Alexander Felsch und Marcel Kreutz bei einer Debatte mit dem Verein Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt. Foto: DeVi

Marcel Kreutz und Alexander Felsch haben sich bei einer Diskussionsrunde des Vereins Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt in den Otto-Hahn-Schulen einer Vielzahl von Fragen gestellt. Häufig stimmten die Bürgermeister-Kandidaten von SPD/Grüne sowie CDU/FDP überein, präsentierten aber auch unterschiedliche Ansätze.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt e.V.

Im Rahmen des Programms „Gemeinsam Gläbbisch“ aus Anlass seines Vereinsjubiläums hatte Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt e.V. die beiden Bürgermeisterkandidaten Alexander Felsch (CDU/FDP) und Marcel Kreutz (SPD/Grüne) zu einer Frageabend eingeladen. Mehr als 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen in die Aula der Otto-Hahn-Schulen, um ihre Fragen zu stellen.

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Ziel der vom Verein organisierten Diskussion war es, herauszufinden, welche politischen Schwerpunkte die Kandidaten setzen wollen und wie sie demokratisches Miteinander und Teilhabe in der Stadt stärken möchten. Die Moderation übernahm Heribert Bergermann.

Nach einem persönlichen Einstieg durch Fragen von Schülerinnen und Schülern der Nelson-Mandela-Gesamtschule entwickelte sich eine engagierte Diskussion. Im Zentrum standen zentrale Zukunftsfragen für Bergisch Gladbach.

Beide Kandidaten betonten die Bedeutung von Bürgerbeteiligung – allerdings mit unterschiedlichen Ansätzen. Marcel Kreutz nannte das Forum Gronau als gelungenes Beispiel, bei dem Beteiligung auch zu sichtbaren Ergebnissen führt. Alexander Felsch hingegen äußerte Zweifel an Bürgerräten und sprach sich für direkte Gespräche und bürgernahe Formate aus.


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Einigkeit herrschte bei der Bedeutung von Jugendpartizipation: Beide Kandidaten sprachen sich dafür aus.

Auch beim Thema Vielfalt und Integration zeigten sie Haltung. Felsch kündigte an, bestehende Vielfaltsprojekte fortzuführen, Kreutz ergänzte, ein Bürgermeister müsse auch andere Akteure motivieren, sich für eine offene Stadtgesellschaft einzusetzen.

In der Integrationspolitik hoben beide hervor, wie wichtig eine menschenwürdige Unterbringung sei – insbesondere der schnelle Umzug aus Sammelunterkünften in Wohnungen.

Ein weiteres wichtiges Thema war die Barrierefreiheit in der Verwaltung. Felsch betonte, städtische Kommunikation müsse für alle verständlich sein. Kreutz versprach, künftig verstärkt einfache Sprache zu nutzen und digitale Verwaltungsangebote auszubauen.

Auf die Frage nach dem Umgang mit der AfD bekannten sich beide klar zur demokratischen Mitte: Zusammenarbeit mit der AfD werde es nicht geben. Ebenso zeigten sich beide offen für gute Anträge aus allen politischen Lagern – parteiübergreifende Zusammenarbeit sei wichtig für die Stadt.

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„Die Veranstaltung war ein gelungenes Beispiel für lebendige, konstruktive Demokratie – nah an den Menschen, offen für Diskussion und klar in der Haltung. Es war starker Beitrag in unserem Jubiläumsmonat eines Vereins, der sich für Vielfalt und demokratische Kultur in Bergisch Gladbach engagiert“, freute sich Udo Neumann, Vorsitzender des Vereins. 

Die Veranstaltung war Teil einer Reihe von Formaten zum einjährigen Bestehen des Vereins „Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt e.V.“ der sich für die Stärkung demokratischer Werte und kultureller Vielfalt in der Stadtgesellschaft einsetzt. Das vollständige Veranstaltungsprogramm unter dem Motto „Gemeinsam Gläbbisch“ finden Interessierte auf der Homepage: www.gl-devi.de.

Weitere Informationen zum Verein und seinen Aktivitäten unter www.gl-devi.de oder auf Instagram, Facebook und TikTok unter @gl.de.vi.

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  1. Ein gelungener Abend, danke an Demokratie und Vielfalt für die Organisation!

    Allerdings war ich schockiert von Herrn Felsch, als er gefragt wurde, weshalb er und seine CDU bei drei großen demokratischen Veranstaltungen der Stadtgesellschaft in den letzten Monaten (der Demonstration gegen Zusammenarbeit mit der Afd am 01.02., dem Flashmob von Demokratie und Vielfalt für demokratischen Zusammenhalt vor der Bundestagswahl und der bunten Aktion von InBeCo und dem Tanztheater Lichtgestalten zum Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung) stumm an ihrem Wahlkampfstand gegenüber standen und sich kein bisschen beteiligt haben.

    Als wäre das nicht traurig genug, antwortete Herr Felsch, man “müsse ja auch schauen, wer hinter dem Banner steht… ob diese auf der Grundlage der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen”.

    Waren es nicht Demokratie und Vielfalt – deren Veranstaltung diese Podiumsdiskussion wohlgemerkt war – selbst, oder das Tanztheater Lichtgestalten (ein demokratisches partizipatives Muster-Projekt unserer Stadt), die “hinter dem Banner standen”. Es ist peinlich, dass sich Herr Felsch und seine CDU nicht trauen, sich zu Demokratie und Vielfalt (den Grundwerten, nicht nur dem Verein) in Bergisch Gladbach zu bekennen.

    1. Herr Vossebrecker, für mein Empfinden würde ihrem Verein und dessen Mitgliedern gut stehen, den demokratischen Grundsatz auf alle Menschen anzuwenden. Mir persönlich sind sie ein wenig zu missionierend unterwegs und greifen vor allem immer wieder Menschen persönlich an, die ihnen nicht uneingeschränkt folgen. Das empfinde ich als äußerst unangenehm und mir drängt sich zum wiederholten Mal das Gefühl auf, dass der Begriff “Demokratie” bei Ihnen eine sehr eindimensionale Rolle spielt. Der Grundgedanke Ihres Vereins ist sicher nicht verkehrt, jedoch politisch derart extrem, dass ich Herrn Felsch zu seiner neutralen Haltung höchsten Respekt zolle