Bürgermeister Marcel Kreutz (2.v.r.) mit Vorstand und Aufsichtsrat der BEGGL

Die BürgerEnergie Bergisch Gladbach eG hat bereits einige Photovoltaik-Anlagen installiert; nun geht sie einen Schritt weiter und bietet der Stadt an, Solaranlagen auf städtische Dächer auch zu finanzieren. Damit könnten die Klimaziele schneller erreicht und der Haushalt entlastet werden.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der BürgerEnergie Bergisch Gladbach eG

Die BürgerEnergie Bergisch Gladbach eG (BEGGL) schlägt einen innovativen und zugleich haushaltsentlastenden Weg vor, um die Energiewende in Bergisch Gladbach weiter voranzubringen. In einer besonderen Form der Zusammenarbeit mit der Stadt sollen weitere Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen Dächern realisiert werden – finanziert nicht über städtische Investitionsmittel, sondern über Genossenschaftsanteile engagierter Bürgerinnen und Bürger.

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Neben der eigenständigen Akquisition von Dachflächen verfolgt die BEGGL damit bewusst einen erweiterten Ansatz: Öffentliche Investitionen sollen dort, wo es sinnvoll und rechtlich möglich ist, durch genossenschaftliches Engagement substituiert werden. Auf diese Weise kann die Stadt ihre Klimaschutzziele vorantreiben und gleichzeitig den städtischen Haushalt nachhaltig entlasten.

Vorstand und Aufsichtsrat der BEGGL haben diesem Ansatz mit der Übergabe einer Stellungnahme zum Haushaltsentwurf der Stadt Bergisch Gladbach an Bürgermeister Marcel Kreutz offiziell Nachdruck verliehen. Ziel der Stellungnahme ist es, die für 2026 und die Folgejahre geplanten Investitionen in Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen Gebäuden ganz oder teilweise durch Bürgerbeteiligungen über die Genossenschaft zu realisieren.

Leuchtturmprojekt für partnerschaftliche Zusammenarbeit

Dieses Modell verbindet mehrere positive Effekte: Es stärkt den lokalen Klimaschutz im Bergischen Kreis, fördert die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit der Energiewende vor Ort und wirkt zugleich als beispielhafte Entlastung des kommunalen Haushalts. Aus Sicht der BEGGL kann ein solches Vorgehen ein Leuchtturmprojekt für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Kommune und Zivilgesellschaft werden.

Der Bürgermeister Marcel Kreutz reagiert positiv: „Das ehrenamtliche Engagement der BürgerEnergiegenossenschaft ist ein wichtiger Baustein für eine klimaneutrale Zukunft. Für das proaktive Angebot danke ich ausdrücklich, wir werden es im zuständigen Fachbereich prüfen sowie den Fraktionen des Stadtrates zur Verfügung stellen, damit es in die laufenden Haushaltsberatungen einfließen kann. Die nachhaltige Aufwertung unserer öffentlichen Liegenschaften ist mir dabei ein zentrales Anliegen.“ 

Der Termin besitzt für die Genossenschaft besondere Bedeutung. Entsprechend nahmen neben dem Vorstand Stefan Häusler auch der Aufsichtsrat mit Ron Woydowski, Martin Häusling, Uwe Grede, Klaus Kocanda-Burger und Ekkehard Boden an der Übergabe teil.

Neben Vorstand und Aufsichtsrat wird die Arbeit der BEGGL maßgeblich durch zahlreiche ehrenamtlich Engagierte getragen. Ihr Einsatz im Hintergrund ist eine unverzichtbare Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung der Projekte und soll an dieser Stelle ausdrücklich gewürdigt werden.

Die BürgerEnergie Bergisch Gladbach eG fördert eine nachhaltige Energieversorgung in der Region Rhein-Berg. Als eingetragene Genossenschaft strebt sie an, erneuerbare Energieprojekte zu entwickeln, zu betreiben und zu fördern.

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  1. Danke den engagierten Aktiven bei der BEGGL ! Es wäre schön, wenn die Kooperation mit der Stadt in Zukunft reibungsloser läuft! Wir brauchen jedes private Engagement für die Stadt. Dieses sollte durch die Verwaltung immer dankend angenommen und gefördert werden! Schön, dass Marcel Kreutz unser Bürgermeister das auch so sieht!

  2. Gibt es schon Daten, wie hoch die Ausschüttung an den Anteilseigner in 2025 sein wird?

    Wie ist der Mietzins für die städtischen Dachflächen? Oder will man die Dächer kostenfrei für den eigenen Profit?

    1. Wird auf der Genossenschaftsversammlung beschlossen werden, ich persönlich würde mal davon ausgehen, dass beantragt wird, wie letztes Jahr auf eine Ausschüttung zu verzichten.
      Der Großteil ist ja aus Idealismus investiert…

  3. Großer Respekt an die BürgerEnergie Bergisch Gladbach eG (BEGGL), ein starkes Signal, was Bürgerengagement für unsere Stadt leisten kann.

    Genau diese Kraft der Bürgerschaft möchten wir auch mit der Bürgergenossenschaft für Wohnraumschaffung Bergisch Gladbach i.G. für bezahlbaren Wohnraum einsetzen.

    Das Interesse in der Bürgerschaft ist größer, als manche denken!

    Bitte unterstützen Sie diesen Weg in Politik und Verwaltung.

    Danke!

      1. Danke für Ihre Frage.

        Eine Bürgergenossenschaft ist auf langfristige Stabilität und Werterhalt ausgelegt – nicht auf maximale Rendite. Ziel ist bezahlbarer Wohnraum mit verlässlichen Strukturen für unsere Stadt.

        Es geht darum, passenden Wohnraum für unterschiedliche Lebensabschnitte zu schaffen – für die ältere Generation mit angepassten Wohnformen ebenso wie für Familien und junge Menschen, die hier bleiben möchten.

      2. Danke @Ron,

        die BEGGL verfolge ich schon länger und warte bis sich ein weiteres Wachstum einstellt. Aktuell finde ich 6 Anlagen noch zu wenig für den Einstieg.
        Meine Frage war an Herrn Ditschel gerichtet, da er so energisch für dieses Projekt wirbt stelle ich mir diese Fragen. Natürlich steht bei einer Genossenschaft das wirtschaftliche Interesse der Genossen, auch wenn es natürlich eine starke soziale Komponente gibt. Andernfalls hätte man wohl eine andere Gesellschaftsform gewählt und Genossenschaften wären wohl nicht erfolgreich.

      3. Meine Frau und ich haben unsere Anteile bei der BEGGL nicht aus Renditegründen gekauft, sondern um ein Vorhaben zu unterstützen, das den Klimaschutz effektiv voranbringt. Das, was in der kurzen Anfangsphase bereits realisiert wurde, hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen und ist dem großen Engagement von Vorstand und Aufsichtsrat geschuldet. Ein herzliches Danke dafür! Übrigens hat der Vorstand auf der letzten Versammlung als primäres Ziel explizit nicht die Rendite, sondern den Klimaschutz genannt. Die große Mehrheit der Anwesenden (vielleicht sogar alle) stimmte dem mit einem deutlichen Applaus zu.

      4. @Schmidt, “wie wird die zu erwartende Rendite sein?”

        Wenn Sie Ihr letztes Auto im Leben gekauft haben werden, rechnen Sie doch mal zusammen, wieviel Geld Sie hierfür verbraten haben.
        Und das alles nur für ein jeweils relativ kurzes (6 Jahre?) Vergnügen.
        Außer dass Sie ein wenig die Auto-Wirtschaft angekurbelt haben (und ein Lächeln des Autoverkäufers hierfür erhalten haben), ist hier auch keine Rendite später zu erwarten.
        Und von diesen “Investitionen” werden weder Sie im Alter Rendite haben noch Ihre Kinder werden etwas davon haben, nada, nichts, niente, das Geld ist einfach weg!

        So gesehen ist Geld hier schon besser angelegt.