Hier drehen die Ponys ab Samstag ihre Runden

Mehr als drei Stunden lang war der zuständige Kreisveterinär am Donnerstag im Betrieb von Heinz Deinert unterwegs, um das Pony-Karrussel des Schaustellern gründlichst zu überprüfen. Bis auf minimale Kleinigkeiten, bestätigt Kreissprecherin Birgit Bär, habe es keinerlei Beanstandungen gegeben. Tierschutzrechtlich sei alles in Ordnung – damit gebe es für den Kreis keine Eingriffsgründe bei dem Betrieb, der sich gerade im Forumpark auf die Laurentiuskirmes vorbereitet.

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Die Bergisch Gladbacher Grünen hatten zur Mahnwache gegen das Ponykarussell aufgerufen und damit eine intensive Tierschutz-Debatte ausgelöst. Zudem war bekannt geworden, dass Bürgermeister Lutz Urbach bereits Anfang Juli in einem Brief an einen Tierschützer angekündigt hatte, nach dieser Laurentiuskirmes werde es kein Ponyreiten auf der Kirmes mehr geben.

Die Ponys in ihrem Zelt im Forumpark

Inzwischen weisen aber sowohl Urbach als auch die CDU-Fraktion auf rechtliche Gründe hin, die ein solches Verbot verhindern könnten. Und es gibt auch Politiker und einige Bürger, die die Haltung der Grünen als völlig unverhältnismässig bezeichnen. Auf eine formelle Anfrage des Bürgerportals will der Bürgermeister derzeit nicht antworten.

Aufwind für die Kirmes-Freunde

Die Verteidiger des Pony-Reitens erhalten durch das Urteil des Kreisveterinärs kräftig Aufwind. Kreissprecherin Bär widerspricht auch der Behauptung, das Amt prüfe nur vor, aber nicht während der Kirmes. Man werde auch im laufenden Betrieb vor Ort nach dem Rechten sehen. Das sei auch in den vergangenen Jahren gemacht worden – und habe nie zu nennenswerten Beanstandungen geführt.

Zudem seien mit dem Betreiber des Pony-Karussells genaue Spielregeln festgelegt worden. So gebe es detaillierte Arbeits- und Ruhezeiten der Ponys, die in den Pausen in einem Auslauf auf der Forumwiese Auslauf bekommen müssen.

Showdown am Pony-Karussell

Die Grünen wollen ihre Mahnwachen dennoch abhalten. Die sollen gemeinsam mit Tierschutzverbänden an allen drei Kirmestagen von 12 bis 19 Uhr stattfinden. Dort liegen dann auch Unterschriftenlisten aus für einen Appell an Bürgermeister Urbach.

Aber auch die Befürworter des Pony-Karussells legen nach. Burghard Unrau, Geschäftsführer des Bergisch Gladbacher Schaustellerverbandes und Vorsitzender des Jungen Unternehmer Clubs (JUC) lädt alle Kinder Bergisch Gladbachs für Sonntag ein: von 12 bis 14 Uhr können sie auf Kosten des JUC die Ponys kennenlernen und reiten.

Die Debatte auf Facebook zum Thema finden Sie hier (zum ursprünglichen Beitrag) und hier zum Urteil des Kreisveterinärs.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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12 Kommentare

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  1. Für Ponys sind die sogenannten Ponykarussells alles andere als ein Spaß. Das stunden­lange Im-Kreis-Laufen führt häufig zu schmerzhaften Gelenk- und Wirbelschäden. Zu fest gezurrte Ausbindezügel können zu Verspannungen der Hals- und Rückenmuskulatur führen. Lärm und Menschenmassen lösen bei Ponys zusätzlich Stress aus. Ponykarussells sind nicht mehr zeitgemäß, da den sensiblen Tieren eine natürliche Lebensweise verwehrt wird.
    Bitte erklären sie Kindern, dass Ponykarussells kein Spaß für Ponys sind,
    sondern Tierquälerei.

  2. Liebe Bürgerinnen und Bürger,

    uns liegen Berichte vor, wonach im Umfeld der Mahnwache vor dem Ponykarussell auf der Laurentiuskirmes diverse Personen Foto- und Filmaufnahmen von dem Ponykarussell und somit auch von den dort tätigen Personen, Kindern die diese nutzen und wartenden Personen gemacht haben.

    Die Aufnahmen wurden teilweise sogar unzensiert im Internet veröffentlicht.

    Von diesen Vorgängen wollen wir uns hiermit klar distanzieren.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dirk Steinbüchel
    Für den Vorstand des Ortsverbandes Bündnis 90/Die Grünen

  3. Wenn man sich die Argumentation der Nutztierhaltungsgegner anschaut fällt auf das hier Tiere völlig überzogen vermenschlicht werden.
    Man ist wohl, teilweise sogar ohne je persönlich Vorort gewesen zu sein, per Ferndiagnose also, in der Lage den Ponys Depressionen zu attestieren, dem Halter Tierquälerei zu unterstellen und den Veterinär unqualifiziert zu bescheinigen. Um dann zu resümieren, wer seinen Kleinkindern Reiten lernen möchte sollte das besser auf einem Reiterhof tun weil es dort Helme und qualifizierte Ausbilder gibt.

    Stellt sich grundsätzlich die Frage ob ein Ponykarussel da ist um Kindern unbeschwerte Momente zu schenken und den Kontakt zu Tieren zu ermöglichen um den Respekt und das Verständnis für andere Geschöpfe zu entwickeln oder um Reiten zu lernen?

    Den Grünen ist doch Arbeit von Nutztieren per se ein Dorn im Auge.
    Gleichzeitig fordert man aber dass das gesamte OrdnungsamtPersonal am WE mit Kontrollen den Bürgern verstärkt nachhetzt. Am besten jeden Bürger dreimal am WE überprüfen.
    Worauf die Grünen und andere Gebots und Verbotsparteien hinaus wollen ist doch für wache und aufmerksame Zeitgenossen offenkundig.
    Wer ein Pferd hält und diesem nicht ermöglicht am Tag 20km zu Galoppieren wird es abgeben müssen. Nicht Artgerecht in Haltung und Verwendung!
    Wer eine Hauskatze hält hat dieser ab sofort freilauf zu gewähren. Völlig gleich ob diese Überfahren wird oder jede Menge Singvögel tötet. Das entspricht dem natürlichen Instinkt des Tieres. Wichtig ist das die Katzen Artgerechten Auslauf bekommen.
    Wie bereits an andere Stelle geschrieben. Die Grünen kümmern sich nun verstärkt um Tierschutz und lassen erst nach dessen völliger Ausrottung davon ab um neue Reglementierungsfelder zu bearbeiten. Ist deren Parteiideologie.
    Also hier nix anderes wie mit dem Solarstrom. Als die Grünen damit fertig waren warn alle Deutschen Solar Hersteller trotz exorbitanter Subventionen pleite.
    Hinter der Aktion dieser Partei steckt das Bemühen die Menschen in Gutbürgermanier zu bevormunden, die Gesellschaft zu uniformieren und alle im Gleichschritt marschieren zu lasen.
    Wenn sie wirklich ernsthaft an einer Verbesserung, so es angebracht ist, interessiert wären könnte man durchaus über z.b die Einführung ovaler Parcours diskutieren. Statt zu Hetzen und den Bürgern wie den Schaustellern die Kirmes zu vermiesen und Tumulte zu provozieren nur um Wähler zu fangen.
    Unverantwortlich!!

    Noch allseits nen schönen Tag…..

  4. Noch einmal: Persönliche Angriffe, nicht belegte Tatsachenbehauptungen und ähnliches dulden wir nicht, ein weiterer Kommentar wurde daher gelöscht. Und wenn Sie anonym bleiben wollen, können Sie das tun – aber bitte verwenden Sie keine fremde Namen. Die Redaktion

  5. Leuchtende kinderaugen haben wir bei unseren Kindern nicht beim Ponyreiten gesehen (haben unsere Kinder nie gemacht auf den kirmes en in bergisch-gladbach oder sonst wo) sondern als wir sie zum Reitunterricht und später eigene Ponys gekauft hatten. Und von wegen Träger und traurige Blicke hatten wir nie bei unseren gesehen da sie frei auf der weide toben und laufen konnten und auch richtig täglich mit Wasser und Futter versorgt wurden. Wer seinen Kindern das reiten näher bringen möchte sollte sie in die Reiterferien schicken.

  6. Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Persönliche Angriffe werden nicht toleriert, entsprechende Kommentare werden gelöscht. Die Redaktion

  7. Ich muss mich doch sehr wundern, wie viel Zeit so manche Bürger in Bergisch Gladbach haben, hier Kommentare zu schreiben und sich für etwas zu engagieren oder besser gesagt zu profilieren, was all die Jahre vorher nie ein Problem war. Auch unsere Kinder sind jedes Jahr auf diesen Ponnys geritten und wir waren immer sehr überrascht wie gepflegt und gesund diese Tiere sind.
    Gucken Sie sich doch mal die desolaten Verhältnisse in dem Pferdestall in Thielenbruch direkt an der Bahn an.
    Aber ganz schlimm ist mal wieder unser super Bürgermeister Herr Urbach, der sollte sich mal lieber um den Dreck auf Bergisch Gladbachs Straßen kümmern, (in anderen umliegenden Gemeinden gibt es sogar noch eine regelmäßige Straßenreinigung) bzw. um die Gestaltung des widerlichen Kreisverkehrs in der Innenstadt. (Toller Grasbewuchs Herr Urbach)
    Aber ich denke diese Themen sind nicht populär genug.
    Viel Spaß bei der Mahnwache!!!!!

  8. Mehr als drei Stunden lang war der zuständige Kreisveterinär am Donnerstag im Betrieb von Heinz Deinert unterwegs, um das Pony-Karrussel des Schaustellern gründlichst zu überprüfen.

    Ich bin ja doch sehr überrascht, wie lange man braucht um zu prüfen. Noch mehr überrascht mich allerdings, das ich Freitag, 8.8.2014 um 15:20 noch nicht mal ein fertig aufgestelltes Karussell sah.Archivbilder machen sich hier natürlich gut, aber der Holzboden war zu dieser Zeit noch nicht vollständig gelegt. Toll das der Veterinär schon einen Tag vorher den Durchmesser ersehen konnte. Ich kann meinen Aufenthalt übrigens mit einem Verwarngeld,wegen Parken ohne gültigen Parkschein belegen, mit Bild von dem noch nicht vollständigen Aufbau.
    Allerdings frage ich mich, ob der Schreiber, der vor mir die Pfingstkirmes und das Ponyreiten in Ordnung fand ,auf der gleichen Kirmes war?

    “Ich würde mir wünschen, wenn die ganzen gegen diese Form des Ponyreitens sich aussprechenden sogenannten Tierschützer einmal mit demselben Engagement agieren, wenn Menschenwürde und Menschenrechte hierzulande verletzt werden, doch da wird leider allzu oft einfach nur weggeguckt!”

    Das Eine schließt das Andere nicht aus.Die meisten Tierschützer, die ich kenne setzten sich auch für Menschenrechte und Umweltschutz ein.
    Dann frage ich doch mal zurück, ob Herr Schulten bei den Vorschlägen, die seiner Meinung nach wichtiger sind, wenigstens aktiv ist,oder auch nur auf Andere verweist?

    “widerspiegelnde Trägheit und Schläfrigkeit ist typisch für diese Tiere und gerade deshalb eignen sie sich als Reittiere für Kleinkinder.

    Das vermeintliche und herbeiphilosophierte angebliche Unwohlsein eines Ponys zählt anscheinend für Viele mehr als das natürlich ausgelebte Vergnügen und der Glanz in den Augen eines Kindes. Traurig.”

    Kein Reiterhof würde Kinder ohne Kappe auf ein Pferd lassen, kein sorgender Elternteil sein Kind ohne Fahradhelm mehr auf das Fahrrad.Wir leben im HEute und Jetzt, nicht im “vor 40 Jahren”.
    Der Glanz in den Kinderaugen ist auf einem Pony-oder Reiterhof ebenso gegeben wie eine geschulte Aufsichtsperson die Kinder ohne Reiterfahrung sicher besser betreut,
    Wer so leichtsinnig ist und wer glaubt das Kinder so den richtigen Zugang im Verhalten mit Tieren lernen, der stimmt traurig.

  9. Ein Pony guckt nunmal nicht so agil und aufgeweckt wie irgendein Busines-Junkie. Die sich in seinem Blick widerspiegelnde Trägheit und Schläfrigkeit ist typisch für diese Tiere und gerade deshalb eignen sie sich als Reittiere für Kleinkinder.
    Die gesamte Diskussion ist in meinen Augen einfach nur ein weiteres Indiz dafür, wie kinderfeindlich die heutige Gesellschaft geworden ist. Das vermeintliche und herbeiphilosophierte angebliche Unwohlsein eines Ponys zählt anscheinend für Viele mehr als das natürlich ausgelebte Vergnügen und der Glanz in den Augen eines Kindes. Traurig.

  10. Auf der vergangenen Pfingstkirmes konnte ich miterleben, wie die Tiere ihre Ruhepausen bekamen und gegen andere Ponys, die bis dahin ihren Auslauf hatten ausgetauscht wurden. Jeder Mastkuh, den meisten im Stall dahin vegetierenden Reit- oder gar Schulpferde und auch den meisten Haushunden und -katzen geht es wahrscheinlich schlechter als diesen Ponys. Und der von vielen als “gequält” bezeichnete Gesichtsausdruck der Ponys ist nunmal ein für Ponys typischer Audruck, der einfach nur ihre Trägheit widerspiegelt und den genauso jedes den ganzen Tag auf der Weide herumlaufende Pony hat.
    Ich würde mir wünschen, wenn die ganzen gegen diese Form des Ponyreitens sich aussprechenden sogenannten Tierschützer einmal mit demselben Engagement agieren, wenn Menschenwürde und Menschenrechte hierzulande verletzt werden, doch da wird leider allzu oft einfach nur weggeguckt!

  11. ich frage mich was da in Ordnung ist.Ich denke keiner von Ihnen möchte den ganzen Tag im Kreis laufen.Was hat das mit Tierschutz zu tun?NICHTS?

  12. Es ist doch schön, dass sich nun die Verantwortlichen mit diesem Thema so intensiv beschäftigen. Hätten Sie dies auch schon vorher getan, würde die Diskussion in anderen Bahnen verlaufen. Die Zustände bei der vergangenen Pfingstkirmes (und nicht nur auf dieser Kirmes) waren furchtbar. Ich habe keinen der Verantwortlichen in dieser Zeit am Ort des Geschehens gesehen. Das jetzt alles wie ein Vorzeigeprojekt dargestellt wird ist eine Unverschämtheit und war natürlich zu erwarten. Ich hoffe die Sensibilität bleibt nun erhalten.

    Dirk Weber