Viele Schlaglöcher reichen tief in den Untergrund. Und lassen erkennen, dass sie schon oft bearbeitet worden sind. Foto: Redaktion

Die Straßen Bergisch Gladbachs sind generell in einem miesen Zustand, der Frost reißt weitere, zum Teil tiefe Löcher. Der Bauhof der Stadt ist zwar auch bei Minustemperaturen mit drei Teams unterwegs, kommt aber nicht nach. Die Stadt bittet um Geduld, Vorsicht und Mithilfe.

Rund 400 Straßen gibt es in Bergisch Gladbach, mehr als die Hälfte gilt als sanierungsbedürftig und der Frost dieses Winters hat viele neue Schäden angerichtet. Der aktuelle Zustand ist so schlecht, dass die Stadtverwaltung eine offizielle Warnung verschickt:

„Alle Verkehrsteilnehmenden werden gebeten, besondere Vorsicht walten zu lassen. Die Nutzung der Straßen und Gehwege sollte aufmerksam und angepasst erfolgen, um Verletzungen, Schäden und Unfälle zu vermeiden.“

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Immerhin drei Teams mit jeweils drei Mitarbeitern hat der städtische Bauhof im Moment im Einsatz. Bei jeder Temperatur – denn sie flicken die schlimmsten Löcher mit Winterasphalt, sind also nicht mehr wir früher auf Plus-Grad angewiesen.

Immerhin 50 bis 100 Schlaglöcher, so die Stadt auf Anfrage, werden auf diese Weise pro Tag beseitigt. Wieviele Schadstellen noch unbearbeitet sind, kann sie nicht sagen, eine komplette aktuelle Erfassung gibt es nicht. Aber es seien definitiv mehr Schlaglöcher als in den Vorjahren, so die Verwaltung.

Ein 3. Weg für bessere Straßen

Über die Flickschusterei hinaus und parallel zu den großen Straßensanierungen setzt die Stadt auf einen dritten Weg, die Fahrbahnen zu verbessern. Der neue Bürgermeister Marcel Kreutz hatte in seiner Haushaltsrede angekündigt, eine externe Firma zu beauftragen. Die soll besonders schlechte Straßenabschnitte herausfräsen und nachhaltig erneuern.

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Die Fotos, die Martin Hardt im Ratssaal präsentiert, zeigen Wunden und Wülste, Krater und Aufbrüche. Sie zeigen Bergisch Gladbachs Straßen, die zu einem großen Teil in einem grauenvollen Zustand sind. Das soll sich ändern; doch einfach wird das nicht.

300.000 Euro sind dafür im Haushaltsentwurf vorgesehen. Der Haushalt wird aber erst im März verabschiedet, bis zu einer Ausschreibung des Auftrags könne es deshalb April oder Mai werden, räumt die Stadt ein.

Bis dahin wird geflickt und wieder geflickt. Dabei bittet die Verwaltung die Bürger:innen um Mithilfe. Wer besonders gefährliche Schlaglöcher entdeckt, möge diese per Mail an bauhof@stadt-gl.de oder mit der Mängel-App „Tellme“ melden. Dort können der Standort und Fotos hochgeladen werden.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Viele Straßen haben tiefe Schlaflöcher und sind für Radfahrer manchmal echt gefährlich. ich fahre viel rad und kenn mich in Gladbach gut aus, und trotzdem hat mich damals nach dem Regen ein neues tiefes Schlagloch von dem Rad geholt, man konnte wegen dem Wasser nicht die tiefe erkennen und zudem war es neu. Teure Reparaturen am Rad und viele Verletzungen. das war 2023, das Schagloch der Stadt gemeldet auch meinen Unfall. Als Antwort bekam ich, das ich langsamer und vorsichtiger fahren müßte, der Zustand der Straßen wäre ja bekannt. Wie langsam denn ? So langsam das hinter mir 50 Autos hinterher tuckern müssen ? Das Schlagloch existiert übrigens heute noch, bin erst vor einigen Tagen daran vorbei gefahren.

    1. Dann fährt man doch auf dem Gehsteig. Ich fahre immer langsam mit dem Rad.
      Die meisten Radler fahren zu schnell.

      1. Der Gehsteig ist kein Fahrradweg! Wenn kein benutzungspflichtiger Radweg vorhanden ist, gehört ein Radfahrer auf die Fahrbahn. Die meisten Autofahrer fahren zu schnell.

      2. @Markus Krämer: Rolf trollt hier schon seit geraumer Zeit herum und das auf eine ganz armselige Weise. Den sollte man nicht mal ignorieren.

  2. Als Rennradfahrer fahre ich oft Slalom auf der Straße wegen die Löcher. Auf Fahrradwegen fahre ich nicht, sieht ja nicht aus. Die Löcher sieht man oft erst im letzten Moment und auf Sonnenbrille werde ich wegen dem Fahrtwind nicht verzichten, auch am frühen Abend. Als Auto habe ich mir schon lange einen schönen SUV zugelegt. Ich überlege auch, ob ich nicht auf Mauntenbike umsteigen soll.

  3. Letzten Sommer war ich eine Woche in Arles. Arles gilt als eine der schönsten provencalischen Städte. Ich war allein und alle Tage unterwegs mit Leihfahrrad und zu Fuß. Im alten Ortskern sind die Straßen zu einem großen Teil in einem abenteuerlichen Zustand, mit dem Gladbach nicht mithalten kann. Offensichtlich wird diese Tatsache von den Touristenmassen nicht so negativ gesehen, dass man auf den Besuch verzichten würde oder es wird sogar als pittoreskes Beiwerk empfunden.

    Natürlich möchte ich den Zustand der Gladbacher Straßen nicht schönreden. Und pittoresk sind sie auch nicht. Was aber aus meiner Sicht sinnvoll wäre: Forderungen an die Stadt auf dem Hintergrund ihrer finanziellen Möglichkeiten bewerten und als Verkehrsteilnehmer/in vorausschauend zu fahren und nicht prinzipiell auf erlaubter Höchstgeschwindigkeit bestehen.

    1. In Arles war ich auch. Im Sommer ist es dort zu heiss zum Radfahren. Daher fuhr ich dort nur Auto.

  4. Nicht der „Frost reißt tiefe Löcher“, sondern es sind die vielen Autos auf viel befahrenen, schlecht geflickten Straßen, deren Ausbesserungen unter den Folgen des Frostes. Viele dieser jetzt noch tieferen Löcher habe ich bereits in den letzten Jahren fotografiert – es ist also kein Problem dieses Winters.

    Prioritäten: Besonders bemerkenswert ist die Umgestaltung des vom hohen Verkehrsaufkommen malträtierten „Deutschen Platzes“ vor der vom Auto- und Radverkehr selten genutzten „Buchholzstraße“ (nur ein paar tausend Fahrzeuge pro Tag).

  5. so sind denn die Mitarbeiter, die täglich 50-100 Löcher flicken? Häufig bin ich mehrfach am Tag unterwegs….. Niemals sehe ich, dass an den Straßen gearbeitet wird. Und gibt man dem Amt einen Hinweis, dass ein Loch so groß, tief und gefährlich ist, wird nur dieses grob geflickt und die daneben ignoriert.
    Was ist in den letzten Jahren passiert? warum sind die Straßen in einem nicht nur schlechten sondern ackerähnlichen Zustand? Warum müssen wir auf Gelder für den Haushalt für dieses Jahr warten? wo sind die Gelder der letzten Jahre hin????

    1. „so sind denn die Mitarbeiter, die täglich 50-100 Löcher flicken?“ – Bergisch Gladbach ist 83 Quadratkilometer groß. Da müssten Sie schon Glück haben, einem der drei Trupps persönlich zu begegnen.

      „Und gibt man dem Amt einen Hinweis, dass ein Loch so groß, tief und gefährlich ist, wird nur dieses grob geflickt“ – Sehen Sie, es wird gearbeitet, Sie sagen es selbst.

      1. Oder es wird gar nicht geflickt !! 2023 ein tiefes Schlagloch gemeldet, das mich vom rad geholt hat. Das Loch existiert heute noch

      2. Hallo Radler, auf welcher Straße (Kommunal-, Kreis-, Landes- oder vielleicht Bundesstraße) befindet sich das Schlagloch?
        Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass die Stadt die Löcher zügig schließt. Schon alleine, um möglichst nicht regresspflichtig gemacht werden zu können.