Zwei Stunden saß der Verkehrsausschuss nach, um seine Hausaufgaben nachzuarbeiten. Bei vielen Projekte gelang das weitgehend sachlich – wenn auch hin und wieder der Ideologie-Vorwurf hervorblitzte. Es ging vor allem um Straßen: Altenberger-Dom, Leverkusener und Paffrather. Und um Parkplätze. Und darum, wie Köln Bergisch Gladbach immer weiter vom ÖPNV-Netz abschneidet.
Wir bringen die wichtigsten Entscheidungen und Debatten in einem ad-hoc-Protokoll knapp auf den Punkt.
Inhaltsverzeichnis
- Gleis zum/auf dem alten Bahndamm
- Simulation Verkehrsfluss Altenberger-Dom-Straße
- Umbau Haltestelle Schlodderdicher Weg
- Sanierung Robert-Koch-Straße
- Umbau der unteren Paffrather Straße
- Parksuchverkehr in Schildgen
- Schulstraße für die KGS In der Auen
- Tempo 30 im Zentrum von Moitzfeld
- Parkplätze für das Forsthaus Steinhaus
- FWG stellt Fahrradstraße Hasenweg in Frage
- Linie 18, Linie 1: KVB hängt Bergisch Gladbach ab
Mitte Juni war die reguläre Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr (AMV) chaotisch verlaufen. Der Vorsitzende Josef Cramer war kurzfristig ausgefallen, zudem waren zu viele sachkundige Bürger und zu wenig ordentliche Ratsmitglieder im Saal. Weil eine Feststellung der Nicht-Beschlussfähigkeit drohte, hatte die CDU durchgesetzt, die „weniger wichtigen Themen“ zu vertagen.
Am Donnerstag trat der Ausschuss nun zur Sondersitzung zusammen, um die offenen Hausaufgaben abzuarbeiten. Cramer entschuldigte sich zum Start, dass er aus privaten Gründen nicht zur regulären Sitzung hatte kommen können, bedankte sich bei den Vertreter:innen von der CDU, die eingesprungen waren, und mahnte Grüne und SPD, künftig ausreichend ordentliche Ratsmitglieder zu entsenden.
Dann ging es Schlag auf Schlag.
Gleisstillegung genehmigt
Vor dem Einstieg in die Tagesordnung teilte die Verwaltung mit, dass das Eisenbahnbundesamt die beantragte Stilllegung des alten Gleises auf dem Bahndamm genehmigt habe. Das wurde vor allem auf Seiten von Grünen und SPD begrüßt – und gibt der Stadt bei weiteren Entscheidungen rund um den Bahnhof, die Britanniahütte und das Gleisdreieck mehr Bewegungsspielraum.
Keine Versuche auf der Altenberger-Dom-Straße
Die CDU hatte beantragt, vor dem geplanten Umbau der Hauptverkehrsstraße in Schildgen noch einmal einen vierwöchigen Verkehrsversuch zu unternehmen – um zu klären, ob die von den Planern vorgenommenen Simulationen der künftigen Verkehrsströme in der Praxis bestätigt werden. Das sei zudem eine Chance, die Pläne noch einmal feiner abzustimmen, sagte CDU-Sprecher Harald Henkel.
Ein Ansinnen, das von Grünen und SPD als weiterer Versuch der CDU gewertet wurde, das Projekt weiter zu verzögern. Die Verwaltung hatte in ihrer Beschlussvorlage ebenfalls abgeraten – die Kosten und der Personalaufwand seien nicht gerechtfertigt.
Hier tauchte zum ersten Mal der Kampfbegriff „Ideologie“ auf, so kennzeichnete Henkel die ablehnende Haltung von Rot-Grün. Die konterten, ihre Argumente seien sachlich, die der Gegenseite dagegen …
Die Abstimmung zeigte die grundsätzlichen Kräfteverhältnisse an diesem Abend im Ausschuss auf: Der Verkehrsversuch wurde mit den neun Stimmen von Grünen, SPD und FWG abgelehnt. Mit acht Stimmen unterlagen CDU, FDP und AfD knapp.
Die Beschlussvorlage im Ratsinformationssystem, alle Beiträge zur Altenberger-Dom-Straße
Grünes Licht für Schlodderdicher Weg
Die barrierefreie Umgestaltung einer Haltestelle am Schlodderdicher Wegs war weitgehend unumstritten. Die CDU plädierte lediglich für die weniger umfangreiche Variante V1. Grüne, SPD und FWG favorisierten die weitergehende Variante 2. Die Entscheidung fiel einstimmig, bei Enthaltung der CDU.
Die Einführung von Tempo 30 werde parallel verfolgt und sei der logische nächste Schritt, sagte der zuständige Beigeordnete Ragnar Migenda auf Nachfrage der FWG.
Neue Decke für die Robert-Koch-Straße
Bei der anstehenden Sanierung und dem Umbau zugunsten des Fußverkehrs der Robert-Koch-Straße, die von der Paffrather Straße hinauf zum Marien-Krankenhaus führt und von vielen Rettungswagen befahren wird, meldeten sich nur Grüne und SPD zu Wort.
Dem Beschlussvoschlag stimmten alle Fraktionen zu, nur die CDU stimmte dagegen.
Umbau der Paffrather Straße
Die Vorplanung für die Sanierung der Paffrather Straße vom Rathaus bis hinauf zur Reuterstraße wurde von SPD und Grünen ausdrücklich begrüßt. Als wichtigen Lückenschluss und eine Verbesserung für den Busverkehr, der sich auf der wichtigen Verbindungsstrecke zwischen Bahnhof und Markt immer wieder staue.
Die Verwaltung wies die Annahme der CDU, der Straßenraum werde für die Autos eingeengt und damit auch der Busverkehr behindert, zurück. Im Gegenteil, die Fahrbahn werde sogar ein Stück breiter.
Dafür fallen allerdings zahlreiche Parkplätze weg; die Behindertenparkplätze und auch die Taxistellplätze bleiben jedoch erhalten.
Dennoch argumentierte die CDU gegen den Wegfall der Parkplätze, durchaus spitzfindig. Der Stadtrat habe sich verpflichtet, alle Maßnahmen, die Geld kosten oder die Einnahmen reduzieren, durch Einsparvorschläge zu kompensieren. Wie denn der Wegfall der Einnahmen aus den Parkgebühren für diese Stellplätze ausgeglichen werde, fragte Henkel.
Nicht nur Grüne und SPD, sondern auch der Beigeordnete Migenda reagierten pikiert. Wie solle man diese Frage ernst nehmen, wenn die CDU gerade erst dafür gestimmt habe, im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes 15.000 Euro zu verbrennen oder für neue Parkscheinautomaten sehr viel höhere Summen aufzurufen? Natürlich könne die Verwaltung die Einnahmeverluste jedes einzelnen Stellplatzes aufrechnen – komme dann aber noch weniger zu ihrer eigentlichen Arbeit.
Die Stadt, so Migenda, werte die Straße durch den Umbau, durch grüne Ecken und einige Bäume deutlich auf, das komme auch dem Einzelhandel und der Gastronomie zu Gute.
Für die Sanierung stimmten Grüne, SPD und FWG, dagegen die AfD. CDU und FDP enthielten sich.
Die Pläne im Ratsinformationssystem
Altenberger-Dom-Straße und die Parkplätze
Kompliziert und kleinteilig geriet die Debatte über die Frage, mit welchen Maßnahmen der Parkplatz-Suchverkehr bei einer Sanierung der Altenberger-Dom-Straße mit dem Wegfall von Parkplätzen am besten geregelt werden kann. Umstritten war die Frage, ob es wirklich ein elektronisches Parkleitsystem braucht und wie der Parkplatz Am Schild aufgewertet werden kann.
Für die SPD schlug Oliver Herbst vor, die hohe Belastung (nicht zuletzt auch auf dem Nittumer Weg) durch eine Pförtnerampel am Ortseingang zu regeln. Es dürfe nur soviel Verkehr aus Schlebusch reingelassen werden, wie in Schildgen durchpassten.
Diesen und einige weitere Ideen hatten SPD und Grüne in einen Änderungsantrag gepackt, der bei der Verwaltung aber nicht angekommen war. Daher zeigte sich die CDU außerstande, jetzt darüber zu beraten – und beantragte eine Vertagung dieses Antrags.
Dafür erhielt sie zum ersten Mal an diesem Abend eine Mehrheit: Neben CDU, FDP und AfD stimmte auch die FWG für die Vertagung.
Der eigentliche Beschlussvorschlag der Verwaltung wurde sehr kleinteilig abgestimmt. Alle sieben Unterpunkte erhielten eine Mehrheit, zum Teil einstimmig, zum Teil gegen bzw. bei Enthaltung von CDU und FDP, in einem Fall auch gegen FWG und AfD.
Den Beschlussvorschlag mit einer detaillierten Aufstellung der Maßnahmenbündel finden Sie hier.
Schulstraße für die KGS in der Auen
Dem Vorschlag der Verwaltung, den Schulweg zur Grundschule durch die Einrichtung einer Schulstraße (Sperrung für den Autoverkehr zu Schulbeginn und -ende mit Ausnahmegenehmigungen für Anwohnende) stieß bei FWG, Grünen und SPD auf große, bei CDU und FDP auf verhaltene Zustimmung. Nur die AfD stimmte gegen den Beschluss.
Die Beschlussvorlage im Ratsinfosystem.
Kidical Mass fordert Schulstraßen statt Elterntaxis
Regelmäßig kommt es durch Elterntaxis zu gefährlichen Situationen. Das Aktionsbündnis Kidical Mass und vier Bergisch Gladbacher Grundschulen setzen sich daher dafür ein, dass Straßen im direkten Umfeld der Schulen in der Bring- und Abholzeit für den Autoverkehr gesperrt werden. Der Schulweg soll dadurch für die Kinder sicherer werden.
Sanierung der Leverkusener Straße
Auch bei einigen zusätzlichen Maßnahmen im Umfeld der überfälligen Sanierung der Leverkusener Straße in Schildgen gab es – trotz einer kurzen Stichelei der Grünen gegen die CDU – große Übereinstimmung. Dabei ging es um den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen, eine neue Querungsinsel und den barrierefreien Ausbau von bestehenden Querungsstellen. Dieser Beschluss wurde einstimmig gefasst.
Beschlussvorlage im Ratsinfosystem
Tempo 30 in Moitzfeld
Ein Antrag von Grünen und SPD, die Einführung von Tempo 30 im Zentrum von Moitzfeld zu prüfen, stieß bei FWG und FDP auf Überraschung. Weil sie davon ausgegangen waren, dass dort, im Umfeld von Kita, Grundschule und Kirche, ohnehin die Temporeduzierung gelte.
Der Ausschuss stimmte mit großer Mehrheit zu, gegen die AfD, bei Enthaltung der CDU.
Parkplätze für das Forsthaus Steinhaus
Kontrovers wurde es dann noch einmal bei einem Antrag der CDU, die Stadt möge doch für einen Ersatz der Parkplätze sorgen, die beim Bau des Grünen Mobilhofs in Moitzfeld wegfallen – damit Besucher:innen des Forsthaus Steinhaus und des Königsforsts weiterhin ihr Auto abstellen könnten. Auch wenn die Physik dagegen spreche, müssten sich doch kreative Lösungen finden.
Erneut war es der (grüne) Beigeordnete Migenda, der die CDU darauf hinwies, dass dies nicht die Aufgabe der öffentlichen Verwaltung sei – sondern der beteiligten privaten Unternehmen. Die Stadt nutze ein eigenes Grundstück, um mit dem grünen Mobilhof ein Leuchtturmprojekt zu realisieren. Wenn dadurch Parkplätze, die bislang irregulär genutzt worden waren, wegfallen, sei das nicht das Problem der Stadt.
Wenn das Forsthaus Steinhaus mit dem nahegelegenen Unternehmen Miltenyi oder dem Technologiepark über alternative Parkmöglichkeiten reden wolle, könne die Stadt das zwar unterstützen, die Initiative müsse aber vom Forsthaus selbst kommen. Zudem stellte Migenda (erneut) klar, dass die Brücke über die Autobahn zum Forsthaus nie für private PKW zugelassen war.
Wie Sie das Forsthaus Steinhaus (nicht) erreichen
Der RVK hat die Straße „Steinhaus“ gesperrt, um eine Zufahrt für den Grünen Mobilhof zu bauen. Nun kommt man nur noch zu Fuß und mit dem Rad zum Forsthaus Steinhaus. Das waldpädagogische Informationszentrum klagt über große Einschränkungen, das Waldcafé sei bedroht. Wanderparkplätze fehlen in dem Bereich grundsätzlich.
Nach langer Debatte bot Migenda an, erstens Gesprächsinitiativen von Seiten des Forsthauses zu unterstützen und sich zweitens beim Kreis dafür stark zu machen, dass über einen regulären Wanderparkplatz nachgedacht werde.
Damit erklärte sich auch die CDU einverstanden und zog ihren eigenen Antrag zurück.
Fahradstraße erneut in der Debatte
Für die FWG sprach Laschet, verkleidet in eine Anfrage, das Thema „Fahrradstraße Hasenweg“ an. Die sei zwar längst beschlossen worden, entspreche aber nicht „Volkes Wille“, konkret der Anwohnerschaft in Refrath, die mit dem Status quo völlig zufrieden sei. Könne man diesen Beschluss nicht wieder aufheben, fragte Laschet?
Erneut erinnerte Migenda, dass dieses Thema im Ausschuss intensiv debattiert und mit Mehrheit beschlossen worden sei. Der Beschluss sei bindend, die Verwaltung jetzt in der Verantwortung, das Projekt auch umzusetzen. Das sei auch sachlich richtig – denn die Politik habe das übergeordnete Ziel gesehen, ein geschlossenes Netz von Fahrradstraßen zu schaffen. Wohingegen die Anwohnerschaft nur ihren kleinen Ausschnitt vor der Haustür sehe.
KVB hängt Bergisch Gladbach ab
Ganz zum Schluss berichtete Jonathan Ufer (Grüne), dass die KVB entschieden habe, die Linie 18 nicht mehr bis Thielenbruch fahren zu lassen, sondern schon sechs Haltestellen vorher umkehren zu lassen. Damit falle für die direkte Verbindung von Bergisch Gladbach zum Kölner Hauptbahnhof als einzige Alternative zur S11 aus. Angesicht der Unzuverlässigkeit der der bereits angekündigten langen Sperrzeiten der S-Bahn eine mittlere Katastrophe. Könne die Stadt, so die Frage Ufers, da nichts unternehmen?
Gegen die Verkürzung der Linie 18 richtet sich diese Petition.
Ein ähnliches Problem, ergänzte Josef Wagner (CDU), erlebe Refrath schon seit einiger Zeit. Die KVB habe die Verstärkerfahrten auf der Linie 1 eingestellt, mit gravierenden Folgen für den Berufsverkehr zwischen Refrath und Köln.
Erneut musste Migenda auf die begrenzten Einflussmöglichkeiten der Verwaltung hinweisen. Wenn es darum gehe, die KVB und die Stadt Köln zu mehr Rücksicht auf die Belange Bergisch Gladbachs zu nehmen, dann müsse die Politik einsteigen. Und zwar von allen Seiten, von oben und von unten. Angeführt vom Kreis, der für den ÖPNV zuständig ist.

Ich erhoffe mir von der Veränderung der Bushaltestelle Schlodderdicher Weg eine gleichzeitige Gesamtveränderung der Straße mit Tempo 30 und mehr Grün zwischen den Parkbuchten auch auf dem oberen Stück des Schlodderdicher Weges zur Mülheimer Straße hin.
Im Zusammenhang mit den Diskussionen um Fahrradstraße und Verkehrsführung im gesamten Stadtgebiet bringe ich gerne die Variante des AdFC Hamburg ins Spiel, die auf eine gemeinsame Tempo 30 Zone abhebt. Viele alte Argumente sind doch auch an neue Gegebenheiten anzupassen.
So ist zum Beispiel die Zunahme von e-Mobilität sowohl bei Autofahrern, als auch bei Radfahrern und sogar e-Rollern anzumerken. Bei Autofahrern verringert dies die Klimaschädigung und führt so zu mehr “Daseinsberechtigung”, bei Radfahrern mit ebikes erhöht sich das Tempo auf z. T. mehr als 30 km/h. Und es gibt außer Kindern gefühlt keinen mehr, der ein herkömmliches Fahrrad fährt.
Außerdem muss auch die Perspektive der Anwohner gesehen werden, die auf ihren Straßen gar nicht mehr ungefährdet Ein- und Ausparken können, da ggf. Radfahrer oder eRoller und rasende, ggf. überholende Autofahrer zu beachten sind. Das wird durch eine weitere Entwicklung zusätzlich erschwert. Es erfolgt in den letzten Jahren eine stetige Zunahme von dauerhaft parkenden geschlossenen Transportern in Wohngebieten, die von den Mitarbeitern von Handwerks- oder Gewerbebetrieben als Firmenwagen zusätzlich mit nach Hause genommen und geparkt werden müssen. Diese Transporter verdecken erheblich die Sicht auf eine freie Straße.
Diese ganz neuen Entwicklungen lassen sich m.E. nur mit Tempo 30 für alle und mehr begrünten Inseln zwischen den Parkbuchten lösen.
Jeder darf für sich entscheiden, ob er Autofahren, Radfahren oder Busfahren möchte. Das hat die Politik oder die Verwaltung nicht für einen zu entscheiden. Aber alle müssten sich an die gleichen Regeln halten. Das käme dem Klima, der Sicherheit und dem Miteinander zu Gute.
Dann bräuchte auch ein Herr Migenda den Anwohnern, die sich um ihre Straße und ihre Belange kümmern, nicht mehr vorzuhalten, “nur den kleinen Ausschnitt vor ihrer Haustüre zu sehen”. Was an sich schon eine Unverschämtheit ist. Und ein Herr Migenda gibt mir auch nicht vor, ob ich ein geschlossenes Netz aus Fahrradstraßen haben möchte.
Ich erwarte aber auch, dass sich sowohl Verwaltung als auch Politik für unsere Belange, was den Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr anbelangt, einsetzen. Die meisten Bürger, die in Köln arbeiten, werden wohl kaum mit dem Fahrrad, sondern gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.
Ich wohne nicht auf dem Hasenweg aber auf einer sehr befahrenen Straße in einem Wohngebiet, die oben schon erwähnt wurde, und bin sowohl Autofahrer als auch Radfahrer. Ich möchte beides nicht missen. Und ich möchte auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu meiner Arbeitsstelle in Köln- linksrheinisch kommen.
Weil mal wieder von Ideologie die Rede ist: Die Ausschusssitzung zeigt doch vor allem mal wieder anschaulich, dass die CDU ideologisch jedes Privileg des motorisierten Individualverkehrs verteidigt.
Im großen und ganzen muss ich dem leider zustimmen. Positiv muss allerdings anerkannt werden, dass die CDU sich offenbar nicht gegen die Einrichtung der Schulstraße gestemmt hat. Andererseits kann man über die Argumentation mit der Gegenfinanzierung der unterstellten Einnahmeverluste aus Parkgebühren nur noch mit dem Kopf schütteln.
Beschlossen wurde lediglich eine Testphase an einer einzigen Grundschule. Angesichts der (positiven) Erfahrungen in anderen Städten finde ich dieses zaghafte Vorgehen unverständlich. Die wirkliche Diskussion wird dann kommen, wenn es um die dauerhafte und (soweit möglich) flächendeckende Einführung von ‘Schulstraßen’ geht.
Linie 18 und KVB: Das müssen andere machen, hat Herr Migenda gesagt? Nein. Ein Aufschrei auch der Stadt ist erforderlich, will GL nicht zu einem abgeschiedenen Walddorf werden, vom Kreis hört man nichts.
Ich fahre seit > 25 Jahren mit der Bahn zu Arbeit nach Köln, was einfach, schnell und unkompliziert war. Wenn die S-Bahn mal wieder ausfiel, suchte man die Reise nach Köln mit der 18 zu bewerkstelligen. Jetzt deutet sich mangels dieser Alternative an, dass ich ein Verbrenner-Auto kaufen muss, um einigermaßen planbar meiner Präsenzpflicht im Büro nachzukommen. Danke KVB und DB Regio, dass ihr mir zeigt, dass treue Kunden nicht gewollt sind. Das Kinder so nur lernen, dass Individualverkehr einfacher, schneller und zuverlässiger ist, ist gut für die Autoindustrie, nicht aber für den Umweltschutz. Vielleicht sollte man die Milliarden für den ÖPNV doch umleiten, um Straßen zu verbreitern, Autos zu subventionieren … Die viel diskutierten Fahrradstraßen hab ich noch nicht entdeckt.
Ich frage mich, ob die Einwohner Bergisch Gladbachs in letzter Zeit jemals außerhalb ihres Stadtgebietes unterwegs waren?
So reicht es eigentlich schon aus, sich einmal nach Köln zu begeben, wo der (Auto-)Verkehr auch nicht zusammengebrochen ist, als Tempo 30 auf der Bergisch Gladbacher eingeführt wurde oder auf den Ringen, Niehler und Aachener Straße, Fahrspuren reduziert wurden.
Richtig verwundern muss einen allerdings wie sehr hier der Weltuntergang herbeigeredet wird, wenn auch nur ein Meter Fahrradstraße eingerichtet werden soll!
So war ich vor ca. einen Monat im Essener Norden unterwegs; dort ist nahezu jeden Nebenstraße eine Fahrradstraße (freigegeben für KFZs). Das mag man zwar als Mogelpackung ansehen, bedeutet rechtlich aber, dass dort nur Tempo 30 zulässig ist und Rechts- vor Links gilt, sowie der Kraftverkehr Nachrang gegenüber Radfahrenden hat.
(Essen ist übrigens hügelig)
Wir hier in Gladbach loben uns, wenn auf einer unwirtlichen Parallelstraße (Hermann-Löns-Straße) ein paar “Schutzstreifen” aufgemalt werden, welche im westlichen Bereich anscheinend als Parkstreifen für KFZ interpretiert werden (Im Schnitt zähle ich da immer 5-6 Autos, obwohl das Bußgeldregister dafür ja sogar 1 Punkt für vorsieht). Zudem bin ich gespannt wann der erste Unfall, z.B. bei der Einfahrt zum Netto, durch einen unachtsamen Kraftfahrzeugführer geschieht, da durch das leichte Gefälle die Radfahrgeschwindigkeiten dort höher als gewöhnlich sind. Auch hält sich kaum ein Autofahrer an die Vorschrift, dass diese Streifen nur bei Bedarf befahren werden dürfen.
Einfach anzeigen! Mit http://www.weg.li kann man super schnell Anzeige erstatten die direkt von dem Ordnungsamt bearbeitet werden.
Ich bedanke mich beim Ausschuss für die Stimmen zur Einführung von Tempo 30 im Zentrum von Moitzfeld und hoffe, dass dieses zeitnah umgesetzt wird.
In der Tat ist nicht nachvollziehbar, warum die Temporeduzierung erst jetzt in den Fokus geraten ist.
Die Entscheidung wird den Bürgern in Moitzfeld eine Menge Lebensqualität und Sicherheit zurückgeben.
Vielleicht nur der Ordnung halber, erst habe ich mich bei Beate Rickes (Bündnis 90/ die Grünen) bedankt, da sie mich sehr kurzfristig in der vorletzten Sitzung vertreten hat, dann habe ich mich bei Herr Renneberg (CDU) bedankt, da er ebenfalls sehr kurzfristig die Sitzungleitung der vorletzten Sitzung übernommen hat und schließlich habe ich mich bei Elke Lehnert (CDU) bedankt, da sie durch ihre Anwesenheit die Beschlußfähigkeit in der Sitzung am 10.2. hergestellt hat. Ferner habe ich niemanden “ermahnt”, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass eine “Unwucht” bezüglich der Ratsitglieder bestehet. Bündnis 90/Die Grünen und die SPD sind im Regelfall mit vier Ratsmitgliedern vertreten, CDU/FDP mit fünf – fehlt auch nur ein Ratsmitglied in einer Sitzung, so ist die Beschlußfähigkeit nicht mehr gegeben, sollte sie jemand infrage stellen. (siehe Ortsrecht https://www.bergischgladbach.de/ortsrecht.aspx I.9)
Als aktives ADFC-Mitglied möchte ich darauf aufmerksam machen, dass es eine breite bürgerliche Basis gibt, die die Einrichtungen von Fahrradstraßen nicht nur für sinnvoll, sondern auch für notwendig erachtet.
https://in-gl.de/2025/02/09/breiter-appell-fuer-fahrradstrassen-auch-in-der-siegenstrasse/
https://in-gl.de/2025/05/21/rad-demonstration-fuer-sichere-schulwege-und-fahrradstrasse/
Dass sich neben der CDU nun anscheinend auch die Freien Wähler – vermutlich dem Wahlkampf geschuldet – einer anwohnenden Minderheit und deren ganz eigenen Partikularinteressen “unterwirft” halte ich für sehr bedenklich.
Das beschlossen Ziel den Radverkehr zu fördern, die Infrastruktur und das Radverkehrsnetz dafür sicher auszubauen aber gleichzeitig für jeden einzelnen Parkplatz – zudem in den vorwiegend aus großzügiger Einzelbebauung bestehenden Refrather Wohnvierteln von Siegenstraße und Hasenweg – kämpfen kann im Gesamtergebnis nur scheitern. Konsequente Umsetzung des beschlossenen Radverkehrsnetz und eine durchgängige Führung des Radverkehrs ist gefordert. Kompromisse müssen eingegangen werden zum Wohle ALLER Bürger*innen dieser Stadt.
Eine fahrradfreundliche Stadt ist ein Gewinn für ALLE, denn Radfahren reduziert den Stau, fördert die Gesundheit und schont das Klima. Bergisch Gladbach hat deshalb gute Gründe, fahrradfreundlicher zu werden. Bisher bewerten die Radfahrenden die Fahrradfreundlichkeit mit nur 4,5 („Gesamtwertung“), 86 Prozent fühlen sich beim Radfahren nicht sicher (Anteil Bewertungsnote 4 und schlechter).
https://in-gl.de/2025/06/17/fahrradklimatest-gl-faellt-erneut-mit-mangelhaft-durch/
Ist “breite bürgerliche Basis” mit “keine Mehrheit” gleichzusetzen?
https://in-gl.de/2024/02/12/rot-gruen-begruesst-vorschlag-fuer-radverkehrsnetz-und-will-4-strecke/
Zitat: “Der Ausschuss für Mobilität und Verkehrsflächen (AMV) hat den Vorschlag der Verwaltung für ein Radverkehrsnetz und der Einrichtung einer Reihe von Fahrradstraßen fast einstimmig gebilligt”
Unsere Anfrage zur Fahrradstraße Hasenweg wird stark verkürzt und daher mißverständlich wiedergegeben. Die FWG stellt den Beschluß nicht grundsätzlich in Frage. Wir halten den zügigen Ausbau des städtischen und regionalen Radroutennetzes für einen wesentlichen Baustein zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, des Mobilitätsmixes und mithin der Verkehrssicherheit. Fahrradstraßen sind per se eine geeignete Führungsform des Verkehrs auf diesen Radrouten. Allerdings zeigen die bislang getroffenen Beschlüsse zu Fahrradrouten und -straßen in unserer Stadt, daß wir uns noch sehr schwer damit tun, welche konkreten Ausgestaltungen in den betroffenen Straßenabschnitten die geeignetsten sind. Angesichts der unterschiedlichen verkehrlichen Gegebenheiten halten wir es nicht für zielführend, stets am beschlossenen Leitfaden (hier für Fahrradstraßen) starr festzuhalten. Wir verstehen Leitfäden vielmehr als Baukasten, aus dem der Planer zur Umsetzung einer pragmatischen Lösung die geeigneten Elemente entnimmt. Mal mehr, mal weniger. Sodann gilt es, die von Politik gewollte und von der Verwaltung ausgearbeitete Planungsvariante der Prüfung der Betroffenen zu unterziehen. Betroffen sind alle Bürgerinnen und Bürger als potentielle Nutzer der umgestalteten Straße, vor allem aber die Anwohnerinnen und Anwohner. Wenn wir aus ihren Reihen das vielstimmige Feedback erhalten, daß die Neugestaltung deutlich nachteilig (hier Wegfall aller Parkplätzen) in eine funktionierende Verkehrssituation eingreift (Tempo 30, keine Unfälle, auskömmliches Miteinander von Fuß-, Rad- und motorisiertem Verkehr) ist es allemal geboten, daß wir genügend Einsichtsvermögen besitzen, betroffene Beschlüsse zu hinterfragen – nicht notwendigerweise im Grundsatz – aber in der Ausgestaltung. Dies tut die FWG zum wiederholten Male im Interesse der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Ich mußte gestern mit Bedauern zur Kenntnis nehmen, das seitens der Stadt kein Entgegenkommen mehr bei der Feinjustierung möglich sei. Wo ein gemeinsamer Wille (Ziel) ist, sollte indes auch ein gemeinsamer Weg möglich sein.
Konkret gefragt: Welche alternative Führungsform gäbe es denn in Hasenweg & Friesenstraße?
Die CDU hat bzgl. der Fahrradrouten deutlich für “Nichtstun” plädiert. Schließen Sie sich dem an?
(Dass es “keinerlei Probleme” in den genannten Straßen gäbe, ist eine Behauptung der Anwohner:innen. Tatsächlich ist es v.a. im Berufsverkehr sehr eng, und der Bürgersteig der Friesenstraße ist mit Rollstuhl, Kinderwagen, Rollator etc. faktisch nicht nutzbar.)
PS. Ich weiß, Sie sprechen nur vom Hasenweg. Diskussion und Kritikpunkte sind jedoch genau dieselben in der Friesenstraße und werden auch bei künftigen F-Routen immer wieder auftauchen.
Zum Thema Fahrradstraße
Radroute F2,
ja es gibt diesbezüglich einen Beschluss,
aber dieser muss auch sinnig begründet werden und sich praktikabel umsetzen lassen und einen Mehrwert haben.
Dies fehlt aktuell .
Immer wieder auf die Beschlusslage hinzuweisen halte ich für zu wenig.
Auf Fragen der Anwohner gibt es kaum schlüssige Antworten.
Man kann sich auch mal irren, bzw korrigieren.
Bei der Siegenstrasse (Teil der F2 Route) bleibt ja (fast) alles beim alten- vernünftigerweise.
Herzliche Grüße
Brigitta Opiela
Mitglied der CDU und Fahrradfahrerin aus Refrath
Was bleibt denn bei der Siegenstraße beim alten?
Welche Fragen der Anwohner wurden nicht schlüssig beantwortet? Welche Rolle spielt für Sie die Tatsache, dass die Anwohner augenscheinlich mehrheitlich wohlsituiert sind?
Zum Thema Zone 30 in Moitzfeld
Liebe AfD, liebe CDU, wie kann man zu diesem Thema die Zustimmung verweigern? Die Einschränkungen für den Autoverkehr werden minimal sein, aber der Nutzen hinsichtlich der Sicherheit unserer Kinder groß. Da frage ich mich doch wirklich wer hier Ideologie-Verblendet ist.
Zum Thema Parkplätze für das Forsthaus Steinhaus
Vom Technologiepark zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommend Richtung Brücke ist zurzeit auch eine Zumutung und alles andere als sicher! Vielleicht können Sie bitte auch mal demnächst berichten und ein paar Bilder dazu machen. Die Schranke macht es fast abenteuerlich, mit dem Fahrrad da langzufahren. Der „Belag“ der Strecke ebenfalls alles andere als in Ordnung zum Durchfahren oder Durchgehen. Danke im Voraus.
Ich gehe die Strecke öfter und hatte nie Probleme, wenn auch durch die Baustelle leichte Einschränkungen hingenommen werden müssen. Wenn das mit dem Fahrrad zu gefährlich ist, kann man die hundert Meter bis zur Brücke auch schieben.
Naja, es ist halt eine Baustelle.
Das Parkplatzargument verstehe ich nicht wirklich: Mir fallen rund um den Königsforst spontan 8 andere “Wanderparkplätze” ein, vermutlich gibt es weitere.
@Redaktion: Der Satz “Zudem stellte Migenda (erneut) klar, dass die Brücke über die Autobahn zum Forsthaus nie für private Besucher:innen zugelassen war.” ist missverständlich. Gemeint sind “private Kraftfahrzeuge”.
Exakt, danke für den Hinweis.