Straße würde uns nicht bei den kurzfristig benötigten Plätzen helfen. Ein solcher Neubau wäre etwas für in frühestens 2 Jahren – eher später. Um kurzfristig Plätze zu schaffen, wurden z.B. zuletzt im Konsens in der Politik Mobile Homes angeschafft, die nun in Paffrath aufgestellt werden. Der Antrag der CDU beinhaltet Vorschläge die sowohl kurzfristig als auch längerfristig realisierbar sind – und somit eine Alternative für eine dauerhafte Bebauung der Fläche darstellen. Es muss uns in der Stadt auch in Zukunft gelingen, solche Probleme gemeinsam zu lösen. Der von uns eingereichte Antrag wird sicherlich kurzfristig im Ratsinformationssystem veröffentlicht. Dann können die Details auch noch einmal in Ruhe nachgelesen werden.

      1. Hallo Herr Buchen, glauben Sie wirklich, in 2 Jahren werden die dann (hoffentlich) fertigen Wohnungen auf dem Ascheplatz nicht mehr benötigt? Das möchte ich doch sehr bezweifeln, zumal Menschen nicht ewig in Containern oder “Mobile Homes” leben wollen/ sollen. Vom allgemeinen Wohnungsmangel ganz zu schweigen.

        Es ist natürlich nicht verkehrt, nach anderen Optionen Ausschau zu halten. Allerdings habe ich bei der CDU oft den Eindruck, dass mit sinnfreien Prüfaufträgen (deren Ergebnis von vornherein feststeht) lediglich Zeit gewonnen/ vertrödelt werden soll, siehe Altenberger-Dom-Straße. Deswegen: Das Eine tun, das Andere nicht lassen.

  2. Ulla und Herr Richter können gerne die gesamten – vor allem auch aus “diesen” (bekannten) Gründen massiv steigenden – , zusammen genommen exorbitanten, Gebühren aller Bewohner die dagegen sind übernehmen, und damit ihren guten Willen klar ersichtlich zeigen. Die da wären: Gestiegene Krankenkassen, Grundsteuer, usw., usw. (endlose Liste von, auch schlecht versteckten, Gegenfinanzierungen).
    Unsere Nächstenliebe kann leider nicht die ganze Welt umfassen. Deutschland hat zulasten der eigenen Infrastruktur in die ganze Welt gespendet – was auch gut war. Jetzt müssen wir tatsächlich mal wieder in uns selber investieren (Bildung, Brücken, und, und) – auch wenn es Ihnen nicht gefällt.
    Und ja: Es wird uns etwas weggenommen (wir kennen Ihre Argumente bereits)! Der Aufbau einer guten Altersvorsorge wird Leuten die nicht erbten oder sonstwie gut gestellt sind, enorm erschwert – ja praktisch fast unmöglich gemacht, auch und vor allem durch den Wahnsinn in der hiesigen Politik!

    1. “Unsere Nächstenliebe kann leider nicht die ganze Welt umfassen” “Es wird uns etwas weggenommen”
      Man muss doch mal ganz klar sagen: auf wessen Kosten haben Deutschland und andere europäische Länder denn ihren heutigen Wohlstand aufgebaut?
      Beim Kolonialismus angefangen über das dritte Reich bis in die Neuzeit, durch hemmungslose Ausbeutung, Diebstahl haben wir Menschen/Völkern bisher unsagbares Leid zugefügt, wo man nur hinschaut.
      Wir werden schließlich nicht persönlich “beraubt” (wo denn?), wenn u.a. Deutschland nun etwas vom diesem erlangten Wohlstand hierzulande teilt.

      “Altersvorsorge wird Leuten die nicht erbten…enorm erschwert – ja praktisch fast unmöglich gemacht”
      Tut mir Leid, aber wenn Sie keine ausreichende Altersversorgung angespart / erarbeitet haben bis 67, dann war das sehr unüberlegt und wenig weitsichtig von Ihnen persönlich.
      Wie/womit Sie Ihr Geld verdienen und wofür Sie es ausgeben, kann Vater Staat schließlich nicht diktieren.

      1. Ich geben Ihnen, Lotte und Frank in dem Punkt völlig Recht, wenn Sie fordern, dass die Teile der Gesellschaft, die in der Lage sind, die Lasten anderer mitzutragen, dies auch tun sollten. Da gibt es noch ein riesiges Überflusskapital, welches Sie wahrscheinlich gar nicht auf dem Schirm haben. Kleiner Tipp: SUV-Zählen auf Parkplätzen macht klug. Ich selbst habe als Kind von Nachkriegsflüchtlingen (aus einem nach dem Faschistenwahnsinn zerstörten Dresden) Armut kennen gelernt. Jammern nützt nichts. Ich arbeite z.B. seit über dreißig Jahren in einer Obdachlosenküche mit, welche ich selbst mitbegründet hatte, spende hier überschüssige Teile meiner Rente und ebenso für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine Ich verweigere mich auch jeder Neiddiskussion, z.B. über nicht vorhandene Erbschaften. Ehrenamtliches Engagement kostet nicht viel. Die Insel, auf der Sie leben ist sehr viel kleiner, als Sie wahrnehmen möchten und „Alles hängt mit Allem zusammen“ (Alexander von Humboldt). Nein, Abitur habe ich auch nicht ;O) gez. Dieter Richter, Bergisch Gladbach

  3. Werter Herr Metten, ich zitiere: „Das muss auch dieses Mal gelingen – es kann nicht sein, dass wir die Flüchtlingsunterbringung gegen das Sportleben ausspielen.“
    Bitte sagen Sie den interessierten Lesern doch, welche Sportarten genau, wann und von wie vielen Menschen auf dem Ascheplatz betrieben werden.
    Ihr hochgelobter Herr Urbach hat ihn doch zum Parkplatz degadiert.

    1. Sehr geehrte Tina, es hat kein ehemaliger Bürgermeister Urbach zu verantworten, dass der Ascheplatz seinerzeit nicht saniert wurde. Die Sanierung von den Kieselrot belasteten Plätzen viel in einer Zeit von sehr knappen Geldern und z. T strengen Vorgaben der Haushaltsführung.
      Der Platz wurde dann in seiner direkten sportlichen Nutzung aufgegeben und wird nun hauptsächlich für die Sportlerinnen und Sportler sowie Besucher als Parkplatz für die Olympiahalle, Leichtathletikanlage, Fußballplätze genutzt, quasi eine indirekte Nutzung für den Sport.
      Froh bin ich persönlich, dass die grundsätzliche Sanierung des Platzes beschlossen wurde und es so ggfs. eine Perspektive für eine konkrete sportliche Nutzung nun wieder gibt. Daher ist es nun angebracht den Sportentwicklungsplan zusammen mit den Akteuren fortzuführen und entsprechend Flächen für den Sport auch in Zukunft zu sichern!
      Viele Grüße
      Robert Martin Kraus
      Sportpolitischer Sprecher CDU Fraktion

  4. Super Argumentation, Herr Metten. Da ja niemand weiß, was Morgen sein wird, bleibt uns nur, auf Weichenstellungen zu verzichten und die Hände in den Schoß zu legen – für hilfsbedürftige Menschen aus aller Welt (s.g. Migranten), für Wirtschaft, für Klima, Pflegenotstand – eigentlich für Alles. Danke für die Nichtwahlempfehlung ;O)

    Weiter, ohne Sarkasmus. Kostenbare, da rare Fläche im innerern Stadtbereich für etwas vorzuhalten, wofür kein erkennbarer Nutzen sichtbar ist, widerspricht doch aller stadtplanerischer Vernunft.

    Hätten Sie z.B. als Investor die Chance, an gleicher Stelle ein lukratives Mietshaus zu errichten, würden Sie dann genauso argumentieren? Oder – sorry – hatten Sie gar selbst auf den Erwerb des Ascheplatzes spekuliert?

    Migrationsprobleme zu lösen, ist zu einer Pflichtaufgabe unserer Gesellschaft geworden. Was es bedeutet, Flüchtlinge in die Randbereiche ostsächsischer Ortschaften abzuschieben, wie es ja über lange Zeit praktiziert wurde, hat unsere Demokratie doch nahezu unbemerkt an den Rand des Abgrunds gebracht. Ich selbst war dort viele Jahre zu Besuch und bin im Nachhinein noch immer entsetzt, was man den Flüchtlingen und den Ortsansässigen angetan hatte. Deren nun vermehrt demokratiefeindliches Wahlverhalten wurde quasi vorprogrammiert…

    Nicht die billigen Lösungen lösen Probleme wirklich, sondern nur die im humanitären Sinne Effizienten. Sie sind schmerzhaft, aufwändig und nur schwer gegenüber gutmütigen, jedoch furchtsam gemachten AFD-Wählern zu kommunizieren. Angstmache ist die effektivste Art der Wahlwerbung – funktioniert hervorragend und kostet nix… Mit der GG-gedeckten Meinungsfreiheit hat das Ganze schon lange nichts mehr zu tun.

    Ich wünsche mir, dass die Restdemokraten endlich sowas wie “Schulterschluss” praktizieren und zu ihrer Haltung unmissverständlich stehen. Bereit sind, auch unbequeme Lasten gemeinsam zu ertragen und Brandmauern nicht mehr nur für den schnellen Stimmengewinn ausrufen…

    Wie anders will Demokratie und Mitmenschlichkeit überzeugend in die fürwahr auch nicht einsehbaren zukünftigen Generationen transportiert werden? Die dürfen uns doch nicht gleichgültig sein. Es ist allerhöchste Zeit auch bei uns sichtbare Zeichen setzen, wie z.B. mit einem Flüchtlingsheim auf dem Ascheplatz…

    Dieter Richter (74)