Die Stadt hat auch im Lerbacher Wald eine Reihe von Bäumen gekennzeichnet – und damit erneut Sorgen ausgelöst. Daher stellt die Stadt jetzt noch einmal klar, dass lediglich vereinzelt Bäume gefällt werden. Meistens müssten nur trockene Äste entfernt werden. Hintergrund ist die Pflicht zur Verkehrssicherung, der die Stadt jetzt auch in den neu angekauften Waldflächen nachkommt.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der Stadt Bergisch Gladbach

Die Stadt Bergisch Gladbach nimmt die Sicherheit Ihrer Bürgerinnen und Bürger ernst. Und dies auch im und am Wald. Dazu führt sie regelmäßig umfassende Kontrollen der Waldrandbereiche durch, um ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Ziel ist es dabei, potenzielle Gefahren durch geschädigte oder instabile Bäume frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen. Auch in den neu erworbenen Teilen des Lerbacher Waldes werden diese Kontrollen durchgeführt.

Welche Bäume am Wegesrand kontrolliert werden, lässt sich gut an den vorhandenen Ziffern auf der Baumrinde erkennen. „Dass ein Baum gekennzeichnet wird bedeutet nicht, dass er demnächst gefällt werden muss – meistens sind einige Äste trocken und drohen herunterzufallen oder andere Schäden sind festgestellt worden, die durch einfache Maßnahmen beseitigt werden können, ohne gleich auf den Baum verzichten zu müssen“, so Thore Eggert, Beigeordneter für Immobilien, Liegenschaften und StadtGrün.

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Stadt Bergisch Gladbach ist Großwaldbesitzer

36 Hektar Land hatte die Stadt von der Papierfabrik Zanders übernommen. Jetzt kommen rund 240 Hektar von der Familie von Siemens dazu. Im Gegensatz zur Industriebrache können diese Flächen in der Regel nicht bebaut oder vermarktet werden, das Potenzial für die Stadt ist dennoch groß. Ökologisch und ökonomisch. Neben Wäldern, Wiesen und Äcker in Sand und Heidkamp rund um Schloss Lerbach gehören auch einige FNP-Flächen dazu.

Grundlage für die Kontrollen ist die gesetzliche Verpflichtung, dass die Stadt als Eigentümerin dafür Sorge zu tragen hat, dass von ihrem Grundstück keine Gefahren für die Öffentlichkeit ausgehen.

Umfang und Ablauf der Kontrollen

Die Waldrandkontrollen (WRK) werden an rund 62 Kilometern der städtischen Wälder durchgeführt. Dabei erfolgen die Baumkontrollen nach den Baumkontrollrichtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL).

Um eine ganzheitliche Einschätzung der Baumbestände zu ermöglichen, finden die Untersuchungen in einem 15-monatigen Rhythmus statt – jeweils im belaubten und unbelaubten Zustand der Bäume. Die erfassten schadhaften Bäume werden dokumentiert und markiert, um gezielte Maßnahmen zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit zu ergreifen.

Bei der letzten Kontrolle im November/Dezember 2023 wurden 1.129 notwendige Maßnahmen identifiziert und umgesetzt. Die aktuellen Kontrollen laufen bereits wieder an.

Nachhaltige Waldentwicklung

„Die Stadt Bergisch Gladbach verfolgt das Prinzip des Dauerwaldes, das eine langfristige, nachhaltige und stabile Waldbewirtschaftung zum Ziel hat. Die zunehmenden klimatischen Veränderungen führen zu vermehrtem Trockenstress und Pilzbefall. Daher sind gezielte Maßnahmen erforderlich, um die langfristige Stabilität der Bestände zu sichern. Auch wenn die Entnahme alter Bäume oft kritisch gesehen wird, ist sie in bestimmten Fällen unumgänglich, um einen gesunden und stabilen Waldbestand zu erhalten“, führt Theodor Schmidt, Abteilungsleiter der Gebäude- und Grundstücksverwaltung weiter aus.

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Lerbacher Wald: Kreis widerspricht Kritik am „Kahlschlag“

Der (Rheinisch-)Bergische Naturschutzbund teilt das Entsetzen vieler Anwohner und kritisiert die umfangreichen Rodungen im Lerbacher Wald scharf. Doch der Kreis hält die rechtlichen Vorwürfe für nicht haltbar und auch der Investor von Schloss Lerbach argumentiert erneut mit der Sicherheit für eine Öffnung des Parks. Die Naturschützer beklagen einen immensen ökologischen Verlust.

Unser Wald soll sicherer werden

Einige Anwohner der Katterbachstraße sind irritiert: Droht dem Wald hinter ihren Häusern der Kahlschlag, nachdem die Stadt die Ländereien der Siemens-Familie gekauft hat? Mehr als 30 zum Teil sehr große Bäume sind mit auffälligen Zahlen markiert. Tatsächlich aber, erläutert die Stadt, handele es um überfällige Sicherungsmaßnahmen, die in allen neu erworbenen Flächen anlaufen. Wie viele Bäume gefällt werden sollen, legt sie jedoch nicht offen.

Besonders an Waldrändern, Wegen und in der Nähe von Siedlungen ist die Entfernung von abgestorbenen oder gefährdeten Bäumen notwendig, um Gefahren für die Öffentlichkeit zu minimieren. Wo immer möglich, wird auf Kroneneinkürzungen, die Entfernung von Totholz und Lichtraumprofilschnitte gesetzt.

Fällungen sind die letzte Option und werden nur dann durchgeführt, wenn keine Alternativen bestehen. Nach notwendigen Eingriffen wird auf eine natürliche Wiederbewaldung durch Naturverjüngung oder gezielte Pflanzmaßnahmen mit standortgerechten Baumarten gesetzt. So soll langfristig ein stabiler und widerstandsfähiger Wald entstehen.

Die steigende Zahl erforderlicher Maßnahmen und begrenzte Kapazitäten führen dazu, dass die Arbeiten nach einer klaren Priorisierung der Gefahrenlage erfolgen. Die Stadt Bergisch Gladbach bleibt jedoch ihrem Ziel verpflichtet, eine nachhaltige und sichere Waldentwicklung zu gewährleisten und damit die Natur und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen zu schützen.

Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbeirat des RBK

Der Naturschutzbeirat des Rheinisch-Bergischen Kreises (RBK) war auf Fällaktionen an den Wegen im Lerbacher Wald aufmerksam geworden. Bei einem Gespräch mit dem zuständigen Beigeordneten und Stadtkämmerer Thore Eggert, an dem mehrere Mitglieder des Naturschutzbeirats teilnahmen, wurden die bereits laufenden und noch anstehenden Maßnahmen, die im Auftrag der Stadt vom Holzkontor Bergisches Land durchgeführt werden, näher besprochen.

Seitens des Naturschutzbeirats wurde dieses Vorgehen begrüßt, frühzeitig informiert zu werden, um die Entwicklung des Waldes gerade in diesem äußerst sensiblen Bereich in unmittelbarer Innenstadtnähe gemeinsam zu begleiten und auch Anregungen aus dem Gremium geben zu können.

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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  1. Lieber Herr Flossbach,
    wie recht Sie haben mit ihrer Kritik! Dazu das Zitat eines Ureinwohners von Kanada sinngemäß: wenn der letzte Baum gefällt ist,werdet ihr merken,dass man Gold nicht essen kann.
    Vor einiger Zeit hat mich jemand gebeten, mein kleines Stückchen Wald an die ihn zu verkaufen. Zum Glück habe ich es nicht gemacht. Die Pflege kostet zwar einiges,das wird aber durch den Anblick,besonders jetzt im Frühjahr ,voll ausgeglichen!

  2. Auch ein naturnaher Wald muss gepflegt werden – umso mehr in Zeiten des Klimawandels, in denen erst die Lärchen, dann die Fichten und nun (an trockenen Standorten) die Buchen absterben. Keine leichte Aufgabe, wenn niemand wirklich weiß, welche Baumarten in 30 oder 50 Jahren die “richtigen” sind!

    Insofern gut, dass die Stadt sich um den Lerbacher Wald ‘kümmert’. Es wäre schön, wenn auch anderswo zumindest die Wege freigehalten würden: Manche umgestürzten Bäume liegen jahrelang quer drüber, was das Spazierengehen etwas erschwert.

  3. Als Kind mit meinem Opa jeden Tag im Lerbacher Wald! Als Teenager mit dem Fahrrad durchgesaust, als junge Frau dort geloggt und als verheiratete Frau mit meinem Mann regelmäßig dort gewalkt! Mein Lieblingswald, meine Heimat! Aber kaum hat die Stadt ihre Finger mit drin, wird alles platt gemacht, abgeholzt, ausgedünnt, zerstört!

    1. Das ist Blödsinn Frau Müller, der Wald ist schon die letzten Jahre aufgrund des Baumsterbens stellenweise sehr ramponiert, dafür kann aber die Stadt ausnahmsweise nichts.

      1. Hallo Herr Lesnik,
        Zum Teil muss Ich Frau Müller allerdings Recht geben. Früher war der Wald Lerbach und der Größere Wald Nebenan ein wundervoller Ort.
        Für Menschen. Für Bäume. Für Tiere. Für Insekten. Für die Stadt allgemein.

        Viele Anwohner haben Erinnerungen wie Frau Müller. Der Ort war ein Ort für Mensch und Natur. Und ja früher gab es auch schon Borkenkäfer, Stürme und ein paar Kranke Bäume.

        Heutzutage ist eher die Devise: Maximaler Profit. Umwelt Maximal Schaden. Tiere maximal zu quälen. Und maximal viele Bürger den Zugang zur Natur verwehren. Und da sind sie gut drin. Ich nenne keine Namen.

        Das sieht man auch an anderen Stellen im Wald. In Naturschutzgebieten im Nachbarwald wird auch geholzt und geholzt. Was Ich so noch nie gesehen habe woanders. Baustellen die plötzlich da sind. Müll. Ja sogar das Wasser wirkt irgendwie anders.
        Früher habe Ich so etwas Nie gesehen. In über 20 Jahren nicht.

        Vielleicht sollte man anfangen Wald nicht nur als Wirtschaftsgut zu betrachten. Wie man ein Auto ansieht. Denn so kommt die Gefahr das er verbraucht wird hin zu kaputter Landschaft.
        Sondern vielleicht sollte man die Tiere darin wertschätzen. Die Umwelt darin Wertschätzen. Die Menschen auch mal die Natur genißen lassen. Laufen. Waldbaden. Vielleicht auch mal das ein oder andere Picknick machen.
        Viele verschiedene Bäume pflanzen die zusammen passen und auch das Klima der Zukunft aushalten können. Und ja natürlich auch Geld verdienen.

        Aber wenn der Fokus nur auf Geld verdienen liegt dann werden wir bald alles verlieren. Die Natur. Den Wald. Unsere Gesundheit.
        Und mit dem Geld kann man sich das alles aber nicht mehr zurückkaufen.

        Ich empfehle mehr Achtsamer und milder sein zur Natur und zu dem Wald. Aber darauf hört eh keiner.
        Nette Grüße
        Fabian