Im Vorfeld der Kommunalwahl im Mai 2014 haben sich neben Grüne, FDP und Linke auch SPD und CDU gegen die Pläne für ein Gewerbegebiet Voislöhe ausgesprochen – so dass die Vorschläge des Gewerbekonzepts für die Stadt Bergisch Gladbach, auf der Höhenlage zwischen Moitzfeld und Herkenrath ein Gewerbegebiet auszuweisen, im zukünftigen Rat keine Unterstützung finden werden. Die Option eines Gewerbegebiets Voislöhe ist damit für die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans in Bergisch Gladbach vom Tisch.

Von der „Bürgerinitiative zum Schutz der Landschaft zwischen Moitzfeld und Herkenrath“ („BI Moitzfeld-Herkenrath“) auf ihre Position zur Kommunalwahl zum Thema Voislöhe angesprochen, haben sich alle angefragten Parteien klar für den Schutz der Landschaft und gegen jegliche Gewerbegebietspläne ausgesprochen:

Grüne und FDP hatten sich – wie auch die Linke – bereits früh gegen jegliche Pläne ausgesprochen und unterstreichen, dass dies auch zukünftig die Position sein wird:

„Wir werden uns auch nach der Wahl weiter dafür einsetzen, dass in Voislöhe kein Gewerbegebiet errichtet wird. Diesen letzten unbebauten Höhenzug und diese Verbindung zwischen zwei großen Waldgebieten wollen wir weiterhin unbebaut erhalten.“ schreibt Dirk Steinbüchel, Planungssprecher der Grünen.

Auch FDP-Fraktionschef Dr. Reimer Fischer bestätigt: „Die FDP sieht keine Veranlassung, von ihrem früheren Beschluss abzuweichen, den Bereich Voislöhe als Natur- und Lebensraum zu erhalten und nicht als Gewerbegebiet auszuweisen.“

Im Vorfeld der Kommunalwal haben sich in den vergangenen Wochen auch SPD und CDU auf entsprechende Positionen festgelegt:

„Nach langer Beratung haben wir einstimmig beschlossen, jegliche  Ausweisung von Gewerbeflächen zwischen Herkenrath und Moitzfeld abzulehnen“, bestätigt Gerd Neu, Planungspolitischer Sprecher der SPD Fraktion.

Parteivorsitzender Thomas Hartmann verweist auf das beschlossene Wahlprogramm der CDU, in dem es heißt: „Auch die Ertüchtigung bestehender Gewerbeflächen setzen wir auf die Agenda, um Gebiete wie Voislöhe als wichtige Naturschutzzone und „grüne Lunge“ unserer Heimatstadt zu erhalten. Dies schließt weitere Planungen an dieser Stelle hinsichtlich eines Gewerbegebiets aus.“

Damit ist klar: Pläne für die Ausweisung eines Gewerbegebietes im Landschaftsschutzgebiet zwischen Moitzfeld und Herkenrath werden im kommenden Stadtrat keine Unterstützung finden.

Einen Beitrag zu diesem klaren Votum dürfte auch die große Bedeutung des Gebietes um Voislöhe für den Landschafts- und Naturschutz haben, die jüngst im Zuge der Neuaufstellung des Landesentwicklungsplans (LEP) noch einmal herausgestellt worden ist: Sowohl die Bezirksregierung Köln als auch die Stadt Bergisch Gladbach selbst haben in ihren Stellungnahmen zum Entwurf des LEP die Landesregierung NRW darauf hingewiesen, dass der Verbund von verschiedenen Naturschutzgebieten im Osten von Bergisch Gladbach, in dessen Herz der Höhenzug zwischen Moitzfeld und Herkenrath liegt, für die Biotopvernetzung eine besonders hohe Bedeutung hat und besonders zu schützen ist. Hierauf wurde auch von der Bürgerinitiative Moitzfeld-Herkenrath in ihrer Stellungnahme zum LEP hingewiesen.

Die mittlerweile von über 2.600 Mitgliedern getragene Bürgerinitiative Moitzfeld-Herkenrath hat die Pläne für ein Gewerbegebiet seit ihrer Gründung vor rund zwei Jahren kritisch begleitet und stets auf den besonderen Wert dieser Landschaft als Lebens- und Naherholungsraum sowie für den Natur- und Landschaftsschutz hingewiesen:

„Dieser Höhenzug mit seinen vielfältigen Freiraumfunktionen ist einmalig in der Stadt. Eine Opferung dieser Landschaft hätte einen großen Verlust für die Stadt und ihre Bürger bedeutet. Daher sind wir dankbar, dass die Parteien und künftigen Ratsvertreter diese Auffassung teilen und mit diesem eindrucksvollem Votum im Sinne der Bürger den Planungen eine Absage erteilt haben“, sagt David Bothe, einer der Sprecher der Initiative.

moitzfeldherkenrath

Bürgerinitiative Moitzfeld-Herkenrath - Für den Erhalt der geschützten Landschaft zwischen Moitzfeld und Herkenrath! Kein Gewerbegebiet Voislöhe!

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2 Kommentare

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  1. Zitat:
    “Daher s i n d w i r d a n k b a r, dass die Parteien und künftigen Ratsvertreter diese Auffassung teilen und mit diesem eindrucksvollem Votum im Sinne der Bürger den Planungen eine Absage erteilt haben“, sagt David Bothe, einer der Sprecher der Initiative.”

    Dankbar können und sollten Sie allenfalls sich selber sein!

    Wenn sich Ihre couragierte und kreative Bürgerinitiative nicht mit Witz und Ausdauer dem planlosen politischen Planungsfuror entgegengestellt hätte, dann sähe Voislöhe vielleicht heute schon anders aus!

    Und Sie mögen sich erinnern, mit wie viel Kreativität und Ausdauer die Verwaltung ihrerseits bereits den “plakativen Protest” der Bürgerinitiative zu torpedieren versucht hatte.

    Sie können also sich, und man kann Ihnen dafür dankbar sein, dass Sie mit viel Aufwand und Standfestigkeit der Vernunft zum Sieg verholfen haben.

    Was wiederum beweist bzw. daran gemahnt, dass die Vernunft in Qualität und vor allem Quantität starke Fürsprecher braucht, wenn sie sich gegen das immer wieder erstaunliche Eigenleben des politischen Hauptbetriebes durchsetzen soll.

    Und auch hier ging und geht es nicht um “Wirtschaftsfeindlichkeit”, wie gerne bei solchen Gelegenheiten vorgeworfen.
    Denn “Wirtschaftsfreundlichkeit” sollte sich umgekehrt nicht nach möglichst schnell und reichlich ausgegossenen Kubikmetern Betons bemessen, dann gibt es eher ein Problem mit einer veritablen Vernunftfeindlichkeit.

    Schön, dass in diesem Fall die Vernunft durchgesetzt werden konnte.

  2. Der Plan “Voislöhe” ruht und wird hoffentlich und endgültig in den Schubladen verschwinden. Am Ende kann man dann auch das gesamte Gewerbeflächenkonzept wegwerfen, denn es ist vollständig gescheitert.

    Damals gab es nur die Gegenstimmen der LINKEN/BfBB gegen dieses Konzept und jetzt sind plötzlich alle dagegen! Alle anderen Parteien und auch die FDP hatten dem Gewerbeflächenkonzept noch zugestimmt, in dem das Gewerbegebiet Voislöhe als vorrangig ausgewiesen war. Selbst die Grünen hatten sich damals enthalten und es nicht abgelehnt, obwohl DIE LINKE./BfBB ausdrücklich auf die Flächen Voislöhe, Lustheide und Brüderstr. hingwiesen hatten und damit ihr klares NEIN begründete.

    Jetzt folgen alle anderen Parteien der Auffassung der LINKEN und der BfBB und stimmen auch gegen das Gewerbegebiet Voislöhe. Gut so!

    Tatsächlich ist damit nicht nur das Gewerbegebiet Voislöhe gestorben, sondern gesamte Gewerbeflächenkonzept der Stadt, denn auch der Plan in Lustheide ist gescheitert.

    De facto hat die Stadt also kein Konzept für die Entwicklung von Gewerbeflächen und die Ansiedlung von neuen Gewerbe.