Die Dombach-Sander-Straße wird in drei Abschnitten saniert. Fotos: Redaktion

Bei der Sanierung der Dombach-Sander-Straße gibt es eine Veränderung des Straßenverlaufs, die bei der Anwohnerschaft zu Fragen geführt hat. Auf halber Strecke zwischen Kürtener und Herkenrather Straße wird die Fahrbahn verengt, Stellplätze auf der Straße fallen weg. Wir haben nachgefragt, was damit bezweckt wird.

Wer von der Kürtener Straße am Papiermuseum die Dombach-Sander-Straße Richtung Sand hinauffährt, stößt am Ende des Waldes auf die angekündigte Baustelle. Im Wohngebiet weiter bergauf ist der Asphalt bereits aufgebrochen worden, auf der rechten Straßenseite hinter der Einfahrt zum Parkplatz des Awo-Waldkindergartens und des Papiermuseums sind Arbeiter mit einem aufwendigen Bauwerk beschäftigt.

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Sie arbeiten an einer sogenannten Kanzel: Eine gepflasterte Hochbord-Fläche, die in die Straße hineinragen und die Fahrbahn verengen wird. Anwohner hatten den Sinn dieses Bauwerks bezweifelt; es würde sogar die Sicherheit von Fußgängern auf dem Weg in die Kita gefährden.

Das Gegenteil ist der Fall, erwidert die Stadtverwaltung auf Anfrage. Diese Kanzel sei auf besonderen Wunsch der Awo-Kita geplant und abgestimmt, der entsprechende Entwurf im Verkehrsausschuss beschlossen worden.

Oberhalb der Einfahrt zum Parkplatz entsteht eine Fläche auf dem Hochbord, von der aus der gegenüberliegende Bürgersteig sicherer zu erreichen ist.

Die Kanzel diene als Querungshilfe, um den gegenüberliegenden Bürgersteig sicherer erreichen zu können. Durch die Verengung der Straße werde der Autoverkehr gebremst, zudem sei die Straße in beide Richtungen besser einsehbar.

Die Stadt bestätigt, dass dafür fünf Stellplätze auf der Straße wegfallen mussten. Nur so sei ein Begegnungsverkehr auch an der Engstelle möglich. Zudem werde so gewährleistet, dass die Fußgänger eine gut Sicht auf den herannahenden Verkehr haben.

Auf der Straße fallen nach Angaben der Stadt vier bis fünf Stellplätze weg.

Kritik aus der Anwohnerschaft, darüber nicht frühzeitig informiert worden zu sein, weist die Stadt zurück. Sie seien zwischen Juni und Mitte August mehrfach durch Briefeinwurf informiert worden, die Pläne seien auf der städtischen Homepage veröffentlicht und im Rathaus Bensberg ausgehangen worden.

Nachdem Kritik laut geworden war, so die Stadt, seien die Pläne „nach intensivem Kontakt mit den Anwohnenden“ geprüft worden. Die vorgesehene Positionierung der Querungshilfe sei dabei als bestmögliche Lösung bestätigt worden.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Ich bin Anwohner und wohne direkt an der Veränderung. Ich zitiere und kommentiere:
    “Kritik aus der Anwohnerschaft, darüber nicht frühzeitig informiert worden zu sein, weist die Stadt zurück. Sie seien zwischen Juni und Mitte August mehrfach durch Briefeinwurf informiert worden.”
    Sämtliche Briefe sind bei mir noch vorhanden. Hier steht nichts über die Errichtung einer Querungshilfe oder über das Wegfallen von Parkplätzen.

    “Nachdem Kritik laut geworden war, so die Stadt, seien die Pläne „nach intensivem Kontakt mit den Anwohnenden“ geprüft worden. ”
    Niemand hat sich mit uns auseinandergesetzt.

    Fraglich ist aber, wie ein Kindergarten, der Gast auf dem Privatparkplatz des Bestattungsinstitutes Pütz-Roth ist, so viel Einfluss haben darf auf die Lebenssituation der Anwohnenden? Warum werden von der Stadt keine Alternativen angeboten? Und zu den Kommentaren (Recht auf Parken) möchte ich bemerken: Nicht jeder hat Eigentum. Nicht jeder Eigentümer hat genehmigten Platz für Stellplätze. Aber von vielen Arbeitnehmern wird verlangt flexibel mobil zu sein bei der Arbeitsplatzsuche.

    Vor Jahren wurde eine Bremsschwelle (Erhöhung der Fahrbahn zur Reduzierung der Geschwindigkeit) entfernt mit der Argumentation, dass LKW und Einsatzkräfte Probleme damit hätten. Um die Verkehrssituation auf der Dombach-Sander-Straße zu entschärfen, hatte es ausgereicht, die 30er Zone, welche seit 3 Jahrzehnten existiert und trotz vielfachen Anzeigen der Anwohner gegen Autofahrer und LKW-Fahrer, welche mit geschätzt 60-80 KM/h die Straße hinunterdonnern, ernst zu nehmen und eine regelmäßige bis dauerhafte Radarkontrolle durchzuführen. Alle genannten Punkte wie bessere Verkehrseinsicht und Verkehrsberuhigung wären dadurch auch gewährleistet.

    Und nein: Es ist vollkommen praxisfremd, den direkt betroffenen Anwohnern jetzt mit dem Argument zu kommen, man hätte ich ja im Rathaus informieren können. Wäre eine Diskussion mit den Anwohnern seitens der Stadt gewünscht gewesen, hätte man VOR Entscheid mit den betroffenen Bürgern in einer ortsnahmen Versammlung sprechen können. Zumal im Rathaus auch beschlossene Entscheide aushängen nicht zukünftige Pläne.

    Zuletzt: WAS bitte sollen nun die Fahrzeughalter machen, die bisher dort am Straßenrand geparkt haben (und das waren mehr als fünf)? Diese Frage habe ich der Stadt im Mai 2025 gestellt – keine Antwort.

    1. Der Kindergarten ist nicht nur ein “Gast” sondern ein gemeinsames Projekt von Pütz-Roth und AWO.

      https://www.puetz-roth.de/unser-friedhof/orte-in-den-gaerten-der-bestattung/waldkindergarten/

      Fraglich ist, dass man die Querungshilfe, zur Sicherheit der Kinder, infrage stellt, und dass diese erst jetzt gebaut wird. Und dies nur wegen seiner eigenen Bequemlichkeit.

      Wenn nun Parkplätze fehlen, dann sind da einfach nur zu viele Fahrzeuge, denn private Stellplätze gibt es dort ganz offensichtlich genug. Mal paar Garagen aufräumen. Überdenken ob jeder Haushalt zwei oder mehr Fahrzeuge braucht. Der Bus ist ja nicht weit weg.

      Zuletzt: Was für eine Antwort erwarten sie von der Stadt, wohl weißlich, dass diese nicht für ihren Luxus eines Privatfahrzeuges zuständig ist?

      1. Eine recht arrogante Ansage eines nicht direkt Betroffenen. Vor allen Dingen sind Mutmaßungen, dass hier leerstehende Privatparkplätze oder zugemüllte Garagen ein starkes Stück – vielleicht sollten hier nur Personen mit etwas mehr Sach- und Ortskenntnis argumetieren.
        Und gerne können Sie Ihre Fahrzeuge abgeben – Menschen, die täglich ihren Arbeitsplatz erreichen müssen, sind aufgrund bestens funktionierender öffentlicher Verkehrsmittel leider darauf angewiesen.

      2. “Ansage eines nicht direkt Betroffenen…. Mutmaßungen, dass hier leerstehende Privatparkplätze oder zugemüllte Garagen….sollten nur Personen mit etwas mehr Sach- und Ortskenntnis argumetieren”

        Die genaue Sach- und Ortskenntnis braucht man gar nicht zu kennen, da diese Unsitte, auf der Fahrbahn zu parken, überall zu besichtigen ist, wo Menschen wohnen.
        Wer keinen Parkplatz hat, der muss sich, ganz einfach, irgendwo einen mieten.
        Oder EIN Auto abschaffen.

      3. Nur weil man etwas nicht hören will, ist es nicht automatisch “arrogant”. Es ist nun mal eine Tatsache:
        private Fahrzeug = privates Stellplatzproblem.
        Oder mit meinem Lieblingszitat zum Thema ausgedrückt: wer sich privat eine Kuh hält, würde auch nicht von der Stadt verlangen, eine Wiese zur Verfügung gestellt zu bekommen.

      4. Ist es nicht eher “arrogant” den Anspruch zum Abstellen eines persönlichen Eigentums über die Verkehrssicherheit (hier sogar einer besonders verletzlichen Gruppe – Kindergartenkinder) und damit das Gemeinwohl zu erhöhen.

  2. Herr Migenda (Grüner Beigeordneter) setzt seine Anti-PKW-Agenda fort und -streicht mal wieder Parkplätze für Anwohner.
    Ich freue mich auf den Tag, an dem seine Amtszeit endet.

    1. Artikel gelesen? Bitte einmal ganz unaufgeregt versuchen zu verstehen, dass es mit der Anlage der Querungshilfe tatsächlich um die Verkehrssicherheit von Kindern geht.

      Geschenkt, dass Sie nicht den vorhanden Link zum Ratsinformationssystem genutzt haben, um zu erkennen, dass der Stadtrat den Beschluss im Übrigen einstimmig über alle Fraktionen getroffen hat. Ihre Unterstellung verfängt also überhaupt nicht.

    2. Sehr geehrte Frau Klein,
      mich wundert immer, wie zielstrebig durch reine Anwohnerschaft ein Recht auf Parkplätze im öffentlichen Straßenraum abgeleitet wird. Dieses Recht gibt es meines Wissens nicht. Im Gegenteil: Als wir vor 25 Jahren unser Eigenheim saniert haben, war es eine der Bauauflagen, dass wir vier Stellplätze auf unserem Privatgrundstück anlegen mussten. Statt selbstverständlich davon auszugehen, dass man seinen privaten PKW einfach irgendwo an der Straße abstellen kann, sollte m. E. genau diese Strategie verfolgt werden, die dafür sorgt, dass Straßen für den fließenden und nicht den ruhenden Verkehr genutzt werden.

  3. Gute Sache – und zum Glück auf der richtigen Seite: Auf der gegenüberliegenden Seite wäre die Kanzel für bergabfahrende Radler ziemlich gefährlich.

  4. “Innerhalb des zu sanierenden Bereiches befindet sich der AWO-Waldkindergarten Dombach. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse (Abschnitt liegt innerhalb des Waldes), der an dieser Stelle ca. 6m breiten Fahrbahn und dem nur auf der nördlichen Fahrbahnseite angelegten Gehweg (südl. direkt angrenzender Baumbestand), besteht der Wunsch insbesondere des Kindergartens eine Querungshilfe zu realisieren. Es ist geplant hier eine Kanzel anzulegen, um das Queren zu erleichtern und vor allem sicherer zu machen.”

    Sitzung: 11.02.2025 Ausschuss für Mobilität und Verkehrsflächen
    https://mandatsinfo.bergischgladbach.de/bi/to0050.asp?__ktonr=173419