Die Zanders-Kraftwerk mit den markanten Schornsteinen. Foto: Stefan Krill, Panomedia 360

Beim Tag des offenen Denkmals stand in diesem Jahr das historische Kraftwerk der ehemaligen Papierfabrik Zanders im Mittelpunkt. Es ging um Identität und Erinnern – aber auch um die Rolle, die die von Dominikus Böhm entworfene Energiezentrale bei der Entwicklung des künftigen Zanders-Quartiers spielen kann.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Stadt Bergisch Gladbach

Trotz des regnerischen Wetters fanden am Sonntag über den Tag verteilt rund 400 Besucherinnen und Besucher den Weg zum historischen Kraftwerk auf dem Zanders-Areal. Beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals konnten sie einen Gebäudekomplex kennenlernen, der die industrielle Vergangenheit des Standorts lebhaft vor Augen führte.

Rundgänge, Vorträge und eine Ausstellung eröffneten dabei unterschiedliche Perspektiven auf die ehemalige Energiezentrale und ihre mögliche Rolle bei der weiteren Entwicklung des Areals.

+ Anzeige +

Eröffnet wurde der Tag von Bürgermeister Marcel Kreutz. Er betonte die besondere Bedeutung des industriellen Erbes für die Transformation des Zanders-Areals: „Wir planen hier nicht auf einem leeren Blatt Papier. Die historischen Gebäude, die Industriegeschichte und die besondere Identität dieses Ortes sind ein wichtiger Ausgangspunkt für seine weitere Entwicklung. Unser Ziel ist es, Bewahren und Weiterentwickeln miteinander zu verbinden und aus einem ehemaligen Industriestandort schrittweise einen neuen, vielfältigen Teil unserer Stadt entstehen zu lassen.“

Bürgermeister Marcel Kreutz und der stellvertretende ZEG-Chef Udo Krause führten in die Veranstaltung ein. Foto: Stadt GL

Industriegeschichte aus erster Hand

Besonders gefragt waren die Rundgänge durch das Kesselhaus und die Turbinenhalle. Der ehemalige Zandrianer Wolfgang Schmidt führte die Besucherinnen und Besucher durch das historische Kraftwerk, in dem er selbst viele Jahre gearbeitet hatte. Dabei vermittelte er Wissen über die technischen Anlagen und Arbeitsabläufe und berichtete aus eigener Erfahrung vom früheren Betrieb.

Die Dimensionen des Kesselhauses und die weitgehend erhaltene technische Ausstattung der Turbinenhalle vermittelten einen unmittelbaren Eindruck von der einstigen Energieversorgung der Papierproduktion.

Viele Perspektiven auf die Zukunft des Kraftwerks

Die Ausstellung beleuchtete die Geschichte und frühere Funktion des Kraftwerks und gab zugleich Einblicke in die aktuellen Planungen zur künftigen Energie- und Medienversorgung des neuen Stadtquartiers.

Einen weiteren Blick nach vorne eröffneten verschiedene Modellstudien von Studierenden der TH Köln zur möglichen zukünftigen Nutzung des Kraftwerks, die anhand von Plänen und Modellen präsentiert wurden.

Zwei Studien des Kölner Architekturbüros huber+, die sich insbesondere mit den markanten Schornsteinen und deren Einbindung in eine mögliche zukünftige Nutzung auseinandersetzen, konnten die Besucherinnen und Besucher darüber hinaus mithilfe einer VR-Brille virtuell erkunden. An einer Ideenwand waren schließlich auch die Gäste selbst gefragt und konnten eigene Vorstellungen und Anregungen für die künftige Nutzung des Kraftwerks festhalten.

Udo Krause, stellvertretender Geschäftsführer der Zanders-Entwicklungsgesellschaft mbH, sieht in der Auseinandersetzung mit dem Bestand eine zentrale Aufgabe der weiteren Entwicklung: „Die Geschichte und die vorhandenen Gebäude geben dem Zanders-Areal seine besondere Identität. Die Aufgabe besteht darin, diesen Bestand nicht isoliert zu betrachten, sondern ihn sinnvoll in die Entwicklung des neuen Stadtquartiers einzubeziehen. Das Kraftwerk zeigt sehr anschaulich, welche Fragen und Möglichkeiten damit verbunden sind.“

Erinnerungskultur auf dem Zanders-Areal

Einen weiteren Blick auf das industrielle Erbe eröffneten die beiden Vorträge von Prof. Dr. Daniel Lohmann von der TH Köln. Im Mittelpunkt stand dabei neben der prägnanten Architektur des von Dominikus Böhm entworfenen Kraftwerks die Frage, wie sich die Erinnerungen der Menschen bewahren lassen, die Zanders und das Areal über Jahrzehnte erlebt und mitgeprägt haben.

Mehr zum Thema

Böhms Kraftwerk und die Schornsteine

Die Papierfabrik ist Geschichte, doch von Zanders bleiben Erinnerungen und Baudenkmäler, die Teil des künftigen Zanders-Viertel werden. Das Bürgerportal schaut genau hin, was war und was ist – in Text und Bild. Zum Start der neuen Serie befasst sich Michael Werling mit dem von Domenikus Böhm gebauten Kraftwerk, ergänzt durch Fotos von Thomas Merkenich und Luftaufnahmen von Stefan Krill. Tauchen Sie ein, in die Geschichte der für Bergisch Gladbach so prägenden Fabrik.

Passend dazu suchte das Forschungsteam der TH Köln vor Ort das Gespräch mit ehemaligen Zandrianerinnen und Zandrianern sowie weiteren Bürgerinnen und Bürgern. Persönliche Geschichten, Erfahrungen und Erinnerungen sollen dazu beitragen, neben den Gebäuden und technischen Anlagen auch diesen Teil der Zanders-Geschichte für kommende Generationen festzuhalten.

Der Tag des offenen Denkmals machte deutlich, dass der Blick auf das industrielle Erbe des Zanders-Areals immer auch ein Blick nach vorne ist. Die Geschichte und der besondere Charakter des Ortes bilden im Rahmen der Transformation zu einem neuen Stadtquartier den Ausgangspunkt für seine Weiterentwicklung. Welche Rolle das Kraftwerk dabei künftig übernehmen wird, ist noch offen. Die Auseinandersetzung mit seiner Zukunft wird die weitere Entwicklung des Zanders-Areals aber begleiten.

Entdecken Sie das Zanders-Areal aus der Luft und am Boden

Ein Doppelklick öffnet und schließt die volle Ansicht, mit der besten Wirkung auf einem größeren Bildschirm, auf dem Handy im Querformat. Sie können über die blauen Punkte und die Navigation oben verschiedene Perspektiven ansteuern. Sie können die Ansicht drehen, Details heranzoomen. Hinter den roten Symbolen finden Sie Texte, historische und aktuelle Fotos. Manche Infos sind ein wenig versteckt. Gute Entdeckungsreise!

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.