Fotos: Luise Flügge

Britta Lieberknechts Dancers & Musicians eröffnen den Kultursommer Bergisch Gladbach erneut mit einem außergewöhnlichen Tanzereignis. Diesmal hat sie ihr Werk für den Kalandersaal im Zanders-Areal produziert und zeigt hier mit der Premiere die einzige Aufführung. Insgesamt wartet der Kultursommern mit rund 20 kostenlosen Veranstaltungen auf.

Mit ihrem Sextett „Dancers & Musicians“ zeigt Britta Lieberknecht im Kalandersaal auf dem Zanders-Areal zur Eröffnung des Kultursommers 2026 eine Tanz- und Musikperformance, die aus der Architektur der ehemaligen Papierfabrik und ihrer Atmosphäre schöpft.

In der eigens für die denkmalgeschützte Lagerhalle entwickelten Performance spielen Klänge eine tragende Rolle, kündigt Lieberknecht an. In der besonderen Akustik mit einem fast viersekündigen Nachhall übertragen sich feinste Geräusche über weite Distanzen.

Die beiden Musiker – Meister ihrer Instrumente – bespielen den Raum gemeinsam mit vier ausdrucksstarken Tänzerinnen, die ebenfalls ihre Stimmen, Bewegungsgeräusche und Bodypercussion einsetzen, berichtet Lieberknecht.

Zur Person: Britta Lieberknecht

„Mein Ansatz ist seit Beginn, aus der Begegnung von Tanz mit einem anderen Medium Funken zu schlagen.“

Nach einer klassischen Tanzausbildung in Düsseldorf studierte Britta Lieberknecht drei Jahre an der Merce Cunningham School und bei Protagonisten des postmodernen Tanzes in NYC. Seit 79 zeigt sie interdisziplinäre Tanzperformances und ist spezialisiert auf die Zusammenarbeit mit Musiker:innen als interagierende Performance-Partner:innen.

In Brüssel tanzte sie bei PLAN K/ Frédéric Flamand. 1989-2003 arbeitete sie mit dem physical actor Reinhard Gerum zusammen, ab 1992 in Köln.  Seit 2012 interpretiert sie choreografisch Alte und Neue Musik und zeigt in ihrem Studio in Bergisch Gladbach Vorpremieren. 2024 startete sie die Performance Serie LEISE SCHÄUMT DAS JETZT, ein Format für improvisierte Tanz- und Musikperformances. Seit 2025 Mitglied des Kölner Chaos Orchester des Ensemble Musikfabrik NRW.

Ihre Stücke, Installationen, Filme und Zeichnungen wurden auf vielen internationalen Festivals im In- und Ausland gezeigt, u.a. zur documenta 9, Akademie der Künste Berlin, Skulpturenmuseum Marl, Viper Luzern, The Place Theater London, Opera de Lille, Dies de Dansa Barcelona, Charleroi Danse Belgien, Theaterzwang, Tanzhaus NRW, ACHT BRÜCKEN Festival | Musik für Köln. 2009 gewann sie den Kölner Tanztheaterpreis und wurde 2021 nominiert.

Zur Person: Neus Bacons Roca

… schloss 2007 am EESA/CPD des Theaterinstituts Barcelona ihr Studium des zeitgenössischen Tanzes ab. Sie war Stipendiatin bei Jennifer Muller in NYC. 2012 graduierte sie in ihrer zweiten zeitgenössischen Tanzausbildung am SEAD (Salzburg) und nahm am BHODI PROJECT teil. Sie nahm am Research Programm von Ultima Vèz, Wim Vandenkeybus, teil und tanzte u.a. für Jelka Milic, Nigel Charnok und Ivan Schauvliege.

Seit 2014 lebt sie in Brüssel. Sie performt und unterrichtet gemeinsam mit Matevz Dobaj international.

Neus arbeitet mit Künstler:innen des Tanzes, Videotanzes, und der bildenden Kunst. Sie tanzt bei Britta Lieberknecht seit 2015, bei Mouvoir, Stephanie Thiersch seit 2019 in mehreren Produktionen, sowie u.a. mit Karen Bößer, Nazanin Fakor und Isabella Soupart.

Zur Person: Maria Mercedes Flores Mujica

… ist venezolanische Tänzerin und arbeitet ausgehend von Köln. Sie hat einen BA in Zeitgenössischem Tanz am ZZT – Hochschule für Musik und Tanz Köln und einen MA in Sprachen/Übersetzung an der Universidad de Los Andes in Venezuela.

Sie wirft sie einen humorvollen Blick auf das Thema Postkolonialismus und andere vitale Themen und schafft eine eigene radikale Körpersprache. Dabei bricht sie Strukturen traditioneller Weiblichkeit auf, um das Weibliche zu feiern und zu heilen.

Seit 2007 arbeitet sie mit Künstlern wie Willi Dörner, Constanza Ruiz, MD Kollektiv, Marina Abramović, Özlem Alkis, Alexandra Waierstall, Sophia Seiss, Michéle Murray, Coreoarte. Seit 2020/21 ist sie Mitglied der Compagnie Thor von Thierry Smits, Brüssel, seit 2021/22 bei Britta Lieberknecht.

Als eine der vielversprechendsten Choreografinnen NRWs schuf sie u.a. „What, where and when are we?“, „ON:Joy“ und „Vacabose“. Sie war Residentin bei Pact Zollverein, TanzFaktur Köln, Tanzhaus NRW und K3 Kampnagel, Hamburg. Sie erhielt zahlreiche Recherchestipendien, u.a. in Kairo und Angola.

Zur Person: Christiane Budden

… studierte zunächst an der Kölner Else-Lang-Fachschule für Musik, Tanz und Gymnastik. Anschließend Studium bei James Saunders (Tanzprojekte Köln) und an der Rotterdams Danceakademie. Von 1996-99 Fachschule für Sozialpädagogik, Freizeitpädagogik am Johan Michael Sailer Institut. 2005 schloss Sie eine Ausbildung zur Tanz und Bewegungstherapeutin ab.

Sie tanzte ab 1992 u.a. mit dem Dance Cerciut Amsterdam Perron 2, bei Norma Raimondi Groupe Co-Incidence und Keith Ormand Performance in Köln.

Anschließend schuf sie Soloperformances in Zusammenarbeit mit bildenden Künstler:innen, häufig für den AdK Bergisch Gladbach und die Künstler:innen – Kooperative der Grube Weiß. U.a. das Soloprojekt Timeless in Zusammenarbeit mit den Klangkünstler:innen Detlef Weigand und Manuele Klein im Kulturhaus Zanders, Bergisch Gladbach.

Seit 2000 unterrichtet sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis zur Aufführung choreografischer Projekte mit der von ihr entwickelten Technik Human Dance, davon wurde ein generationsübergreifendes preisgekrönt. 2015 gründete sie die Laien-Tanzcompany Human Dance

Sie ist für die Jekitsstiftung, Kultur und Schule, sowie für die Offene Jazzhausschule in Köln tätig. Seit 2023 arbeitet sie mit Britta Lieberknecht zusammen.

Zur Person: John Edwards (Kontrabass)

… ist ein international gefeierter Improvisateur. Er trat 1990 erstmals mit Musikern wie Roger Turner, Lol Coxhill, Maggie Nichols oder Phil Minton auf. Mit seiner ersten Formation spielte er für Tanzgruppen wie The Cholmodeleys oder The Featherstonehaughs.

Edwards wurde Mitglied von Formationen wie der Band God, B Shops for the Poor und The Honkies. Zudem spielte er in Londons Szene der improvisierten Musik, hatte Solo-Auftritte und arbeitete in der Duo-Formation The Great Explorers.

Seit 1995 gehört John Edwards zu den aktivsten Musikern der Londoner Szene und spielt zwischen 150 und 200 Gigs im Jahr. Er war Mitmusiker von Evan Parker, Veryan Weston, Elton Dean, Michel Doneda, Gerd Dudek, sowie Sunny Murray. Er spielte mit dem London Improvisers Orchestra, mit Michel Waiswsz und John Butcher sowie im Duett mit dem Perkussionisten Mark Sanders.

Mit Paul Lovens und dem Posaunisten Paul Hubweber bildete er das Trio PaPaJo. Häufig tritt er im Duo mit Paul Hubweber auf. 2008 legte er sein erstes Soloalbum vor und schuf 2018 mit Francois Carrier und Michel Lamber das Album Elements. 2020 wurde er gemeinsam mit anderen Musikern mit dem Instant Award in Improvised Music ausgezeichnet.

Zur Person: Paul Hubweber (Posaune, Stimme)

ist ein einzigartiger Solist des improvisierten, zeitgenössischen Posaunenspiels.

Er studierte bei Albert Mangelsdorff, Paul Rutherford, Günter Christmann, Radu Malfatti und George E. Lewis. Seit 1978 gibt er international Solokonzerte. Er leitet eigene Formationen u.a. PaPaJo mit Paul Lovens und John Edwards. Konzerte mit Paul Lytton, Peter Kowald, John Butcher u.v.a.

Paul Hubweber arbeitet seit Langem auch interdisziplinär an der Verbindung von Raum, Bewegung, Klang, Tanz und bildender Kunst. Häufig mit Tänzer:innen wie Fine Kwiatkowski, Jean Sasportes, Uta Püttmann und Britta Lieberknecht. Mit ihr lotet er seit 1996 in Stücken und Improvisationsserien die interaktive und gleichberechtigte Partnerschaft von Musik und Tanz aus.

Er ist ebenfalls spartenübergreifend für Stadttheater und Filmproduktionen tätig. Die Interpretationen der Cellosuiten von J.S.Bach mit eigenem Ansatz sind wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. 

Paul Hubweber ist regelmäßig auf internationalen Festivals wie documenta 8 (DE), Ars Electronica Linz (A), Experimental Media (NYC), CIEF Festival Kopenhagen, Pro Musica Nova Bremen etc. präsent.

Fotos: Luise Flügge

Das Zanders-Areal als Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft inspiriere das internationale Team, hier ein Energiefeld des Gegenwärtigen erlebbar zu machen. Im industriekulturellen Ambiente des ca. 55 m langen Saales des Industrie – und Architekturdenkmals und der angrenzenden Durchfahrhalle wolleen die Performer klanglich und visuell ein einzigartiges Erlebnis schaffen.

Zanders Projekt: The Space 
Tanz- und Musikperformance
Sa 1. August 2026 um 16 Uhr 
Eintritt frei 
Zanders-Areal
An der Gohrsmühle 25 
51465 Bergisch Gladbach 

Treffpunkt 16 Uhr vor der Pförtnerloge 
Zugang barrierefrei

Auch in diesem Jahr organisiert Petra Weymans für das Kulturbüro der Stadt den Kultursommer, mit sehr vielen Veranstaltungen, in der Regel unter freiem Himmel, und immer kostenfrei.

Das Programm wird in Kürze veröffentlicht.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Sehr geehrte Redaktionsmitarbeitende,
    Inhaber mich sehr gefreut über das reichhaltige, vielfältige Programm in diesem Sommer. Aber ich habe mit großem Schrecken festgestellt, dass ALLE TERMINE DES KULTURSOMMERS NICHT MIT DEN KALENDARISCHEN DATEN ÜBEREINSTIMMEN.!!!
    Bitte überprüfen und korrigieren Sie das sofort in allen Veröffentlichungen, sonst werden die Veranstaltungen ein Misserfolg.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hiltrud Franzen-Bunse

    1. Liebe Frau Franzen-Bunse, das Programm für den Kultursommer 2026 haben wir bislang noch gar nicht veröffentlicht. Wahrscheinlich sind Sie im Programm von 2025 gelandet.