Semsi Guerpinar (v.l. Medizinische Fachangestellte), PD Fritz-Georg Lehnhardt (Chefarzt) und Maria Vergato (Medizinische Fachangestellte) mit dem 500. rTMS-Patienten. Foto: Daniel Beer/EVK

Am Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach setzt die Psychiatrie seit sechs Jahren erfolgreich auf ein innovatives Behandlungsverfahren bei Depression.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des EVK

Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach (EVK) vermeldet einen Meilenstein: Der 500. Patient wurde kürzlich mit der sogenannten repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) behandelt. Dabei werden gezielt bestimmte Bereiche des Gehirns mithilfe kurzer Magnetimpulse stimuliert, um gestörte Aktivitätsmuster bei Depression positiv zu beeinflussen.

Das moderne Therapieverfahren wurde vor sechs Jahren durch Chefarzt PD Dr. med. Fritz-Georg Lehnhardt am EVK eingeführt. Seitdem hat sich die rTMS als fester Bestandteil des ambulanten und stationären Behandlungsspektrums etabliert – insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Depression, bei denen eine medikamentöse oder psychotherapeutische Therapie nicht ausreichend wirksam ist.

„Wir sehen ein positives Ansprechen auf die rTMS bei jedem zweiten Patienten. Jeder dritte Patient zeigt nach der Behandlung keine relevanten Symptome der Depression mehr“, erläutert PD Dr. Lehnhardt. „Vor allem die sehr gute Verträglichkeit und die höhere Wirksamkeitserwartung bei früher Therapieresistenz zeichnen das Verfahren gegenüber einer rein medikamentösen Behandlung bei der Depression aus.“

Im stationären Bereich ist die Behandlung in das multimodale Therapiekonzept (Kombination verschiedener Therapiebausteine) der Klinik eingebettet. Neben der rTMS kommen psychotherapeutische, psychopharmakologische, sowie kunst-, körper-, musik- und ergotherapeutische Verfahren zum Einsatz.

Der 500. Patient, ein 55-jähriger Mann, berichtet von seinen Erfahrungen: „Ich war sehr froh zu erfahren, dass es neben Medikamenten und Psychotherapie auch weitere Verfahren in der Klinik gibt, die begleitend zur Behandlung meiner Depression eingesetzt werden können.“

Neben dem Einsatz der rTMS bei Depression wird das Verfahren auch regelmäßig angewendet zur Behandlung von akustischen Halluzinationen bei Psychosen, bei chronischen Schmerzstörungen oder therapieresistenten Zwangsstörungen. Bei ambulanter Behandlung werden die Kosten derzeit ausschließlich von privaten Krankenversicherungen übernommen.

Weitere Informationen zu dem Verfahren der rTMS und zu weiteren in der Klinik für Psychiatrie am EVK eingesetzten, modernen und auf wissenschaftlichen Leitlinien beruhenden Neurostimulationsverfahren gibt es auf der Internetseite der Klinik unter: www.evk.de

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