„Mit 66 Jahren…!” Der Titel des Udo-Jürgens-Klassikers ist für die VHS Bergisch Gladbach in diesem Jahr Programm: Die städtische Einrichtung blickt auf ihre 66jährige Geschichte seit der Gründung 1946 zurück und veranstaltet am Samstag, dem 3. November 2012, im Haus Buchmühle ein großes Lernfest.

Dr. Jazz im Volksbindungswerk Bensberg (1959)

Begleitend dazu ist eine Publikation geplant, die den Weg von der ehrenamtlichen Erwachsenenbildung bis zum heutigen Kompetenzzentrum der Weiterbildung beschreibt. Die Autoren haben nun rechtzeitig vor dem Stichtag einen Aufruf an die Bevölkerung gestartet: Wer kann aus seiner eigenen Erinnerung, mit Bildern, Zeugnissen oder Dokumenten zum Gelingen dieses Vorhabens beitragen?

Genau am 3. November 1946 fand mit der feierlichen Eröffnung die allererste Veranstaltung der Volkshochschule in Bergisch Gladbach nach dem 2. Weltkrieg statt. Stadtarchivar Dr. Albert Esser hat bereits eine Reihe von Akten und natürlich auch Programme herausgesucht:

Was fehlt, sind Fotos, Dokumente, Erinnerungen und Geschichten von Privatleuten“.

So sei möglicherweise durch einen VHS-Kurs die Lebensgeschichte eines Absolventen in andere Bahnen gelenkt worden, oder eine Kursteilnehmerin hat ein Erinnerungsfoto in der Abschlussstunde geschossen, oder jemand anders hat sich über die VHS für einen Beruf weiterqualifiziert, den es heute nicht mehr gibt. Wer sich meldet, wird von den Autoren angesprochen und befragt; die Publikation soll idealerweise auch eine Reihe von Interviews enthalten.

Der Vorsitzende des VHS-Fördervereins, Dr. Karl-Heiz Bareiß, Ex-VHS-Direktor Wolfgang Ludwig und Stadtarchivar Dr. Albert Esser sind als Autoren mit dem Projekt beschäftigt. Die Chronik der VHS ist gleichermaßen eine Chronik des Wandels, wie Ludwig resümiert: Angefangen als halb ehrenamtliches Institut der Erwachsenenbildung mit „gutbürgerlich-humanistischem Selbstverständnis“, habe sich die Ausrichtung Anfang der 1970er Jahre entscheidend gewandelt:

Damals trat das Weiterbildungsgesetz in Kraft. Wir haben vom Stenokontoristen bis zum Fremdsprachenkaufmann breit ausgebildet, zu Telekollegs gab es Begleitseminare. Selbst mit Mengenlehre, bei Frauenthemen oder zur Zeit der Energiekrise war die VHS mit ihren Kursangeboten immer en vogue.“

Auch die verschiedenen Häuser entfalten für Co-Autor Dr. Bareiß eine besondere Wirkung in der VHS-Geschichte: von der ersten Station, einer ehemaligen Volksschule an der Gnadenkirche, über die Unterbringung im forum gemeinsam mit der Bücherei bis hin zum eigenen Haus 1994:

Der Umzug an die Buchmühle war sehr wichtig für die VHS. 1980 hatten wir noch 42 Unterrichtsstandorte.“

Ebenso sollen Personen, die die Geschicke der VHS gelenkt haben, in der Publikation gewürdigt werden. Der langjährige VHS-Leiter Herbert Kranzhoff oder Handelsschuldirektor a.D. Ernst Fligg gehören unbedingt dazu.

Am Ende wird gefeiert!

Am Ende, so ist die Idee, steht die Veröffentlichung eines Buches, jedenfalls aber eines Heftes zum Stichtag des Jubiläums. Dann nämlich, am 3. November 2012, soll wie bereits vor 66 Jahren, groß gefeiert werden.

VHS-Chefin Dr. Birgitt Killersreiter plant ein „Lernfest“, mit Schnupperkursen, mit kostenlosen Angeboten, mit Essen und Trinken, auch mit Bühnenprogramm: Martin Stankowski wird zum „Dritten Bildungsweg“ referieren. Nikolaus Kleine wird die Moderation übernehmen, Wolfgang Bosbach ist Schirmherr.

Die Zeitzeugen, die sich bis dahin gemeldet haben, sind natürlich auch herzlich eingeladen. Ihre Zeugnisse, Fotos und Dokumente werden hoffentlich für eine runde Ausstellung am Jubiläumstag sorgen.

Ansprechpartner für Zeitzeugen:

VHS-Direktorin Dr. Birgitt Killersreiter,
Tel. 02202-142261
killersreiter@vhs-gl.de

Pressestelle Stadt BGL

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