Nach wie vor gibt es keine Klarheit, ob und wie das Gebäude des Jugendzentrums Q1 und der dort untergebrachten Pfadfinder gerettet werden kann. Nach einer Ortsbegehung und vielen Gesprächen sieht die Stadtverwaltung zwei Optionen: eine sehr teure Generalsanierung oder eine teure Übergangslösung. Im März soll der Stadtrat entscheiden, noch bis Oktober hält die evangelische Kirche den Status Quo aufrecht.

Die eine gute Nachricht vorab: Die Evangelische Kirchengemeinde ist bereit, den Mietvertrag mit der Stadt über das Gebäude des Q1 bis Oktober 2026 zu verlängern. Wenigstens bis dahin können das Jugendzentrum und der Pfadfinderstamm Folke Bernadotte mit einigen Einschränkungen in dem sanierungsbedürftigen Haus bleiben. Das geht aus einer Mitteilungsvorlage für den Jugendhilfeausschuss und aus Antworten der Stadt auf Nachfragen des Bürgerportals hervor.

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Die drei schlechten Nachrichten: Das 73 Jahre alte Gebäude sei nicht nur „stark sanierungsbedürftig“, sondern stelle auch „eine Gefährdung für die Nutzenden“ dar. Ob und wie es weitergeht, entscheidet sich frühestens im März. Und beide Optionen, die die Stadtverwaltung jetzt auf den Tisch legt, sind mit erheblichen Kosten, Risiken und Unsicherheiten belastet.

Spätestens seit September 2024 weiß die Stadtverwaltung um die prekäre Lage, damals hatte die Evangelische Kirche den Mietvertrag mit der Stadt gekündigt. Weil der Zustand des Gebäudes so schlecht ist, dass sie sich nicht mehr in der Lage sah, die notwendigen Reparaturen – auch in die Sicherheit – zu gewährleisten. Erst im Mai machte die Verwaltung diesen Umstand öffentlich.

Erst danach wurde der Stadt klar, dass neben dem Jugendzentrum auch die Pfadfinder seit mehr als 40 Jahre in dem Gebäude ihre Heimat haben. Seither gab es einige öffentliche Versprechen und viele Gespräche hinter den Kulissen, aber keine Lösungen.

Fotos: Thomas Merkenich

Im Detail: Wer im Q1 arbeitet

Das Q1 ist in erster Linie als eines der sechs Jugendzentren Bergisch Gladbachs ein wichtiger, niedrigschwelliger Treff- und Projektort für Jugendliche in der Innenstadt, mit einem Offenen Treff, Kulturangeboten und Proberäumen.

Darüber hinaus haben aber auch das Mehrgenerationenhaus als Sozialeinrichtung der evangelischen Kirche, das Kindergartenmuseum und der Pfadfinderstamm Folke Bernadotte dort ihre Heimat.

Im Detail: Der Vertrag zwischen Stadt und Kirche

Zur verfahrenen Lage gehört auch das Verhältnis zwischen Stadt und evangelischer Gemeinde. Das Gebäude ist im Eigentum der Stadt, sie hat eine Vereinbarung mit der Gemeinde geschlossen, die das Objekt zur Nutzung für die Jugendhilfe erhält.

Dabei handelt es sich um einen „Dach- und Fachvertrag“: Die Kirchengemeinde muss demnach alle erforderlichen Reparaturen und Erneuerungen auf eigene Kosten vornehmen. Aber: Jugendhilfe ist eine Pflichtaufgabe der Stadt. Da sie diese in diesem Fall an die Kirche übertragen hat, kann sich diese die Kosten bis zu 100 Prozent von der Stadt zurückerstatten lassen.

Grundsätzlich ist die Stadt dazu verpflichtet, eine angemessene Infrastruktur für die Jugendarbeit bereitzustellen. Dazu wird auch die Arbeit der Pfadfinder gezählt.

Für die Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 10. Dezember legt die Stadt daher jetzt auch nur eine Mitteilungsvorlage mit zwei Optionen vor. Erst im März 2026, wenn alles geprüft und kalkuliert sei, soll der Stadtrat entscheiden.

Option 1: Generalsanierung

Eine gründliche Sanierung des Gebäudes ist möglich, würde allerdings rund neun Millionen Euro kosten, rechnet die Stadt vor. Dabei ist zwar schon ein Risikoaufschlag von 40 Prozent enthalten, wichtige weitere Risiken sind jedoch nicht einkalkuliert: Sollten Schadstoffe in dem Gebäude entdeckt werden, kommen die Entsorgungskosten oben drauf. Zudem wird es baurechtlich inzwischen als Sonderbau eingestuft, was noch höhere Anforderungen an den Brandschutz stellt.

Eine solche Sanierung würde laut Stadt wenigstens 31 Monate dauern, für mindestens ein Jahr müsste das Gebäude komplett freigezogen werden – Jugendzentrum, Pfadfinder und Kindergartenmuseum also woanders unterkommen. Eine solche Zwischenlösung hatte der damalige Bürgermeister Frank Stein schon im Spätsommer kurzfristig versprochen, geworden ist daraus nichts.

Im Detail: Notwendige Arbeiten einer Komplettsanierung

Für eine komplette Sanierung des Gebäudes müssen folgende Arbeiten erledigt werden:

Energetische Sanierung Dach, Fenster, Fassade:
Dämmung, Austausch alter Fenster, Wärmeschutzmaßnahmen, Abdichtungen

Umsetzung Barrierekonzept:
Rampen, Aufzugserweiterungen, barrierefreie Sanitärräume, taktile Leit- und Orientierungssysteme

Weitere Maßnahmen:

  • Anpassungen an gesetzliche Vorgaben (z. B. EnEV/Energieeinsparverordnung), inklusive Material- und Einbaukosten
  • Aufzug: Einbau, Antriebstechnik, Sicherheits- und Steuerungssysteme
  • Brandmeldeanlage: Rauch- und Wärmemelder, Alarmierungssysteme, Zentraleinheit
  • Elektroarbeiten: Stromversorgung, Leitungsführung, Steckdosen, Beleuchtung
  • Blitzschutzanlage: äußere und innere Ableitung, Erdung, Prüfprotokolle
  • Sicherheitsbeleuchtung: Flucht- und Rettungswegleuchten, Notstromversorgung
  • Hausalarm / Sicherheitstechnik: Einbruchmeldeanlagen
  • Gebäudeleittechnik: Steuerung und Überwachung von Heizung, Lüftung, Klima, Licht
  • Schadstoffmanagement TGA: Berücksichtigung und Sanierung von belasteten Bauteilen innerhalb der technischen Gebäudeausrüstung
  • Übernachtungen dürfen vorerst keinesfalls erfolgen. Zudem sollen aus Gründen des Brandschutzes die Proberäume gesperrt werden.

Das Gebäude wäre nach heutigen baurechtlichen Anforderungen vermutlich als Sonderbau zu betrachten. Damit würden erhöhte Anforderungen zum Beispiel an den Brandschutz bestehen, zur dauerhaften Nutzung in der bisherigen Form wäre eine Nutzungsänderung erforderlich.

Quelle: Mitteilungsvorlage der Stadt. Siehe Dokumentation unten

Als Vorteile dieser Lösung sieht die Stadt, dass das Objekt als Ganzes erhalten bleibt und die bedarfsorientierte und qualitative Jugendarbeit im Stadtzentrum fortgeführt werden könnte. Zudem habe das Gebäude einen hohen ideellen und historischen Wert für die Stadtgesellschaft.

Die Pfadfinder kämpfen für den Erhalt des Gebäudes. Sie sehen das Q1 als einzigartigen Standort mit idealen Gegebenheiten (Waldnähe und zentrale Lage) und einer langen Historie. Für sie sei eine verlässliche und auch unterbrechungsfreie Arbeit unabdingbar.

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Option 2: Notreparatur und späterer Umzug

Die Alternative wäre eine Aufgabe des Gebäudes. Mittelfristig könnte das Jugendzentrum an einen neuen Standort umziehen. Dafür ist das das Zanders-Areal im Gespräch, konkret das künftige sozio-kulturelle Zentrum in der Alten Zentralwerkstatt.

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Mittelfristig soll das Jugendzentrum der evangelischen Kirche in der Zentralwerkstatt auf dem Zanders-Gelände eine neue Heimat finden. Eine Übergangslösung für das Q1 werde bald präsentiert, teilt Bürgermeister Frank Stein mit. Auch für Kindergartenmuseum und Pfadfinderheim gebe es gute Perspektiven. Vorwürfe von CDU und FDP weist Stein zurück – und gibt deren Bürgermeisterkandidaten einen Ratschlag mit auf den Weg.

Damit die Betroffenen bis dahin nicht auf der Straße stehen, könnte das Q1 soweit in Stand gesetzt werden, wie es aus Sicherheitsgründen unbedingt notwendig ist.

In diesem Szenario soll das Angebot des Mehrgenerationenhauses in die VHS verlegt werden. Aber für das Kindergartenmuseum und für die Pfadfinder gibt es keine konkreten Aussichten. „Verwaltung und Pfadfinder würden mit der Entscheidung dieser Variante beauftragt, gemeinsam eine dauerhafte Unterbringung für ihr Angebot zu suchen“, heißt es lapidar.

Fotos: Thomas Merkenich

Wie teuer eine solche Teilsanierung würde, gehört zu den Fragen, die noch offen sind und bis zum Frühjahr durchkalkuliert werden sollen. Aber schon jetzt steht fest, dass auch das ein dicker Brocken in Millionenhöhe wird. Auch bei dieser Option wäre eine komplette Schließung des Hauses notwendig. Für wie lange? Das gehört zu den offenen Fragen.

Dass die Pfadfinder gegen diese Option sind, ist klar. Die Evangelische Gemeinde wäre damit offenbar einverstanden: Langfristig sei die pädagogische Arbeit auf dem Zandersgelände für sie eine attraktive Alternative. Daher spreche sie sich nicht zwingend für den Erhalt des Gebäudes aus.

Zur Sache: Wer übernimmt die Verantwortung?

Die evangelische Kirchengemeinde, bislang als Mieterin der zentrale Partner der Stadt, will aus der Nummer ganz raus. Zwar ist sie zur Verlängerung der Vermietung an die Pfadfinder bis Oktober 2026 bereit, aber nur, weil die Stadt die Kosten und die Projektsteuerung der Reparturen übernimmt. Aufgrund der begrenzten Ressourcen, insbesondere durch die beinahe ausschließlich ehrenamtlich getragene Verantwortung in der Gemeinde und im Presbyterium, sei der Dach- und Fachvertrag nicht mehr zu erfüllen, so die Gemeinde.

Die Pfadfinder überlegen seit einiger Zeit, selbst oder über ihren Dachverband als Träger des Q1 einzuspringen. Aber auch die Klärung, ob das leistbar und sinnvoll ist, benötige noch einige Zeit.

Für eine beschlussreife Vorlage, so die Stadt, seien jetzt noch „umfangreiche Analysen, Recherchen, Planungen und nicht zuletzt Gespräche“ notwendig. Die Vorlage sei für die Sitzung des Stadtrats am 24. März geplant.

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Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Als ehemaliger Pfadfinder und heutiger Energieberater und Sachverständiger für Energieeffizienz und Gebäudeautomation habe ich an der Begehung des Jugendzentrums Q1 am Quirlsberg teilgenommen und verfolge die Diskussionen über die Zukunft des Gebäudes sehr aufmerksam.

    In der öffentlichen Darstellung entsteht der Eindruck, das Gebäude müsse zwangsläufig einer extrem umfangreichen Sanierung unterzogen werden – mit Kosten von rund neun Millionen Euro. Nach meiner fachlichen Einschätzung entspricht das jedoch einem Neubau- bzw. Vollsanierungsstandard, nicht den tatsächlich gesetzlich erforderlichen Maßnahmen für den Weiterbetrieb eines bestehenden Jugendzentrums.
    Viele der genannten Punkte – energetische Vollsanierung, kompletter barrierefreier Umbau einschließlich Aufzug, Gebäudeleittechnik oder vollständige Erneuerung der gesamten technischen Gebäudeausrüstung – sind im Bestand nicht zwingend vorgeschrieben.
    Auch die EnEV, auf die verwiesen wird, gilt seit 2020 nicht mehr; maßgeblich ist heute das Gebäudeenergiegesetz, das bei Bestandsgebäuden nur ganz wenige verpflichtende Anforderungen vorsieht.

    Unbestritten ist: Alles, was sicherheitsrelevant ist, z.B. eine Elektroprüfung nach DGUV V3, eine brandschutztechnische Bewertung und die Sicherstellung der Rettungswege müssen erfolgen. Notwendige Korrekturen sind sofort umzusetzen.
    Aber diese Maßnahmen liegen in einem völlig anderen Kostenbereich als die in der Diskussion stehenden Millionenbeträge.

    Was bislang fehlt – und was für eine sachgerechte Entscheidung dringend notwendig wäre – ist eine transparente Kostenschätzung für eine Teilsanierung, die den sicheren Weiterbetrieb des Q1 ermöglicht, ohne das Gebäude künstlich in eine Vollsanierungslogik zu drängen.

    Das Q1 ist ein zentraler Standort der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Bergisch Gladbach. Die Entscheidung über seine Zukunft sollte auf der Grundlage der tatsächlichen gesetzlichen Mindestanforderungen getroffen werden – und nicht auf Basis von Maßnahmenkatalogen, die weit darüber hinausgehen.
    Ich hoffe sehr, dass die Politik eine solche nüchterne, faktenbasierte Bewertung einfordert, bevor über die Zukunft dieses wichtigen Ortes entschieden wird.

  2. Das Gebäude steht dort voll im Hang. ein teurer Rückbau oder eine Ruine droht bei Nichtsanierung. Ein Neubau schein mir an dieser Stelle keine Lösung zu sein bei den leeren Kassen. Wo es im Zanders Areal ja unendlich Fläche gibt, halt ohne Wald….,aber sooo weit ist der Wald ja auch dann nicht weg.

  3. Warum wird nicht mal beleuchtet, wie es zu einem solchen Sanierungsstau gekommen ist? Da scheint doch über viele Jahre hinweg nur die Miete abkassiert worden zu sein, ohne etwas in das Gebäude zu investieren.

    Wenn ich mich recht erinne, ist die Stadt Bergisch Gladbach der Eigentümer und hat das Gebäude an die EVK vermietet. Die widerrum hat untervermietet.

    1. Auf diese Frage sind wir in früheren Beiträgen eingegeben. Das EVK spielt dabei keine Rolle, die Infos zum Vertrag zwischen Stadt und Kirche finden Sie in diesem Beitrag unter „Details: Der Vertrag zwischen Stadt und Kirche“.

  4. Wenn ich das richtig und grob umrechne, kostet uns als dreiköpfige Familie die Sanierung über die Steuern etwa 200 Euro. Das sind mir ehrlich gesagt die Pfadfinder nicht wert, die haben mich auch nicht gefragt.

    1. Das Gebäude wird vor allem vom Jugendzentrum Q1 genutzt. Zudem vom Kindergartenmuseum, dem Mehrgenerationenhaus und von den Pfadfindern, die unter dem Dach ihr Domizil haben.

      1. Danke für prompte, erschöpfende und klare Antwort. Ist mir in der Summe dann doch 200 Euro wert und sollte es sein .

    2. Und nun? Ich bin auch nicht bereit, auch nur einen Cent meiner Steuern für Staßenbau o.ä. auszugeben. Fragt mich auch niemand. So funktioniert eine Gemeinschaft halt nicht.