Marita Vonk (links) und Michaela Fahner. Foto: Stolzenbach

Seit 15 Jahren begleitet die Mädchenberatungsstelle von Frauen stärken Frauen e. V. junge Frauen auf ihrem Weg zu Selbstvertrauen und Eigenständigkeit. Neben Beratung und Prävention zählen auch Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit und finanzielle Herausforderungen zu ihrem Alltag.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der Mädchenberatungsstelle im RBK.

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Am 2. November 2010 öffneten wir, nach einer einjährigen Phase der Konzept- und Finanzierungsplanung, die Tür zur Mädchenberatungsstelle. Sie ist – neben der Allg. Frauenberatungsstelle für den Rheinisch-Bergischen Kreis (RBK) und dem Frauenhaus – die dritte Einrichtung unseres Vereins Frauen stärken Frauen e. V., der seit 1985 besteht. Zwei Sozialarbeiterinnen mit beraterischen Zusatzqualifikationen halten in Teilzeit unsere Angebote für Mädchen vor.

Unsere Inhalte

Wir beraten Mädchen zwischen 12 und 27 Jahren, deren Angehörige, Fachkräfte, und wir führen Präventionsveranstaltungen an Schulen durch. Wir bieten dies für die Kommunen des Rheinisch-Bergischen Kreises und die Stadt Bergisch Gladbach an.

Mädchen kommen zu uns mit Fragen und Problemen zu Essstörungen, zu widerfahrener Gewalt, Mobbing, Beziehungen und vielem mehr. Die Mädchen geben das Thema einer Beratung vor, sie kommen freiwillig und werden kostenfrei beraten. In unseren Präventionsveranstaltungen greifen wir die aktuellen Themen der Mädchen auf oder richten uns nach dem Bedarf einer Schule.

Empowerment steht in unseren Beratungsgesprächen mit den Mädchen und in unseren Präventionsveranstaltungen im Mittelpunkt. Wir unterstützen Mädchen dabei, sich über die eigenen Stärken bewusst zu werden und sich für ihre Wünsche und Bedürfnisse einzusetzen. Außerdem erfahren sie von uns, welche weiteren Unterstützungsmöglichkeiten es für sie gibt. So gewinnen sie Selbstvertrauen und können das eigene Leben gestalten.

Neben Beratung und Prävention leisten wir Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit. So initiierten wir den Arbeitskreis Mädchen und junge Frauen in Bergisch Gladbach und im RBK und arbeiten in verschiedenen Arbeitskreisen, z. B. Arbeitskreis gegen sexuellen Missbrauch an Kindern, mit.

Nicht nur dabei entstehen Synergieeffekte: Die intensive Zusammenarbeit mit unseren Kolleginnen aus der Allg. Frauenberatungsstelle für den RBK, mit der wir uns die Räumlichkeiten teilen, nutzt beiden Seiten. Wir unterstützen uns im Team, in der Supervision, und es gibt gemeinsame Plakat-, Brötchentüten- und weitere Aktionen: eine Win-win-Situation.

Unsere Finanzierung

Die ersten drei Jahre finanzierten wir mit Projektmitteln von Aktion Mensch, der Software AG und der Bethe-Stiftung. Hauptsächlich private Spenden sicherten unsere Finanzierung zusätzlich ab.

2014 endete die Förderung der Projektmittel und es war unklar, ob wir weiter bestehen können. Eine große Spendenakquise, u. a. mit Unterstützung der Bethe-Stiftung und der Sozialstiftung der Kreissparkasse, brachte so viel Geld ein, dass wir die Mädchenberatungsstelle weiterführen konnten, wenn auch mit einer Reduzierung unserer Stunden.

Eine dreijährige Projektförderung des Deutschen Hilfswerks ermöglichte uns ab 2015 die Einrichtung einer Online-Beratungsstelle, die unsere Beratungsmöglichkeiten bis heute erweitert.

Nach sechs Jahren finanzieller Unsicherheit erhielten wir 2020 zum ersten Mal öffentliche Mittel. Gesundheitsamt und Jugendamt des Rheinisch-Bergischen Kreises sowie die Jugendämter der Städte Bergisch Gladbach, Wermelskirchen und Overath finanzieren seitdem 80 % unserer Kosten. Den Eigenanteil in Höhe von 20 % finanzieren wir über Spenden. Alle zwei Jahre müssen diese öffentlichen Mittel neu beantragt werden.

Erfreulich: 2021 trafen wir, ergänzend zu der bestehenden Finanzierung, eine Vereinbarung mit der Stadt Rösrath. Damit ist es uns auch möglich, Beratung für Mädchen in Rösrath anzubieten.

Herausforderungen für die Zukunft

2025 sind wir längst aus den Kinderschuhen herausgewachsen und haben viele Schwierigkeiten erfolgreich gemeistert. Bis heute haben wir u. a. 825 Mädchen, 173 Angehörige und 157 Fachkräfte beraten. 3.858 Mädchen erreichten wir mit Präventions- und Informationsveranstaltungen.

Die Gesamtfinanzierung forderte uns sehr und fordert uns nach wie vor. Denn in Zeiten mit erwartbar geringer werdenden finanziellen Ressourcen sind wir nicht sicher, ob und wie unsere Angebote für Mädchen und junge Frauen in Zukunft Bestand haben können.

In den vergangenen 15 Jahren waren es die vielen kleinen und großen Spenden, die es uns ermöglichten, durchgängig Mädchen zu beraten und zu unterstützen. Einen herzlichen Dank an alle Spender:innen!

Damit wir auch in Zukunft Mädchen und junge Frauen sowie deren Vertrauenspersonen unterstützen können, bleiben wir auf Spenden angewiesen – auch Ihre? Mit einer Spende unterstützen Sie Mädchen und junge Frauen auf ihrem Weg in ein gesundes und selbstbestimmtes Leben. Wir würden uns freuen!

Mehr Infos gibt es auf der Website

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