UPDATE Juni 2013: Nach mehreren Zwischenstationen wird die Grillhütte inwzischen von einem anderen Gastronomen betrieben, dieser Bericht ist also NICHT MEHR AKTUELL.
—————————————————————–

Nach dem langen Leerstand hatte Jan Nöhre die traditionsreiche Refrather Grillhütte übernommen. Nöhre ist ein junger, aber erfahrender Gastronom, der vor allem als Caterer (Außer-Haus-Service für große und größte Feste) tätig ist – und zudem mit den Sternköchen Wilbrand (Hotel zur Post, Odenthal) zusammen arbeitet. Das hatte vor der Neueröffnung Spekulationen über “Sterneköche an der Friteuse” entfacht.

Ganz so weit ist es aber nicht gekommen – aber dennoch bietet die neue Grillhütte ein ganz neues Konzept, das ungefähr auf halbem Weg zwischen der deutschen Frittenbude und einer McDonalds-Filiale liegt.

Da zählt zunächst der optische Eindruck. Die Grillhütte wurde durch viel  Holzimitat, praktische Stehtische und viel Licht kräftig aufgehellt – und wirkt plötzlich richtig geräumig. Im Eingangsbereich mit Blick auf die Friteuse und Theke sitzt man auf hohen Hockern, hinten ganz gesittet an Tischen. Draußen steht bereits ein relativ großer Biergarten bereit – mit Blick auf die Dolmanstraße, aber auch auf den Kahnweiher.

Sie kennen sich in den lokalen Restaurants, Kneipen und
Frittenbuden auch ein wenig aus? Machen Sie mit, bauen
Sie mit am besten Gastronomieführer für das Bergische Land.

Aber viel wichtiger als die Optik ist natürlich das Essen. Da bietet die Speisekarte der Grillhütte zunächst mal Traditionskost, aber mit einem besonderen Dreh. Die Currywurst wird mit einer hausgemachten Soße serviert, in der Senfkörner für eine ganz eigene, fein säuerliche Note sorgen. Man muss es mögen – aber mir hat es sehr gut geschmeckt. Die Fritten sind ebenfalls nach meinem Geschmack: lang, dünn, kross – und reichlich. Für ganz Mutige gibt es Varianten wie Spicy Frites (in Curry gewälzt) oder Spiral Frites, für Kinder “Kartoffel Smiles”. Und das ganze wird nicht etwas auf Pappe oder Plastik, sondern auf klassisch-weißem Porzellan serviert.

Die Hauptgerichte bewegen sich sonst auf der sicheren Seite: Schnitzel, halber Gockel. Schon fast auffällig, dass die Speisekarte auf US-Importe wie Burger fast verzichtet, sie finden sich nur an einzelnen Tagen auf der Tageskarte.

Statt dessen hat sich Nöhre eine bergische Variante des Burigers ausgedacht, garantiert vegetarisch: Für einen Euro wird ein Pommes-Brötchen angeboten, mit Fritten statt Fleischklopps.

Auch sonst hat die Grillhütte sich bei McDonald’s einiges abgeschaut, aber nicht einfach kopiert. So gibt es, ganz wie in den McCafes, Donuts und Blechkuchen (am Wochenende), Kaffeespezialitäten sowieso. Das wird man mal bei wärmeren Wetter auf der Terasse testen müssen. Und Zutaten wir Mayo, Ketchup, aber auch Zwiebelwürfel, gibt es zur Selbstbedienung, kostenlos.

Die Preise sind, wie versprochen, nicht in den Himmel geschossen. Für das Referenzprodukt, die Currywurst mit Fritten, zahlt man 4,50  Euro, das halbe Hähnchen gibt es für 3,50, das Jägerschnitzel für 5,90.

Alles in allem eine gelungene Mischung aus Tradition und Moderne. Probieren Sie es selbst aus – und lassen Sie uns an Ihrem Urteil teilhaben (unten im Kommentarfeld).

Weitere Informationen:

Gastronom

Mich interessiert, wo im Bergischen man gut Essen und Trinken kann. Darüber schreibe ich positiv kritisch, das andere verschweige ich. Tipps sind willkommen, bei den Kommentaren.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.