Tomas M. Santillan. Foto: privat

Der Ortsverband der Partei „Die Linke“ hat ihren Fraktionschef im Stadtrat Tomas M. Santillan am Samstag zum Bürgermeisterkandidat für die Wahl am 25. Mai 2014 gewählt und für die 26 Wahlkreise und die Reserveliste Kandidaten bestimmt.

In der Pressemitteilung freut sich Santillan, die Linke habe „ein gutes und kompetentes Team mit einer gesunden Mischung aufgestellt“. Die Stadtratsfraktion werde „durch weibliche Kandidatinnen und junge Kandidaten verstärkt“.

Tatsächlich steht auf Platz eins der Reserveliste die bislang in der Lokalpolitik weitgehend unbekannte Catherine Henkel, auf Platz drei die ebenso unbekannte  Lucie Misini. Auf Platz 2 steht Thomas Koch, als sachkundiger Bürger im Jugendhilfeausschuss sehr aktiv – und erst auf Platz vier folgt Santillan selbst. Auch auf der Kreistagsliste taucht er auf, dort allerdings erst auf Platz zehn.

Aktualisierung: in einer ersten Fassung dieses Berichts hieß es, Thomas Koch sei im Schulausschuss sehr aktiv. Das ist falsch. Thomas Koch ist im Jugendhilfeausschuss sehr aktiv.

Damit geht der Fraktionschef, der sich mit einem neuen seriösen Foto (siehe oben) in den Wahlkampf stürzt, ein Vabanque-Spiel ein. Zwar betont er selbst, bei der Kommunalwahl sei ein Ergebnis wie bei der Bundestagswahl (5,4 Prozent) möglich. Ist das tatsächlich der Fall könnte die Linke tatsächlich unter Umständen ihre Fraktionsstärke auf vier Mandate erhöhen und Santillan erneut einen Posten im Stadtrat bekommen.

Allerdings: bei der letzten Kommunalwahl hatte die Linke nur 3,4 Prozent bekommen, Santillan selbst als Bürgermeisterkandidat 2,9 Prozent. Damit könnte rasch passieren, was der umtriebige Mann bereits im Herbst angedeutet hatte: sein Rückzug aus lokalpolitischen Ämtern. Das hatte er bislang dementiert – und immer wieder betont, im Wahlkampf für die Partei da zu sein.

„Ich bin nicht wegen Posten und Pöstchen in die Linke eingetreten, sondern weil ich die Inhalte und Positionen unterstütze“, betont Santillan gegenüber dem Bürgerportal. Alle Kandidaten der Reserveliste seien „kompetent um mich im Stadtrat zu ersetzen, denn was ich da tue ist ja kein Wunderding“.

Lesen Sie mehr
Politik für Hartgesottene - ein Besuch bei der Linken
Santillan liebäugelt mit der APO
Alle Beiträge über Tomas M. Santillan

Aus der Politik werde er sich jedoch auf keinen Fall zurückziehen, er sehe seine politische Heimat aber „in der politischen Bewegung (z.B.: Friedensbewegung und Gewerkschaft) und nicht in Parlamenten oder dem Stadtrat”.

Inhaltlich steht die Linke, so Santillan, für eine „soziale, ökologische und solidarische Politik“ und bilde als „demokratische Alternative zu den etablierten Parteien“  ein „Sprachrohr der Bürgerinnen und Bürger sein, die mit der unsozialen und ungerechten Politik in dieser Stadt nicht einverstanden sind“.

Auf der Reserveliste der Linken stehen:

1. Catherine Henkel
2. Thomas Klein
3. Lucie Misini
4. Tomás M. Santillán
5. Saschas Lenze
6. Melisa Dönmez
7. Peter Tschorny
8. Werner Schwamborn
9. Martin Jeroch
10. Egon Siegrist

Die Liste der Direktkandidaten für die 26 Wahlkreise lag noch nicht vor.

Für den Kreistag treten in Bergisch Gladbach an:

1. Thomas Klein
2. Sascha Lenze
3. Thomas Trage
4. Joscha Bastians
5. Ekkard Haas
6. Peter Tschorny
7. Rainer Dlugosch
8. Werner Schwamborn
9. Tomás M. Santillán
10. Martin Jeroch

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Eine gute Recherche im Journalismus dokumentiert die Kraft eines Berichtes, ob er entlarvend die Hintergründe aufdeckt, oder nur als boulevardesk herüber kommt – weil von wenigem auf alles geschlossen wird.

    Im Schulausschuss sitzt seit längerem meine Nachfolgerin als sachkundige Bürgerin Frau Melisa Dönmez, ich selbst bin während der gesamten jetzigen Wahlperiode auch im Jugendhilfeausschuss als sachkundiger Bürger sehr aktiv.

    Unsere gesamte Reserveliste – inklusive Tomas M. Santillan- ist ein Garant für eine soziale und demokratische Alternative! Der Vergleich mit einem Kartenspiel bei einer öffentlichen und demokratischen Wahl zur Aufstellung einer Reserveliste im Sinne von Falsch- resp. Glücksspiel mag dem Autor beim auswerten von Listen der etablierten Parteien gekommen sein. Doch hier irrt die Reportage – weder gepokert noch alles aufs Spiel gesetzt – einfach nur demokratisch festgelegt. Unüblich und gewöhnungsbedürftig in dieser Stadt – ich weiß.
    gez. Thomas Koch