Beim Tag des offenen Denkmals gibt es auf dem Zanders-Areal viele Entdeckungen, auch der Pop-up-Biergarten öffnet wieder. Foto: Thomas Merkenich

Die Öffnung des Zanders-Areals schreitet voran: Beim Tag des offenen Denkmals werden nicht nur weitere Baudenkmäler geöffnet, sondern auch der neue Butscha-Platz und die Atelieretage präsentiert. Ergänzt wird das kleine Kulturfest von einer Ausstellung der Bergischen Kunstschule und einem Einblick in die aktuelle Strukturplanung für das Zanders-Areal. Das Gasthaus Paas ist mit einem Pop-up-Biergarten vertreten.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der Stadt Bergisch Gladbach

Am Samstag, den 13. September 2025, öffnen sich auf Zanders wieder die lange verschlossenen Türen verschiedener Baudenkmäler der ehemaligen Papierfabrik. Im Rahmen des bundesweiten Tags des offenen Denkmals lädt das Team des Projekts Zanders-Areal von 11 bis 18 Uhr interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, die Geschichte – und Zukunft – dieses sich stetig wandelnden Schlüsselorts der Bergisch Gladbacher Stadtentwicklung zu entdecken.

Die Besuchenden erwartet neben spannenden Führungen ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm – darunter eine Informationsveranstaltung zum aktuellen Arbeitsstand der Entwicklungsplanung für das Zanders-Areal mit dem renommierten Planungsbüro Albert Speer und Partner (AS+P) sowie die Eröffnung des Butscha-Platzes durch Bürgermeister Frank Stein und seinen Amtskollegen aus Butscha, Anatolii Fedoruk.

Das Gasthaus Paas ist mit einem Pop-up-Biergarten und einer Auswahl an herzhaften und süßen Speisen an der Alten Zentralwerkstatt vertreten.

Zwischen Industriegeschichte und Stadtentwicklung

In diesem Jahr bietet das Projektteam zwei Themenrundgänge über das Gelände an. Die Führung „Stadtentwicklung auf Zanders – Industriegeschichte trifft Stadtplanung“ führt vom historischen Kernbereich aus über das Areal und zeigt, wie denkmalgeschützte Industriebauten nachhaltig bewahrt und zugleich für eine neue Nutzung im Rahmen eines urbanen Stadtquartiers umgestaltet werden können.

Der Rundgang „Der Weg der Kohle“ befasst sich mit der Bedeutung und Entwicklung der Energiegewinnung auf Zanders und folgt dem zentralen Energieträger Kohle über das Gelände. Entlang der Gleise der Werksbahn geht es von der Anlieferung an Förderband und Becherwerk vorbei in die Hallen des Kraftwerks von Dominikus Böhm.

Darüber hinaus ist die Alte Zentralwerkstatt, in der in den kommenden Jahren ein soziokulturelles Zentrum für das neue Viertel entsteht, ganztägig zugänglich.

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Zanders-Zentralwerkstatt: Verbaute Schönheit mit Geschichte und Perspektive

Die alte Zentralwerkstatt soll bei der Neugestaltung des Zanders-Areals eine besondere Rolle spielen – als Begegnungsort und als Keimzelle einer neuen Altstadt. Das passt nicht nur zur Architektur des gut 140 Jahre alten Backsteingebäudes, sondern auch zu seiner Geschichte. Denn die Werkstatt steht für den Wandel von Zanders zu einem Industriebetrieb – und ist im Laufe ihrer Geschichte immer wieder umgebaut und erweitert worden.

Auf den Rundgängen erleben die Teilnehmenden, was das diesjährige Motto des Aktionstags „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich“ zum Ausdruck bringt:
Historische Industriearchitektur wird nicht abgerissen, sondern weitergedacht – als Fundament für modernes Wohnen, kulturelles Leben und zukunftsorientiertes Arbeiten.

Schon heute zeigt sich, welches Potenzial in diesem Ort steckt. Der kulturelle und identitätsstiftende Wert des Areals soll nicht nur erhalten, sondern durch neue Nutzungen gestärkt und in eine nachhaltige Zukunft überführt werden.

Für beide Themenführungen (Dauer ca. 75 Minuten) ist eine Teilnahme ab 12 Jahren und mit festem Schuhwerk möglich. Die Führungen sind nicht barrierefrei. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Anmeldung ist ab dem 14. August 2025 (12 Uhr) auf der Website der Stadt  möglich.

Entdecken Sie das Zanders-Areal aus der Luft und am Boden

Ein Doppelklick öffnet und schließt die volle Ansicht, mit der besten Wirkung auf einem größeren Bildschirm, auf dem Handy im Querformat. Sie können über die blauen Punkte und die Navigation oben verschiedene Perspektiven ansteuern. Sie können die Ansicht drehen, Details heranzoomen. Hinter den roten Symbolen finden Sie Texte, historische und aktuelle Fotos. Manche Infos sind ein wenig versteckt. Gute Entdeckungsreise!

Vorstellung des Butscha-Platzes und der Atelieretage

Ein besonderes Highlight erwartet die Besucherinnen und Besucher bereits zum Auftakt um 11 Uhr: Bürgermeister Frank Stein präsentiert gemeinsam mit Anatolii Fedoruk, Bürgermeister der ukrainischen Partnerstadt Butscha, den Butscha-Platz.

Der Standort im Bereich der Drehscheibe der ehemaligen Werksbahn liegt zentral im künftigen Stadtviertel, eingebettet zwischen dem gerade entstehenden Gleispark, dem Forum-Gebäude, das zukünftig die Stadtbibliothek beherbergen soll, sowie dem denkmalgeschützten Kraftwerk. Die Wahl fiel bewusst auf diesen Ort, um eine symbolische Verbindung zur Partnerstadt Butscha herzustellen, die sich als Siedlung entlang einer Bahnstation entwickelte.

Die alte Dampflok steht in dem Bereich, der zum Butscha-Platz werden soll. Foto: Thomas Merkenich

Die Eröffnung findet in Anwesenheit zahlreicher Gäste aus den verschiedenen Partnerstädten Bergisch Gladbachs statt. Auch eine Segnung des Platzes durch einen Vertreter der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (Ukrainisches Patriarchat in Köln) ist vorgesehen.

Musikalisch begleitet wird die Eröffnung von einem Auftritt des Hip-Hop Projekts „Create Hip-Hop EmPOWERment“ des KREA-Jugendclubs unter der Leitung JJ da Costas sowie dem Städtepartnerschaftsshuffle mit Tanja Heesen, Heinz D. Haun, Norbert Bruchhagen und einem Projektchor.

Das Heuwinkel-Wert, eine Kiefer in einem Stapel Zellstoff, hatte zunächst an der Mainstreet einen Platz gefunden. Foto: Redaktion

Im Anschluss geht es für Frank Stein noch zum zukünftigen Gleispark. Dort hat die Naturskulptur des Papierkünstlers Wolfgang Heuwinkel ihren endgültigen Standort gefunden. Das Werk, das der Künstler der Stadt im vergangenen Jahr als Leihgabe zur Verfügung gestellt hatte, befindet sich auf dem freigeräumten Podest der nun auf den Schienen der Gleisharfe stehenden Dampflokomotive „Emma“. Wolfgang Heuwinkel übergibt das Kunstwerk offiziell an Bürgermeister Frank Stein als Geschenk an die Stadt.

Abschließend besichtigt Bürgermeister Frank Stein die Atelieretage, die seit dem 1. August von den ersten Künstlerinnen und Künstler genutzt wird. Die insgesamt neun temporären Ateliers befinden sich im dritten Obergeschoss des Werkstattgebäudes F260. Auf über 800 m² haben lokale Kunstschaffende hier die Möglichkeit, einen kreativen Ort auf Zeit zu gestalten.

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Kunst und Kultur sollen eine Atelier-Etage auf Zanders erhalten

Das Zanders-Areal soll wenigstens für eine gewisse Zeit Heimat für bis zu neun Künstler:innen werden. Der Stadtverband Kultur hat interessierten Kreativen jetzt ein Konzept für eine Atelier-Etage im Werkstattgebäude vorgestellt. Das Pionierprojekt geht auf eine Initiative der Künstlerin Iris Stephan zurück und stößt auf großes Interesse, Stadt und Projektteam Zanders sind mit an Bord. Vor dem Einzug der Künstler:innen gilt es aber noch einige nicht gerade niedrige Hürden zu beseitigen.

Ab 13.30 Uhr sind auch interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen, einen Blick in die Ateliers zu werfen. Bei geführten Rundgängen präsentieren die Künstlerinnen und Künstler ihre kreativen Wirkungsstätten und geben Einblicke in ihre Arbeit. Anmelden können sich Interessierte ebenfalls über den oben stehenden Link.

„PlanWerkstatt“ zur Entwicklungsplanung

Gemeinsam mit dem Büro Albert Speer und Partner (AS+P) wird seit März 2025 auf Grundlage der Strukturplanung von 2022 eine weiterführende Entwicklungsplanung für das Zanders-Areal erarbeitet. Diese dient als Grundlage für die weitere Erschließung und Entwicklung des Geländes.

Zwischen 14 und 16 Uhr stellt das Projektteam zusammen mit AS+P im denkmalgeschützten „Museum“, das an diesem Tag als zentraler Anlaufpunkt für Informationen zum Zanders-Areal dient, den aktuellen Stand der Planungen vor. Im Anschluss an die Präsentation folgt eine offene Gesprächsrunde, die dem Austausch von Ideen, Rückmeldungen und Anregungen aus der Bürgerschaft dient.

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Kommunal, kurz & knapp: Ein Fahrplan und ein Strand für Zanders

Einen umfassenden Projektfahrplan für die Zanders-Konversion haben die Projektgruppe der Stadt und die Zanders-Entwicklungsgesellschaft (ZEG) im Ausschuss vorgelegt. Neben grundlegenden Planungen für das ganze Areal listet er viele Teilprojekte und Zwischennutzungen auf, erstmals mit Zeitangaben. Welches Gewicht die kurzfristigen Zwischennutzungen haben sollen, bleibt umstritten – zumal immer neue Ideen hinzukommen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Büdchen mit Strand und Blick auf Wasserbecken?

Ausstellung der Bergischen Kunstschule

Die denkmalgeschützte Industriearchitektur des Zanders-Areals bewahrt nicht nur die Geschichte eines zentralen Orts der Stadtentwicklung, sondern regt auch zur kreativen Auseinandersetzung an: Schülerinnen und Schüler der Bergischen Kunstschule haben sich unter der Leitung von Bettina Ballendat, Gründerin und Leiterin der Abendschule, dieser Aufgabe gestellt. Im denkmalgeschützten Kalandersaal präsentieren sie vor imposanter Industriekulisse nun ihre Werke. 

Die Ausstellung ist am Tag des offenen Denkmals von 12 bis 18 Uhr geöffnet und findet an diesem Tag ihren feierlichen Abschluss. Eröffnet wird sie bereits am Samstag, den 6. September und ist bis zum 13. September täglich von 15 bis 19 Uhr zugänglich.

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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