Aktualisierung 13.2. und Hinweis der Redaktion: Der Ausschuss für Mobilität und Verkehrsflächen (AVM) hat den Vorschlag der Verwaltung für ein Radverkehrsnetz und der Einrichtung einer Reihe von Fahrradstraßen fast einstimmig gebilligt; nur die FWG stimmte dagegen.

Zuvor hatten sich Grüne / SPD sowie CDU und FDP auf eine Zusammenführung ihrer Änderungsanträge geeinigt. Grün-rot setzte die Aufnahme einer vierten Route in der Priorität 1 durch. Auf Bitten der CDU wurde festgeschrieben, dass die Fahrradstraßen für den Autoverkehr offen bleiben und die aktuelle Verkehrsführung für KfZ nicht verändert wird. Die FWG hatte vergeblich gefordert, dass auch die Nord-Süd-Route in die erste Priorität aufgenommen wird.

Im folgenden veröffentlichen wir eine gemeinsame Mitteilung der Ratsfraktionen von Grünen und SPD (vom 12.2.2024):

Der Mobilitätsausschuss der Stadt Bergisch Gladbach entscheidet am 13. Februar über eine wegweisende Vorlage der Stadtverwaltung. In dieser wird ein umfassendes Radverkehrsnetz für Bergisch Gladbach vorgelegt. Sie beinhaltet nicht nur eine Priorisierung von Radrouten, sondern auch konkrete Vorschläge für die Einrichtung von Fahrradstraßen. 

„Zusammen mit der Verwaltung um Bürgermeister Frank Stein und Mobilitätsdezernent Ragnar Migenda ist es von Beginn an unser Anspruch gewesen, den Radverkehr in Bergisch Gladbach attraktiver und sicherer zu gestalten. Der Beschluss eines Radverkehrsnetzes ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Besonders bedanken möchten wir uns beim Mobilitäts-Team,“ erklären Friedrich Bacmeister (Grüne) und Andreas Ebert (SPD). 

Grundlage des von der Verwaltung vorgeschlagenen Netzes sind die bestehenden Rad­verkehrskonzepte sowie die zahlreichen Vorschläge für Fahrradstraßen aus Bürgerschaft und Politik. Die nun erarbeiteten Routen führen größtenteils nicht über Hauptverkehrs­straßen, sondern über das sogenannte „Nebennetz“, in dem sich die Errichtung von Fahr­radstraßen als besonders sinnvolle Maßnahme zur Stärkung des Radverkehrs darstellt. 

Strecke von Paffrath nach Schildgen auch priorisieren

Entlang dieser vier Routen sollen die Sicherheit erhöht und Fahrradstraßen eingeführt werden. Zusammen mit bereits durchgeführten Baumaßnahmen wie beispielsweise an der Paffrather Straße entsteht so ein attraktives Radverkehrsnetz.

Mit einem Änderungsantrag möchten Grüne und SPD neben den von der Verwaltung vorgeschlagenen Routen Bensberg – Refrath und Stadtmitte – Hand auch die Route Paffrath – Schildgen priorisieren. Diese verläuft entlang der Radverkehrsachse Flughafen – Rösrath – Bergisch Gladbach – Leverkusen, die im Klimaschutzkonzept als vorrangig benannt ist. Die Route vom Finanzamt neben dem alten Bahndamm soll nicht nur nach Refrath abzweigen, sondern bis nach Frankenforst fortgeführt werden, sodass ein Netz entsteht. 

Entlang dieser Routen sollen die Straßen Siegenstraße, Wickenpfädchen, Friesenstraße, Hasenweg, Im Buchenkamp, Buchenkampsweg, Kaule, Gartenstraße, Alter Traßweg, Bahndamm, Im Aehlemaar, Sträßchen Siefen, Herkenfelder Weg und Borngasse als Fahrradstraßen umgeplant werden.

In Fahrradstraßen hat der Radverkehr Vorrang und darf die gesamte Fahrbahnbreite nutzen, sie können aber auch für Autos freigegeben werden.

Hinweis der Redaktion: Zuvor hatten bereits die FWG und der ADFC eigene Korrektur- bzw. Ergänzungsvorschläge gemacht.

„Selbstverständlich sollen die Straßen für den Kfz-Verkehr freigegeben bleiben, sodass Anlieger ihre Ziele weiterhin mit dem Auto erreichen können. Außerdem ist uns wichtig, dass die Anwohner frühzeitig in die Planungen eingebunden werden und Anregungen und Hinweise zur konkreten Gestaltung der Straßen geben können.“, so Jonathan Ufer, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen.

Dokumentation

Hier werden gemeinsame Pressemitteilung von Bündnis 90 / Die Grünen und der SPD in Bergisch Gladbach veröffentlicht.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

7

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Das sind doch gute Nachrichten, es tut sich eine ganze Menge im Dorf, da hat sich die Veränderung in der politischen Landschaft seit Urbach doch schon gelohnt. Ich finde auch – die Menschen engagieren sich mehr als früher, oder ?
    Meine Wahrnehmung als Berufspendler nach Köln Mülheim (ca. 400 km / Monat) ist folgende:

    Wir werden stetig mehr; wir fahren bei jedem Wetter; wir sind verdammt schnell! Auf meiner Lieblingsbank sitzend (Nähe Haltestelle Herlerstraße) zähle ich immer ca. 40 Radler / Zigarettenlänge gegen 16 Uhr. Es wird langsam voll dort.

    Da wir uns den Raum oft mit Fußgängern teilen, denke ich schon über eine Höchstgeschwindigkeit auf solchen geteilten Radwegen nach; wie wäre es mit 15 kmh, alles was schneller will, – auf die Straße! (zwischen Köln und GL gibt es genug davon).

    Ich brauche für die 16 km ca.35 min mit dem E-Bike; das ist weder mit dem Auto, noch mit Öffis zu toppen und wenn ich doch mal etwas transportieren muß – mit Outo – heißt es janz höösch der Blechlawine auf der Route 506 folgen und wdr 5 hören – auch schön !

    Wir müssen uns entschleunigen Leute, und ganz viel homeoffice, autofreie Sonntage einführen, die Ladenöffnungszeiten wieder reduzieren (22 Uhr, was soll das ??), damit wieder echte freie Zeit entsteht, frei von Lärm, frei von Streß, frei von Konsum und vor allen Dingen frei FÜR einander.

  2. Beim Radwegenetz sollte es nicht um schöne Schilder gehen, die aufgestellt werden oder Linien zu markieren.
    Was hilft uns wohl ein Radweg, auf dem man ständig nach Schildern schauen muß, damit man zum Ziel kommt.

    Worum sollte es wirklich gehen: um bauliche maßnahmen, um dem Radverkehr Vorrang zu geben. Das fängt mit einer löcherfreien Fahrbahn an. Das geht mit hindernisfreien Wegen weiter. Und es führt über Wege, die nicht verschwenkt werden von Fußweg auf Strasse etc.
    Und eine Fahrradsstrasse sollte eben für Radfahrer sein. Alles andere ist eine verkehrsberuhigte Strasse mit Tempo 30.

  3. Nachdem die CDU (und auch die SPD) jahrzehntelang so gut wie nichts für Radfahrer /Radwege getan hat, geht es jetzt wenigstens im Schneckentempo voran :-)
    @Grüne und SPD: bitte immer in enger Zusammenarbeit mit dem ADFC (die mit das größte Wissen bezüglich Radwege hat). Danke.

    1. So gut wie nichts??? Es wurden viele Strassen verengt um beidseitig Radwege anzulegen, die jetzt nicht mehr benutzt werden und auch nicht benutzt werden müssen. Es wurden Radstreifen z. B. an der Kölnerstr. angelegt, die aufgrund der Steigung fast niemand benutzt. Unsere Straßen sind seit langem in erbärmlichen Zustand, von besseren Straßen würden auch Radfahrer profitieren. Dieses ganze Fahrradstraßengedöns kostet nur Geld und bringt niemanden dazu, aufs Rad umzusteigen. Wer mit dem Rad aufgrund angemessener Entfernung bei akzeptablen klimatischen Bedingungen zur Arbeit fahren kann, tut das in der Regel auch jetzt schon. Da die Arbeitsplätze aber meist weit entfernt sind, werden nur wenige bei täglichen Strecken von 20 km oder mehr das mit dem Rad zurücklegen wollen und können. Was bitte ändert sich auf einer Straße wie Buchenkampsweg, wenn diese auf dem kurzen Stück bis zu Stadtgrenze Köln zur Fahrradstraße ernannt wird? Dort gibt es wie z.B. auch an Siegenstraße in Refrath fast ausschließlich wenig Anliegerverkehr. Diese Straßen sind jetzt schon sicher auch für Fahrradfahrer benutzbar. Was bitte wird sich verbessern? Allerdings ist die Fahrbahn teilweise in miserablem Zustand. Wir sind hier nicht im platten Holland sondern im Bergischen Land und unser Wetter ist auch nicht das beständigste…

      1. Das Argument “platte Niederlande (nicht Holland)” zählt nicht ganz, der Höhenunterschied von BGL Mitte nach Kölner Innenstadt ist nicht beachtenswert und auch in der Niederlande gibt es z.B. am Meer wo wir so gerne radeln mit den Dünen Höhenunterschiede. Zumal das Wetter in der Niederlande noch unbeständiger ist als hier.

      2. Hinsichtlich der Entfernung von Berufspendlern lag die einfache Entfernung von nicht ganz 50% der Arbeit­nehmerinnen und Arbeitnehmer im Jahr 2020 unter 10 Kilometer.

        Damit ist das Potential für den Umstieg auf das Fahrrad im Alltagsverkehr vor allem im Hinblick auf einer weiterwachsenden schon heute über 50% liegenden Verkaufsrate von elektrisch unterstützten Pedelecs und dem zunehmenden Leasing von “Jobrädern” sehr hoch.

        Umfragen ergeben regelmäßig, dass gute, sichere und intuitive Radinfrastruktur den Umstieg unterstützen muss. Dazu gehören auch Fahrradstraßen, aber auch durchgängige Führungen auf anderen Radverkehrswegen wie bauliche Radwege, Radfahrstreifen oder auch Schutzstreifen.

        Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetigkeit/Tabellen/pendler1.html
        https://www.spiegel.de/auto/fahrrad-statt-auto-kfw-umfrage-zeigt-potenzial-fuer-verkehrswende-auch-auf-dem-land-a-1844c331-7222-4bcb-b72e-aadbcf4e089d

      3. Es hilft allerdings auch das Bewusstsein dafür zu stärken, dass man auf vielen Nebenstrecken ganz problemlos mit dem Fahrrad die Fahrbahnen nutzen kann. Vielerorts ist man da sogar sicherer als auf Radwegen, da die Existenz darauf befindlicher Radfahrer von Autofahrern allzu oft erst dann wahrgenommen wird, wenn sie beim Abbiegen einen von ihnen auf die Hörner nehmen – im direkten Sichtfeld passiert das nicht so leicht.

        Ich sehe hier auf eher ruhigen und nur mäßig befahrenen Straßen immer wieder erwachsene Radfahrer auf Gehwegen fahren, weil sie sich nicht auf die Fahrbahn trauen. So hasenfüßig wird man nicht geboren, das wird antrainiert – und kann (und sollte) auch wieder abtrainiert werden.