Liudmyla Kulpanova und Habiba Gulestani üben gemeinsam Deutsch. Die Ukrainerin will besser sprechen können, die Afghanin trainiert für den B1-Abschluss. Foto: Thomas Merkenich

Weil das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seine Mittel kürzt, beenden immer mehr Zugewanderte ihren Integrationskurs nicht mit dem wichtigen B1-Sprachabschluss, beklagen Anbieter. Der Jugendmigrationsdienst und das Katholische Bildungswerk reagieren nun mit einem freiwilligen Vorbereitungskurs. Doch reicht das, um die entstandene Lücke zu schließen?

Die meisten der Frauen aus der Ukraine, Afghanistan, dem Irak oder der Türkei, die sich an diesem Nachmittag in den Räumen des Jugendmigrationsdienstes der KJA im Hermann-Löns-Forum zum Sprachkurs einfinden, haben ein Ziel: Sie wollen ihre mündlichen Deutschkenntnisse verbessern. Im Alltag finden sie dafür wenig Gelegenheit, weil sie kaum Kontakt zu Deutschen haben.

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Dabei richtet sich der Kurs weder ausschließlich an Frauen noch ist er als Konversationskurs angelegt. Vielmehr wollen der Jugendmigrationsdienst (JMD) und das Katholische Bildungswerk mit diesem Angebot eine Lücke auf dem Weg zum B1-Zertifikat in Rhein-Berg füllen. 

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hatte schon Ende 2024 die Wiederholungsstunden für den allgemeinen Integrationskurs gestrichen. Seither blieben zunehmend Leute auf der Strecke, die die B1-Prüfung beim ersten Mal nicht geschafft hätten, sagt Stefan Andres, Pädagogischer Mitarbeiter beim Katholischen Bildungswerk.

Immer wieder fragten Zugewanderte und Geflüchtete deshalb in der Beratung nach, was sie jetzt machen sollten, um doch noch den B1-Test zu bestehen. Das neue kostenlose Angebot ist daher zur Vorbereitung auf den Deutschtest für Zuwanderer, kurz DTZ, gedacht, finanziert je zur Hälfte vom JMD (mit Mitteln des Bundesbildungsministeriums) und der Aktion Neue Nachbarn des Erzbistums Köln. Zusätzlich gibt es schon seit vier Jahren einen Konverationskurs, das sogenannte Sprach-Café.

„Unter B1 läuft gar nichts“

„B1 ist super wichtig“, sagt Mechthild Menke von der Flüchtlingsinitiative Refrath Frankenforst. „Das ist die einzige Möglichkeit, um irgendwann einen anderen Status zu kriegen, eine Einbürgerung oder eine Niederlassungserlaubnis.“ Auch bei Arbeitgebern sowie für Aus- und Weiterbildungen „läuft unter B1 gar nichts“.

Zur Sache: Sprachniveaus von A1 bis C2

A1 – Anfänger: sehr einfache Sätze verstehen/verwenden, sich kurz vorstellen, grundlegende Alltagsfragen.

A2 – Grundkenntnisse: einfache Routinegespräche (Einkaufen, Wegfragen), kurze Texte zu Alltagsthemen verstehen.

B1 – Mittelstufe I: Alltag und Arbeit meist selbstständig bewältigen, Hauptpunkte klarer Standardsprache verstehen, einfache zusammenhängende Texte.

B2 – Mittelstufe II / Oberstufe: komplexere Texte und Diskussionen, flüssiger sprechen, Argumente darstellen.

C1 – Fortgeschritten: anspruchsvolle Texte, nuanciert ausdrücken, weitgehend fehlerfrei in Studium/Beruf.

C2 – Annähernd muttersprachlich: nahezu alles verstehen, sehr präzise und stilistisch sicher ausdrücken.

… und wofür man sie benötigt

Integrationskurs (BAMF)

  • Ziel-Sprachniveau: B1
  • Abschluss: „Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ)“ → Ergebnis A2 oder B1 möglich (bestanden i.d.R. mit B1-Niveau als Ziel).

Einbürgerung

  • Regelanforderung: B1 (Deutschkenntnisse nachzuweisen, z. B. über Zertifikat/Schulabschluss).
  • Zusätzlich (separat): Einbürgerungstest / „Leben in Deutschland“ (kein Sprachniveau, aber Wissenstest).

Niederlassungserlaubnis (Daueraufenthalt)

  • Häufig: B1 (oft in Verbindung mit Integrationskurs/„Leben in Deutschland“).

Studium an Hochschulen

  • Meist: C1 (bei deutschsprachigen Studiengängen).

Ausbildung / Arbeit

  • Ausbildung: oft B1–B2 (je nach Beruf und Berufsschule).
  • Qualifizierte Jobs: häufig B2 als praxisnahe Untergrenze (in kommunikationsintensiven Bereichen auch höher).

Berufsanerkennung / Gesundheitsberufe

Ärzte: meist C1 (plus Fachsprachprüfung Medizin, die darüber hinausgeht).

Pflege: oft B2 (je nach Bundesland/Träger).

Habiba Gulestani aus Kunduz in Afghanistan kam vor drei Jahren nach Deutschland. Damals hat die 40jährige einen Integrationskurs absolviert und mit A2 Zertifikat abgeschlossen, eine Stufe unter B1. Seither hat die Mutter von vier Kindern noch ein weiteres Kind bekommen, erzählt sie in der Vorstellungsrunde im Kurs.

Für ihre Jüngste fand sich zunächst kein Kita-Platz, erst ab August wird das Kind zur Tagesmutter gehen. Sie wolle als nächstes die B1-Prüfung ablegen, sagt Habiba Gulestani. Das Jobcenter habe ihr jedoch mitgeteilt, dass es einen weiteren Sprachkurs nicht bezahlen werde. 

„Grandioses Eigentor“

Im Dezember 2025 hat das BAMF weitere Einschnitte beschlossen: Bis auf weiteres werden Mittel für die freiwillige Teilnahme an Integrationskursen (§ 44 Abs. 4 AufenthG) nicht mehr bewilligt. Davon betroffen sind insbesondere Asylbewerber, Geduldete, Menschen aus der Ukraine sowie Unionsbürger – rund 129.500 Personen und damit über 40 Prozent derer, die in diesem Jahr einen Integrationskurs besuchen. Nicht betroffen sind anerkannte Flüchtlinge.

Zwar dürfen auch die Bewerber:innen, Geduldete und Ukrainer:innen weiterhin freiwillig an Kursen teilnehmen, müssen das aber selbst bezahlen. 600 Stunden umfasst ein allgemeiner Integrationskurs, aufgeteilt in sechs Module á 100 Stunden. Die Kosten für ein Modul lägen bei 458 Euro, sagt Stefan Andres – „Das hat keiner.“

Er hoffe wie derzeit alle Anbieter auf einen Stimmungswechsel beim BAMF – und wünsche sich darüber hinaus, dass dem Bundesinnenministerium klar werde, „was für ein gutes und gut funktionierendes Instrument die Integrationskurse für die Integration in unsere Gesellschaft seien.

Andres warnt: „Was man da gerade macht, ist aus politischen Erwägungen, um Geld zu sparen, ein grandioses Eigentor zu schießen.“ 

Olena Ivanova, Foto: Thomas Merkenich

Warum einige im ersten Anlauf scheitern

Olena Ivanova aus Charkiw in der Ukraine gehört zu denen, die die B1-Prüfung beim ersten Mal nicht geschafft haben. Woran es gelegen hat, will Kursleiter Ahmed Hefzi wissen. Er ist an dem Nachmittag als Vertretung eingesprungen. Einige Teilnehmerinnen kennt er schon vom Sprachcafé, auch Olena Ivanova.

Im Sprachcafé, einem Konversationskurs des JMD, hat der studierte Bauingenieur aus Ägypten ein gutes halbes Jahr lang Deutsch unterrichtet. Seit acht Monaten ist er nun im Verkehrsministerium im Köln im Bereich Brückenbau tätig – und betätigt sich nebenbei noch als Sprachlehrer auf Youtube. 

Zur Zeit der Prüfung habe sie viel Stress gehabt, erzählt Ivanova. Deswegen habe sie die Prüfungsaufgaben nicht so gut verstanden. Hefzi zeigt Verständnis: „Stress ist ein großes Problem, auch wenn du gelernt hast.“ Aber was falle ihr schwer, auch wenn sie keinen Stress habe? „Brief schreiben“, antwortet die Ukrainerin ohne Zögern. Sie formuliere den Brief im Kopf auf Russisch, müsse ihn dann ins Deutsche übersetzen – und das unter Zeitdruck. Dabei vergesse sie viele Wörter.

In der Pause erfahre ich, dass vor kurzem Ruhe in ihr Leben eingekehrt ist. Endlich habe sie mit ihren zwei Söhnen eine Wohnung gefunden. Während der Ältere – 20 Jahre – online in der Ukraine studiere, absolviere ihr 17-jähriger Sohn gerade einen B2-Sprachkurs, nachdem er bereits die Schule und das Berufskolleg besucht habe. Er wolle eine Ausbildung zum Feuerwehrmann machen. 

Was denn ihr Ziel sei, frage ich die jugendlich wirkende Frau. Sie holt tief Luft. Nach einer längeren Pause sagt sie, dass sie ihre Deutschkenntnisse verbessern will: „Sprechen und verstehen“. Und danach: „einen neuen Beruf haben.“

Weiter in ihrem alten Beruf als Elektroingenieurin tätig zu sein, erscheint der 38-Jährigen offenbar unmöglich. Ihr fehle die Kraft, das nötige Lernpensum zu bewältigen. Stattdessen will sie zuhause weiter Deutsch lernen – und strebt erst einmal keine Wiederholungsprüfung an.

Ahmed Hefzi; Foto: Thomas Merkenich

Auch Ahmed Hefzi ist aufgefallen, dass viele Frauen vor allem deshalb hier sind, „weil sie Deutsch sprechen möchten“.  Die Teilnehmerinnen seien alle sehr motiviert. Dennoch räumt er den meisten nur geringe Chancen ein, die B1-Prüfung zu schaffen. „Ihnen fehlt sehr viel Deutschunterricht. Selbst die Grundlagen sind bei manchen nicht da.“ Einige hätten ihm auch von familiären Problemen und anderen Belastungen berichtet – weswegen sie nicht regelmäßig zum Kurs kommen könnten. 

Deutsche Kontakte im Alltag fehlen häufig

Liudmyla Kulpanowa ist vor dreieinhalb Jahren vor dem Krieg in der Ukraine geflohen. Sie hat bereits einen B2-Sprachkurs absolviert, die Prüfung aber nicht bestanden. B2 ist ein Level über B1. Einen Job hat die Ukrainerin auch schon – sie pflegt eine ältere Frau.

Doch die würde nicht mehr sprechen, sagt die 55jährige. Ihr fehle es vor allem an der Sprachpraxis. „Ich kann schreiben und lesen, aber nicht sprechen.“ Hefzi erkundigt sich nach ihrem Hörverstehen. „Hören? Auch nicht.“ Antwortet sie. 

Eine Partnerübung bringt Habiba Gulestani und Liudmyla Kulpanova (Foto oben) zusammen. Ihre Aufgabe: Sich zu unterhalten, wohin der letzte Urlaub geführt hat, welche Aktivitäten die Partnerin unternommen hat, wie teuer die Reise war und welche Souvenirs sie mitgebracht habe. Da bleibt noch ein bisschen Zeit, um sich persönlich auszutauschen.

Liudmyla Kulpanova ist beeindruckt von der dynamischen Afghanin, die keine Scheu zeigt, einfach draufloszusprechen. Mit ihren fünf Kindern hat die 40-Jährige jeden Tag zwei, drei Termine, etwa mit der Schule, erzählt sie. Auf diese Weise spricht sie Deutsch im Alltag. Sie übersetze sogar gelegentlich im Rathaus in Kürten, wo sie wohne, aus ihrer Muttersprache Dari ins Deutsche.

„Meine Deutsch nicht so gut, aber ich gehe“, sagt Gulestani, die nach eigenen Angaben vor der Machtergreifung der Taliban 2021 auch für Europäer und Amerikaner tätig war. „Deine Deutsch ist super!“ staunt Liudmyla Kulpanova.

„Haben Sie Kinder?“ fragt Habiba ihre Partnerin. „Nein, keine Kinder“, antwortet Luidmyla. „Das ist Problem“, konstatiert Habiba. „Muss kontaktieren mit andere Leute. Richtig oder Fehler – muss sprechen! Weil, möchtest du eine gute Arbeit machen, du musst sprechen!“ „Du bist sehr positiv! Sehr positive Frau“, sagt Liudmyla Kulpanova bewundernd. Habiba Gulestani lacht herzlich über das Kompliment.

Sprachcafé fördert die soziale Integration

Während die Afghanin ihren B1-Abschluss machen will, geht es der Ukrainerin vor allem ums Sprechen. So unerlässlich die Zertifikate bei der Integration in den Arbeitsmarkt sind, ist damit eine soziale Teilhabe noch nicht garantiert. Um die soziale Integration zu verbessern, bietet der JMD schon seit vier Jahren das Sprachcafé an, sagt Einrichtungsleiterin Lucrecia Lopez. Die Vorbereitung für B1 könne es aber nicht leisten. 

Lucrecia Lopez vom JMD und Stefan Andres vom Katholischen Bildungswerk sind sich einig, dass man die eigentliche Zielgruppe im neuen Kurs noch besser erreichen müsse. Um das zu schaffen, wollen sie passende Leute gezielt ansprechen. 

Es könne aber nicht sein, „dass sich das BAMF einfach zurückzieht und es uns überlässt da einzuspringen“, sagt Stefan Andres. Lucrecia Lopez stimmt ihm zu: „Das kann nicht die Regel sein.“ Dauerhaft könnten sie als Träger die Kürzungen von Wiederholungsstunden oder freiwilligen Integrationskursen beim BAMF nicht kompensieren.


Die Angebote des Jugendmigrationsdienstes (JMD), der eine Einrichtung der Katholischen Jugendagentur (KJA) und im Hermann-Löns-Forum in Hand beheimatet ist, finden Sie hier.

ist freie Journalistin, Autorin und Regisseurin.

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  1. Schon erstaunlich, dass eine Partei die auf ihrem social-hub (https://www.social-hub.cdu.de/sites/www.social-hub.cdu.de/files/politikwechsel/integration/94.png) für Sprache als Schlüssel zur Integration wirbt und in ihrem Grundsatzprogramm unter dem Punkt: Sprache ist der Schlüssel zu unserer Gesellschaft” sogar von perpflichtenden Sprachkursen spricht, dann den Institutionen die Finanzierung streicht.

    Wer sich mit digitalen Lernangeboten auskennt, weiss dass diese begleitend/unterstützend super sind. Der Hype (man denke an die Web Based Trainings Zeiten) das rein digitale Lernangebote Präsenztrainings abschaffen könnten ist lange vorbei und widerlegt. Abgesehen davon, dass diese digitalen Angebote auch nicht umsonst sind!

    Also werden wichtige Angebot zur Integration mal wieder in die Hände von Ehrenamtlern gelegt! Damit kennen wir uns im sozialen Bereich ja gut aus, sie hierzu als Beispiele: die Tafeln, die Betreuung, Pflege usw.
    Ich stimme dem CDU Grundsatzprogramm in einem Punkt zu: “Eine gemeinsame Sprache bildet die Grundlage für lebendige soziale Beziehungen und den erfolgreichen Einstieg in den Arbeitsmarkt.” In diesem Sinne sollten wir Sprachförderung ausbauen und nicht behindern!

    1. Lieber Herr Talmon, die bezahlten Sprachkurse stehen weiterhin Personen mit gesicherter Bleibeperspektive zur Verfügung. Alle anderen können den Sprachkurs selber zahlen ( in Raten) oder Online Unterstützungen wahrnehmen.

      https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Integration/Integrationskurse/Kurstraeger/Traegerrundschreiben/2026/traegerrundschreiben-02_20260209.pdf?__blob=publicationFile&v=4

      Leider haben wir als Flüchtlingsinitiative in der Vergangenheit auch feststellen müssen, dass selbst die bezahlten Sprachangebote nicht regelmäßig wahrgenommen wurden.

      Lg Brigitta Opiela

      1. Liebe Frau Opiela, wie sie bestimmt wissen, dauern unsere Asylverfahren im Schnitt 8 Monat 8 Monate und bei Rechtsverfahren im Schnitt 1,5 Jahre.

        Zeit in der die Asylsuchenden nicht oder nur sehr bedingt Sprachkurse warnehmen können. Aus meiner Sicht Zeit die für Integration verloren geht. Was machen diese Menschen in dieser Zeit? Sie dürfen keiner Arbeit nachgehen und sitzen in Obdachlosenunterkünften. Dies ist weder für unsere Gesellschaft, noch für die Menschen selber zuträglich.

        Was ist mit denen ohne Bleiberecht, die aber aus diversen Gründen nicht abgeschoben werden können? Warum lassen wir diese nicht am gesellschaftlichen Leben und vor allem am Arbeitsmarkt teilhaben? Das wäre für beide Seiten von Vorteil. Stellt sich in dieser Zeit heraus, dass Sie ein integriertes Mitglied unserer Gesellschaft geworden sind und einen gesicherten Arbeitsplatz erworben haben, sollte sich jeder bei unserer Arbeitsmarksituation freuen. Ich kenne in der Zwischenzeit 3 Handwerksbetriebe die Mitarbeiter in Ausbildung und Festanstellung hatten, die auf Grund unseres regiden Asyl- und Aufenthaltsrechts diese verloren haben und darüber nicht sehr erfreut waren.

        Wer Sprachangebote aus nichtigen Gründen nicht wahrnimmt, muss diese vom Staat auch nicht bezahlt bekommen (gibt im Sozialrecht ja genug Sanktionsmöglichkeiten), aber diese gar nicht erst anzubieten hilft weder der Gesellschaft noch den Unternehmen die dringend Personal suchen!

        LG Robert Talmon

      1. @Frau Opiela
        Ja, 3 Monate “Wartezeit” hört sich nicht schlecht an.
        Aber, und das ist doch das Problem, wie lange dauert es, bis man die “Erlaubnis” oder “Zustimmung” bekommt, Arbeiten zu “dürfen”?
        1. bestenfalls …. Jahre/Monate?
        2. schlimmstenfalls … Jahre?
        Und warum muss man dann nochmal, trotz Erlaubnis, 3 Monate warten?

        Das ist alles so “schräg” dass man es keinem plausibel erklären kann.

        Alle, einschl. Rentner, sollen mehr arbeiten um den Sozialstaat, wie wir ihn gewohnt sind, auszutarieren.
        Andere, die arbeiten wollen und Arbeit finden würden, werden daran gehindert und, so der Eindruck, öffentlich zum Bittsteller / Prügelknaben/ Kostenfaktor gemacht.

      2. Liebe Frau Opiela,
        Ich lese hier, dass die Menschen die zu uns kommen, im Schnitt, und man beachte, Tendenz steigend! obwohl die Zahl der anhängigen Asylverfahren bereits seit Januar 2024 rückläufig ist
        2023: 6,8 Monate + 3 Monate Wartezeit
        2024: 8,7 Monate + 3 Monate Wartezeit
        2025: 12,2 Monate + 3 Monate Wartezeit
        und je nach Herkunftsland schlimmstenfalls sogar zu mehr als 20 Monate + … “Warte- und Lebenszeitverschwendung” verurteilt sind.

        “2025 dauerte ein Asylverfahren zwischen Antrag und Entscheidung im Schnitt 12,2 Monate. 2024 lag die Bearbeitungszeit bei 8,7 Monaten, 2023 bei 6,8. Je nach Herkunftsland kann die Verfahrensdauer stark variieren: Während die Verfahren für Personen aus Tunesien und den “sicheren Herkunftsstaaten” wie etwa Serbien, Kosovo oder Moldau 2025 1-2 Monate dauerten, dauerten sie bei Personen aus dem Iran knapp 18 – und aus Nigeria mehr als 20 Monate.”

        https://mediendienst-integration.de/fluechtlinge/fluechtlinge-in-deutschland/dauer-von-asylverfahren-und-offene-asylantraege/

      3. Liebe Ulla ( anonym), ich bin seit 11 Jahren in der Flüchtlingshilfe hier in Bergisch Gladbach aktiv und habe sehr unterschiedliche Erfahrungen mit der Schnelligkeit Arbeitsaufnahme und der Zustellung des Asylbescheides gemacht.

        Es ist alles sehr komplex und es wird der Einzelfall betrachtet. – siehe Ukrainer, die sofort arbeiten durften.

        Wir dürfen auf die Gesetzesänderung der großen Koalition gespannt sein, dass auch Geflüchtete, die einen Asylantrag gestellt haben nicht erst auf den Bescheid warten müssen sondern nach 3 Monaten Arbeit aufnehmen können. Ich bin auf die Vorlage gespannt.

        Zurück zu unserem Ausgangsthema der Streichung der freiwilligen Integrationskurse für Geduldete etc…. gerne können wir uns darüber ausführlich austauschen wenn sie möchten, da auch dieses Thema sehr facettenreich ist . Wenn sie möchten kontaktieren sie mich doch unter meiner CDU Adresse.

        Herzliche Grüße Brigitta Opiela

  2. Ich würde gerne mit einem Tipp helfen: Über “Duolingo” war es mir innerhalb von 200 Tagen möglich, mich ohne Vorkenntnisse im Ausland sehr gut zu verständigen.

    Mein Patenkind konnte vor einem Schulwechsel innerhalb der Sommerferien 4 fehlende Schuljahre einer Fremdsprache aufbauen, um auf gleichem Niveau in der neuen Klasse zu starten. Meine aus dem Ausland kommenden Nachbarn haben ihre Integrationskurse damit erweitert, haben innerhalb der Familie viel Deutsch gesprochen und waren innerhalb eines Jahres auf B1. Mein Cousin und seine Frau sind ausgewandert und mussten sich die Landessprache sehr zügig aneignen, auch um ihre Tochter 3-sprachig aufzuziehen. Das hat über die Sprachlern-App wunderbar funktioniert. Einer meiner Söhne hat sich während seines Studiums über “Babbel” mehrere Sprachen angeeignet, die er flüssig spricht.

    1. Dann ergänze ich noch den Tipp, immer um die BlackFriday Woche gab es bisher immer die Möglichkeit, bei Babbel eine Lifetime Lizenz zu erwerben, ich meine die hatte fast 50% Rabatt. Bei Duolingo gibt es etwas ähnliches.

      1. Duolingo ist in der Basisversion kostenlos. Die Funktionen der kostenpflichtigen Premium-Version („Super Duolingo“) braucht man nicht zum Lernen.

    2. Herzlichen Glückwunsch für Ihr tolles Patenkind!

      Aber Sie müssen auch wissen, dass Sprachen wie z.B. Niederländisch, Englisch, Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Spanisch und Italienisch aufgrund der engen Verwandtschaft mit der deutschen Sprache (ähnliche Strukturen und Vokabeln) relativ einfach zu erlernen sind.

      Für Muttersprachler hingegen, deren Sprache ein völlig anderes Schriftsystem mit anderer Grammatik und/oder tonaler Aussprache hat, ist die deutsche Sprache besonders schwierig zu erlernen, da sie nicht zur indogermanischen Sprachfamilie gehören.
      Deren Muttersprache z.B. Arabisch, Ungarisch, Finnisch, Russisch, Ukrainisch, Japanisch, Cinesisch, Koreanisch u.s.w. ist.

      1. Liebe Ulla,
        mittlerweile gibt es auch gute Tools/Sprachapps für Personen, die keine lateinische Ausgangsschrift kennen und für Analphabeten.

      2. Liebe Frau Opiela, dass es auch für diesen Personenkreis ” gute Tools/Sprachapps” gibt, dem habe ich auch nicht widersprochen.
        Nur das mit dem “zügig erlernen” oder “innerhalb von 4 Wochen” halte ich hier für besonders utopisch/unrealistisch bei bereits Erwachsenen.
        Aber ja, Kinder/Jugendliche lernen Fremdsprachen bekanntlich schneller und müheloser als Erwachsene.

      3. Liebe Ulla, bei meinem Patenkind handelt es sich um die russische Sprache und mein Sohn hat über Babbel u.a. auch gute japanische Sprachkenntnisse erworben. Probieren Sie es mal aus. Das macht echt Spaß und erweitert den Horizont

  3. Guten Morgen, zu folgenden Satz habe ich eine Frage „ Weil das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seine Mittel kürzt, beenden immer mehr Zugewanderte ihren Integrationskurs nicht mit dem wichtigen B1-Sprachabschluss.“ ist dies wirklich ein nachgewiesener Grund mit belastbaren Fakten oder handelt es sich hier um eine Aussage/Meinung ? Denn das entscheidende Trägerrundschreiben zu den Integrationskursen ist vom 09.02.2026 und bereits erteilte Teilnahmezulassungen
    behalten ihre Gültigkeit. Daher stellt sich bei mir diese Frage.
    Viele Grüße
    Robert Martin Kraus
    stellv. Fraktionsvorsitzender CDU Bergisch Gladbach

    1. Guten Tag, der Satz dürfte sich v.a. auf die im Text erwähnte Streichung der 300 Wiederholerstunden beziehen. Diese erfolgte bereits vor ca. einem Jahr. Aus meiner eigenen langjährigen Erfahrung in diesem Bereich kann ich sagen, dass insbesondere viele Frauen mittleren Alters mit wenig/gar keiner vorherigen Sprachlernerfahrung (die lernwillig sind, aber einfach länger brauchen) durch diese Wiederholerkurse B1 doch noch geschafft haben.

      Eine weitere Wiederholungsmöglichkeit nach nicht mit B1 bestandenem Integrationskurs, nämlich die Berufssprachkurse (BSK) B1 oder A2, wurde ebenfalls schon vor ca. einem Jahr weitestgehend abgeschafft. Die aktuellen Maßnahmen kommen obendrauf.

      Auch wenn ich wenn Frau Opiela zustimme, dass man über Reformbedarf reden kann: Derzeit wird die Methode “zuerst streichen und dann sehen wir weiter” bevorzugt. Mit dem Risiko, dass Kursträger pleite gehen und zahlreiche Lehrkräfte ihre Aufträge verlieren (was übrigens gerade schon geschieht).

    2. Der Satz fasst die Aussagen der Anbieter, die im Text ausgeführt werden, knapp zusammen. Wir haben diese Quelle jetzt auch im Vorspann ergänzt.

      Die Kritik bezieht sich vor allem auf die BAMF-Kürzungen bei den Wiederholungsprogrammen, die bereits im Dezember 2024 vorgenommen worden waren – auch das wird im Text erläutert.

  4. Hallo zusammen, vielen Dank für den Beitrag. Ich arbeite seit 10 Jahren ehrenamtlich (2 Jahre Hauptamtlich) in der Flüchtlingshilfe. Ja, die Sprache ist der Schlüssel zur Integration, deshalb haben wir schon seit 2015 ehrenamtliche Deutschkurse eingerichtet, die nach wie vor gut besucht werden.

    Zur aktuellen Entscheidung, dass nur noch Personen, die Asylberechtigt sind einen Deutschkurs (Kosten um die 1.500 Euro) bezahlt bekommen ,habe ich folgende Meinung:

    Es gibt aktuell hervorragende Online Kurse, die man für wenig Geld nutzen kann. Ehrenamtliche Sprachkurse finden (wie oben erwähnt) auch bei uns in Refrath statt – ebenso Konversationskurse. Ich halte es für sinnvoll, dass die aktuellen Sprachkurse auch mal auf ihre Effizienz überprüft werden. Zuviel Personen fallen aus den unterschiedlichsten Gründen durch und wiederholen und wiederholen.

    Mittlerweile bereiten sich viele – insbesondere Ukrainer – digital auf eine Prüfung vor. Das funktioniert!

    Die Sprachkurse (in Präsenz) kosten den Bund ca 1. Milliarde Euro pro Jahr.

    Und wir schon oben erwähnt, für Asylberechtigte werden die Kurse weiterhin bezahlt.
    Es lohnt sich darüber zu diskutieren

    Herzliche Grüße
    Brigitta Opiela

    1. Danke ! Danke ! für solche klugen, bereichernden Kommentare !
      (weil faktenbasiert von Menschen , die in der Materie arbeiten und wissen, wovon sie reden statt wildspektulierende „MEINungen“)

      Dank auch an das Bürgerportal für täglichen LERNZUWACHS !