Der Dachgarten des Blau-Weiß Hand in der Abendstimmung. Fotos: Annette Voigt

Der Sportverein SV Blau-Weiß Hand mag es gerne grün und nachhaltig. Für seinen Dachgarten ist er schon beim Wettbewerb „Bunt statt grau“ ausgezeichnet worden. Er setzt auf Photovoltaik, auf Kork und Regenwasser – und integriert den Einsatz für den Klimaschutz in das Vereinsleben. Denn er versteht sich als mehr, als ein Ort zum Sport treiben. Mit diesem Beitrag setzen wir unsere Serie MehrGrün fort.

Schon seit 2021 besitzt der Sportverein SV Blau-Weiß Hand e. V. einen Dachgarten und erhielt dafür 2022 einen Preis beim Vorgartenwettbewerb „Bunt statt grau“ in der Kategorie „Gute Beispiele Vorgärten Vereine und Firmen“. Bei der Neugestaltung der Dachterrasse war es für den Verein wichtig, nicht nur das Areal verstärkt zu begrünen, sondern auch einen Beitrag zur klimafreundlichen Gestaltung zu leisten.

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Der Verein mag es gern grün und nachhaltig. So spart er Energie, indem er die Beleuchtung in der Tennishalle und des Fußballplatzes auf LED umrüsten ließ und eine eigene Photovoltaikanlage errichtete. Damit weniger Mikroplastik in die Umwelt gelangt, wurde Kork anstelle von Kunststoffgranulat für den Kunstrasenbau genutzt.

Eine eigene Zisterne sammelt das Regenwasser, um somit kostbares Trinkwasser beispielsweise für die Bewässerung der Tennisplätze einzusparen. Analog zum Dachgarten sollen weitere Flächen bepflanzt werden, am besten mit Wiesenblumen auf den Rasenflächen. „Die Hecken ringsherum sind eigentlich ökologisch tot und sollen im Sinne der Artenvielfalt gestaltet werden“, sagt Guido Hüpper, der Vereinsvorsitzende. „Je mehr Grün desto besser.“

Ein solider Dachgarten entsteht 

„Das Flachdach war undicht und die Gelegenheit somit günstig, zusätzlich zur neuen Terrasse einen Dachgarten anzulegen. Wir wollten damit einen Ort schaffen, der eine Urlaubsatmosphäre bietet.“, erklärt Hüpper. „Der Aufbau unseres Dachgartens entpuppte sich allerdings als sehr planungs- und kostenintensiv und war ohne die fachliche Hilfe eines ortsansässigen Dachdeckers und, einem Spezialisten für Dachbegrünung nicht möglich. Auch eine Förderung aus Mitteln der Sportpauschale der Stadt Bergisch Gladbach trug zum Gelingen bei.“ 

Eine wasserfeste Wurzelschutzfolie, der Teichfolie ähnlich, bildet die Grundlage des begrünten Daches, das von einem angrenzenden Schrägdach mit Regenwasser gespeist wird. Eine spezielle Erdschicht war nötig, damit die Sukkulenten an diesem sonnigen Standort mit viel Licht gedeihen können. Die Dachfenster mitten im Dachgarten durften nicht begrünt werden. „Wir lernten, die Pflanzen nicht zu eng, also in größerem Abstand zueinander, einzupflanzen, da diese sich im Laufe der Zeit ausbreiten“, meint Hüpper.  

Hintergrund: Mit der Serie „mehr Grün für die Stadt“ …

… macht unsere Autorin Annette Voigt auf Musterbeispiele für grünes Engagement in Bergisch Gladbach und im Rheinisch-Bergischen Kreis aufmerksam. 

Angesichts der zunehmenden Negativauswirkungen des Klimawandels wie Hitze -und Trockenperioden, Starkregen und Hochwasser ist der Erhalt von Grünflächen und die Neuanpflanzung klimaresistenter und schattenspendender Pflanzen, Bäume und Gehölze notwendiger denn je. In Zeiten knapper werdenden Wasserressourcen gilt es auch hier umzudenken und einzusparen, z. B. indem Rasenflächen zu blühenden Blumenwiesen umgewandelt werden. Möglichst viel Grün gehört in die Stadt, denn das sind die grünen Lungen der Bergisch Gladbacher Bevölkerung, unsere Sauerstoffproduzenten.

Doch statt dessen ersetzen Schottergärten und durchgeflieste Flächen ehemals grüne Vorgärten. Sie wirken der Biodiversität entgegen und berauben den Insekten und Kleingetier ihren Lebensraum. Da es von der Stadt keine Verfügungen gibt, die diese grauen „Steinwüsten“ verbieten oder zumindest reglementieren, können diese Beispiele dazu beitragen, an die grüne Vernunft zu appellieren.

Eine Reihe von Gartenprojekten haben wir bereits vorgestellt; Sie finden sie unter diesem Artikel.

Kennen Sie weitere Projekte dieser Art? Melden Sie sich gerne bei der Autorin.

Der Verein bevorzugte auf jeden Fall klimaresistente Pflanzen. Pflegeleicht, genügsam, robust, winterhart, Wasser speichernd, ohne sonst übliches Nachpflanzen. Eine solche Pflanzensorte ist die Sukkulente, die die Vereinsmitglieder selbst unter Anleitung der Fachleute einsetzten. Sukkulenten verfügen über große Wasserspeichergewebe mit dicken, fleischigen Blättern und Stängeln und sind daher an besondere Klima- und Bodenverhältnisse angepasst. Selbst längere Trockenperioden überstehen sie in der Regel problemlos.

Dennoch bedarf es einer regelmäßigen Pflege wie Unkraut jäten, Laub zwecks Vermeidung von Wasseransammlungen entfernen, bei Bedarf düngen. ‍Damit das Gründach noch viele Jahre lang begeistert, braucht es nur etwas Aufmerksamkeit und Pflege. Dafür sorgen die jeweiligen Vereinsmitglieder. Die Pflege ist allerdings nicht so intensiv wie in einem Garten. 

Das begrünte Dach verläuft parallel zur Außenterrasse, die vom Restaurants „Rossini“ genutzt wird. Weiße Glaskugeln, Ballonähnliche Lampen mitten in den Sukkulenten, tauchen abends den Dachgarten stimmungsvoll in warme Farben. Dachgarten und Lounge bilden eine charmante Einheit, die eine Innenarchitekin, selbst Mitglied im Verein, mit ausgewähltem Interieur wirkungsvoll in Szene setzte. 

Der Dachgarten, ein Ort der Begegnung

Inzwischen sind Jahre vergangen und der Verein möchte seinen Dachgarten nicht mehr missen, denn er bietet Anlass für vielseitige Begegnungen und Aktionen. Dieser spezielle Garten gehört einfach zum Vereinsleben dazu. Dieser schmale Grünstreifen verleiht dem gesamten Areal des Sportvereins eine natürliche Note wie auch das grüne Buschwerk, das die beiden Tennisplätze umrahmt. Er spricht an und lädt zum Verweilen ein. 

Der Sportverein mit seinem vielfältigen Angebot aus Breitensport, Bogensport, Tennis, Fußball, Handball und Laufveranstaltungen für Jung und Alt fördert die Gemeinschaft der rund 1.800 Mitgliedern untereinander. Menschen sollen Freude am Sport und an Bewegung haben. „Wir sind mehr als ein Ort zum Sport treiben“, erläutert Hüpper.  

Weitere Beiträge zum Verein

Sowohl die Pflege des Dachgartens als auch der sogenannte „grüne“ Aktionstag, bei dem die gesamte grüne Anlage gesäubert wird, findet in Gemeinschaft zwischen Jung und Alt statt wie auch verschiedene Ausflüge. Letztens fuhren über 60 Personen der Abteilung Tennis „zwischen zwei und sechzig“ an den Gardasee. Gemeinsame Feste auf der Dachterrasse neben dem Dachgarten sind auch sehr beliebt. 

Die Vorteile einer Dachbegrünung

Für Städte ergibt sich die Notwendigkeit, sich den Klimabedingungen anzupassen. Ein wirksames umweltfreundliches Mittel ist dabei die Dachbegrünung und die von Garagen. Grüne Dächer sehen nicht nur schön aus, sondern sind auch gut für die Gesundheit, für die Artenvielfalt, verbessern das Stadtklima und erhöhen somit die Wohn und -Lebensqualität. Die Dachbegrünung holt den Garten aufs Haus, bringt ein Stück Natur zurück und erhöht den Grünanteil der Umgebung um viele Quadratmeter. 

Die Bepflanzung grüner Dächer sorgt beispielsweise dafür, dass mehr Feinstaub und Schadstoffpartikel aus der Luft gefiltert werden. Begrünte Dachflächen helfen somit, den CO2-Anteil in der Luft, ein Hauptverursacher der Klimaerwärmung, zu reduzieren. Nicht nur Grün ist in Innenstädten und Wohnquartieren oft Mangelware, auch für Insekten und andere Tiere ist die Stadt kein attraktiver Ort.

Eine Dachbegrünung bietet Tieren und Pflanzen jedoch einen wertvollen Lebensraum und fördert auf diesem Wege die Artenvielfalt in der Stadt. Und im Sommer in der Stadt ist es heiß, heißer als am Stadtrand. Dachbegrünungen wirken kühlend und machen das städtische Klima erträglicher.

Während sich beispielsweise schwarz geteerte Flachdächer in der Sonne stark aufheizen und diese Wärme auch nachts abgeben, wirken Gründächer dagegen wie natürliche Klimaanlagen. Mit einer Dachbegrünung kann außerdem mehr Niederschlag aufgenommen werde, denn ein grünes Dach speichert Regenwasser.  

‍„So viele Dächer von Garagen, An- und Vorbauten, Carports, Flachdächer sind noch immer viel zu grau oder Vorgärten versiegelt. Da wollen wir weiterhin mit guten Beispielen vorangehen und uns für den Klimaschutz aktiv einsetzen“, verspricht Hüpper mit Blick auf die Zukunft des Vereins. 

Wer auch eine Dachbegrünung plant, kann sich gerne mit Guido Hüpper in Verbindung setzen: vorstand@blau-weiss-hand.de

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Vereins.

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