Mit der Ausstellung „ALLTAGSÄSTHETIK – Jenseits des Konsums“ im Frühjahrssemester 2013 in der VHS Bergisch Gladbach hatte der Fotograf und Grafiker Klaus Hansen in ein Wespennest gestochen. Er hatte bestimmte Orte in Bergisch Gladbach 1996 und an gleicher Ort und Stelle 2011 wieder fotografiert – und dabei in beeindruckender Weise, den Verfall, die Umordnung, die „ästhetische“ Gestaltung des öffentlichen Raums oder die Versuche einer Neugestaltung dokumentiert.

Was in der Bürgerschaft offenbar schon lange „brodelte“ wurde unter den 120 Gästen bei der Ausstellungseröffnung konkret, die Fragen wie diese aufwarfen:

  • Weshalb ist es in dieser Stadt so unordentlich?
  • Wer beteiligt sich an der Gestaltung von Plätzen und Gebäuden?
  • Wer ist für die Gestaltung verantwortlich, die Stadtverwaltung oder die Politik?
  • Warum haben nur Investoren das Wort?
  • Gibt es einen Stadtentwicklungsplan und einen Verkehrsplan?
  • Wo fängt das Einmischen an und hört das Kümmern auf?
  • Was können WIR tun?

Also gibt es beste Vorraussetzungen, sich eine Meinung zu bilden, mitzureden und mitzumachen.

Es wird Zeit etwas zu tun!

Daher bietet die Volkshochschule (VHS) Bergisch Gladbach dazu einen Workshop an:

Wir sind Bergisch Gladbach! Werkzeuge für eine nachhaltige Veränderung
Mit Dr. Karolin Eva Kappler und Andrés Ginestet
jeweils freitags, 18 bis 19:30 Uhr, vom 8. bis 29. November 2013
Kostenbeitrag: 27 Euro, Kursnummer ZII000I
Anmeldung bitte bis 1. November 2013
VHS Bergisch Gladbach, Haus Buchmühle

Für Neugierige, Aktive und Unentschlossene gibt es vorab eine kostenlose 
Informationsveranstaltung mit Andrés Ginestet:
Mittwoch den 16. Oktober 2013 von 19.00-20.00 Uhr, VHS Haus Buchmühle

In insgesamt 4 Abenden werden Werkzeuge vermittelt, mit denen soziales, kulturelles, wirtschaftliches und ökologisches Leben nachhaltig verändert und gestaltet werden kann. Dies umfasst konkret das Erkennen und Benennen von Problemen im eigenen Umfeld, das Entwickeln von Lösungsansätzen und deren Verwirklichung. In praktischen Übungen wird die Gruppendynamik ausgenützt, um neue, innovative und nachhaltige Ansätze für die Probleme Bergisch Gladbachs zu entwickeln.

Andrés Ginestet

Andrés Ginestet ist freischaffender Bildhauer und Experte in Komplexitätsanalyse, System- und Gewalttheorie. Seine interdisziplinäre Beiträge zur Komplexität-Governance sind in Expertenkreisen bekannt und werden in Wirtschaft, Wissenschaft und Sicherheitskreisen diskutiert und angewandt.

Karolin Kappler

Dr. Karolin Eva Kappler ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie, Lehrgebiet II “Gegenwartsdiagnosen” der Fernuniversität in Hagen und Dozentin für Kriminologie, Viktimologie und Methodenlehre an der Universitat Oberta de Catalunya. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Trauma und Resilienz, gewaltgeprägte und gewaltfreie Interaktion, Komplexitätsmanagement, Netzwerkgesellschaft, Geschlechterrollen, Familienstrukturen und qualitative Methoden.

Themen be-greif-bar machen

Trotz oder gerade wegen der zunehmenden Vernetzung mit der  Welt steht die politische Bildung vor neuen Herausforderungen. Menschen können sich umfassend in Medien, im Internet oder via „Social Media“ informieren. Nachrichten werden blitzschnell verteilt. Meinungen sind schnell gebildet. Aber: Sind sie auch umfassend informiert? Werden die richtigen Fragen an die Welt, an die Macher und Gestalter gestellt?

Erwachsenenbildung kann unterschiedliche Interessen, Erwartungen und Bedürfnisse aufgreifen. Die Volkshochschule Bergisch Gladbach kann Angebote zu regionalen und überregionalen Themen aufgreifen und für die Bürgerinnen und Bürger „be-greif-bar“ machen.

Es geht auch darum, mit Blick auf die Entwicklungen vor Ort die globalen Auswirkungen nicht zu vergessen. Nachhaltigkeit fängt privat zu Hause an, beeinflusst unser Konsumverhalten und hat globale Auswirkungen. Menschen sollen also aktiviert werden.

Sie sollen Unterstützung in ihren Entscheidungen und Aktivitäten erhalten. Die Ressourcen jedes Einzelnen müssen entdeckt und genutzt werden.  Auf der einen Seite wählen Bürgerinnen und Bürger eine Partei, die ihre Meinung vertreten und in ihrem Sinne gestalterisch tätig sein soll.

Gegen die Politikverdrossenheit – für unsere lokale Umgebung

Auf der anderen Seite gibt es immer mehr „politikverdrossene“, die nach Lösungen suchen und sich außerhalb der Partei engagieren wollen. Darunter finden sich Spezialisten und Laien gleichermaßen.

Eines haben beide Personengruppen gemeinsam: Sie wollen etwas bewegen und eingefahrene Denkmuster in Politik und Verwaltung „aufbrechen“ oder ihr eigenes Konsumverhalten überdenken. Themen, die bewegen und aktivieren sind unter anderem:

  • Erneuerbare Energien und Atomausstieg
  • steigende Benzinpreise und Biosprit
  • globale Finanzkrisen und kommunale Haushaltskrisen,
  • Firmenpleiten und Investorenübernahmen,
  • kollabierende Verkehrsinfrastrukturen im Nah- und Fernverkehr
  • Lebensmittelskandale

Weitere Informationen:

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2 Kommentare

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  1. Diese Veranstaltung ist eine VHS Veranstaltung im Rahmen der Politischen Bildung. Von eine Alibifunktions-Veranstaltung kann keine Rede sein.
    Jede Veranstaltung in der VHS, die Kosten verursacht (Honorar) muss wenigstens gedeckt sein. 27 Euro für eine Veranstaltung die 4 Termine a 2 Stunden hat, ist ein winziger Betrag. Zwei Dozenten fahren von Wupperthal 4 mal hierhin und unterrichten. Beide Dozenten müssen wir jeder andere auch eine Familie ernähren und brauchen auch Einkünfte. Schüler, Studenten, Auszubildende, Hartz IV Empfänger und Ehrenamtskartenbesitzer bekommen 25% Ermäßigung.
    Die kostenlose Veranstaltung zur Regionale 2010 musste wegen Null Anmeldungenabgesagt werden.
    Wenn sich eine Gruppe findet, die ehrenamtlich sich regelmäßig treffen will um zusammen die Wünsche und Probleme der Stadt anzugehen, sich Aufgaben stellen, diese Aufgaben abarbeiten, Aktionen planen usw. wird die VHS sie gerne unterstützen – auch kostenlos. Wir können nur kein Honorar zahlen ohne Geld einzunehmen.

  2. Warum muss eine Veranstaltung zur Lösung der Probleme unserer Stadt Geld kosten? Sollen damit von vorneherein minderbemittelte Bevölkerungsteile ausgeschlossen werden? Oder hat die Veranstaltung nur Alibifunktion?