Fritz Roth

Am Schluss ging alles sehr schnell: gerade noch Gast in einer Talkshow– allerdings schon deutlich von der Krankheit gezeichnet – kam Privatbestatter Fritz Roth unmittelbar nach Ende der Sendung erneut ins Krankenhaus. In der vergangenen Nacht ist Fritz Roth gestorben. Hier passt der Satz: „Der Tod hat ihn aus einem aktiven Leben gerissen.“

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Bewundert haben viele Bergisch Gladbacher die Energie, mit der sich Fritz Roth für seine Projekte einsetzte. Er warb für eine neue

Bestatter-Kultur und jeder, der einmal eine von ihm organisierte Beerdigung miterlebt hatte, nahm es ihm ab, dass er es ernst damit meinte.

Dabei kam Fritz Roth spät zu seiner Berufung „Trauerbegleiter und Gründer einer Privaten Trauerakademie“.

Geboren 1949, studierte er nach dem Besuch des Gymnasiums erst einmal von 1970 bis 1975 Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln. Erst 1983 übernahm der Diplom-Kaufmann und Unternehmensberater auf Bitten seines Schwiegervaters sein erstes Bestattungshaus.

Vier Jahre später veränderte eine Zusatzausbildung zum „Trauerpädagogen“ an der Akademie für menschliche Begleitung bei Prof. Dr. Jorgos Canacakis, den er sehr bewundert hat, sein eigenes Leben.

In den folgenden Jahren explodierten die Ideen von Fritz Roth geradezu: Das „Haus der menschlichen Begleitung“ entstand, die „Private Trauer-Akademie“, die „Gärten der Bestattung“ (der Privatfriedhof wurde 2006 eingeweiht) und die „Villa Trauerbunt“, hinzu kamen zahlreiche Buchveröffentlichungen, ständige Vorträge und Veranstaltungen.

Sein Leitbild: Der Tod gehört zum Leben, darf nicht verdrängt oder gar tabuisiert werden.

Oft hat er gesagt: „Wir müssen Trauernde so behandeln, wie wir in einer derartigen Situation selbst behandelt werden möchten.“

Dass er aber selbst so rasch in die Situation kam, sich mit seiner eigenen Beerdigung zu beschäftigen, damit hat er wohl selbst nicht gerechnet.

„Ich möchte mein Enkelkind noch sehen“, war sein letzter Satz, den er zu mir gesagt hat. Wie schade, dass er das nicht mehr geschafft hat. Aber sein Enkelkind wird ganz viel von ihm hören, sehen und lernen können …

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War lange beim WDR, arbeitet heute im Ministerium für Kultur und Wissenschaft. Ehrenamtlich enagiert für die CDU-Mittelstandsvereinigung, Kultkino und Rotary. Verwitwet. Drei erwachsene Töchter.

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  1. Das macht mich gerade sehr betroffen. Ich wusste zwar, dass er sehr krank war, aber dass der Tod so nah war, damit hatte ich nicht gerechnet. Er ist ein Mensch, den ich zwar nie persönlich kennengelernt habe, an den ich mich aber immer gerne erinnern werde. Und er wird fehlen.