UPDATE 26.10.2010: Bürgermeister Lutz Urbach nimmt zu der Kritik an der Entscheidung der Stadtverwaltung Stellung. Wir dokumentieren seine Pressemitteilung:

Anlässlich der Übergabe einer Unterschriftenliste von Schildgener Bürgerinnen und Bürgern am 25. Oktober wendet sich Bürgermeister Lutz Urbach zum Thema „Erhalt des Bürgerzentrums Schildgen“ erneut an die Öffentlichkeit.

Der Vorstand des TUS Schildgen hatte die Bitte geäußert, die Einrichtung in städtischer Hand und die Trägerschaft beim Verein zu belassen. Der Bürgermeister nimmt die Sorgen der Anwohner und Vereinsmitglieder sehr ernst, stellt aber gleichzeitig klar, dass der Verkauf, wie ihn die Stadtverwaltung beabsichtigt, keinesfalls das Ende der bürgerschaftlichen Nutzung bedeutet.

Im Gegenteil: Die Eigentumsübertragung an die Schützenbruderschaft würde mit einer Bestandsgarantie für das Bürgerzentrum verknüpft; sowohl die Anmietung zu privaten Feierlichkeiten als auch die Nutzung für Sportkurse wären somit langfristig gesichert.

Diese Garantie könnte die Stadt nicht geben, wenn sie weiterhin Eigentümerin bliebe. Denn hier geht es nicht nur um die 15.000 Euro Betriebskostenzuschuss, die in der zur Zeit geltenden Überlassungsvereinbarung zwischen Stadt und TUS festgeschrieben sind. Für die Stadt entfielen zusätzlich die Kosten für die Bewirtschaftung und Unterhaltung für ein 25 Jahre altes Gebäude, die in den letzten drei Jahren mit insgesamt etwa 30.000 Euro zu Buche schlugen. Hinzu kommen anstehende Sanierungsarbeiten; insbesondere besteht Handlungsbedarf am Dach der Immobilie.

Ein zu erzielender Kaufpreis würde das städtische Budget obendrein entlasten. Bürgermeister Urbach: „Ich sehe angesichts unserer Haushaltssituation keine Alternative zum Verkauf. Ich bin froh, als Verhandlungspartner die Schildgener Schützen gefunden zu haben, die den Betrieb des Zentrums in der bisherigen Form weiterführen wollen. Auch der TUS Schildgen und sein Engagement für den Stadtteil liegen mir sehr am Herzen, doch ich bin sicher, dass unter den beiden Ortsvereinen ein gutes Einvernehmen hergestellt werden kann.“

Der Verkauf des Bürgerzentrums ist stark umstritten.
Lesen Sie im Bürgerportal dazu folgende Beiträge:
Lennart Höring (CDU): Bürgerzentrum langfristig gesichert
Maik Außendorf (Grüne): Schildgen 21: Verkauf über's Knie gebrochen
Tomas M. Santillan: Gewaltmarsch gefährdet den sozialen Frieden
TuS Schildgen: Gegen den Verkauf des Bürgerzentrums
Lutz Urbach: Keine Alternative zum Verkauf
Alle Berichte über den Streit um das Bürgerzentrums

Der Bürgermeister verweist auf die äußerst knappen Handlungsspielräume der Stadt: „Das Bürgerzentrum ist eine klassische freiwillige Leistung. Jeder ersparte Euro kommt unmittelbar anderen Kultur-, Sozial- oder Jugendaufgaben zugute. Mögliche Einzelinteressen müssen hier zurückstehen, wenn wir uns mit allen Beteiligten gemeinsam für den Erhalt und die langfristige Sicherung des Bürgerzentrums Schildgen als Veranstaltungs- und Begegnungsstätte einsetzen.“

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Der Bericht vom 15.10.2010 lautete:

Ganz kurzfristig lädt der TuS Schildgen für Sonntag um 17 Uhr zu einer  Informations- und Diskussionsveranstaltung zum bevorstehenden Verkauf des Bürgerzentrums Schildgen/Katterbach ein.

Zur Problemlage erklärt der Verein:

“Der TuS Schildgen verwaltet das Bürgerzentrum nun schon mehrere Jahre und hat viel Geld in Renovierungsarbeiten gesteckt. Die Räumlichkeiten sind für Kursnutzungen unersätzlich, da durch die Ganztagsschulen ohnehin schon Kapazitäten in der Hallennutzung wegfielen.

Aus der Zeitung hat der Verein kurzfristig von dem angeblich bevorstehenden Verkauf erfahren, ohne dass der Verein vorher in irgendeiner Weise kontaktiert oder informiert wurde.

In einem vom Verein mit der Stadt angeforderten Gespräch wurde mitgeteilt, dass der Verkauf quasi schon beschlossene Sache sei und trotz laufender Verträge bereits ab 2011 den Schützen gehören solle.

Dies wollen wir mit allen Beteiligten und den Schildgener Bürgern – die davon zum größten Teil auch nichts wissen!! – am Sonntag um 17Uhr erörtern. Dazu kriegt jede Partei die Möglichkeit Stellung zu nehmen.

Und am Ende sollen die Bürger ihre Fragen stellen!”

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Weitere Informationen:

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Redaktion

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2 Kommentare

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  1. Warum arbeitet man einseitig gegen die Schützen? Es geht hierbei nicht um die Schützen, sondern darum dass Entscheidungen, die eine Menge Menschen betreffen, einfach übers Knie gebrochen werden ohne das alle Menschen die mit dem Bürgerzentrum zu tun haben (ob dort arbeiten, die Räumlichkeiten nutzen etc) darüber informiert werden. Ich habe nichts gegen die Schützen, aber ich habe etwas gegen Politiker die sich persönlich bereichern wollen (auch die Steigerung von Ansehen im Schützenverein ist persönliche Bereicherung) anstatt ihren Pflichten, als Vertreter des Volkes nachzukommen und dementsprechend im Sinne der Büger entscheiden!

    Ein Kommentar wie der von James Icebear fördert nur Streitigkeiten zwischen 2 Vereinen.
    Das dieser Kommentar unter einem Synonym verfasst wurde zeigt doch nur das der Verfasser nicht erkannt werden will, weil er als tatsächliche Person so nicht öffentlich zu seinen Aussagen stehen will. Und “dass die Tochter des Vereinsvorsitzenden für die Geschäftsführung (oder wie auch immer das heißt) des Bürgerzentrums einen mittleren 5-stelligen Betrag (mit ner 3 am Anfang) bekommt” ist ja eine Aussage die erstmal so dahingestellt ist. Gibts dafür irgendwelche aussagekräftigen Belege? Wenn ja, wo kann ich die sehen? Und woher weiß James Icebear das alles? Würde mich da mal über ein paar Antworten freuen.

  2. Liebe iGL-Macher und Bürgerreporter!
    Warum bitte hat der TUS so ein großes Interesse, dass das Bürgerzentrum Schildgen in “Bürgerhand” bleibt? Nächstenliebe? Oder Eigenliebe? Stimmt es, dass die Tochter des Vereinsvorsitzenden für die Geschäftsführung (oder wie auch immer das heißt) des Bürgerzentrums einen mittleren 5-stelligen Betrag (mit ner 3 am Anfang) bekommt? Dann wären das aber handfeste wirtschaftliche Interessen des TUS-Vorsitzenden und ein wenig Befangenheit, oder? Das würde auch erklären, warum der TUS in meinen Augen so einseitig gegen die Schützen arbeitet.
    Gruß, J.I.