An der KGS In der Auen ist Bergisch Gladbachs erste Schulstraße eingerichtet worden. An Schultagen wird der Bereich vor der Schule zu festgelegten Zeiten für Autos gesperrt. Ziel ist es, den Schulweg für Kinder sicherer zu machen und Elterntaxis vor und nach Schulbeginn einzudämmen. Es handelt sich erst einmal nur um einen Verkehrsversuch auf Zeit.

Die erste Schulstraße in Bergisch Gladbach ist am Mittwoch an der KGS In der Auen in Refrath gestartet. Dafür wird der direkte Bereich vor der Schule vor dem Schulbeginn sowie mittags zum Schulende für den Autoverkehr gesperrt, um sogenannten Elterntaxis entgegenzuwirken und den Schulweg für die Kinder sicherer zu machen. 

Verkehrsschilder an den Zugangsstraßen Schwerfelstraße, Veilchenweg und Asternstraße weisen auf die Sperrzeiten zwischen 7.30 und 8.15 Uhr sowie 14.30 bis 15.15 Uhr hin. 

Ein vorläufiges Fazit fällt positiv aus: Bereits am ersten Tage habe sich gezeigt, dass das Konzept von Eltern, Kindern und Anwohnenden „gut angenommen“ werde und „für spürbar mehr Sicherheit vor der Schule“ sorge, teilte die Stadt am Donnerstag mit. 

Während der Sperrzeiten sei der direkte Straßenbereich vor der Schule nahezu autofrei gewesen, der motorisierte Verkehr wie vorgesehen auf umliegende Straßen ausgewichen, „ohne dabei den Verkehrsfluss auf der Straße In der Auen spürbar zu beeinträchtigen“.

Die Initiative Kidical Mass setzt sich für die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr und für das Einrichten von Schulstraßen ein. „Wir freuen uns sehr, dass die erste Schulstraße Bergisch Gladbachs heute erfolgreich gestartet ist“, sagt Initiatorin Melanie Baierl.„Aus unserer Sicht kann das aber nur der Anfang sein: Wir fordern, dass jedes Kind in unserer Stadt sicher und selbstständig zur Schule kommen kann.“

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Kidical Mass fordert Schulstraßen statt Elterntaxis

Regelmäßig kommt es durch Elterntaxis zu gefährlichen Situationen. Das Aktionsbündnis Kidical Mass und vier Bergisch Gladbacher Grundschulen setzen sich daher dafür ein, dass Straßen im direkten Umfeld der Schulen in der Bring- und Abholzeit für den Autoverkehr gesperrt werden. Der Schulweg soll dadurch für die Kinder sicherer werden.

Der Verkehrsausschuss hatte im Juni beschlossen, dass die Einführung der Schulstraße im Umfeld der KGS In der Auen ab dem Schuljahr 2025/26 als Verkehrsversuch für eine Dauer von zwölf Monaten durchgeführt werden soll. Anwohner:innen erhalten für die Durchfahrt während der Sperrzeiten Sondergenehmigungen. 

Gelungener Start

Aus Sicht der Eltern ist der Start in die Pilotphase gelungen: „Die Kinder waren total begeistert, wie wenig Autos vor der Schule waren“, zitierte die Stadt Moni Kellermann, Schulpflegschaftsvorsitzende an der KGS. Auch Schulleiter Anton Pezl bestätigte laut Stadt, dass der Auftakt reibungslos verlaufen ist. 

„Es zeigt sich, dass Dinge einfach gemacht werden müssen. Im Vorfeld wurden viele Bedenken geäußert, die lange eine Schulstraße in Bergisch Gladbach verhindert haben“, erklärte der Beigeordnete Ragnar Migenda. „Mit der einjährigen Pilotphase sind wir endlich in die Umsetzung gekommen – und bereits am ersten Tag zeigt sich, dass vieles, was befürchtet wurde, nicht eingetreten ist.“

Die Stadt hatte bewusst einen Termin etwas nach dem Schuljahresbeginn gewählt, damit die Schulgemeinschaft erst in den Schulalltag zurückfinden konnten, bevor die neue Verkehrsregelung umgesetzt wurde.

Die Stadt wird die Umsetzung weiterhin begleiten und steht für Fragen und Anregungen unter mobilitaet@stadt-gl.de zur Verfügung.

Dokumentation

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Wäre schön, wenn auch in der Sackgasse der GGS Refrath die Autos zu den Start- und Endzeiten der Schule ein Einfahrverbot hätten (die paar AnwohnerInnen ausgenommen).

  2. Sehr gut kommt auf dem Bild auch mal rüber, was die sogenannten “Anlieger” immer antreibt. Wie sie dort alle – wie selbstverständlich – auf der Straße parken, die halbe Fahrbahn blockieren und dabei die Sicht auf Kinder, die auch mal gerne spontan die Straße überqueren, versperren.

    Ich hoffe sehr, dass solche rücksichtslosen Menschen wenigstens in Mithaftung genommen werden, wenn dort einem Kind etwas passiert.

  3. Lustigerweise ist auf dem Foto ein Wahlkampfplakat eines CDU-Kandidaten zu sehen, welcher sich hier zuletzt skeptisch zur Schulstraße geäußert hat. Aber ich freue mich trotzdem über die Zustimmung der CDU zu der Maßnahme und hoffe auf die Umsetzung auch an anderen Schulen.

    1. Guten Tag Christian-Andreas, danke für den Hinweis auf meine skeptische Aussagen zur Schulstraße(n). Tatsächlich habe ich nun feststellen können, dass meine Befürchtungen so nicht eingetreten sind und das es auch für die direkten Anlieger keine Nachteile gibt. Darüber bin ich auch zufrieden. Nun gilt es während der Testphase Verbesserungen für mögliche weitere Schulstraßen zu entwickeln. Zum Beispiel versenkbare Poller, damit nicht jeden Tag morgens und nachmittags Eltern, Schulbegleiter etc. Warnbaken aufstellen müssen. Auch könnte im Bereich der Bushaltestelle auf der Straße In der Auen ein sog. Kiss an Ride Haltplatz eingerichtet werden. Aber insgesamt bin ich zuversichtlich über eine positive Rückmeldung.
      Aus persönlichen Gesprächen habe ich auch erfahren, dass die neue Situation gut angenommen wird.
      Viele Grüße
      Robert Martin Kraus
      Mitglied des Rates CDU Fraktion

  4. Gute Sache! Bleibt zu wünschen, dass das an anderer Stelle zeitnah ebenfalls umgesetzt wird. Bleibt noch zu hoffen, dass die Einhaltung der Beschränkungen auch konsequent nachgehalten wird. Eine Schranke und ein paar Schilder halten einige Mitbürger nur für “Serviervorschläge”, an die man sich nicht halten muss. Beispiele gibt es dafür reichlich.

  5. Na endlich – wurde ja auch wirklich Zeit! Das morgendliche Chaos vor den Schulen wird immer größer, Lehrer:innen und Eltern haben permanent Angst, dass Kinder von ‘Elterntaxis’ überfahren werden.

    Was ich nicht verstehe: Warum muss erst ein einjähriger ‘Verkehrsversuch’ gemacht werden – warum werden nicht gleich an mehreren Grundschulen ‘Schulstraßen’ eingeführt? Das Konzept ist nicht neu, andere Städte machen damit schon seit Jahren (m.W. positive) Erfahrungen. Warum muss Bergisch Gladbach immer “sein eigenes Ding” machen, statt sich von anderen Kommunen etwas abzugucken, die schon weiter sind?

    1. Eigentlich ist das im Beschluss erläutert. Ständig zu beobachten und bei Bedarf nachzusteuern, ist sicher nicht falsch. Und wenn man ein positives Ergebnis hat, lassen sich vergleichende Maßnahmen an anderen Schulstandorten leichter begründen und mit mehr Erfahrung konzipieren (wenn man es an einer Schule mit hoher Helikopter-Frequenz geschafft hat, wird es anderswo einfacher).

      1. Nochmal: All diese Erfahrungen und Beobachtungen gibt es in anderen Städten längst. GL erfindet mal wieder das Rad neu.

      2. Sehe ich nicht so. Das grundsätzliche Konzept, das anderswo erfolgreich war, übernehmen sie ja, da wird nichts neu erfunden. Aber die Verhältnisse sind überall verschieden, räumlich und von den beteiligten Personen her. Dass das beobachtet und nachgesteuert werden muss, ist doch nur normal.

      3. Dann könnten wir es ja gleich an 5 Schulen starten statt nur an einer, wenn ohnehin jede einzeln getestet & nachgesteuert werden muss.

      4. Das ist richtig. Da war vielleicht jemand zu hasenfüßig und wollte erst einmal auf einen erfolgreichen Versuch im eigenen Stadtgebiet verweisen können.