Bleiben die neuen Kitas künftig leer? Symbolfoto

Die Bevölkerungszahl Bergisch Gladbachs geht zurück, die Zahl der Geburten liegt sogar auf dem niedrigsten Stand seit mindestens 40 Jahren. Das hat Auswirkungen auf die weitere Planungen der Stadtverwaltung – zunächst offenbar bei den Kitas, die gerade unter Hochdruck ausgebaut werden.

Nach einem moderaten Wachstum der vergangenen Jahre ist die Zahl der Menschen mit Hauptwohnsitz in Bergisch Gladbach im vergangenen Jahr erstmals gesunken. Das Minus von 153 Personen (auf jetzt 114.320 Personen) entspricht zwar nur 0,13 Prozent der Bevölkerung, in einzelnen Stadtteilen ist es aber deutlich höher. Besonders auffällig ist der Rückgang bei der Zuwanderung, besonders folgenreich ist er bei den Geburten.

+ Anzeige +

Die Stadtverwaltung hat die Daten auf Basis des eigenen Einwohnermelderegisters aktualisiert und in einer Vorlage für den Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss veröffentlicht (siehe Dokumentation unten).

Den Rückgang bei den Geburten nennt auch die Stadt „außergewöhnlich“. Die bislang niedrigste Zahl der Geburten in den vergangenen 40 Jahren sei 1985 mit 837 Neugeborenen verzeichnet worden. Der Mittelwert habe in diesem Zeitraum bei 922 Geburten pro Jahr gelegen.

In 2025 wurden jedoch nur 757 Geburten gezählt. Das sind 149 oder 16,5 Prozent weniger als noch im Vorjahr.

Mehr Statistik: Todesfälle, Zuwanderung, Alterung

Die Zahl der Todesfälle ging in Bergisch Gladbach im vergangenen Jahr leicht zurück, lag mit 1425 aber fast doppelt so hoch wie die der Geburten.

Die Zuwanderung ist nicht mehr in der Lage, den Rückgang der Bevölkerung aufgrund von Todesfällen und Wegzügen auszugleichen. Sie ging 2025 um 1200 Personen oder 16,8 Prozent zurück.

Die Zahl der Menschen unter 29 Jahren insgesamt ist leicht gesunken, lediglich die Altersgruppe der Über-65-Jährigen ist signifikant gewachsen. Damit ist auch das Durchschnittsalter der Bergisch Gladbacher:innen erstmals seit fünf Jahren gestiegen, von 46 auf 46,2 Jahre.

Die „Babylücke“ wächst

Damit weicht die Zahl der kleinen Kinder in Bergisch Gladbach deutlich von dem ab, was die Verwaltung bislang erwartet hatte. In der Altersgruppe von null bis drei Jahren werden nicht, wie in der Prognose angenommen, derzeit rund 3100 Kinder in der Stadt gezählt, sondern nur 2491. In der Gruppe „drei bis unter fünf Jahren“ fehlen gegenüber der Prognose dagegen nur 78 Kinder.

Zur Sache: Ursachen und Dauer des Geburtenrückgangs

Bei dieser Entwicklung ist Bergisch Gladbach kein Sonderfall, in ganz Deutschland geht die Zahl der Geburten seit 2022 deutlich zurück. Dazu schreibt das Statistische Bundesamt in einem Sonderbericht:

„Die Ursachen des aktuellen Geburtenrückgangs sind vielfältig: Eine allgemeine Verunsicherung durch Inflation und Rezession, Knappheit an bezahlbarem Wohnraum und die politische Unsicherheit in der ersten Hälfte der 2020er-Jahre haben zu Änderungen im Geburtenverhalten geführt. Die Menschen bekommen weniger Kinder.“

Gleichzeitig weist das Amt daraufhin, dass sich dieser Trend rasch wieder ändern könne: „Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte zeigen jedoch, dass sich der Geburtentrend in kurzer Zeit ändern kann.“

Diese Entwicklung deutete sich bereits im Vorjahr, hat sich nun aber verschärft und offenbar auch Auswirkungen auf den laufenden Ausbau der Kitas. Die betroffenen Fachabteilungen, so die Stadtverwaltung, habe bei einer internen Beratung bereits eine Anpassung ins Auge gefasst.

Dem Jugendhilfeausschuss will die Stadt nun vorschlagen, nicht mehr die im November 2024 verabschiedete Prognose, sondern die Einwohnerstrukturdaten mit den niedrigen Zahlen für Kleinkinder zu nutzen. Genau das hatte die FWG-Fraktion schon vor einem Jahr gefordert. Damit solle verhindert werden, dass mehr Kitaplätze geschaffen werden, als tatsächlich benötigt werden.

Dabei ist ein Blick auf die einzelnen Stadtteile interessant. Besonders stark ist die statistische Babylücke in Sand mit 67 Prozent und in Lustheide mit 56 Prozent. Es folgen Gronau und Frankenforst mit 48 Prozent, Heidkamp (43), Nussbaum (39), Refrath (32), Kaule (32) Bensberg (31), Katterbach, (27) und Paffrath (22)

Sehr nah an der Prognose sind dagegen Lückerath mit einem Minus von 0,4 Prozent und Herkenrath mit 0 Prozent. Auch Hebborn (-11) und die Stadtmitte (-13) sind vergleichsweise stabil.

Gebaut werden die drei sogenannten Sofort-Kitas derzeit in Sand, in Schildgen und in der Stadtmitte. Geplant sind zudem weitere Kitas auf dem Carpark-Gelände und die besonders umstrittene Einrichtung Am Fürstenbrünnchen (Lena-Wiese) – die nun wieder auf dem Prüfstand stehen.

Welche Stadtteile schrumpfen

Von der Altersgruppe der Kleinkinder abgesehen sieht die Verwaltung derzeit keine Veranlassung, von der sogenannten Entwicklungsprognose abzuweichen. Die Abweichung über alle Altersgruppen hinweg liege bei minus 0,4 Prozent und damit im erwartbaren Rahmen.

Besonders stark schrumpfen die Stadtteile Herrenstrunden mit minus 2,8 Prozent der Bevölkerung innerhalb eines Jahres. In Asselborn liegt das Minus bei 2,3 Prozent. Dagegen wachsen Kippekausen (plus 2.6 Prozent) und Paffrath (1,3 Prozent) überdurchschnittlich. Der Trend seit 2021 lässt sich in folgender Tabelle ablesen:

Eine Übersicht über alle Daten zur Einwohnerstruktur finden Sie auf der Website der Stadt.

Dokumentation

Weitere Beiträge zum Thema

Something went wrong. Please refresh the page and/or try again.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

35

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Bei den Babys nur die Geburten pro Einwohner zu zählen erscheint mir im Fall von Bergisch Gladbach unzureichend zu sein. Ich habe den Eindruck, dass viele jüngere Leute z.B. in Köln wohnen und erst nach der Geburt der Kinder nach Bergisch Gladbach ziehen. Diesen Kinderzuzug müsste man beziffern und natürlich auch für Schulplatzpläne berücksichtigen.

    1. Es werden nicht nur die Geburten gezählt, sondern die Zahl der gemeldeten Personen in einer Altersgruppe betrachtet. Und gerade in der Gruppe der 0 bis 3-Jährigen weicht die tatsächliche Zahl kräftig von der Prognose ab.

      1. Die Prognosen werden offenbar von einer Drittfirma ermittelt. Ich stelle mir die Frage, ob die Prognosen in anderen Gemeinden besser passen.

  2. Die Stadt und die Kommentatoren wundern sich, warum immer weniger Menschen Kinder bekommen – aber wer sich hier umschaut, versteht schnell: Es gibt schlicht keine Infrastruktur für Familien! Und wer keine Perspektive für Kinder sieht, bekommt auch keine.

    Während die Stadt stolz auf ihre „Sofort-Kitas“ verweist, kämpfen Eltern mit Wartelisten, horrenden Gebühren (bis zu 500 € für zwei Kinder!) und opening times, die keinem Arbeitsalltag gerecht werden. Und jetzt soll sogar die Prognose für Kitaplätze nach unten korrigiert werden – weil man jahrelang die Realität ignoriert hat. Geschweige denn dem Fachkräftemangel. Ich fühle Kinder nicht gute betreut in Einrichtungen, wo schnell mal 80 Kinder auf zwei Betreuungskräfte kommen.

    Wer durch die Stadtteile läuft, sieht es: Verrottete Schaukeln, zugewucherte Bolzplätze, kaputte Rutschen. In Sand, Lustheide oder Frankenforst sucht man moderne Spielmöglichkeiten vergeblich. Stattdessen werden Flächen bebaut (siehe Carpark-Gelände) oder Treffpunkte für Kinder und Jugendliche einfach geschlossen – wie jetzt das Q1.

    Das Q1 war einer der letzten Orte, an dem Jugendliche sich unkommerziell treffen konnten. Jetzt soll es dichtmachen – weil die Stadt lieber spart, als in die Zukunft zu investieren. Wo sollen Teenager hin? Auf die Straße? In die überteuerten Cafés? Oder nach Köln, weil Gladbach nichts zu bieten hat?

    Immer mehr Sporteinrichtungen werden geschlossen. Bibliotheken haben gekürzte Öffnungszeiten. Skatepark, BMX-Strecke, Streetball-Felder? In Gladbach Fehlanzeige.

    Wer schon mal versucht hat, mit Kindern durch Gladbach zu laufen oder Rad zu fahren, weiß: Diese Stadt ist nicht auf Familien ausgelegt. Gehwege sind kaputt, Radwege fehlen. Busverbindungen in die Außenstadtteile sind schlecht und wer kein Auto hat, ist aufgeschmissen. Schulwege sind oft gefährlich, weil Ampeln fehlen oder Bürgersteige zu schmal sind.

    Die Stadt plant Mammut-Projekte wie den Strundepark-Turm, aber für ein einfaches Bolzplatz-Licht oder einen Skatepark ist kein Geld da. Prioritäten sind hier mehr als klar:
    Prestigeprojekte für Investoren? Ja bitte! – Lebensqualität für Familien? „Kosten zu hoch.“

    Das hier sind jetzt alles konkrete Gladbacher Probleme – auf Dinge wie dass Kinder inzwischen eine Luxusware sind, die man sich erstmal leisten können muss, unsere Zukunft im Bezug auf Weltgeschehen und Klima nicht gerade rosig aussieht und Carearbeit immer noch nicht gleichberechtigt abläuft, will ich gar nicht eingehen.

    Was jetzt passieren muss:
    ✅ Sofortprogramm für Spielplätze und Jugendtreffs – das Q1 muss gerettet und ausgebaut werden!
    ✅ Skatepark und Bolzplätze in jedem Stadtteil – nicht in 10 Jahren, sondern jetzt.
    ✅ Kostenlose ÖPNV-Nutzung für alle Kinder und Jugendliche, damit sie mobil sind.
    ✅ Mehr Grünflächen, weniger Beton – die Stadt gehört den Menschen, nicht den Investoren.
    ✅ Endlich die Elternbeiträge abschaffen – in anderen Städten ist das längst Realität.

    Und ja, das kostet Geld. Aber wer sich die Millionen für Prestigeprojekte oder Steuergeschenke an Konzerne leisten kann, der kann auch in die Zukunft investieren.

  3. Die CDU ist die Partei, die seit vielen Jahrzehnten in unserer Stadt regiert. Da darf man sie auch mal in die Verantwortung nehmen, denn sie hat viele Baustellen hinterlassen. Viel zu wenig Kitas, marode Schulen, schlechte Spielplätze, noch schlechtere Straßen, usw. Dies schafft insgesamt nicht viele Anreize, Kinder in die Welt zu setzen. Daran lässt sich klar erkennen, dass für Familien, nie mehr als nötig getan wurde. Vielleicht ist hierfür auch der permanent geringe Frauenanteil der CDU in den Räten verantwortlich. Wir benötigen zwingend zukunftsgewandte Konzepte, die endlich die Familien so unterstützen, wie sie es verdient haben. Da sind Jahrzehnte aufzuholen.

    1. Komisch, man braucht „Anreize“, um Kinder zu bekommen? Die Kinder sind eigentlich Anreiz genug. Und wer da irgendwelche Handykosten gegenrechnet, der zeigt einfach nur, welche Prioritäten er setzt (natürlich nicht, ohne andere für seine eigenen Entscheidungen verantwortlich zu machen).

  4. Alleine wenn man sich die Elternbeiträge anschaut, die junge Familien schröpfen, merkt man, dass Gladbach alles ist, aber nicht attraktiv um Kinder in die Welt zu setzten.

    Bis zum 2. Lebensjahr der Kinder wird der doppelte Beitrag “verlangt”.
    Bei 2 Geschwisterkinder in der Betreuung, wird der günstigere Platz halbiert.

    Und bei der Berechnung wird nicht nur das zu versteuernde Einkommen genommen, sondern auch die steuerfreien Zulagen, wie von Wochenend, Feiertags und Nachtarbeit.

    Dann bekommt man in seinem eigenen Stadtteil nur mit Vitamin B (bis dato) einen Betreuungsplatz, so dass man alleine fürs bringen und abholen eine std benötigt.

    Und die Betreuungszeiten schwanken je nach Einrichtung, Notbetreuung und weniger Std. sind immer noch die Regel anstatt die Ausnahme.

    Es ist wie in vielen anderen Dingen in unserer Stadt, hohe Gebühren, fragwürdige Leistung.

    1. Hört sich so an, als ob Gladbach ala einzige Großstadt in NRW Kita-Gebühren verlangt. Die letzten beiden Jahre sind beitragsfrei. Das ist nicht in allen Ländern so. Gute Sache.
      Und das Modell mit Geschwisterkindern, die günstiger sind entlastet Familien sehr.

      Ihre Kritik ist unverständlich. Denn sie kritisieren Vitamin B bei der Vergabe. Jetzt wird das Problem angegangen, massiv gebaut und es ist trotzdem alles blöd. Naja. Aber sie scheinen ja generell Probleme mit allen städtischen Einrichtungen zu haben, wie sie am Ende schreiben.

      1. Ich habe nicht generell ein Problem mit ALLEN Städtischen Einrichtungen, ich habe mit vielen anderen Dingen ein Problem. Ich schaue schon differenzierter hin, als alles über einen Kamm zu scheren.

        Und wenn man die letzten Beiden Kitagebühren Beitrags frei anführt, in anderen Städten in NRW, da brauche ich noch nicht mal in ein anderes Land gucken, sind die Betreuungsplätze Gebührenfrei.

        Ich würde es eher wie folgt ausdrücken: gut gemeint, ist nicht immer gut gemacht.

      2. Für die Gebühren wird eine Leistung erbracht und ihre Höhe richtet sich nach der Zahlungsfähigkeit der Eltern. Wenn es Ihnen ums Geld leid tut, dann nehmen Sie die Leistung eben nicht in Anspruch.

    2. Hallo Lilly, es gibt eine Schulpflicht aber keine Kitapflicht. Daher mein Rat an Sie, betreuen Sie Ihre Kinder bis zum Schulstart selbst.

  5. @Frank Seno Schiemann
    “Versicherung 120€, Autofinanzierung 400€”
    Und dazu kommen noch die Reparaturkosten/Inspektionen u.a. =EUR 520,00 + ??
    Damit kommt man schon fast an die halbe Warmmiete/Monat.
    Das passt tatsächlich alles vorne und hinten nicht mehr.

    Da fällt mir gerade ein passender Witz ein, den ich vor kurzem gelesen habe (in abgewandelter Form):
    Papa kommt nach Hause und sagt zu seiner Familie: “Das Auto, Benzin und die Autoversicherung sind teurer geworden!!”
    Sohn: “Na wenns so schlimm ist, dann gehen wir halt zu Fuß oder fahren mit dem Bus oder mit der Bahn”
    Papa: “Nein ich möchte euch damit sagen, es gibt künftig weniger zu essen.”

    1. Oder anders ausgedrückt: Die Leute kaufen lieber ein schickes Auto auf Pump, als sich den Ärger mit Nachwuchs an den Hals zu hängen.

    2. Hallo Ulla, leider ist der von Ihnen gebrachte Witz nah an der Realität. Viele Leute, die arm oder armutsgefährdet sind und sich und ihren Kindern nicht die benötigte Ernährung bieten (können) rauchen, in deren Wohnzimmer steht ein 60 Zoll-TV, Sky und Streamingdienste sind abboniert, in der Hosentasche steckt ein Apfel-Handy.

  6. Der Druck Eltern zu sein oder zu werden, lässt sich auf einen Punkt zusammen führen. Es fehlt das Kapital, wer unter 3000€ bis 3500€ verdient, wird sich kaum zwei oder drei Kinder leisten können. Zumal für diese Einkünfte beide Elternteile Einkommen erzielen müssen. Selbst mit nur einem Kind ist es kaum möglich. Ich orientiere mich mal an meinen Ausgaben, 1350 € Warmmiete, 100€ Strom, Mobilfunk 100€, Kfz Versicherung 120€, Autofinanzierung 400 € von Einkäufen gar nicht zu reden. Das passt alles vorne und hinten nicht mehr.

    Wenn wir die Voraussetzungen nicht ändern und Familien unter die Arme greifen, im gleichen Umfang wie Flüchtlingen und anderen Gruppen, dann werden wir als Ureinwohner auf der Strecke bleiben. Ich habe selber in zwei Ehen 4 Kinder groß gezogen und finanziert und muss heute sehen das meine Kinder es nur schaffen ein Kind zu finanzieren. Traurig

      1. Naja, sie bekommen immerhin die Kinderwunsch-Behandlung bezahlt, der Normalo muss dafür tief in die Tasche greifen.

      2. Können Sie für diese Behauptung eine Quelle nennen? Wir haben andere Informationen:

        „Auf Grundlage der Bundesförderrichtlinie können heterosexuelle verheiratete und unverheiratete Paare, die ihren Hauptwohnsitz im Bundesgebiet haben und dort eine Reproduktionseinrichtung nutzen, eine finanzielle Unterstützung erhalten (…)”

        „Eine Kinderwunschbehandlung (und auch die vorher notwendige Diagnostik) ist NICHT im Leistungsumfang des Asylbewerberleistungsgesetzes enthalten.“

        Quellen:
        https://www.informationsportal-kinderwunsch.de/kiwu/finanzielle-foerderung/finanzielle-unterstuetzung/unterstuetzung-von-bund-und-laendern-147124
        https://www.slaek.de/media/dokumente/service/faq/Gesundheitsversorgung-dt.pdf

      3. „Thor Wart“ behauptet, dass Flüchtlinge die Kinderwunschbehandlung bezahlt bekämen, während „Normalos“ dafür bezahlen müssten. Was nicht stimmt.

      4. @Solana: Die verlinkte Pressemitteilung ist von 2019 und veraltet. Inzwischen wurde, soviel ich weiß, die Förderung eingestellt.
        @Thor Wart: Aus welcher Filterblase stammt denn diese Information? Ich empfehle Faktencheck.

      5. Gut, dass die Redaktion solche Dinge richtigstellt. Es gibt immer wieder Leute, die alles unhinterfragt glauben, was an perfiden Falschbehauptungen von interessierter Seite gestreut wird.

    1. Hallo Frank Schiemann, 100,00 Euro Mobilfunkkosten? Ich habe ein Handy, das kostet mich im Monat 7,00 Euro.
      Autofinanzierung 400,00 Euro? Das ist dann aber schon ein großes KFZ.

      Was früher alles noch bezahlbar ist geht heute nicht mehr. Weil die Ansprüche soviel höher sind.
      Hatte früher die “Arbeiterfamilie” mit zwei Kindern eine 3-Zimmer-Wohnung mit 70 qm Wohnfläche so sind heute 4 Zimmer mit 100 qm normal, als Familienfahrzeug hatte man einen VW-Golf mit 3,70 Meter Länge (entspricht heute in etwa der Größe eines VW-Up mit 3,60 Meter Länge), Urlaub wurde mit Zelt oder einer Ferienwohnung wenn überhaupt einmal im Jahr gemacht, heute geht es ins All-Inklusive-Hotel und zwischendurch noch zu einem Städtetrip, …

      1. Also mein Handy kostet mich im Monat 100 Euro, mit Internet.
        Urlaub mache ich seit 7 Jahren nicht mehr (nur noch Balkonien).
        Auto 400 Euro stimmt auch.
        Miete 1085 Euro

      2. Krass, EUR 400,- Autofinanzierung (ohne alles andere?)
        Das sind allein im Jahr EUR 4.800,- und in 5 Jahren EUR 24.000,-!
        Ein kleines Vermögen. Wenn ich so gewirtschaftet hätte, dann hätte es bei mir vermutlich auch nicht mehr für 4 Wochen Urlaub/Jahr in Frankreich oder Spanien gereicht.
        Meins hat 2014 neu EUR 13.000,- gekostet und es fährt im 12en Jahr immer noch.

  7. Der Schwund an Kindergartenkindern war bei Insidern seit einiger Zeit bekannt. Besonders bemerkenswert ist dann, dass ausgerechnet in Sand (-67 % Babylücke) gerade die neue grosse KITA fertig gestellt wird. Der Bedarf ist offensichtlich aber nicht vorhanden. Das nenne ich mal Fehlplanung!

    1. Bitte berücksichtigen Sie zumindest bei Ihrer (u.U. etwas vorschnellen) Kritik, dass die Standorte der (Sofort-) Kitas nicht primär nach dem Bedarf im jeweiligen Stadtteil sondern vor allem im Hinblick der Verfügung von baureifen Grundstücken erfolgt ist.

      https://in-gl.de/?s=Sofort-Kita

  8. Der Verzicht auf ein Kind könnte 58,6 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr einsparen. Verzicht aufs Fliegen spart nur 1,6 Tonnen, aufs Auto nur 2,4 Tonnen, vegan nur 0,8 Tonnen.

  9. Weniger Babys – und jetzt?

    Ein Appell an Rat und Politik in Bergisch Gladbach

    757 Geburten im Jahr 2025.
    Der niedrigste Wert seit mindestens 40 Jahren.
    Fast doppelt so viele Menschen sterben inzwischen wie geboren werden. Die Zahl der 0–3-Jährigen liegt deutlich unter der Prognose.
    Gleichzeitig wächst die Gruppe der über 65-Jährigen weiter.

    Sehr geehrte Mitglieder des Rates,

    sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen,
    das ist kein statistischer Ausreißer.
    Das ist ein strukturelles Signal.
    Und dieses Signal betrifft nicht nur die Jugendhilfeplanung.
    Es betrifft die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.

    Wir diskutieren Symptome – nicht Ursachen

    Ja, es ist richtig, KITA-Bedarfe neu zu bewerten.
    Ja, Prognosen müssen überprüft werden.

    Aber wenn wir nur reagieren, verwalten wir Schrumpfung.

    Die zentrale Frage lautet:
    Warum bekommen junge Familien in den Quartieren von Bergisch Gladbach weniger Kinder?

    Das Statistische Bundesamt benennt die Ursachen klar:
    • wirtschaftliche Unsicherheit
    • Inflation
    • politische Verunsicherung

    • Knappheit an bezahlbarem Wohnraum
    Letzteres liegt in unserer kommunalen Verantwortung.

    Wohnraum entscheidet über Kinder

    Viele junge Familien wohnen heute:
    • mit zwei Kindern auf engem Raum,
    • ohne Garten,
    • mit steigenden Mieten,
    • ohne soziale Einbindung.

    Unter diesen Bedingungen ist ein drittes Kind keine romantische Idee –
    es ist eine wirtschaftliche Unmöglichkeit.

    Gleichzeitig leben tausende ältere Menschen allein oder zu zweit in großen Einfamilienhäusern.

    Das ist kein Vorwurf!

    Aber es ist eine strukturelle Schieflage.
    Wir haben keinen Flächenmangel.
    Wir haben eine Fehlverteilung.

    Der Zusammenhang mit den „Alten Stadthäusern“

    Genau hier kommt das Projekt „Alte Stadthäuser“ ins Spiel.
    Die Diskussion um Abriss oder Erhalt darf nicht isoliert geführt werden.
    Es geht nicht nur um Architektur.
    Es geht um Demografie.

    Die Idee ist klar:
    In den Alten Stadthäusern entstehen barrierefreie, gemeinschaftliche Wohnungen für ältere Menschen.
    Diese können ihr Einfamilienhaus in die genossenschaftliche Verwaltung einbringen und im Gegenzug in eine altersgerechte, gemeinschaftlich organisierte Wohnform wechseln.

    Was passiert dadurch?

    Häuser werden frei – genau dort, wo Familien sie am dringendsten brauchen: im gewachsenen Quartier, in unmittelbarer Nähe zur b e s t e h e n d e n Kita (Grundschule ……).

    Das ist aktive Demografiepolitik
    Wenn 50 oder 60 Häuser für Familien verfügbar werden,
    wenn diese bezahlbar bleiben,
    wenn sie eingebettet sind in ein generationenübergreifendes Modell,
    dann verändert das reale Lebensentscheidungen.

    Das ist keine Theorie.

    Das ist Strukturpolitik.

    Wir sprechen hier nicht über ein Einzelprojekt.
    Wir sprechen über einen M e c h a n i s m u s, der:
    • Wohnraum neu verteilt
    • Familien stärkt
    • ältere Menschen sozial einbindet
    • und Quartiere stabilisiert

    Die politische Verantwortung

    Sehr geehrte Ratsmitglieder,

    Sie stehen vor einer Richtungsentscheidung.
    Wollen wir die Alten Stadthäuser als Entwicklungsfläche betrachten?
    Oder als strategisches Instrument gegen demografische Erosion?
    Wollen wir weiterhin neue Baugebiete ausweisen –
    oder intelligent mit dem Bestand arbeiten?

    Wollen wir Schrumpfung verwalten – oder Zukunft ermöglichen?

    Mut zur strukturellen Antwort

    Der Geburtenrückgang ist kein Naturgesetz.
    Er ist auch Ausdruck fehlender Rahmenbedingungen.
    Wenn eine junge Familie in Bergisch Gladbach sagen kann:

    „Wir bekommen hier bezahlbaren Raum.
    Wir haben Garten.
    Wir sind eingebunden.
    Wir können bleiben.“

    dann entstehen andere Entscheidungen.

    Demografie beginnt im Alltag.
    Und Alltag beginnt im Wohnraum.

    Mein Appell
    Nutzen Sie das Projekt „Alte Stadthäuser“ nicht nur als städtebauliche Frage / oder Masterplan-Vision.

    Nutzen Sie es als Antwort auf:
    • den Geburtenrückgang,
    • die Alterung unserer Stadt,
    • und die soziale Fragmentierung unserer Quartiere.

    Die Bürgergenossenschaft für Wohnraumschaffung i.G. steht als konstruktiver Partner bereit.

    Nicht gegen Politik.
    Sondern für eine langfristige, generationengerechte Stadtentwicklung.
    Bergisch Gladbach kann mehr als reagieren.
    Bergisch Gladbach kann gestalten.

    Die Frage ist:
    Wollen wir es – wollen Sie es?

    Danke!
    Johannes W. Ditsche
    Initiator der Bürgergenossenschaft für Wohnraumschaffung Bergisch Gladbach i.G.

    1. Hallo Johannes W. Ditsche, es ist in diesem Forum inzwischen vermutlich jedem Leser bekannt, dass Sie die Stadthäuser zu Wohnraum umbauen möchten und die Bürgergenossenschaft ins Leben gerufen haben.
      Wie Sie gestern lesen konnten haben sich die Parteien gerade dazu verabredet, erstmal einen Masterplan für die Innenstadt erstellen zu lassen. Ich begrüße es sehr, um dann in der Zukunft der nachfolgenden Generation ein schönes und auch ökologisch gutes Umfeld zu bieten. Ein Schnellschuß ist nun sicherlich nicht sinnvoll.

      Wenn die ältere Generation den eigenen Wohnraum verringern möchte, so geht das auch anders als auf die von Ihnen geplante Umnutzung der Stadthäuser zu warten.
      So könnten Sie als Initiator der Bürgergenossenschaft auch ein anderes Wohnprojekt starten.

      1. Anno Nym “Ich begrüße es sehr, um dann in der Zukunft der nachfolgenden Generation ein schönes und auch ökologisch gutes Umfeld zu bieten.”

        Ihre Sorge um die künftigen Generationen finde ich nett, aber woher glauben Sie/die ältere Generation oder die Parteien denn zu wissen, was/welches Umfeld die nachfolgenden Generationen gut oder “schön” finden?

        Ökologisch gesehen, sollte bereits HEUTE sinnvoll geplant und entwickelt werden und m. E. muss das auch um die Stadthäuser drum herum gehen. Wo ist das “ökologische” Problem?
        Abreißen kann eine der “nachfolgenden Generationen” die Stadthäuser in 40 – 50 Jahren immer noch.
        Außerdem, Wohnraum in der Stadt brauchen wir HEUTE und dafür bieten sich die Stadthäuser, da mit überschaubarem Aufwand und zügig umsetzbar, einfach an.
        Dass diese Gelegenheit nicht sofort umgesetzt wird, zugunsten der heutigen Stadtgesellschaft, kann ich nicht nachvollziehen.

      2. Ulla, haben Sie mal in den veröffentlichten Unterlagen nachgesehen, wie teuer das Wohnen im Stadthaus werden soll? Dass das jetzt die Lösung sein soll, bezweifle ich.

      3. Vielen Dank für Ihren Hinweis.

        Ein weiterer Masterplan – idealerweise mit klarer Vision – kann helfen, die Innenstadt strategisch zu betrachten. Entscheidend ist jedoch, dass aus Konzepten auch konkrete Schritte folgen.

        Ebenso richtig ist: Ältere Menschen können ihren Wohnraum grundsätzlich auch unabhängig von den Stadthäusern verkleinern.

        Genau daran arbeiten wir bereits.

        Die Bürgergenossenschaft versteht sich als struktureller Ansatz mit mehreren möglichen Standorten und Modellen. Die Alten Stadthäuser sind jedoch ein aktuell möglicher und wichtiger Baustein – weil sie zeitnah wirksam werden könnten.

        Und zur „nächsten Generation“:
        Für uns beginnt sie dort, wo junge Familien heute entscheiden, ob sie in Bergisch Gladbach bleiben – oder wegziehen (müssen).

        Strukturelle Herausforderungen lösen wir nicht allein durch weitere Konzepte – sondern durch umsetzbare Modelle.

        Danke!

    2. Was erwartet die Stadt auch, bei der schlechten Verkehrsanbindung und dem unzuverlässigen ÖPNV? Für junge Familien, die zum Arbeiten pendeln müssen, ist Bergisch Gladbach mittlerweile eine sehr unattraktive Wahl.

      Und was tut die Stadt? Nichts. Bei der S11 setzt man alle Hoffnung auf das zweite Gleis, das da kommen wird. Irgendwann mal. Keiner weiß wann, oder ob damit auch das Pünktlichkeitsproblem gelöst sein wird.