Die Module für die Erweiterung der ersten Schulen waren rasch aufgestapelt, die Klassenräume der „Sofortschulen“ sind längst in Betrieb. Die Wiederherstellung der Bolzplätze und Außenanlagen dauert erheblich länger – und benötigt noch einmal mehr Geld. Daher berät der Schulausschuss über die GGS Hebborn und das Schulzentrum im Kleefeld – sowie ein weiteres Mal über das NCG.

Die gute Nachricht vorweg: Der neue „Bolzplatz“ an der GGS Hebborn ist fast komplett, für die endgültige Fertigstellung des empfindlichen Bodenbelags müssen die Nächte nur noch ein wenig wärmer werden, bekräftigt die Schulbaugesellschaft.

+ Anzeige +

Optisch ähnelt der Platz zwar einem Hochsicherheitstrakt, tatsächlich handele es sich aber um eine modernen Ball-Court-Anlage, die viele Sportarten wie Basketball und Fußball mit Bandenspiel möglich mache – und auch außerhalb der Schulstunden für die Kinder zugänglich sein soll.

Zur Erinnerung: Anfang 2023 hatte der Bau der „Sofortschule“ zur Erweiterung der GGS Hebborn (und parallel dazu zur GGS in der Auen in Refrath) begonnen; dafür hatte die Schulgemeinschaft auch die geliebte „Zirkuswiese“ geopfert. Keine acht Monate später standen die sechs Klassenräume der Schule zur Verfügung.

Länger dauert es mit den Außenanlagen. Unter anderem, weil neue Abwasserrohre gelegt, eine neue Trafostation gebaut und auch der Altbau neu verkabelt werden musste. Nun will die Stadt die gesamte Fläche zwischen Odenthaler Straße und Jägerstraße „ganzheitlich, dauerhaft und funktional sowie gestalterisch entwickeln“.

Die Zufahrt zur GGS Hebborn ist zunächst nur provisorisch wiederhergestellt worden. Foto: Redaktion

400.000 Euro für die GGS Hebborn

Drei Varianten hat sie ausgearbeitet, mit Variante 1 für 400.000 Euro schlägt sie die günstigste davon vor. Dafür gebe es eine „reine funktionale Wiederherstellung und Sicherung der Nutzung ohne zusätzliche gestalterische oder aufenthaltsqualitative Aufwertung“.

Mit der Variante 2 für 500.000 Euro könnte „eine multifunktionale Begegnungsfläche mit Aufenthaltsqualität für Schulbetrieb und Umfeld“ geschaffen, bei Variante 3 (550.000 Euro) die Fläche sogar zu einem „gestalterisch hochwertigen und identitätsstiftenden öffentlichen Raum“ entwickelt werden.

Angesichts der Finanznot der Stadt schlägt die Verwaltung dennoch Variante 1 vor. Zudem lasse diese Option die größte Anzahl von Stellplätzen zu. Umgesetzt werden soll das Projekt im Frühjahr 2027.

Der Ausschuss für Schule und Gebäudewirtschaft berät am Dienstag darüber, mehr Details und Fotos zu den jeweiligen Varianten finden sich in der Beschlussvorlage (siehe Dokumentation unten).

540.000 Euro mehr für das Kleefeld

Die Hauptschule im Schulzentrum Kleefeld hatte ebenfalls einen Erweiterungsbau auf der grünen Wiese erhalten – hier soll der Schulausschuss nun weitere Mittel im Rahmen der Schlussrechnung sowie für die Wiederherstellung des Bolzplatzes genehmigen.

Mehr zum Thema

Hauptschule im Kleefeld stellt Erweiterungsbau vor

Zum Tag der offenen Tür hat die Gemeinschaftshauptschule in Hebborn ihr neues Gebäude gezeigt und die neuen Möglichkeiten präsentiert. Nun können Lernbedürfnisse besser berücksichtigt, individuelle Förderung gezielter umgesetzt und gemeinsames Lernen flexibler gestaltet werden. 

Das Gesamtbudget war 2023 mit 4,6 Millionen Euro festgelegt worden. Damals hatte die Schulbaugesellschaft das seit Jahren stillliegende Projekt übernommen und einige Lücken entdeckt. Planungsänderungen, der Ausfall eines Fachplaners, Planungsdefizite und Zusatzleistungen hätten insgesamt zu Mehrkosten von 540.000 Euro geführt, teilt die Verwaltung jetzt mit.

486.000 Euro für den Bolzplatz

Die Wiederherstellung des Bolzplatz auf der Wiese hinter dem Schulzentrum bzw. der Kita und Kirche zum Heilsbrunnen war in den ursprünglichen Finanzplänen nicht enthalten, der Anwohnerschaft aber versprochen und beschlossen worden.

Auch hier soll nun in der zweiten Jahreshälfte eine eingezäunte, schallgedämpfte Ball-Anlage gebaut werden, die für verschiedene Sportarten geeignet ist und der Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Dafür soll der Stadtrat weitere 486.000 Euro beschließen.

6,8 Millionen für das NCG

Die umfassende Sanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums (NCG) zieht sich über viele Jahre, ist immer wieder neu terminiert worden und soll 2027 endlich fertig werden, die Außenanlagen 2028.

Mehr zum Thema

Sanierung des NCG geht in die 4. Verlängerung

Den Zeitplan für das Nicolaus-Cusanus-Gymnasium passt die Stadt ein weiteres Mal an. Der Ausfall einzelner Handwerksfirmen hat weitere Kettenreaktionen ausgelöst. In Abstimmung mit der Schule gibt es jetzt einen neuen Ablaufplan und Licht am Ende des Tunnels: Der neue Nordtrakt und die Aula sollen spätestens bis Jahresende fertig werden, der sanierte Mitteltrakt ein Jahr später.

Die Verlängerung der Bauzeit führt nun zu weiteren Kostensteigerungen. Bislang waren 48 Millionen Euro an Investitionen eingeplant, jetzt werden nach Berechnung der Verwaltung weitere 2,2 Millionen Euro benötigt.

Mit der Sanierung des Mitteltraktes, der Aula und der Verwaltung sowie dem Neubau des Nordtraktes sind die Arbeiten am NCG aber nicht abgeschlossen. In diesem Sommer werden weitere Container für die Rückkehr zu G9 aufgestellt bzw. aufgestockt.

Ab 2028 soll das (relativ) neue Oberstufengebäude saniert werden – und auch dafür werden Container als Ausweichquartier benötigt, die bis 2030 angemietet werden (mit einer Verlängerungsoption).

Diese (konsumtiven) Kosten waren bislang mit 3,3 Millionen Euro kalkuliert, erhöhen sich nun aber um 4,6 auf dann 7,9 Millionen Euro – womit die Gesamtausgaben für das NCG bei knapp über 60 Millionen Euro liegen.

Dokumentation

Beschlussvorlage zur GGS Hebborn

Beschlussvorlage Kleefeld

Beschlussvorlage Kostenanpassung NCG

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.