Prominenter Besuch bei den Kobolden in Odenthal. Foto: Redaktion

Fünf Jahre nach dem Hochwasser können die Odenthaler Kobolde in Kürze wieder in ihr Heim zurück. Die Geschichte der Kita ist ein Beispiel, wie eine ehrenamtlich geführte Einrichtung eine Katastrophe bewältigen kann. Dabei hatten sie allerdings auch tatkräftige Hilfe.

Kurz vor der Wiedereröffnung der Kita Odenthaler Kobolde kamen prominente Gäste ins Haus. Ina Scharrenbach, die NRW-Ministerin für Heimat, Bau und Digitalisierung, Berthold Schröder, der Präsident der Westdeutschen Handwerkskammertag und Thomas Radermacher,, Präsident der Handwerkskammer zu Köln, trafen sich in Odenthal, um das Ergebnis eines innovativen AdHoc-Programms zur Bewältigung solcher katastrophalen Krisen zu würdigen.

Direkt nach der Flut-Katastrophe, als klar wurde, welches Ausmaß die Zerstörung hatte und welche Wiederaufbau-Leistung von Nöten sein wird, wurde für alle  Betroffenen in NRW eine Koordinationsstelle in Köln eingerichtet. Sie brachte Handwerker aus ganz Deutschland mit den konkreten Projektaufgaben in Kontakt, weil die lokalen Betriebe sehr schnell überfordert gewesen wären und die Gefahr bestand, dass entweder gar nicht oder fachlich schlecht wieder aufgebaut würde. 

Die Erfahrungen aus diesem Programm wurden nun in einem „Handlungsleitfaden für Handwerksorganisationen im Falle einer Katastrophe“ festgehalten.

Frau König, die Architektin, erläuterte zu dem konkreten Projekt in Odenthal, was zum Schutz vor einem erneuten Hochwasser vorgesehen wurde. Ein System von massiven Schutzwänden und einsteckbaren Barrieren für Türen und Durchbrüche soll in Zukunft verhindern, dass es noch einmal zu solchen Zerstörungen kommen kann. 

Landrat Arne von Boetticher und Bürgermeisterin Laura Lundberg bedankten sich für diese Initiative der Handwerkerschaft und allen anderen Unterstützern, weil Kommunen und -wie in diesem Fall – ehrenamtlich getragene Einrichtungen solche besonderen Lagen nicht alleine bewältigen können. 

Der Umzug aus dem letzten der verschiedenen Provisorien in das nun wieder hergerichtete Bestandsgebäude ist für Anfang August geplant. Bis dahin gibt es für die Handwerker allerdings noch einiges zu tun, erläutert Sabrina Schäper,  die Vorsitzende des Trägervereins: einen neuen Anbau und verschiedenes im Außengelände.

Aktuelle und frühere Mitglieder des Vorstands. Foto: Redaktion

Aber alle freuen sich sehr darüber, wie funktional und schön die Räume ausgerüstet und gestaltet worden sind. Schäper gab auch einen Überblick darüber, was alles zwischenzeitlich von Seiten des ehrenamtlichen Trägervereins und von den  Mitarbeitern gefordert war und welche Vielzahl von unterstützenden Stellen beteiligt waren.

Große Herausforderungen für das Ehrenamt

Zwei sind dabei besonders bewegt: Maike Nitsche und Ursula Meid waren im Sommer 2021 in der Vorstands-Verantwortung für die Kinder und Mitarbeiter, als in wenigen Stunden die Wasserfluten die Grundlage für alle Aktivitäten zerstörte. Von einem auf den anderen Tag kamen zu all den Fragen, die für das Ehrenamt neben Familie und Job sowieso schon eine ordentliche Belastung beinhalten, neue enorme Herausforderungen hinzu.

Es waren über die komplette Gemeinde hinweg provisorische Räume zu finden, Mitarbeiter waren von einem Ort zum anderen unterwegs, Mittagessen musste zubereitet und verteilt werden, bei allem waren weiterhin die Corona-Auflagen zu erfüllen. In der Folgezeit wurde an anderer Stelle in Odenthal ein provisorisches Gebäude aus Containern aufgestellt.

Zur Verantwortung des ehrenamtlichen Vorstands gehören natürlich auch die Finanzen, die in solch turbulenten Krisenzeiten mit dem Aufwand für Provisorien und Wiederaufbau schon mal zu schlaflosen Nächten führen können.

Den Überblick über den ganzen Verlauf hat Malin Küppers. Obwohl sie mittlerweile gar nicht mehr in Odenthal wohnt, ist es ihr wichtig, dass alles ordnungsgemäß läuft und verbucht wird, sowohl der wirtschaftliche Betrieb mit einer ganzen Anzahl von angestellten Mitarbeitern als auch die erheblichen Investitionssummen. Noch 3 Monate lang wird sie regelmäßig von Leichlingen kommen, um ihre Nachfolgerin einzuarbeiten.

Förderverein will Materialien finanzieren

So viel wurde erreicht in den vergangenen Jahren und nun steht wieder ein funktionales, schönes Gebäude als Kindertagesstätte und Familienzentrum in Odenthal zur Verfügung. Das Geld reicht aber doch nicht immer, um aus Sicht der pädagogischen Mitarbeiter sinnvolle Materialien anzuschaffen.

Um hier zu unterstützen, hat sich ein Förderverein gegründet, der sich über weitere Mitglieder und Spenden freut. Weitere Informationen auch zu den verschiedenen Schritten der Krisenbewältigung und die Kontaktdaten für den Förderverein finden sich unter Odenthaler-Kobolde.de.

Dass solche intensiven Erfahrungen des ehrenamtlichen Engagements Menschen verbinden können , haben auch fünf Frauen der Elterninitiative erlebt, die vor 30 Jahren die „Odenthaler Kobolde“ mit gegründet und für erste Räume und Betreuer gesorgt haben. Sie sind bis heute befreundet und den Kobolden verbunden.

Alle die an diesem Montag zusammen kamen, waren sehr dankbar für das, was bei und für die Odenthaler Kobolde geschafft wurde, und wünschen allen Kindern eine gute Zeit an diesem besonderen Ort mit „engagierten Erwachsenen, die sie in ihren vielfältigen Lernprozessen begleiten“, heißt es im Konzept der Kobolde.

war 40 Jahre als Ingenieur tätig, dazu 14 Jahre Vorstand eines wissenschaftlich-technischen Fachverbands, ist dort immer noch für Themen der Wasserreinhaltung und des Klimaschutzes aktiv. In Odenthal ist er in den Arbeitskreisen Asyl sowie Demokratie und Vielfalt engagiert und berichtet hier von Zeit...

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