Neben der Gewaltkriminalität gehören die Einbrüche zu den Straftaten, die das Sicherheitsgefühl der Bürger besonders stark beeinträchtigen. Daher haben wir uns die Zahlen für dieses Delikt genauer angesehen.

Die gute Nachricht: die starke Aufklärungsarbeit der Polizei zeigt offenbar Wirkung. Während die Einbruchszahlen in Nordrhein-Westfalen noch immer steigen, sind sie 2013 im Rheinisch-Bergischen Kreis und besonders stark in Bergisch Gladbach gesunken.  Allerdings gibt es dabei zwei Wermutstropfen.

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Zum einen ist das Niveau immer noch sehr hoch. So gab es 2013 in Bergisch Gladbach 355 Wohnungseinbrüche. Das sind zwar zehn Prozent weniger als 2012, aber dennoch mehr als in den neun Jahren davor.

Interessant ist der regionale Vergleich (siehe Grafik): Bergisch Gladbach liegt zwar über dem Landesdurchschnitt, aber deutlich hinter Rösrath und dem von Köln dominierten Regierungsbezirk. Als Erklärung für diese Unterschiede spricht die Polizei vom Fluch der Infrastruktur: Rösrath bezahlt für die Autobahnnähe, Bergisch Gladbach profitiert in diesem Fall von seiner schlechten Anbindung.

Die zweite schlechte Nachricht: die Aufklärungsquote in Bergisch Gladbach ist mit 12,7 Prozent erschreckend gering. Dass sie noch niedriger als im Vorjahr (siehe Grafik oben) ist, erklärt die Polizei damit, dass sie im 2013 erfolgreich an der Fahndung nach einer überregionalen Tätergruppe beteiligt war. Das habe viele Kräfte gebunden, sich aber nicht in der eigenen Statistik niedergeschlagen.

Zwischenfazit: ist der Einbruch erst einmal erfolgreich, haben die Einbrecher nicht mehr viel zu befürchten.

Allerdings scheint ihnen das zunehmende Sicherheitsbewusstsein der Menschen zuzusetzen: der Anteil der gescheiterten Einbruchversuche steigt kontinuierlich an: in Bergisch Gladbach ist der Anteil der gescheiterten Einbruchversuche (die in der Gesamtzahl enthalten sind!) im vergangenen Jahr von 43 auf 49 Prozent gestiegen.

Geschäftseinbruch scheint ein risikoloses Geschäft zu sein

Noch krasser ist die Entwicklung bei den Geschäftseinbrüchen, die nach einigen Vorfällen in letzter Zeit in der Bergisch Gladbacher Innenstadt stärker in den Fokus gerückt sind. Hier ist die Zahl der Fälle 2013 zwar um ein Viertel auf 32 gefallen. Vor zehn Jahren gabe es sage und schreibe 120 Geschäftseinbrüche nur in Bergisch Gladbach!

Allerdings, die Aufklärungsquote dieser Fälle betrug 2012 glatte Null Prozent – und stieg auch im vergangenen Jahr nur leicht auf drei Prozent an. Oder anders ausgedrückt: 31 von 32 Einbrüchen wurden nicht aufgeklärt.

Aber auch bei den Geschäften scheitert jeder zweite Einbrecher: der Anteil der Einbruchsversuche liegt konstant bei 50 Prozent.

Kein Wunder also, dass die Polizei soviel Wert auf Prävention legt und die Bürger dazu anhält, ihre Wohnungen und Geschäfte zu sichern. Eine gute mechanische Sicherung sei immer noch der beste und preiswerteste Weg, den Einbrechern das Handwerk zu legen. Informationen zur Prävention gibt es hier.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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