Die Linie 1 der KVB ist für Pendler:innen die wichtigste Alternative zur S 11. Foto: Thomas Merkenich

Die Fraktion der Grünen im Stadtrat reagiert mit Sorge auf die Diskussion im Rheinisch-Bergischen Kreis, beim öffentlichen Busverkehr zu sparen. Angesicht der Finanznot sind sie bereit, maßvolle Einschränkungen mitzutragen. Das dürfe aber nicht zu Lasten der Linie 1 oder des SB40 gehen – die besonders wichtig sind, wenn die S 11 nicht fährt.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der Fraktion Bündnis90/Grüne

Während viele Pendlerinnen und Pendler aus Bergisch Gladbach aufgrund der Einschränkungen auf der S11 Richtung Köln bereits seit Monaten erhebliche Belastungen hinnehmen müssen, werden im Rheinisch-Bergischen Kreis Anpassungen im Busverkehr diskutiert. Bündnis 90/Die Grünen Bergisch Gladbach sehen diese Debatte mit Sorge – insbesondere im Hinblick auf die aktuelle Ausnahmesituation im Schienenverkehr.

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Uns ist die finanziell sehr herausfordernde Lage des Kreises bewusst. Wir wissen, dass Haushaltskonsolidierung schwierige Entscheidungen erfordert, und sind grundsätzlich bereit, maßvolle Einschränkungen im ÖPNV mitzutragen – etwa in Randzeiten oder bei einzelnen Taktverdichtungen. Entscheidend ist jedoch, dass das Grundangebot stabil und verlässlich bleibt, insbesondere auf stark nachgefragten Verbindungen.

Gerade solange die S11 nur eingeschränkt fährt, kommt dem Busverkehr eine besondere Bedeutung zu. Er ist für viele Menschen derzeit die wichtigste Alternative auf dem Weg nach Köln und in die umliegenden Kommunen.

Besonders wichtig ist uns daher, dass die Linien SB40 und Linie 1 während der Ausfallzeiten der S11 nicht gekürzt werden. Diese Verbindungen übernehmen aktuell eine zentrale Funktion für Pendlerinnen und Pendler und müssen als tragende Säulen des Ersatzangebots erhalten bleiben.

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Zweites Gleis der S 11 soll 2031 gebaut werden

Seit 15 Jahren hofft Bergisch Gladbach auf ein zweites Gleis für die S 11, doch bislang wollte keiner der Verantwortlichen ein Datum für den Baustart oder gar die Fertigstellung nennen. Jetzt hat Dezernent Ragnar Migenda indirekt einen Zeitplan erkennen lassen. Für den Bau muss Bergisch Gladbach allerdings für bis zu anderthalb Jahre auf die S-Bahn verzichten.

Ein zuverlässiges, sicheres und bezahlbares Mobilitätsangebot hat für die Grünen Bergisch Gladbach oberste Priorität. Mobilitätswende bedeutet für uns, den Umweltverbund konsequent zu stärken und den Menschen auch in schwierigen Zeiten praktikable Alternativen zum Auto zu bieten.

Wir richten daher folgende Erwartungen an den Rheinisch-Bergischen Kreis:

  • Während der Einschränkungen der S11 auf Kürzungen zentraler Pendlerverbindungen zu verzichten
  • Die Linien SB40 und Linie 1 in ihrem heutigen Umfang zu erhalten
  • Einsparungen – sofern unvermeidbar – vorrangig in Randzeiten, bei moderaten Taktanpassungen oder im Vertriebsbereich (z. B. Vorkaufsstellen) vorzunehmen
  • Bei allen Entscheidungen die Auswirkungen auf Pendlerinnen und Pendler sowie auf Klima- und Verkehrswendeziele besonders zu berücksichtigen

Nachhaltige Verkehrspolitik heißt für uns, verantwortungsvoll mit finanziellen Herausforderungen umzugehen und zugleich die Mobilität der Menschen zu sichern. Gerade jetzt ist ein verlässliches Angebot ein wichtiges Signal für Vertrauen und Planungssicherheit.

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