Foto: Screenshot Open Street Map

Zur Einrichtung einer Fahrradstraße hat die Stadt angekündigt, in den Ferien den Hasenweg und die Nachtigallenstraße neu zu markieren. Vor allem der Wegfall der Parkplätze stößt nach Angaben der FWG auf massiven Widerstand der Anwohnerschaft. Bevor vollendete Tatsachen geschaffen werden müssten weitere Gespräch geführt werden, fordert die Freie Wählergemeinschaft.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Freien Wählergemeinschaft

Während viele Sanierungsprojekte in Bergisch Gladbach gewöhnlich lange Zeiten in Anspruch nehmen, geht es bei den offensichtlichen Herzensanliegen des Beigeordneten Ragnar Migenda (Bündnis 90/Grüne) ungewöhnlich schnell. 

Die Rede ist vom Hasenweg / Nachtigallenstraße, bei denen laut Pressemitteilung der Stadt nun ausgerechnet zu Ferienzeiten Markierungsarbeiten zur Einrichtung der Fahrradstraße begonnen haben. Damit werden dort auch alle Parkplätze wegfallen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt und Benachrichtigung der Anlieger.

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Radroute F2 beginnt in Parkstraße, Nachtigallenstraße und Hasenweg

In dieser Woche sind bereits die ersten Schritte zur Umsetzung der Radroute F2 in Frankenforst gestartet, teilt die Stadt nachträglich mit. In einem ersten Schritt werden Fahradstraße markiert – womit auch zahlreiche Parkplätze wegfallen. Das Projekt sei teil des Ausbaus des Radverkehrsnetzes, das sichere und komfortable Wege für Radfahrende schaffen soll.

Das stößt auf massiven Widerstand der ansässigen Bürgerinnen und Bürger, die nun vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Sie waren in der Erwartung, dass ihre Anregungen zur Lösung der schwierigen Verkehrssituation noch in einen Dialog mit der Stadt einfließen. Dies war von der Verwaltung jedenfalls noch im Juni signalisiert worden.

Fehlende Bereitschaft zum Kompromiss

Die FWG kritisiert die mangelnde Bereitschaft des zuständigen Beigeordneten, den Versuch eines Kompromisses, der sowohl die Situation für Radfahrer entschärft als auch die Interessen der Anwohner berücksichtigt, nicht mehr unternommen zu haben.

Dabei gäbe es durchaus Möglichkeiten, die Situation zu entspannen. Keineswegs ist es nämlich unabdingbar, Leitlinien für Fahrradstraßen 1:1 umzusetzen. Abweichungen sind zulässig.

Verzicht auf reine Fahrradstraße

Die FWG hatte sich aufgrund der bestehenden schwierigen Straßenverhältnisse von Anfang an dafür eingesetzt, Fahrradrouten auszuweisen und zunächst Gefahrstellen zu beseitigen. Die Anforderungen sind hierbei geringer als bei reinen Fahrradstraßen und dennoch kann der gleiche Effekt zur Förderung des Radverkehrs erzielt werden.

So ist in der Siegenstraße inzwischen nachgewiesen, dass auch die Interessen der Radfahrer /innen und der anderen Verkehrsteilnehmer ohne Ausweisung als reine Fahrradstraße berücksichtigt werden können.

Wir glauben, dass ein Flickenteppich mit ständig abwechselnden Verkehrsregelungen, wie er jetzt droht, eher Verwirrung stiftet und am Ende sogar die Sicherheit der Radfahrer gefährdet.

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  1. Nun ist die Fahrradstraße ja eingerichtet. Laut den Schildern am Hasenweg/ Taubenstraße dürfen Motorrädern demnach gar nicht dorther fahren. Wie kommen denn die Anwohner mit ihren Motorrädern von/ zu ihrem Haus?? Müssen die ihr Fahrzeug schieben oder haben die Experten der Verwaltung und Polizei vielleicht die falschen Schilder montiert?

    1. Stimmt – und das ist nicht alles: Lastwagen, Busse, Wohnmobile, PKW mit Anhänger, Pferde-, Esel- und Ochsenkarren sind ebenfalls nicht gesondert aufgeführt. Wir brauchen noch viel mehr Schilderwald!

      1. Was soll der unqualifizierte Kommentar? Ne, nicht mehr, sondern nur die richtigen Schilder. Sollte ein Anwohner klagen das er nicht mehr vom/ zu seinem Haus fahren kann, haut das Verwaltungsgericht der Verwaltung GL das sofort um die Ohren. Zurecht.

      2. Und Panzer? :) Bei der Laune mancher Kommentatoren könnte man irgendwann wirklich einen brauchen.

    2. Das ADAC Video behandelt andere Verkehrszeichen. Vielleicht kann hier ja mal ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung oder des Ordnungsamtes dazu was sagen?

    3. “Laut den Schildern am Hasenweg/ Taubenstraße dürfen Motorrädern demnach gar nicht dorther fahren.”

      Woran machen Sie das fest? Wenn da – wie ich vermute – ein “Anlieger frei” unter dem Fahrradstraßen-Schild steht, dürfen Sie als Anlieger sehr wohl mit einem Kraftfahrzeug hineinfahren. Motorräder brauchen ja nicht gesondert ausgeschildert zu werden.

      1. Weil an die Pfosten, möchte man auch Motorräder etc. zulassen, ein Zeichen 1010-72 gehört (“Krafträder, auch m. Beiwagen, Kleinkrafträder und Mopeds, Kraftwagen u. sonstige mehrspurige Fahrzeuge”). Derzeit befindet sich dort das Verkehrszeichen 1024-10 (“Personenkraftwagen frei”). Man fragt sich wieso dort ein halbes Dutzend wichtiger Personen von Stadtverwaltung, Polizei und Kreis stehen und das festlegen – und dennoch bekommen sie es nicht auf die Reihe richtig zu beschildern. Auch wenn jetzt hier entsprechende Kommenatre kommen – diese Schilder werden ausgetauscht. Mit Sicherheit. Auf Anordnung der Aufsichtsbehörde RBK. Abwarten.

  2. Ich möchte auch etwas korrigieren: Anders als in meinem ersten Kommentar vermutet, stimmte die FWG im Febrar 2024 nicht für das Radwegenetz mit verschiedenen Fahrradstraßen – alle anderen Fraktionen schon. Der FWG fehlte im Konzept offenbar eine weitere Strecke mit oberster Priorität. Die in-gl-Redaktion schrieb am 12./13.2.24: “Der Ausschuss für Mobilität und Verkehrsflächen (AVM) hat den Vorschlag der Verwaltung für ein Radverkehrsnetz und der Einrichtung einer Reihe von Fahrradstraßen fast einstimmig gebilligt; nur die FWG stimmte dagegen.
    Zuvor hatten sich Grüne / SPD sowie CDU und FDP auf eine Zusammenführung ihrer Änderungsanträge geeinigt. Grün-rot setzte die Aufnahme einer vierten Route in der Priorität 1 durch. Auf Bitten der CDU wurde festgeschrieben, dass die Fahrradstraßen für den Autoverkehr offen bleiben und die aktuelle Verkehrsführung für KfZ nicht verändert wird. Die FWG hatte vergeblich gefordert, dass auch die Nord-Süd-Route in die erste Priorität aufgenommen wird.”

  3. Liebe Ulla, liebe Frau Schichtl, lieber Herr Kleinert.
    ich persönlich finde es gut, wenn man Fehler bei einer einmal getroffenen Entscheidung eingesteht und nach einer erneuten Abwägung zu einem anderen Ergebnis kommt bzw. die damals getroffene Entscheidung korrigiert.
    Der Stellungnahme des BHV aus Refrath kann ich mich nur anschließen.
    https://in-gl.de/2024/10/11/wo-refraths-eigentlichen-verkehrsprobleme-liegen/
    Herzliche Grüße und danke für den Austausch
    Brigitta Opiela

    1. Erst werfen Sie “Bezahlkarte” und “SocialCard” durcheinander, jetzt mit Ihrem Link die “Siegenstraße” und den “Hasenweg / Nachtigallenstraße”?

      1. Liebe Ulla,
        ich verstehe ihre Antwort leider nicht bzw. kann sie nicht einordnen .
        Gerne können sie mich persönlich unter meiner CDU Kontaktadresse erreichen und dann tauschen wir uns persönlich aus.
        Herzliche Grüße

    2. Erst irrt man sich bei der Siegenstraße, dann beim Hasenweg und vermutlich demnächst auch bei der Friesenstraße. Zumindest dann, wenn dort Parkplätze entfallen sollten und das eigene lokale Klientel und die Bürger dagegen in „Ihrer“ Straße aufbegehren.

      Die Prioritäten sind klar bei der CDU. Parkplätze vor Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität – seit vielen Jahren (s. Schlossstrasse). Ob die „Kämpfe“ um Odenthaler, Laurentius, Altenberger, Paffrather oder nun jede einzelne Fahrradstrasse. Vermutlich passt auch demnächst der Herkenfelderweg nicht, da dort ja wegen Anliegerstrasse gar kein Bedarf vorliegt. Keine Unfälle passieren.

      Sogar die Sanierung der maroden Robert-Koch-Str. wurde abgelehnt. Weil Bürgersteige verbreitert werden ein Fußgängerüberweg eingerichtet wird? Man weiß es nicht.

      Wer eine echte Wahl des Verkehrsmittel sucht und daher sichere Infrastruktur für alle fordert und damit z.B. zu Recht den Ausbau von Geh- und Radwegen ist bei der CDU definitiv schlecht aufgehoben.

      1. Sie haben recht, man weiß es nicht.
        Vielleicht werden die Projekte von der CDU lediglich alle “verschleppt”! und damit auch die bereits entstandenen Kosten.
        Herr Felsch, der evtl. neu gekürte CDU-Bürgermeister wird womöglich/hoffentlich rats-fatz binnen den “100 Tagen” vieles umsetzen können oder zumindest die Grundsteine für die Projekte legen. Wir werden sehen.
        Diese vorbereiteten Pläne/Arbeiten liegen sicherlich auch bereits griffbereit in der Schublade oder?
        Gleiches gilt für das Projekt Vürfels (“Nicht auf die lange Bank schieben“).

    3. Hallo Frau Opiela, ich verstehe Ihren Kommentar so, dass Sie es für einen Fehler halten, dass die CDU Anfang 2024 für das Radverkehrsnetz gestimmt hat. Vermutlich wird Ihre Partei also weiterhin gegen alles stimmen, was die Sicherheit des Radverkehrs (u.a. zahlreicher Schüler:innen) verbessern würde – wie im CDU-Antrag zur Siegenstraße bereits angedeutet. Es ist bedauerlich, dass Sie eine derart destruktive Haltung einnehmen – aber immerhin ehrlich.

      1. Lieber Herr Kleinert,
        hier verstehen sie mich leider falsch!
        Gerne können sie mich unter meiner CDU Adresse kontaktieren und wir können uns ausführlich über sichere Fahrradwege/ Routen insbesondere F2 austauschen.
        Herzliche Grüße
        Brigitta Opiela

  4. Ach herrlich, wie sich die Bergisch Gladbacher Reichenfraktion über das Thema Fahrradstraße aufregt.
    Greenwashing überall gerne und viel, aber doch bitte nicht in unserem „elitären“ Frankenforst.
    Leute, wenn ihr nicht alle wegen eurem kleinen Ego so große Karren bräuchtet um damit zum Discounter zu fahren, hätten wir das Thema nicht.
    Immer mehr und größere Autos sind einfach nur noch nervig, siehe auch in der Siegenstraße.
    Seit über einem Jahr wird da ein Haus umgebaut und es stehen jeden Tag wenn ich da vorbei komme mind. vier Handwerkerfahrzeuge sowie die vier Fahrzeuge der neuen Bewohner auf der ganzen Straße. Das gleicht einem Infarkt und sowas kann sich die Welt, die Kommune und auch die Menschen eigentlich nicht mehr leisten.

    Nehmt die Ängste und Sorgen der jungen Menschen endlich ernst, anstatt sie andauern dazu torpedieren und ins lächerliche zu ziehen.

    1. Ist das das Diskussionsniveau der jungen Menschen? Erstmal mit einer Beleidigung starten? Und dann wundern, dass man nicht für voll genommen wird.

      1. q.e.d .
        Herr oder Frau Sam Urai fühlt sich wohl ertappt und anstatt auf das Thema einzugehen wird auf die jungen Leute gebasht. Sie sprechen von Niveau? Das ich nicht lache

      2. Woher kennen sie Mr Greens Alter? Sein Kommentar ist direkt, bringt seine Meinung auf den Punkt und ist nicht beleidigender als manch anderer hier. Wieso dann gleich “den jungen Menschen” das Niveau absprechen?

  5. Auch mikroskopische Kosten – schöne Verniedlichung U.Kleinert – können falsch ausgegebenes Geld sein.

    Große Flächen rot markieren, Linien, einfarbig weiß, zweifarbig rot/weiß, schmal, breit, durchgezogen usw.
    Alles für viel Geld ohne eine wirkliche Verbesserung, da der Teil der Straße, der für den Radfahrer bestimmt ist vielfach nicht saniert und in katastrophalem Zustand ist.

    Ich frage mich, sollen die Prioritäten malen oder sanieren lauten oder vielleicht nur die Reihenfolge sanieren und malen (oder gar ohne malen)?

    Und nun noch ein Wort zum ruhenden Verkehr, parken. Jahrzehntelang war es der Kommune und auch dem Bürger mehr oder weniger egal, wo der Anwohner parkt und es wurde einfach gebaut. Jetzt ist die Sicht auf einmal „grün“ geworden und die Historie wird zu Lasten der Anwohner vergessen.

    Es würde schon helfen, einmal zu kontrollieren ob Stellplätze, Garagen, da wo auf dem Grundstück vorhanden, auch wirklich zweckbestimmt genutzt werden.

    Auch ein Beitrag zur Verkehrssicherheit wäre die stärkere Kontrolle, wo wird verkehrswidrig geparkt: Einmündungen, Kurven, Bushaltestellen, trotz durchgezogener Mittellinie, im Bereich von Abbiegespuren, in Straßen mit gekennzeichneten Parkflächen außerhalb dieser Flächen, auf Radwegen, auf Bürgersteigen, Wohnwagen und Anhänger auf öffentlichen Parkflächen. Hier ist das Ordnungsamt gefordert.

    Die Aufzählung könnte noch weiter gehen. Ich verzichte jedoch darauf, wie ich auch darauf verzichte exemplarische Beispiele zu benennen.

    1. Die Sicht ist nicht “auf einmal” grün. Das zeichnet sich schon seit Jahrzehnten ab. 1972: die Grenzen des Wachstums usw.
      Personalintensives, konfliktträchtiges (Ich mache mit meiner Garage, was ich will! Diktatur!) Kontrollieren der Nutzung von Garagen und Stellplätzen kann man sich sparen, wenn es keine öffentlich finanzierten Stellplätze für Privatfahrzeuge mehr gäbe.

    2. Welche Historie? In der Historie gab es nicht bei vielen Wohneinheiten zwei oder mehr PKW.

    3. @Wolfgang Schultz: Ich kapiere nicht, was Sie uns sagen wollen. Sorry, keine Ironie oder so – ich kapiere es einfach nicht.

  6. Ein erster Schritt wäre es doch, wenn man für Stellplätze keine Abwassergebühren kassieren würde. Wenn nicht sogar einen Rabatt bei anderen Abgaben einbaut für Stellplätze, die über der Mindestmenge liegen.
    Dann würden vielleicht auch mehr Eigentümer Stellplätze bereitstellen.

    1. Im Ernst? Die Anschaffung eines Autos ist Privatvergnügen, der Bau eines Stellplatzes dafür ebenso. Warum soll das die Allgemeinheit bezuschussen?

      Übrigens gibt es genug Möglichkeiten, Stellplätze so anzulegen, dass die Fläche nicht als versiegelt gilt.

    2. Dann würde sicher einige ihr komplettes Grundstück als Stellplatz anlegen! Gute Idee!

    3. Es geht um Anreize, dass nicht mehr auf der Straße geparkt wird.
      Im gleichen Zuge dann Stück für Stück die Parkplätze auf öffentlichen Straßen reduzieren.
      Oder wollen sie alle Parkplätze ohne Ersatz vom einen auf den anderen Tag abschaffen?
      Das wäre ja wie Inklusion oder ausreichende Anzahl an Lehrern. Oh, Moment….

      1. Die Parkplätze auf den Straßen zu reduzieren, wäre problemlos da möglich, wo die meisten Häuser ohnehin eine Garage oder Stellplätze auf dem Grundstück haben. Auch von jetzt auf gleich.

    4. Viele Grundstücke haben ja Stellplätze bzw. Garagen – sie werden aber nicht genutzt, weil Straßenparken bequemer ist. Insofern bleibt nur die Option, “Stück für Stück die Parkplätze auf öffentlichen Straßen [zu] reduzieren” – wie etwa im vorliegenden Fall geplant.

  7. ….die Autos sind nunmal da. Keine Ahnung wie Herr Migenda sich vorstellt wohin sie verschwinden sollen. Es wird mal wieder klar das die Grünen einfach nicht demokratisch sind und es gut isr wenn sie im September abgewählt werden.

    1. Lieber Herr Kraus, die Autos sollen natürlich nicht verschwinden. Aber wenn z.B. unsere Nachbarschaft (1-3 Hausnummern weiter) in ihren dafür vorgesehenen Garagen und Stellplätzen/Einfahrten parken würden, stünden hier schonmal 6 PKW weniger auf der Straße!
      Es wäre, finde ich, sehr demokratisch, wenn diese Personen auch dazu angehalten würden, diese Stellplätze auch zu nutzen anstatt anderen (Kindern wie Erwachsenen) den Raum für Fahrrad-Infrastruktur wegzunehmen.

  8. U. Kleinert, ich schrieb “Bergisch Gladbach wird nie eine Fahrradstadt werden”. Wer richtig lesen kann erhälz Vorteile.

    1. Wann haben Sie das wo geschrieben? Was ich in Ihrem Kommentar gefunden habe ist: “Bergisch Gladbach wird niemals ein Stockholm werden”.

    2. Und wer Kontexte versteht und übertragen kann, “erhälz” noch viel mehr Vorteile… ;-)

      (“Wird niemals…” hieß es jahrzehntelang auch über Paris. Bis es dann doch eine wurde.)

  9. Es ist schade, dass sich die Gesellschaft auch in dieser Diskussion so spaltet, wie so oft in letzter Zeit. Mit Fahrradstraßen und dem Wegfall von Parkplätzen werden wir unsere Verkehrsprobleme niemals lösen, denn diese werden durch unsere Mobilität und die Tatsache begründet, dass wir bereit sind und sein müssen, täglich auch mal 40 0der 50 km zur Arbeit zurückzulegen und der ÖPNV hierbei oft überhaupt keine Option ist.

    Und da, wo nachweislich in den letzten Jahren oder Jahrzehnten nie Unfälle mit Radfahrern oder Fußgängern vorgekommen sind, muss man keine Änderungen vornehmen. Das sagt mir jedenfalls mein gesunder Menschenverstand und es wäre gut, wenn dieser auch in solchen Diskussionen wieder mehr Einzug halten würde, anstatt hier ideologisch unterwegs zu sein.

    Die Breite unserer Straßen ist nachträglich nicht veränderbar und unsere Gesellschaft ist gehalten, sich den vorhandenen Strassenraum mit gegenseitiger Rücksichtnahme zu teilen.

    Es würde sicher reichen, Fahrradrouten auszuweisen und die Straßen so zu belassen, wie sie sind und sich an die Regeln der StVO zu halten. Diese sind nämlich für alle da, für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer.

    _______________
    Hinweis der Redaktion: Hermann-Josef Wagner ist Mitglieder der CDU-Fraktion

    1. “Diese sind nämlich für alle da, für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer.”

      Ganz richtig. Allerdings sieht man selten Straßen, die mit Fahrrädern vollgestellt sind, oder mit Fußgänger*innen, die dort z.B. ein Picknick machen. *Mein* gesunder Menschenverstand sagt mir, dass Straßen eigentlich alleine dem fließenden Verkehr vorbehalten sein sollten und Stehzeuge aufs private Grundstück, bzw. einen angemieteten Stellplatz gehören. Es gibt keinen Anspruch darauf (auch nicht in der StVO), den Privat-Pkw kostenlos auf der öffentlichen Straße zu parken.

      1. Die Nutzung von Straßen (Gemeingebrauch) ist in u.a. in § 14 StrWG NRW geregelt. Der ruhende Verkehr gehört dazu, dass Picknick auf der Straße oder das “Vollstellen” der Straßen mit Fahrrädern aber nicht.

      2. @Elena
        (1) Der Gebrauch der öffentlichen Straßen ist jedermann im Rahmen der Widmung und der verkehrsrechtlichen Vorschriften gestattet (Gemeingebrauch). Auf die Aufrechterhaltung des Gemeingebrauchs besteht kein Rechtsanspruch.

        (2) Im Rahmen des Gemeingebrauchs hat der fließende Verkehr den Vorrang vor dem ruhenden, soweit sich aus der Widmung der Straße und dem Straßenverkehrsrecht nichts anderes ergibt.

        Wenn, dann auch bitte richtig zitieren: den Absatz, dass es keinen Anspruch auf Aufrechterhaltung des Gemeingebrauchs gibt und dass der fließende Verkehr Vorrang vor dem ruhenden hat, haben Sie wohl überlesen.

    2. Wenn verschiedene Menschen verschiedener Meinung sind und das in einem offenen Austausch dieser Meinungen auch formulieren, dann spaltet sich die Gesellschaft? Was ist denn das für ein Demokratieverständnis?

    3. Hallo Herr Wagner,
      viele andere Städte zeigen, dass eine bessere Fahrradinfrastruktur zum massiven Anstieg des Radverkehrs führt. Natürlich ist der Umstieg nicht für alle Pendler:innen eine Option (das hat auch noch nie irgendwer behauptet), aber wenn nur 20% umsteigen, gibt es morgens quasi keine Staus mehr. Insofern ist Ihr Satz “Mit Fahrradstraßen und dem Wegfall von Parkplätzen werden wir unsere Verkehrsprobleme niemals lösen” schlicht falsch.

      Dass es “nie Unfälle mit Radfahrern oder Fußgängern” gab, wage ich zu bezweifeln – aber es geht auch am Kern der Sache vorbei: Die Infrastruktur ist derart auf KFZ ausgelegt, dass nur die wirklich sicheren “Unerschrockenen” im Alltag Fahrrad fahren. Mit anderen Worten: Nur eine kleine Minderheit hat überhaupt die “freie Wahl des Verkehrsmittels”. Damit sich das ändert, muss sich die Radwege-Situation fundamental verbessern, wozu u.a. die Einrichtung von Fahrradstraßen gehört.

      (“Fahrradrouten auszuweisen” allein ist komplett sinnfrei, zumal in Zeiten von Handy-Apps.)

      1. „viele andere Städte zeigen, dass eine bessere Fahrradinfrastruktur zum massiven Anstieg des Radverkehrs führt“ – ich nehme mal an, dass genau das befürchtet wird.

    4. Innerstädtische Radrouten sind und waren selbstverständlich nie in der Absicht beschlossen, Pendlerstrecken über 40 und mehr Kilometer zu unterstützen. Deswegen Ihr Argument hier nicht verfängt.

      Mehr als 50% der Wege zur Arbeit liegen aber unter zehn Kilometer. Und hier und z.B. bei den Schulwegen greift ein durchgängiges Rad- und Fahrradstraßennetz.

      Bezüglich Ihrem Vorwurf der „Spaltung“ würde ich mir wünschen, dass der ursprüngliche, breite Beschluss zum Radverkehrsnetz mehr Bestand hätte, als die Klientelpolitik der CDU und der darauf folgenden Priorisierung von Parkplätze anscheinend zulässt.

      Eine reine Ausweisung bringt – auch das sollte mit „gesunden Menschenverstand“ klar sein – keinerlei Sicherheitsgewinn für den Rad- und Schulverkehr. Jedes noch so kleine Unfallrisiko für die schwächeren Verkehrsteilnehmenden muss durch geeignete Maßnahmen reduziert werden.

      Die Forderung nach Rücksichtnahme und Gelassenheit im Straßenverkehr aller ist vollumfänglich berechtigt, aber leider eben nicht ausreichend. Fehlertolerante Infrastruktur ist notwendig. Auch – aufgrund begrenzter Räume – zu Lasten des bislang massiv bevorzugten KFZ Verkehrs.

  10. Zur Klarstellung: Bisher wurden nur auf Parkstraße und Nachtigallenstraße Markierungen aufgebracht – *nicht* auf dem Hasenweg. Solche Arbeiten “ausgerechnet zu Ferienzeiten” zu erledigen, scheint mir sinnvoll und ist absolut üblich.

    Es mag unnötig sein, “Leitlinien für Fahrradstraßen 1:1 umzusetzen” – aber wie dann?
    Was ist mit der Forderung gemeint, “zunächst Gefahrstellen zu beseitigen” – wenn nicht die Reduzierung der parkenden Autos? Diese machen den Straßenraum eng und unübersichtlich und stellen die Hauptgefahr auf der Route dar. Die bloße “Ausweisung von Fahrradrouten” bringt dagegen rein gar nichts.

    Dass die Kommunikation mit den Anwohner:innen verbesserungswürdig ist, mag stimmen. Allerdings müssen Politik und Verwaltung die gesamte Stadt und alle Verkehrsteilnehmer:innen im Blick haben. Es kann also nicht darum gehen, sich nur nach einer kleinen Gruppe zu richten – sondern frühzeitig das Gespräch und nach Alternativen für wegfallende Stellplätze zu suchen.
    Grundsätzlich gilt, dass öffentliche Straßen dem fließenden Verkehr dienen, während private Fahrzeuge auf privatem Grund abgestellt werden. In Ausnahmefällen kann davon abgewichen werden, wenn Andere weder behindert noch gefährdet werden.

    (nb – das Abweichen von den Leitlinien führt natürlich gerade zum “Flickenteppich mit ständig abwechselnden Verkehrsregelungen”, der im letzten Absatz (zurecht) kritisiert wird.)

  11. Herr Claes, Sie verwechseln Ideologie alla Migenda mit Tatsachen und ebenso die betroffenen Straßen. Im Artikel ging es um Hasenweg und Nachtigallenstr., Sie schwadronieren über die Siegenstr., die noch weniger verdient hat, Fahrradstr. zu werden. Außerdem ist das keine Sackgasse, was die Vermutung nährt, dass Sie diese Straße nicht aus eigener Anschauung kennen. Meinungen wie Ihre sind nicht geeignet, einen Weg zu beschreiten, der allen Verkehrsteilnehmern gerecht wird. Sie beugen sich lediglich einem 1. Beigeordneten und dem “adfc”, einem Verein, der wahrscheinklich gebührend von der Fahrradinsutrie unterstützt wird. Bergisch Gladbach wird niemals ein Stockholm werden, ob mit oder ohne Ihre einseitigen Vorschläge.

    Völlig in Ihrem hehren Kampf für die Drahtesel fehlt ein Bezug auf den ÖNVP, der wenig den Notwenigkeiten gerecht wird. Mal abgesehen davon, dass sich die von Ihnen gewünschten Fahrradschlangen durch die gleichnamigen Straßen im Herbst und Winter erheblich verkleinern werden, stehen die Kosten der Verwaltung für die Vorbetreitungen von Fahrradstraßen incl. Machbarkeitsstudien, Gutachten und Ausführungen mit ewig wechselnden Zielen (siehe Laurentiusstraße), Abbrechen der Vorhaben (Buddestr.) und Lächerlichkeiten (Kölner Str.) in keinem Verhältnis zum Nutzen.

    1. “Paris wird niemals eine Fahrradstadt werden…” ;-)

      Es ist wirklich amüsant, dass ausgerechnet Sie, Herr Havermann, Anderen “Ideologie” vorwerfen.

      Was Kosten angeht, empfehle ich einen Blick in die Ratsunterlagen: Die Ausgaben der Stadt für Radverkehr sind mikroskopisch – etwa 1/10 dessen, was man sich mal vorgenommen hatte.

    2. Oh ja, die mächtige Fahrradindustrie! Wer hat nicht schon davon gehört?
      Wie gut, dass die Autoindustrie nie versucht hat Einfluss auf die Politik zu nehmen.

    3. Lustig –> “Hasenweg und Nachtigallenstr., Sie schwadronieren über die Siegenstr., die noch weniger verdient hat, Fahrradstr. zu werden.”

      Wann/womit/wodurch “VERDIENT” denn Ihrer Meinung nach eine Straße, ob sie als Straße/Radweg/Fußgängerweg durch die Allgemeinheit genutzt werden darf? Wie meinen Sie das denn?
      Klar ist meiner Meinung nach lediglich, dass Fahrbahnen nicht als Abstellplatz für private u.a. KFZ genutzt werden sollten, auch nicht von den teilweise radikalen Anwohnern, die der Meinung sind, sie hätten damals beim Einzug die Straße vor ihrer Hütte gleich dazu gepachtet.
      Gleichzeitig “Völlig in Ihrem hehren Kampf” gegen “die Drahtesel” Fachsimpeln Sie nebenbei auch noch ständig und immer wieder über Themen wie die “Laurentiusstraße”, obwohl Sie noch nicht einmal wissen oder gewusst haben, dass man in dieser Straße (wo??) auf Gegenverkehr zu achten hat.

  12. Die letzte Bundesregierung hat auch schon gezeigt, das die Grünen für ein verantwortungsvolles Handeln im Sinne aller Bürger nicht geeignet sind. Dem mündigen Bürger wird per Zwangsverordnung ideologische Grüne Themen diktiert die fern ab jeglicher Realität sind. Wieviel Radfahrer sind denn auf den genannten Straßen in den letzte Jahren verunfallt? Wenn dann, wahrscheinlich wegen des schlechten Fahrbahnzustandes und nicht durch ein KFZ. Hätte sich Herr Migenda mal mit einem gleiche Engagement letztes Jahr um den Zustand der Fahrbahn für das Radrennen gekümmert, hätten die Schlaglöcher für die Fahrer nicht markiert werden müssen. Ergo, bei der nächsten Wahl FWG wählen, für einen Dialog und nicht für das Diktieren von GRÜNEN Ideologen.

    1. Wenn mich nicht alles täuscht, hatte doch die FWG ebenso wie die CDU und die Grünen für den Ausbau des Fernradwegenetzes gestimmt – inklusive Hasenweg? Was soll denn das Verteufeln des Verwaltungsangestellten (Migenda), der den einhelligen Beschluss der Politik umzusetzen hat? Billiges Wahlkampfgetöse, das mich aus Richtung der FWG enttäuscht.

      1. Lieber Herr Dettmar,
        ja wir haben als CDU für die Radroute F2 gestimmt. Allerdings haben wir auch unsere Entscheidung- diese Straßen entlang der Route als Fahrradstraßen umzugestalten – korrigiert.
        Man muss sich jeden Teilabschnitt separat anschauen.
        Es macht z.b überhaupt keinen Sinn die Siegenstrasse als reine Fahrradstraße auszuweisen.
        Lg Brigitta Opiela

      2. Liebe Frau Opiela,
        von eine „reinen“ Fahrradstraße ist ja auch gar nicht die Rede.
        Mindestens „Anlieger frei“ würde sie wohl werden.
        Aber das in dieser Stadt Parkplätze Priorität haben und die CDU allen voran jeden Parkplatz mit Zähnen und Klauen verteidigt ist nichts Neues mehr.

      3. ” wir haben als CDU für die Radroute F2 gestimmt”
        “Allerdings haben wir … unsere Entscheidung …. korrigiert.”

        Wie würde der Schwabe sagen: „Des hot a Gschmäckle.“

      4. Frau Opiela, mit der „reinen Fahrradstraße“ bauen Sie ein Strohmannargument auf. Das ist und war dort weder geplant noch möglich.

  13. Welche Alternativen gibt es denn ernsthaft? Parkende Autos im Verkehrsraum der Straße verbrauchen in der Breite 4m! Auf dem engen Gehweg werden Rad fahrende Kinder durch Dooring gefährdet, was auf der Fahrbahn ebenfalls ein Problem ist. Radfahrer müssen an Engstellen bei Gegenverkehr anhalten, so dass ein flüssiges Fortkommen nicht möglich ist.

    Wenn man sich die Grundstücke der Anrainer anschaut, erkennt man, dass vor den meisten Häusern auf dem eigenen Grundstück Fläche zum Abstellen der Autos zur Verfügung steht.

    Warum sollen alle Bürger der Stadt für die öffentlichen Parkmöglichkeiten aufkommen und unter schlechten Verkehrsbedingungen leiden, nur weil die Anwohner keine eigenen Parkstände auf dem eigenen Grundstück schaffen möchten?

    Gerade auf “Hauptstraßen” des Radverkehrs sollte dieser Verkehr auch möglichst flüssig und vor allem sicher fließen. Auf den “Auto-Hauptstraßen” werden ja auch keine Parkplätze eingebaut, an denen immer der Gegenverkehr dutchgelassen werden muss.

    Die Kritik der Freien Wählergemeinschaft ist unverständlich. Es sollen Richtlinien für sichere Fahrradstraßen aufgeweicht werden, so dass die Situation überall unterschiedlich ist, aber gerade diese Unterschiede in der Radverkehrs-Führung kritisiert die Partei.

    Saniert wurde hier (leider) nichts, daher ging es ausnahmsweise mal schnell mit ein bischen Farbe.

    Der Vergleich mit der Siegenstraße ist leider auch falsch! Hier gibt es keinen Fußweg und parkende Autos versperren die Sicht auf Radfahrer, Fußgänger und auch evtl spielende Kinder in der Sackgasse. Demnach müssen die Benutzer der Straße unter den wenigen Anwohnern leiden, die ihr Recht(?) auf der Straße parken zu wollen nicht aufgeben wollen. Oft können Besucher, Pflegedienste oder Handwerker auch auf dem Platz vor der Garage parken.

    Was würde denn passieren, wenn in den betroffenen Straßen keine Parkplätze auf der Fahrbahn vorhanden wären? Die Eigentümer würden schnell auf den Trichter kommen und Parkflächen auf dem eigenen Grundstück herstellen.
    Alternativ könnte man auch für öffentliche Parkplätze Gebühren erheben ;-)

    1. In dem Zuge sollte die Politik bzw. Verwaltung mal umsetzen, dass die z.T. in Massen vorhandenen Garagen (Bsp. Kippekausen Garagenhof “An der Wallburg”) auch als solche genutzt werden. Es ist leider immer noch so, dass Garagen überwiegend als Keller- oder Abstellraumersatz genutzt werden und alles mögliche darin vorzufinden ist – außer eben ein Fahrzeug! Gerade im Bereich Kippekausen würde die Nutzung dieser Garagen als Parkraum die Parksituation drastisch verbessern. Noch dazu kommt, dass die Garagen mittlerweile oftmals im Eigentum einzelner Personen ist – d.h. einer Person gehören 3, 4 oder mehr Garagen die dann gewinnbringend vermietet oder eben wie oben beschrieben als Abstellfläche genutzt werden.

      1. Hallo Bienenfreund, solange die Garagen vermietet und sie dann auch als Fahrzeugabstellfläche genutzt werden ist doch alles gut. Da ist es doch völlig unerheblich ob gewinnbringend für den Vermieter/Eigentümer. (Das ist im übrigen der Gedanke, wenn man sein Geld investiert.)

      2. @ Anno Nüm
        werden Sie aber in der Regel leider nicht. Ich sehe es leider zu 80%, dass die Garagen eben nicht zur Fahrzeugabstellung genutzt werden und die PKWs lieber in den öffentlichen Parkflächen abgestellt werden.